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2018-01-03

Olympus PEN FT


Ein schönes Foto für eine der schönsten Kameras, die ich kenne bzw. besitze. Eines der Meisterstücke von Yoshihisa Maitani. Ich habe hier im Blog schon recht viel über ihre drei Jahre ältere Schwester PEN F geschrieben, mit der sie das Gehäuse einer der kleinsten Spiegelreflexkameras für den 135er Film teilt, auch wenn es sich "nur" um das sogenannte Halbformat handelt. Die FT kam 1966 auf den Markt und brachte (damals nicht selbstverständlich) TTL Belichtungsmessung bei Offenblende. 

Olympus behauptet in der Bedienungsanleitung es handele sich um das fortschrittlichste TTL-System der Welt (es hat sich nur in dieser Form nicht durchgesetzt ;-). Im Prinzip ist es ein modifiziertes Nachführsystem, das mit sog. Belichtungsindexzahlen von 0 bis 7 arbeitet. Letztere werden im Sucher angezeigt und entsprechen den 8 Blendenstufen des jeweils eingesetzten Objektivs. Olympus änderte mit Erscheinen der FT die Objektive entsprechend. Sie haben seitdem auf dem Blendenring auf der Oberseite die Indexzahlen, die eigentliche Blende kann man an der Unterseite ablesen. Für alte Objektive gab es Aufkleber zum Umrüsten! Der Fotograf wählt also eine Verschlusszeit, blickt durch den Sucher auf sein Motiv und liest den Beli-Index ab und stellt diesen dann am Objektiv ein. Natürlich fuktioniert das auch umgekehrt. Neben diesem Feature ist noch der charakteristisch auf der Vorderseite prangende Selbstauslöser dazugekommen.

kompakte Halbformat (18x24mm) SLR
Objektiv Olympus PEN Wechselbajonett, insgesamt 18 Systemobjektive verfügbar. G.Zuiko Auto-S 40 mm f/1.4 (7 Linsen in 6 Gruppen).
Verschluss Mechanischer Rotationsverschluss mit 1 - 1/500 Sek. und B. Blitzsynchronisation mit allen Zeiten.
Belichtungsmessung keine
Fokussierung Manuell am Objektiv, Spiegelreflexsucher mit Mattscheibe und Mikroprismen im Zentrum.
Sucher Spiegelreflex mit Porroprisma.
Blitz Anschluss für Blitzkabel, Aufsteckschuh als Zubehör erhältlich. X,M Umschalter.
Filmtransport Schnellspannhebel, im Gegensatz zur PEN F nur ein Zug erforderlich
sonst. Ausstattung Bildzählwerk, ISO-Gewinde für Drahtauslöser, Stativgewinde, Selbstaulöser, Ablendtaste am jeweiligen Objektiv.
Maße, Gewicht ca. 130/70/70mm, 474 (642)g (o/m Objektiv).
Batterie PX625 (1.35V Quecksilber oder Alternative)
Baujahr(e) 1966-1972, diese (#343245) von 1971. Insgesamt ca. 275,000 Einheiten.
Kaufpreis, Wert heute ca. 40,000 Yen (1966), heute ca. 200€ (nur Gehäuse: 50€).
Links Instruction Manual, Olypedia,  Günter Posch, Wikipedia, Camera-Wiki, Mein Projekt PEN.

2013-11-22

Halbformat - Half-Frame Format



Mein erster 35 mm Film im Halbformat ist fertig und von Entwicklung und Digitalisieren bei photoplaceonline.com zurück. Fotografiert habe ich natürlich mit meiner Olympus PEN F und dem exzellenten Standard-Objektiv 40 mm f/1.4 (dazu später mal mehr). Ausgewählte Bilder sind hier zu begutachten, einfach auf die Bilder klicken um eine größere Abbildung zu sehen. Das Korn des 400 ASA Kodak Ultramax ist doch schon recht deutlich zu sehen. Das halbe Bildformat bedeutet halt nicht nur doppelt soviele Aufnahmen pro Film, sondern auch doppeltes Korn oder halbe theoretische Auflösung bei gleicher Größe der Abzüge. Unabhängig von der unbestreitbaren hohen Qualität des Olympus PEN F Systems ist dies ein nicht wegzudiskutierender Nachteil, der sicher auch entscheidend dazu beigetragen hat, dass das Halbformat nur eine kurze Blüte erlebte. Die Diskussion um Vor- und Nachteile verschiedener Bildformate ist im Moment aktueller denn je und irgendwie scheint sich Geschichte zu wiederholen. Olympus setzte mit ihrer digitalen PEN Serie und dem 4/3-Sensor (quasi ein Viertelformat) wiedermal einen Trend zu wirklich kompakten Systemkameras. Andere ziehen mit APS Sensoren (so gut wie Halbformat, z.B. Sony NEX, Fujifilm X) nach und schließlich stehen diese Tage sogar recht kompakte Vollformat-Kameras (Sony A7) in den Startlöchern. Wenn deren Preise deutlich nachgeben, werde vielleicht sogar ich schwach. Es gilt eben: Was der Hubraum für die automobile Motorisierung, ist das Bildformat für die Fotografie.
My first 135 film in half-frame format is ready and back from development and digitizing at photoplaceonline.com. Of course I shot it with my Olympus PEN F and the excellent standard lens 40mm f/1.4 (more on this later some time). Selected images can be looked at here here, simply click on the images to see a larger picture. The grain of 400 ASA Kodak Ultramax's quite obvious already. Half the image area does not only mean twice as many frames per film, but also double the grain or half the theoretical resolution (at same sized prints). Regardless of the undeniable high quality of the Olympus PEN F system this is a indisputable disadvantage which certainly contributed decisively to the relatively brief flowering of the half-frame format. The discussion about the advantages and disadvantages of different formats is actually more relevant than ever, and somehow history seems to repeat itself. Olympus continued with its digital PEN series and the 4/3-sensor (more or less a quarter-frame format) and again set a trend towards truly compact system cameras. Others prefer APS sensors these days (more or less half-frame format, eg Sony NEX, Fujifilm X). And finally, there might even come quite compact full-frame cameras (Sony A7). If the prices continue to decrease, maybe even I'll faint. It is just: What the engine displacement for the automobile is the film area for the photograph.

2013-11-14

Olympus PEN F

Mein Projekt PEN ist noch lange nicht abgeschlossen, aber ein gewisser Zwischenstand ist erreicht. Wie ich schon berichtet habe, habe ich aus zwei defekten PEN F eine funktionierende gebastelt, das Standardobjektiv ist auch eingetroffen, ein Belichtungsmesser auch (funktioniert leider nicht) und ich habe den ersten Film "durchgezogen". Das ist sie also, die erste und einzige Halbformat-Spiegelreflexkamera (es gibt natürlich noch ihre jüngeren Systemschwestern in gleichem Gehäuse). Ich habe sie hier mal als Meilenstein der Kamerageschichte gelabelt, auch wenn man darüber streiten kann. Definitiv ist sie ein Design-Highlight, sowohl in technischer (Rotationsverschluss, Porro-Prisma) als auch in ästhetischer Hinsicht. Für mich ist sie aktuell die schönste meiner Kameras (die häßlichste ist hier). Allerdings war Olympus zwar erfolgreich, aber relativ allein am Markt mit ihrem Halbformatvorstoß für kompakte Kameras in den 50er und 60er Jahren. Eigene Patente insbesondere für ihre Flagschiffe der PEN-F Serie verhinderten, dass andere auf den Zug aufsprangen und ein Boom blieb aus. Bei Sammlern erfreut sich die Serie und insbesondere die Objektive heute einer großen Beliebtheit, was die Preise hochhält. Ich selbst bin infiziert, und werde wohl Halbformat und kompakte Kameras zu einem Schwerpunkt meiner Sammlung machen.
mit aufgesetztem System-Belichtungsmesser (CdS)


Datenblatt kompakte Halbformat (18x24mm) SLR
Objektiv Olympus PEN Wechselbajonett, insgesamt 18 Systemobjektive verfügbar. G.Zuiko Auto-S 40 mm f/1.4 (7 Linsen in 6 Gruppen).
Verschluss Mechanischer Rotationsverschluss mit 1 - 1/500 Sek. und B. Blitzsynchronisation mit allen Zeiten.
Belichtungsmessung mit aufsteckbarem System-Belichtungsmesser (CdS).
Fokussierung Manuell am Objektiv, Spiegelreflexsucher mit Mattscheibe und Mikroprismen im Zentrum.
Sucher Spiegelreflex mit Porroprisma.
Blitz Anschluss für Blitzkabel, Aufsteckschuh als Zubehör erhältlich.
Filmtransport mittels Spannhebel, zwei Züge erforderlich.
sonst. Ausstattung Bildzählwerk, ISO-Gewinde für Drahtauslöser, Stativgewinde, Bajonett zum Aufstecken eines Belichtungsmessers auf's Zeitenrad, Ablendtaste am jeweiligen Objektiv.
Maße, Gewicht ca. 130/70/70mm, 438 (606)g (o/m Objektiv).
Batterie keine, (Belichtungsmesser: PX-625).
Baujahr(e) 1963-1966, insgesamt 190.000 Einheiten
Kaufpreis, Wert heute US$149.90 (1963),  ca. $50 (ohne), $250 mit Objektiv
Links Bedienungsanleitung (english), Claus Marin's Olympus e-book(PDF), Chris Maddock's PEN collection, Frank Mechelhoff's kleine Geschichte des Halbformats,
Yoshihisa Maitani's Artikel über PEN-F design

2013-08-31

Projekt PEN (#13, Linsengedicht)

Dies wird mein Objektiv werden. Ich habe endlich mal bei einer e-bay Auktion den Zuschlag bekommen. Zugegeben, mit $145.50 inklusive Versand aus Japan eigentlich außerhalb des Budgets für mein Projekt. Trotzdem ist ein echtes Schnäppchen. Ich beobachte ja den Markt bei e-bay schon länger und habe gerade nochmal den Preisindex aktualisiert. Diese Linse geht im Schnitt für $215 über den Ladentisch (inkl. Versand), und mein Teil hier war am unteren Rand der Verteilung. Wenn ich es endlich selbst in Händen halte, werde ich Kamera plus Objektiv nochmal in einem ausführlichen Beitrag hier würdigen.

2013-08-03

Projekt PEN (#12, Belichtungsmesser)

Noch kein Objektiv, aber "den" Belichtungsmesser hat mein Projekt jetzt.  Das Ding kam heute aus Japan an und hat mich $17.47 plus $8 Versand gekostet. Äußerlich ist es wirklich gut erhalten, es funktioniert aber nicht richtig (wie so viele alte Belichtungsmesser...). Ich werde es bei Gelegenheit mal zerlegen und schauen, was sich machen lässt. Danach berichte ich dann noch ausführlicher...

Projektkosten bisher: $112.06 (Gegenwert: 3 Gehäuse, davon 1 defekt, 1 defektes Endoskop inkl. Kameraadapter, 1 Belichtungsmesser)

2013-07-19

PEN F system lenses price index

2013 price development on ebay including shipping.


Type
 Lens Focal LengthAverage Price# of salessigma
WideG.Zuiko AUTO-W20mm f/3.5$2639$55
E.Zuiko AUTO-W25mm f/4$2149$70
G.Zuiko AUTO-W25mm f/2.8$3125$63
StandardF.Zuiko AUTO-S38mm f/1.8$15579$35
G.Zuiko AUTO-S40mm f/1.4$21222$51
H.Zuiko AUTO-S42mm f/1.2$6207$105
TelephotoG.Zuiko AUTO-T60mm f/1.5$700 *h4n.a.
F.Zuiko AUTO-T70mm f/2$5132n.a.
E.Zuiko AUTO-T100mm f/3.5$9430$30
E.Zuiko AUTO-T150mm f/4$100751
Super TelephotoE.Zuiko T250mm f/5---
E.Zuiko T400mm f/6.3---
Zuiko Mirror T800mm f/8---
ZoomZuiko AUTOZOOM50–90mm f/3.5$79 *l16$29
Zuiko ZOOM100–200mm f/5$833n.a.
OthersE.Zuiko AUTO-S38mm f/2.8$3993n.a.
D.Zuiko AUTO-S38mm f/2.83074n.a.
E.Zuiko MACRO38mm f/3.5$3893n.a.

Prices on ebay.com including shipment to NJ, USA. Only "real" auctions with minimum 2 bids and a reasonable starting price have been used for calculation. Shipping costs are in the range between $6 and $30, for some international shipping even higher. Sigma is the Standard Deviation.
Time frame covered: April 18, 2013 to November 27, 2013, I'll update this list from time to time.
*h: highest price lens: $1,261, never used in original box
*l: lowest price lens: $31, very worn but functional.

2013-07-16

Projekt PEN (#11, fehlendes Glas)

...leider nur ein Bild von e-bay.
Dies ist das fehlendende Stück Glas für mein kleines Projekt und noch immer in weiter Ferne. Ich verfolge nun schon seit einiger Zeit fast alle e-bay Auktionen, bei denen PEN F Objektive gehandelt werden und es sind nicht wenige. Dafür dass diese Dinger schon seit geraumer Zeit Altglas sind und vermutlich nicht viel mehr können (oder doch?) als andere Linsen aus der Zeit, erzielen sie immer noch erstaunliche Preise. Dieses hier, das Standardobjektiv F.Zuiko Auto-S 38 mm f/1.8 kostete Mitte der 60er Jahre neu $39.95 (OK, die waren damals mehr wert als heute). Bei e-bay fängt der Spaß heute bei ca. $150 an und ich habe Auktionen gesehen, die inkl. Versand bei ca. $250 endeten. Und das ist das Standardobjektiv, andere seltenere Stücke, besonders die hochlichtstarken Gläser 70 mm f/2 und 42 mm f/1.2 erzielen Preise jenseits der $400. Das preisgünstigste ist das 100 mm f/3.5 gefolgt vom 50-90 mm Zoom. Beide sind meist für knapp unter $100 zu haben. Ich werde den Markt also noch weiter verfolgen (auch noch nach einer dritten defekten F) und vielleicht hier mal das aktuelle Preisgefüge posten.

2013-07-09

Projekt PEN (#10, Porroprisma)

Ich habe nun also aus zwei defekten PEN F eine funktionierende gebastelt. Der Rest ist fast eine vollständige Kamera in Ersatzteilen. Daher traue ich mich hier, das Spiegelgehäuse mit dem defekten Spiegel mal komplett zu zerlegen und wieder zusammenzusetzen. Es war nicht wirklich schwer, allerdings ohne entsprechende Vorkehrungen hinterläßt man doch Fingerabdrücke etc. auf den empfindlichen Glasflächen. Hauptzweck bei meiner Aktion, war zu schauen, wie einfach die Einstellscheibe ausgetauscht werden kann (Stichwort: Endoskopkamera). Antwort: Sehr schwierig, der Rahmen der Scheibe ist quasi ans Prisma geklebt. Fazit: Austausch kann ich vergessen....

2013-07-07

Projekt PEN (#9, Zwischenziel geschafft)


Zwischenziel 1 ist geschafft! Ich habe eine funktionierende und sogar recht ansehnliche PEN F. Wie schon angebdeutet habe ich dazu geschickt Teile der beiden defekten Kameras kombiniert, dann gereinigt und neu geölt. Hier ist die Liste, welches Teil meiner neuen Kamera von welcher ursprünglichen Kamera stammt:
  • Oberkappe, Auslöser und Zeiteneinstellrad: Kamera 1 (#116918)
  • Druckgussgehäuse inkl. Filmaufzug etc.    : Kamera 2 (#142156)
  • Verschluss                                                   : Kamera 1
  • Spiegel, Spiegelkasten und Suchersystem  : Kamera 2
  • Spiegelmotor                                               : Kamera 1
  • Rückwand, Kunstleder für die Front           : Kamera 2
  • Bajonett, Rückspulkurbel, Kameraboden   : Kamera 1
Ich glaube, das ist ziemlich ausgewogen. Reinigen und Ölen der beiden Federmotoren in Verschluss und Spiegelmotor hat sich als Schlüssel für die Restaurierung rausgestellt. Ohne dies und Vorspannen des Spiegelmotors beim Zusammenbau (siehe hier), wäre das ganze gescheitert. Ich war natürlich neugierig, wie gut der Verschluss noch funktioniert und habe meinen Verschlusszeitentester bemüht. Hier das ganz ansehnliche Resultat:
Abweichung der Verschlusszeiten vom Sollwert (orange: gemessener Istwert).
+33% entspricht 1/3 Blendenstufe, für einen rein mechanischen Verschluss ein
sehr gutes Ergebnis. Man erkennt deutlich den Übergang von Langzeitwerk zu
Kurzzeitwerk bei 1/60 sec.
Was mir natürlich noch fehlt ist ein entsprechendes Originalobjektiv, am besten natürlich die Standardlinse F.Zuiko Auto-S 38 mm f/1.8. Schaun wir mal...

2013-07-05

Projekt PEN (#8, Endoskop)


Kamera No. 3 erreichte mich gestern. Es handelt sich um ganz was Spezielles und ich muss zugeben, dass sie nicht ganz so in mein Projekt passt, wie ich gehofft hatte. Olympus war schon immer stark bei Mikroskopen und auch medizinischem Gerät, da lag es nahe auch eine spezielle Variante der PEN F dafür anzubieten und mit dem entsprechen Zubehör zu verkaufen.


Das hier ist ein Endoskop und da es (wie ein Mikroskop) sowieso kreisrunde Bilder liefert hatte die spezielle PEN F Variante eine runde Einstellscheibe mit einem Fadenkreuz. Die Kamera selbst ist von ihrer Bauart eher eine PEN FT, allerdings ohne Belichtungsmesser und Selbstauslöser. Auch wenn das wesentliche Bauprinzip von der ursprünglichen F beibehalten wurde hat Olympus Feinheiten in der Mechanik optimiert. Damit lässt sich diese Kamera nicht 100%ig mit Ersatzteilen meiner anderen beiden Kameras kombinieren. Außerdem scheint alles mit der Kamera zu stimmen: der Verschluss läuft, der Spiegel klappt., etc. Jetzt weiß ich nicht wirklich was ich machen soll: behalten als seltene Variante, oder verkaufen als seltene Variante, um mein Objektiv zu finanzieren. Ach so: $50 plus $12.35 Versand hat das Schätzchen mich gekostet. Ich werde die Kamera hier nochmal intensiver dokumentieren, dann mal sehen...


2013-07-03

Projekt PEN (#7, Spiegelmotor)


Meine Bemühungen zur Revitalisierung wenigstens einer der beiden Kameras (mit Hilfe von Ersatzteilen aus der anderen) machen Fortschritte. Gestern abend war ich in der Lage eine Kombination zusammenzuschrauben, die ich ein paar mal hintereinander korrekt auslösen konnte (mit Spiegelklappen etc.). Allerdings blieb dann wieder der Spiegel hängen, was wieder Demontage und anschließende Re-Montage mit Vorspannen des Spiegelmotors etc. nach sich zieht. Alles schön bei der Olypedia beschrieben. Dem Spiegelmotor scheint eine zentrale Rolle für die Funktionsfähigkeit der Kamera zuzukommen: Bleibt dieser hängen, klappt es auch mit dem Verschluss nicht mehr. 


Deshalb hier eine kurze Beschreibung, was eigentlich beim Druck auf den Auslöser an dieser zentralen Stelle abläuft. GIF sei Dank oben auch im Zeitraffer. Wir schauen hier von oben auf die Mechanik, die direkt unter dem Spiegelkasten sitzt. Der Spiegel ist ungefähr über der großen silbernen Schraube gelagert und zeigt in Ruhestellung in Richtung A. Eine Nase unter dem Spiegel steckt im Loch S, dadurch wird später der Spiegel nach rechts mitgenommen. 
Beim Aufziehen der Kamera wird über das Zahnrad Z eine Spiralfeder gespannt, die später eine Welle im Zentrum von Z dreht. Beim Auslösen wird die Sperrklinke A entsperrt, die Welle läuft los und zieht den Spiegel sowie den Blendenmitnehmer C mit nach rechts. Eine damit verbundene Stange löst den Verschluss aus. Der Hebel unter dem Spiegel hakt nun in die zweite Sperrklinke B ein, die vom Verschluss erst nach dessen Ablauf wieder entsperrt wird. Die Welle läuft weiter und schiebt Spiegel und Blendenmitnehmer wieder zurück in die Ausgangsposition. Alles klar?

2013-07-01

Projekt PEN (#6, Kamera 2 Analyse)

Früher als erwartet kam heute Kamera Nummer 2 (auf dem Foto hinten) bei mir an, nach erstem Anschein in gar nicht so schlechten Zustand wie vom Verkäufer beschrieben. Die obere Gehäusekappe wurde zwar übel zugerichtet, jemand hat eine zweite Blitzbuchse an die Vorderseite gelegt und einen Zubehörschuh auf die Oberseite geschraubt. Außerdem wurde eine 11-stellige Zahlenfolge unterhalb der Seriennummer (142156, von Mitte 1964) eingeritzt. Eine recht grobe Beule hinten links bei der Rückspulkurbel disqualifiziert diese Kappe endgültig für die weitere Verwendung an meiner Zielkamera. Dafür sind Rückklappe und Bodenplatte in besserem optischen Zustand als bei Kamera No. 1.

Das Zerlegen zur weiteren Analyse ging mir nach den Erfahrungen mit Kamera No. 1 (oben im Bild) leicht von der Hand. Spiegel, Spiegelkasten mit der Prismengruppe und der Spiegelmotor scheinen in einwandfreiem Zustand. Dafür hakt es heftig im Verschluss, warum muss ich noch rausfinden. Im Ganzen sieht es aber so aus, als ob ich wirklich zwei komplementär defekte Gehäuse in den Händen halte. Beste Voraussetzungen also am Ende eine funktionierende daraus zu basteln. Demnächst mehr dazu...

2013-06-29

Projekt PEN (#5, Rotationsverschluss)


Neben dem Porroprisma die andere herausstechende Besonderheit der PEN F Serie: Der Rotationsverschluss. Ich habe hier schon mehrfach über Kameraverschlüsse geschrieben: Seiko MFC-E, Compur-Rapid, der schnellste KB-Zentralverschluss und natürlich der damals schnellste Schlitzverschluss. Aber auch zwei KB-Kameras mit Rotationsverschlüssen habe ich schon in meiner Sammlung, beide gehören wie die PEN-Serie zu den Halbformatkameras, wenn man bei der Robot und ihren quadratischen 24x24 mm ein Auge zudrückt. Die Universal Mercury II ist quasi das Verschlussvorbild für die PEN, auch wenn Maitani-san die Sache hier viel eleganter gelöst hat. Im Gegensatz zur Mercury plazierte er das Zentrum der rotierenden Scheibe direkt neben die längere Seite des 18x24 mm großen Bildfensters, was zur deutlich kompakteren Bauweise führt und der PEN den häßlichen Verschlussbuckel der Mercury erspart. Außerdem generiert der Olympus Verschluss verschieden lange Zeiten durch Variation der Rotationsgeschwindigkeit, die Mercury verwendete stets dieselbe (relativ langsame) Geschwindigkeit und veränderte die Schlitzbreite.


Auf's Bild klicken für's komplette Patent...

Damit gibt der Verschluss der PEN das Bildfenster bei allen Zeiten komplett frei, man kann also bis zur kürzesten Zeit von 1/500 s blitzen. Außerdem kommt es nicht zu den seltsamen Verzeichnugsartefakten schneller Schlitzverschlüsse bei sich bewegenden Objekten, die im Falle der Mercury wegen des keilförmigen Schlitzes besonders merkwürdig sein können. Die strukturierte Titanfolie des Olympus Verschlusses erreicht bei der 1/500 s eine Geschwindigkeit von ca. 27 m/s, viel schneller als die schnellsten jemals gebauten Schlitzverschlüsse. Allerdings ist der Vergleich nicht ganz fair, da diese Geschwindigkeit nur für denäußeren Rand der Scheibe gilt. Trotzdem hatten Maitani und Kollegen extreme Probleme die richtigen Werkstoffe für die extremen Belastungen während des Verschlussablaufs zu finden, wie sie in einem Beitrag zur Olympus-Geschichte beschreiben. Diese Schwierigkeiten sind auch der Grund, warum Rotationsverschlüsse maximal beim Halbformat zu finden sind. Ich jedenfalls bin einigermaßen Stolz nun alle (!) drei bekannten KB-Kameratypen mit Rotationsverschluss (natürlich gibt es jeweils verschiedene Modellvarianten) in meiner Sammlung zu haben. 

2013-06-28

Projekt PEN (#4, Kamera No. 2)


Das ist mein zweiter Fang bei eBay, angeblich ist fast alles defekt, was kaputt gehen kann, aber der Spiegel ist heile. Wir werden es sehen, wenn sie endlich kommt (das oben ist eines der eBay Fotos). Der Verkäufer wollte diesmal $45 beim Sofortkauf haben sowie $25 für Expressversand aus Kanada. Zum Glück war er so nett, gleichzeitig eine Auktion mit $5 zu starten. Bei dem Zustand der Kamera blieb ich der einzige Bieter und ich konnte ihn davon überzeugen, eine preiswertere Paketoption ($17) zu wählen. Für mein Projekt kann ich also $22 auf die Sollseite buchen und ein paar weitere Tage warten...

Projektkosten bisher: $24.24

2013-06-27

Projekt PEN (#3, Kamera 1, zerlegt)


Eigentlich brauch man nur einen 1.5 mm Feinmechaniker-Schraubendreher und schon kann es losgehen. Eine gute Anleitung gibt es bei der Olypedia im Netz, diese bezieht sich zwar auf die PEN FT,  weil die F einfacher ist, macht das aber kein Problem. Das schwierigste war wirklich, die Belederung abzulösen, ohne sie einzureißen, danach ging es Schritt für Schritt und ich hatte innerhalb kürzester Zeit die wichtigsten Komponenten auseinander. Die Kamera ist modulartig aufgebaut, die verschiedenen Module greifen geschickt ineinander. Im Gehäuse bei mir verblieben ist der Filmtransportmechanismus mit dem Schnellschalthebel. Dessen Hauptzahnrad spannt den Verschluss. Diese Bewegung wird wiederum direkt an den Spiegelmotor weitergegeben, der hier unter dem Spiegelkasten zu sehen ist...

Gleiches gilt auch für den Auslöser, der im Prinzip als Gestänge am Verschlussmodul sitzt. Dessen Hebel löst aber zunächst den Spiegelmechanismus aus und der klappende Spiegel schiebt einen weiteren Hebel zurück, der letztendlich den Verschluss auslöst. Hier liegt aber bei meiner Kamera das Problem. Nicht nur dass der Spiegel in 3 Teile gebrochen ist, an der Spiegelhalterung ist auch eine kleine Nase abgebrochen, die sonst diese Bewegung vermittelt. Das heißt: keine Spiegelbewegung, keine Verschluss-Auslösung. Mit einem Schraubenzieher kann man den Verschluss auch so auslösen, dieser funktioniert prima. Ich brauche also einen neuen, intakten Spiegel inklusive der entsprechenden Verbindungsnase zum Spiegelmotor, dann klappt es auch wieder mit dem Verschluss (hoffe ich...). Eine zweite (defekte) Kamera mit intaktem Spiegel zum Ausschlachten ist schon avisiert, mehr dazu demnächst...



2013-06-26

Projekt PEN (#2, Kamera No. 1)


Die Geschichte begann am Sonntag Abend, 9. Juni. Auf ebay entdeckte ich mehr oder weniger zufällig eine Olympus PEN F, die in wenigen Stunden unter den virtuellen Hammer kommen sollte. Beschrieben als defekt, mit relativ lieblosen Bildern beworben hatte sie bisher nur 2 Gebote und stand bei $1.99. Der gebrochene Spiegel war klar auf den Bildern zu erkennen, trotzdem tat mir das Ding leid aud ich habe mal maximal $4 geboten. Am Ende war ich überrascht, den Zuschlag bei $2.24 bekommen zu haben, der Verkäufer hatte das Gehäuse zuvor für den Festpreis von $80 eingestellt, aber nicht los bekommen.


Ich habe dann gleich bezahlt, zusätzlich zu den $2.24 fielen noch $10.50 für den Versand an. Trotzdem tat sich tagelang nichts, und ich hatte schon den Verdacht, dass ich an ein schwarzes ebay-Schaf geraten war, der das Ding nicht für die paar Kröten hergeben wollte und auf "Paket leider verloren gegangen" setzte. Es stellte sich aber im Nachhinein auf mein Nachfragen hin herraus, dass er das Päckchen zwar frankiert, aber dann irgendwie verwechselt oder verlegt hatte. Ihm war das so peinlich, dass er mir die Versandkosten wg. der Verspätung komplett erstattet hat. Glück für mich und mein Projekt: Eine optisch recht gut erhaltene Kamera mit defektem Spiegel und fest sitzendem Auslöser, die ich nach Eintreffen erstmal fast komplett zerlegt habe. Hier zunächst ein Bild vom Spiegelkasten, mehr dann im nächsten Beitrag...


Projektkosten bisher: $2.24

2013-06-25

Projekt PEN (#1, der Plan)


Bis zum Erscheinen der digitalen Olympus PEN im Jahre 2009 habe ich nicht von ihrer Existenz gewusst, muss aber heute zugeben, dass die originale Olympus PEN F von 1963 eine der faszinierendsten analogen Kameras überhaupt ist. Das sehen auch viele heutige Sammler so; und so verwundert es nicht, dass gut erhaltene Exemplare für vergleichsweise viel Geld gehandelt werden. Das wirklich wertvolle sind die exzellenten Wechselobjektive, aber auch für funktionierende und optisch einwandfreie Gehäuse wird meist weit über $100 verlangt. Defekte Kameras hingegen sind relativ günstig zu haben, und hier kommt jetzt mein Projekt: 

Ich gebe mir selbst ein Budget von $50 bis maximal $100 und am Ende soll bei mir im Regal eine funktionierende Olympus PEN F, FT oder FV stehen, inklusiv Objektiv natürlich. Wert, ca. $200. 

Hier ist der Plan dazu: Ich kaufe defekte Kameras, repariere und kombiniere Teile (aus 3 defekten mach 2 ganze, oder so ähnlich). Der Verkauf eines reparierten Gehäuses muss dann das Geld für das Objektiv einspielen. Angefangen habe ich schon, mehr dazu im nächsten Beitrag...