2018-02-11

Minolta SR-T 101

 
Sie stand schon länger auf meiner Wunschliste für die Sammlung: Minolta's legendäre SR-T 101. Eigentlich verfehlt sie mein wichtigstes Sammelkriterium, nämlich ein technisches Feature als erstes in den Markt eingeführt zu haben. Einige Web-Seiten behaupten, sie wäre die erste SLR gewesen, die TTL (Through The Lens) Belichtungsmessung bei Offenblende hatte, aber das stimmt nicht (das war die Topcon RE Super, gefolgt von der Nikkormat FT). Allerdings war sie bei ihrem Erscheinen 1966 diejenige SLR am Markt, die TTL-Messung am konsequentesten und praxistauglichsten umgesetzt hatte. 

Das betraf nicht nur das moderne SR-Bajonett (eingeführt schon 1958 mit der SR2), welches abwärtskompatibel um die MC (Meter Coupled) genannte problemlose Blendenübertragung ergänzt wurde, sondern auch die exzellent umgesetzte Anzeige der Nachführnadel und der Verschlusszeit im Sucher (siehe Bild unten). Dass die TTL-Messung durch die Verwendung von zwei asynchron ausgerichteten und in Serie geschalteten CdS-Zellen in der Lage war, große Kontraste zu erkennen und auszugleichen, musste Minolta speziell als CLC (Contrast Light Compensation) auf dem Prisma und im Prospekt bewerben. Wie gut das allerdings funktionierte und ob es wirklich solch ein Vorteil war, ließ sich für den Fotografen kaum nachprüfen.    

Auch mit ihrem (bis auf auswechselbare Sucher) nahezu vollständigem Set an (damals verfügbaren) Ausstattungsmerkmalen und Zuberhöroptionen war sie eine extrem attraktive Kamera und im Vergleich zu ihren Konkurrenten entsprechend erfolgreich. Von 1966 bis 1976 verkaufte Minolta von der SR-T 101 fast 2.5 Millionen Stück. Ab 1971 brachte man zur Differenzierung technisch auf- und auch abgewertete SR-T Modelle (für Details siehe z.B. hier), die in unterschiedlichen Märkten dann sogar unter unterschiedlichen Bezeichnungen verkauft wurden. Im Prinzip blieben alle aber der ursprünglichen 101 sehr ähnlich. Die gesamte Serie gehört mit über 3.6 Millionen Einheiten zu den erfolgreichsten SLR-Serien der mechanischen Ära. 

Man kann die SR-T 101 als echten Klassiker bezeichnen und damit passt sie auch wieder in meine Sammlung. Auch wenn Minolta nie im Profisegment wirklich stark war, hat diese Kamera die Konkurrenz im Amateurmarkt vor sich her getrieben: Beim Erscheinen 1966 hatte sie ihrer direkten Konkurrentin Pentax Spotmatic SP die TTL-Offenblendmessung und das moderne SR-MC Bajonett voraus. Pentax hatte die Offenblendmessung erst ab 1973 (SP F), ein modernes Bajonett erst ab 1975.
Eine besondere "Ehre" erfuhr die Minolta Technologie dann Anfang der 1970er,  als sie in China erfolgreich kopiert wurde:  Pearl River S-201 und die Seagull DF.

Datenblatt mechanische KB-SLR mit TTL Nachführmessung
Objektiv Minolta SR (MC) Bajonett, Standard: MC-Rokkor-PF 55 mm f/1.7 (6 Linsen in 5 Gruppen), hier mit MC-W.Rokkor-HG 35 mm f/2.8 (7 Linsen in 6 Gruppen)
Verschluss mechanischer, horizontaler Tuchschlitzverschluss, 1s- 1/1000s und B.
Belichtungsmessung TTL bei Offenblende mit MC oder MD Objektiven, CLC (Contrast Light Compensation) durch 2 CdS-Zellen. An/Aus-Schalter in Bodenplatte
Fokussierung Manuell am Objektiv, Mikroprismenring als Scharfstellhilfe im Sucher
Sucher Spiegelreflex, Nachführnadelanzeige, Anzeige der eingestellten Verschlusszeit.
Blitz separate FP und X-Buchsen, Synchronzeit 1/60s.
Filmtransport Schnellschalthelbel, Rückspulkurbel, Bildzählwerk (vorwärtszählend)
sonst. Ausstattung Selbstauslöser (10s), Spiegelarretierung, Abblendtaste, ISO-Drahtauslöser, Stativgewinde, Zubehörschuh (kalt), aufsteckbares Sucherzubehör (optional)
Maße, Gewicht ca. 145x95x52 (93) mm, 711 (940) g (ohne/mit Objektiv)
Batterie PX625 (1.35V Quecksilber)
Baujahr(e) 1966-1976, ca. 2.5 mio Exemplare, diese #1789755 ca. 1970
Kaufpreis, Wert heute 1970: 179.50DM (Gehäuse) + 125 DM (Objektiv),
ca. 50 €
Links Broschüre, Ernst Giger, Wikipedia , Artaphot, Rokkorfiles, Camera-Wiki, Camera Portrait, SLR-Tabelle, Minolta Objektive, Minolta produktionszahlen,

2018-01-28

Zenit E



Das ist sie: Die meist gebaute Spiegelreflexkamera der Welt. Mehr als 30 Jahre lang wurde sie von KMZ und später MMZ/Belomo in der Sovietunion produziert. Natürlich gab es kleinere Variationen während der Bauzeit, in den ersten zwei Jahren z.B. noch ein M39-Gewinde (sowie bei ihrer Großmutter Zenit S), erst ab 1967 kam das populäre M42. Es gab sie in Chrome oder wie hier in Schwarz, und viele verschiedene Schriftzüge zieren die Kameras, seien es kyrillische oder lateinische Buchstaben, oder gar andere Namen (für den Export). Trotzdem bleibt es im Prinzip dieselbe Kamera, von der am Ende über 8 Millionen Stück gebaut werden sollten. Zählt man ihre beiden sehr ähnlichen Schwestern Zenit EM (mit Springblende) und Zenit ET (leicht modernisierte EM) dazu kommt man sogar auf über 12 Millionen Einheiten. Das ist soviel, wie die gesamte deutsche Kameraindustrie (Ost plus West) zusammen an SLR's produziert hat.  

Die Kamera selbst hat nur das nötigste zum Fotografieren, das aber klappt zu 100%. Es gibt wohl kaum eine robustere Spiegelreflex (vielleicht würde ich meine Nikkormat noch in den Ring werfen). Der Verschluss basiert auch bei meinem Exemplar von 1975 auf dem Leica-Design aus den 1920ern, hat aber kein Langzeitwerk an Bord, d.h. für Belichtungen länger als 1/30 s muss man "B" bemühen. Der eingebaute Selenbelichtungsmesser ist ungekuppelt, funktioniert bei meinem Exemplar aber noch! Eine Springblende gibt es zunächst nicht (erst beim Modell EM), immerhin kehrt der Spiegel nach der Auslösung in seine normale Position zurück. Heute ist die Kamera bei Lomografen recht beliebt, gerade weil sie so archaisch ist. 

Gegen Devisen produzierte KMZ und MMZ die Kameras auch für westliche Distributoren, wo sie unter anderen folgende Namen hatte: Revueflex-E (Foto Quelle), Phokina, Phokina-XE, Delta 1, Kalimar SR200, Kalimar SR300, Prinzflex-500E, Cosmorex SE, Spiraflex, Meprozenit-E, Diramic-RF100.

Datenblatt KB-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven
Objektiv M42 Schraubgewinde (ohne Springblendensteuerung). Standardobjektiv: Industar-50-2 50 mm f/3.5 (Tessar-Typ, 4 Linsen in 3 Gruppen), oder Helios-44-2 58mm f/2 (=Zeiss Biotar, 6 Linsen in 4 Gruppen).
Verschluss mechanischer, horizontaler Tuchschlitzverschluss 1/30-1/500 s und B, kein Langzeitwerk.
Belichtungsmessung eingebauter, ungekuppelter Selenbelichtungsmesser, 13-28 DIN, bzw. 16-500 GOST
Fokussierung Manuell am Objektiv, einfache Mattscheibe, keine weitere Scharfstellhilfe.
Sucher Spiegelreflex, keine weiteren Anzeigen.
Blitz Synchronbuchse, umschaltbar X und M. X-Synchronzeit 1/30 s.
Filmtransport Schnellspannhebel, Bildzählwerk (vorwärtszählend), Rückspuldrehknopf (versenkbar).
sonst. Ausstattung Selbstauslöser, Stativgewinde, ISO-Drahtauslöser, aufsteckbarer Zubehörschuh.
Maße, Gewicht ca. 138x90x49 mm, 701 (769) g (ohne/mit Objektiv)
Batterie keine
Baujahr(e) 1965-1981, 3.334.540 Exemplare bei KMZ, diese 1975 (#75079674).
1976-1989, ca. 5 mio bei MMZ/Belomo. Siehe auch hier.
Kaufpreis, Wert heute 100 Rubel (1980), heute ca. 15 €.
Links KMZ bei Wikipedia, Bedienungsanleitung, Sovietcams, TomTiger, USSRphoto.com, Camera-Wiki

2018-01-11

Miranda F


Über Miranda habe ich im Rahmen meines SLR-Zählprojektes schon was geschrieben. Hier ist also endlich die Kamera dazu. Ich habe sie schon 2015 noch in den USA auf einem Kamera-Trödelmarkt für ca. 30 US$ gekauft, bin aber bisher nicht dazu gekommen sie hier vorzustellen. Miranda war ein hierzulande recht unbekannter japanischer Hersteller, zum einen weil es für Europa zunächst keinen offiziellen Importeur bzw. Distributor gab, und natürlich zum anderen weil sie schon 1976 (nach nur 20 Jahren im Geschäft) Konkurs gingen. In den 50er und 60er Jahren waren sie technologisch ein wichtiger Konkurent für Asahi Pentax und Nikon. Die Miranda T war 1955 die erste japanische SLR mit einem Pentaprisma.

Die Liste der Kameras ist trotz der nur 21 Jahre am Markt lang und fast jährlich gab es neue Modelle, die stets auf den älteren mehr oder weniger aufbauten. In diesem Sinne und auch von der Stellung im japanischen Markt war Miranda vielleicht vergleichbar mit der westdeutschen Wirgin (Edixa), auch sie waren mit ähnlicher Strategie nicht erfolgreich. Die Miranda F war das letzte mechanische Basismodell, bevor auch bei Miranda die Belichtungsmessung in die Kamera einzog.

Interessant finde ich das Miranda Bajonet, das über die Jahre weiterentwickelt wurde, aber rückwärtskompatibel blieb. Es handelt sich um ein symmetrisches, 4-klauiges Außenbajonett (ähnlich dem Vorbild Exakta) um ein 44 mm weites Schraubgewinde (Praktica) herum. Beides mit relativ großem Durchmesser und kleinem Auflagemaß von nur 41.5 mm (nur Konica hatte noch weniger), was zur Verwendung von Objektivadaptern geradezu einlud.

Datenblatt KB-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven und Wechselprisma
Objektiv Miranda Bajonet und alternatives M44 Schraubgewinde. Standard-Objektiv: Auto Miranda 50 mm f/1.9.
Verschluss mechanischer, horizontaler Tuchschlitzverschluss 1-1/1000 s und B.
Belichtungsmessung keine, optinaler Aufsteck-Belichtungsmesser erhältlich.
Fokussierung Manuell am Objektiv, Mikorprismen als Scharfstellhilfe.
Sucher Spiegelreflex, keine weiteren Anzeigen. Auswechselbares Sucherprisma (optinales Zubehör).
Blitz Synchronbuchsen für X und FP. X-Synchronzeit ca. 1/40 s.
Filmtransport Schnellspannhebel, Bildzählwerk (vorwärtszählend), Rückspulkurbel.
sonst. Ausstattung Abblendtaste, Stativgewinde, ISO-Drahtauslöser, Merkscheibe für Filmempfindlichkeit, Trageösen.
Maße, Gewicht ca. 145x93x43 mm, 645 (837) g (ohne/mit Objektiv)
Batterie keine
Baujahr(e) 1963-1967, ca. 25000 Exemplare, diese #673429 ca. 1963
Kaufpreis, Wert heute (?), ca. 100 € (eigene Schätzung)
Links Wikipedia, Bedienungsanleitung, Pentax-SLR.com, Mirandacamera.com, Camera Portraits, Camera-Wiki

2018-01-09

Minox 35 GT


Eine Minox 35 gehört natürlich in jede ernsthafte Kamerasammlung. Insbesondere natürlich meine, da ich bisher ein starkes Interesse an Halbformat und anderen kleinen Kameras gezeigt habe. Die Minox hatte den Titel "kleinste kommerzielle Kamera für den Kleinbildfilm" (135er mit 24x36 Bildformat) von 1974 bis 1996 inne. Sie hatte diesen der Rollei 35 abgenommen und musste sich 1996 der Minolta TC-1 geschlagen geben.

Minox landete mit der 35er Serie einen echten Coup und verkaufte mit am Ende fast 2 Millionen Exemplaren viel mehr als man sich wohl erhofft hatte. Im Prinzip handelt es sich bei allen Modellen um das selbe Grunddesign immer wieder kleinere Ergänzungen und Modifikationen erfuhr. Das Modell GT hier war stückzahlmäßig das erfolgreichste, und unterscheidet sich nur durch den zusätzliche Gegenlichtschalter ("G") und den Timer ("T") vom ersten Model (EL). 

Sie ist ja nicht wesentlich kleiner als ihre Vorgängerin auf dem Thron der kleinsten Kleinbild-Kamera (Rollei 35), aber sie ist insbesondere wegen der Belichtungsautomatik und der klassichen Anordnung der Bedienelemente deutlich praktischer. Damit war sie für den Fotolaien attraktiv, viele Frauen hatten sie einfach so in der Handtasche dabei. Ähnliches kann man übrigends über ihre größte Konkurrentin Olympus XA auch sagen. Der Erfolg erzeugt auch Nachahmer und Neider: sie wurde mehr oder weniger gut kopiert von Ricoh (FF1), Kiev (35A), Balda und auch in China.

Datenblatt Kleinste KB-Sucherkamera (1974-1995)
Objektiv Color-Minotar 35 mm f/2.8
Verschluss elektronisch gesteuerter Zentralverschluss, Zeitautomatik (8'' - 1/500 s). Gegenlichtschalter (2x), keine manuelle Zeiten.
Belichtungsmessung CdS, am Objektiv (kein TTL). 25-800 ASA
Fokussierung Manuell am Objektiv, keine Scharfstellhilfe.
Sucher optischer Sucher mit Bildrahmen und angezeigter Verschlusszeit
Blitz Blitzschuh, X-Synchronzeit ca. 1/125 s wird automatisch beim Einschieben eines Elektronenblitzes aktiviert.
Filmtransport Schnellspannhebel, Bildzählwerk, Rückspulkurbel,
sonst. Ausstattung Drahtauslöseranschluss, Stativgewinde, elektronischer Selbstauslöser (T), Gehäuse aus Glasfaser-verstärktem Makrolon.
Maße, Gewicht ca. 100x61x31 mm, 190 g 
Batterie PX 27 (oder ggf. 4 x LR44 bzw.  2 x CR1-3N Lithium)
Baujahr(e) GT: 1981-1991 (652.891 Exemplare), diese hier #5022682 von 1981.
Die gesamte Serie: 1974-2002, 1.95 mio Exemplare.
Kaufpreis, Wert heute ca. 300 DM, ca. 40€
Links Wikipedia, Bedienungsanleitung, G. Steinbach, Subminiature Cameras, Peter Lausch, Camera-Wiki

2018-01-03

Olympus PEN FT


Ein schönes Foto für eine der schönsten Kameras, die ich kenne bzw. besitze. Eines der Meisterstücke von Yoshihisa Maitani. Ich habe hier im Blog schon recht viel über ihre drei Jahre ältere Schwester PEN F geschrieben, mit der sie das Gehäuse einer der kleinsten Spiegelreflexkameras für den 135er Film teilt, auch wenn es sich "nur" um das sogenannte Halbformat handelt. Die FT kam 1966 auf den Markt und brachte (damals nicht selbstverständlich) TTL Belichtungsmessung bei Offenblende. 

Olympus behauptet in der Bedienungsanleitung es handele sich um das fortschrittlichste TTL-System der Welt (es hat sich nur in dieser Form nicht durchgesetzt ;-). Im Prinzip ist es ein modifiziertes Nachführsystem, das mit sog. Belichtungsindexzahlen von 0 bis 7 arbeitet. Letztere werden im Sucher angezeigt und entsprechen den 8 Blendenstufen des jeweils eingesetzten Objektivs. Olympus änderte mit Erscheinen der FT die Objektive entsprechend. Sie haben seitdem auf dem Blendenring auf der Oberseite die Indexzahlen, die eigentliche Blende kann man an der Unterseite ablesen. Für alte Objektive gab es Aufkleber zum Umrüsten! Der Fotograf wählt also eine Verschlusszeit, blickt durch den Sucher auf sein Motiv und liest den Beli-Index ab und stellt diesen dann am Objektiv ein. Natürlich fuktioniert das auch umgekehrt. Neben diesem Feature ist noch der charakteristisch auf der Vorderseite prangende Selbstauslöser dazugekommen.

kompakte Halbformat (18x24mm) SLR
Objektiv Olympus PEN Wechselbajonett, insgesamt 18 Systemobjektive verfügbar. G.Zuiko Auto-S 40 mm f/1.4 (7 Linsen in 6 Gruppen).
Verschluss Mechanischer Rotationsverschluss mit 1 - 1/500 Sek. und B. Blitzsynchronisation mit allen Zeiten.
Belichtungsmessung keine
Fokussierung Manuell am Objektiv, Spiegelreflexsucher mit Mattscheibe und Mikroprismen im Zentrum.
Sucher Spiegelreflex mit Porroprisma.
Blitz Anschluss für Blitzkabel, Aufsteckschuh als Zubehör erhältlich. X,M Umschalter.
Filmtransport Schnellspannhebel, im Gegensatz zur PEN F nur ein Zug erforderlich
sonst. Ausstattung Bildzählwerk, ISO-Gewinde für Drahtauslöser, Stativgewinde, Selbstaulöser, Ablendtaste am jeweiligen Objektiv.
Maße, Gewicht ca. 130/70/70mm, 474 (642)g (o/m Objektiv).
Batterie PX625 (1.35V Quecksilber oder Alternative)
Baujahr(e) 1966-1972, diese (#343245) von 1971. Insgesamt ca. 275,000 Einheiten.
Kaufpreis, Wert heute ca. 40,000 Yen (1966), heute ca. 200€ (nur Gehäuse: 50€).
Links Instruction Manual, OlypediaGünter Posch, Wikipedia, Camera-Wiki, Mein Projekt PEN.

2017-12-29

SLR production history - the complete statistic (by country)


Some of you might have been interested in my 35 mm SLR production number assessment, which I started already in 2014. The last post of the series was a couple of months ago about the Chinese SLR production. What still is missing, is a relatively large chunk of smaller Japanese SLR producers (about 15 with numerous models), and besides Miranda I don't have single figures for any of them. I did the big four (Nikon, Canon, Pentax, and Minolta), and they make up the majority of the SLR production, but I couldn't tell, whether it is 90% or only 60%. 
The other missing piece is the younger history of motorized and AF SLR cameras, which I excluded so far. As both issues are related with Japan I found a practical solution to at least give an idea about total figures: CIPA (The Japanese "Camera & Imaging Products Association") publishes statistics about numbers and other figures of sold cameras and lenses from 1951 on. They don't have a category of SLR cameras, but (from 1977 on) distiguish between Lens Shutter and Focal Plane ("FP") Shutter cameras, the latter (they say) are most exclusively SLR's. The number of Japanese leaf shutter SLR can probably be neglegted, although there were some. I was quite pleased to see that my own assessments of the big four were trend-wise very well in line with the CIPA numbers. The rest are a few simple assumptions and putting it all together, see the graph above. Here are some facts and conclusions:
  • The total number of 35mm film SLR ever produced is about 212 millions. Production ceased almost completely in 2007. Neither the few which were manufactured since nor the very early models produced before 1950 would change this number. 
  • A significant chunk of this number, namely 53.6 millions (or 25%) belong to the last generation of highly automated, motorized and/or AF SLR. In my graph above I've assigned them to Japan, knowing that there might be production of the big four in other Asian countries. My plan is to do bottom-up assessments for these cameras as well and hope to confirm this number.
  • At almost no surprise Japanese companies produced the majority of all 35mm film SLR: over 150 millions and almost 100 millions of the classical type of manual focus SLR.
  • With just below 25 millions each the former Soviet Union and PR China share second place in the country ranking, although they were most active in different decades.
  • Speaking of decades: The 80ies, more precisely the ten years between 1978 and 1987, was the decade with the highest SLR production. About 80 millions of the then affordable and convenient to use cameras left the factories during this period.
  • 1981 was the best year of SLR production ever (9.5 million untis).
  • There are only these basically four countries (if you counted the Germanies as one) with a significant production. Of course other countries had SLR production, too. However, this was either in the very early days with very low numbers (Italy: Rectaflex, Hungary: Gamma Duflex, Great Britain: Wrayflex, Switzerland: Alpa, ...?) or later when German or Japanese companies outsourced production (Leitz: Portugal; Rollei: Singapore; Minolta: Malaysia, etc.). All of them with relatively low numbers as far as I know. The only exception is outsourcing to China by Minolta and Pentax, but this has been counted for China! 
  • There was no production of any kind of 35 mm SLR in the USA! This is quite surprising as the US would probably rank high (if not highest) in countries, where all these SLR were sold.
This is all to my best knowledge and might bear errors, of course. If anyone has doubts or better info to offer please post a comment below! Generally, I would assume the error in the order of up to 10%. For a future post I will crunch these numbers again but focus on producers and single models rather than countries. Stay tuned...;-)

Schon 2014 habe ich angefangen, Produktionszahlen von Kleinbildspiegelreflexkameras zu recherchieren und hier zu veröffentlichen. Der letzte Beitrag der Serie war vor ein paar Monaten über die chinesische SLR Produktion. Was nach wie vor fehlt ist eine relativ große Zahl kleinerer japanischer Produzenten (ca. 15 mit einer Vielzahl von Modellen), und außer für Miranda habe ich keinerlei Zahlen für keinen von ihnen. Die großen vier (Nikon, Canon, Pentax, and Minolta) habe ich und sie machen sicher zusammen den Großteil der Produktion aus, aber ich konnte nicht sagen ob es 90% oder eher nur 60% sind.
Das andere fehlende Stück, was ich bisher ausgelassen habe, ist die eher jüngere Geschichte der motorisierten und AF SLR. Aber weil beides mit Japan zu tun hat, habe ich eine praktische Lösung gefunden, um zumindest eine Idee über die Geamtzahl geben zu können: CIPA (Die japanische "Camera & Imaging Products Association") veröffentlicht regelmäßig Statistiken und andere Angaben über verkaufte Kameras und Objektive und das mit Zahlen seit 1951. Sie haben keine extra Spiegelreflex-Kategorie, aber seit 1977 unterscheiden sie anhand des Verschlusses und sagen selbst, dass "FP shutter cameras" fast ausschließlich SLR sind. Die Zahl japanischer Zentralverschlusskameras kann vermutlich vernachlässigt werden, obwohl es welche gab. Nach dem Vergleich mit den CIPA-Zahlen war ich ganz erleichtert festzustellen, dass meine eigenen Zahlen trendmäßig genau passten. Der Rest waren ein paar einfache Annahmen und ein bisschen rechnen bzw. die graphische Darstellung oben. Folgende Schlüsse lassen sich ziehen:
  • Die Gesamtzahl aller jemals produzierten KB-Spiegelreflexkameras ist ungefähr 212 Millionen. Die Herstellung von Film-SLR wurde fast komplett im Jahr 2007 eingestellt. Weder die wenigen, die vielleicht doch noch danach produziert wurden noch die frühen Modelle vor 1950 (max. 30,000) ändern an dieser Zahl etwas.
  • Ein Viertel (oder 53,6 Millionen) entfällt auf die letzte Generation von hoch automatisierten, motorisierten und/oder Autofokus-SLR. Ich habe sie alle Japan zugeordnet, wohl wissend, dass einigen von Ihnen durch die "großen Vier" vielleicht auch im asiatischen Ausland produziert wurden. Mein Plan ist, auch für diese Kameras eine eigene detaillierte Zählung durchzuführen und hoffe natürlich, diese Zahl zu bestätigen.
  • Erwartet werden konnte, dass Japan den bei weitem größten Teil aller 35 mm SLR produziert hat: Über 150 Millionen und sogar knapp 100 Millionen des klassischen Typs mit manuellem Fokus und Schnellschalthebel.
  • Mit jeweils fast 25 Millionen teilen sich die frühere Sowietunion und die VR China den zweiten Platz. Allerdings waren sie in unterschiedlichen Dekaden aktiv. 
  • Stichwort Dekaden: Die Achtziger, oder um genau zu sein, die zehn Jahre von 1978 bis 1987 waren der Zeitraum mit der höchsten SLR Produktion: Fast 80 Millionen der dann endlich preiswerten und für alle bedienbaren Kameras gingen hier über den Ladentisch.
  • 1981 war das beste Jahr von allen (9,5 Millionen Einheiten).
  • Es sind eigentlich nur diese vier Länder (wenn man die beiden Deutschlands als eins rechnet) die zu dieser Zahl beigetragen haben. Natürlich gab es auch einige andere Länder mit SLR Produktion. Aber diese waren entweder ganz am Anfang  (Italien: Rectaflex, Ungarn: Gamma Duflex, Großbrittanien: Wrayflex, Schweitz: Alpa, ...?) oder später als deutsche oder japanische Hersteller die Produktion ins Ausland verlagerten (Leitz: Portugal; Rollei: Singapur; Minolta: Malaysia, etc.). All das geschah soweit ich weiß mit zu vernachlässigenden Stückzahlenzalen. Die einzige Ausnahme ist das Auslagern nach China (Pentax, Minolta), aber das habe ich bei China berücksichtigt. 
  • Keine Kleinbild-SLR wurde jemals in den USA produziert! Das überrascht angesichts der Tatsache, dass die USA sicherlich ganz oben im Staatenranking für verkaufte SLR stehen.
Das hier habe ich mit größtmöglicher Sorgfalt zusammengetragen, ich kann aber natürlich Fehler nicht ausschließen. Wenn jemand Zweifel an meinen Zahlen hat oder bessere Informationen beisteuern kann, bitte unten einen Kommentar hinterlassen. Grundsätzlich schätze ich den Fehler in allen Zahlen auf ca. 10% ein. In weiteren Beiträgen will ich diese Zahlen noch weiter aufdröseln, z.B. nach Produzenten oder Modellen. Also dranbleiben...;-)

2017-12-17

Neue Vitrine

 
Seit gestern findet der wichtigste Teil meiner Kamerasammlung Platz in einer neuen Vitrine. Bei der Planung unseres neuen Hauses bot sich die schräge Wand unter der Treppe für diese Lösung an. Sowas kann man natürlich nicht von der Stange kaufen.  Gebaut nach eigenen Vorstellungen von einem Schreiner war das Ding dann aber eine schwere Geburt. Es hat wegen verschiedener Gründe mehr als 6 Monate gebraucht, gefällt mir aber jetzt wo es endlich fertig ist ausgesprochen gut.