2019-01-07

Taron Chic




Diese relativ ungewöhnliche Halbformatkamera habe ich schon ca. 2013 auf einem Kameraflohmarkt aufgelesen, bisher es aber regelmäßig versäumt, sie endlich mal hier vorzustellen. Ungewöhnlich ist sie wegen der vertikalen (Standard-)Ausrichtung, welche also den üblichen Landschaftsmodus trotz des wegen des Halbformats um 90° verdrehten Negativs bietet. Es gibt nur noch die Yashica Rapide, die mit selbem Design auch 1961 auf den Markt kam. Hält man die Kamera in der Hand merkt man aber schnell, dass sie nicht besonders ergonomisch zu bedienen ist, eher sogar unpraktisch. Auch ist sie für eine Halbformatkamera recht groß und sogar schwer geraten. Vermutlich alles Gründe, warum nicht noch mehr Halbformatkameras ihrem Vorbild gefolgt sind.
Taron war einer von vielen heute wieder untergegangenen Kameraherstellern in Japan. Auch sie sprangen Anfang der 1960er auf den Halbformat-Zug auf, der insbesondere in Japan durch die Olympus PEN-Serie enorme Popularität erlangte. Das außergewöhnliche vertikale Design half sicher, sich von der Masse abzusetzen. Auch der eingebaute Belichtungsmesser war ein gutes Argument für einen Kauf. Seine Implementation mit Farbcodes war ganz auf den ungeübten Laien ausgerichtet und wirklich kinderleicht: Die Nadel des Belichtungsmessers zeigte auf eine (oder zwischen zwei) Farben(n). Genau das musste man jetzt auf einen Ring am Objektiv übertragen, wo damit gleichzeitig Verschlusszeit und Blende eingestellt wurden (blau: 1/25 f/2.8; gelb: 1/50 f/4; schwarz: 1/100 f/8; grün: 1/200 f/11; rot: 1/250 f/16, bzw. entsprechende Zwischenkombinationen). Wer wollte, konnte Blende und Zeit auch getrennt einstellen. Allerdings sind nur die Blendenzahlen (z.B. für die Verwendung beim Blitzen) graviert, Verschlusszeiten sind nicht explizit angegeben und müssen über die Farbcodes geschätzt werden. 
Ansonsten gibt es leider wenig Informationen zur Kamera. Weder, bis wann sie produziert wurde (Taron verschwand Ende der 60er vom Markt), noch wie erfolgreich sie war und wieviel sie damals gekostet hat. Ich habe mit meiner Methode und den Seriennummern des Objektivs ca. 13.000 Exemplare abgeschätzt, eigentlich nicht sehr viele! Wer noch was weiß, bitte unten kommentieren...

Datenblatt Halbformat (18x24 mm) Sucherkamera
Objektiv Taronar 30mm f/2.8 
Verschluss Taron-L Zentralverschluss, 1/25-1/250 s und B.
Belichtungsmessung eingebauter, ungekuppelter Selenbelichtungsmesser, 10-800 ASA. Zeigt 5 Farbcodes an, die dann am Objektiv eingestellt werden. 
Fokussierung Manuell am Objektiv, keine Scharfstellhilfe, kürzeste Entfernung 60 cm.
SucherEinfacher, optischer Sucher.
Blitz Synchronbuchse, X-Synchronzeit 1/25s
Filmtransport Drehrad, spannt auch den Verschluss, Bildzählwerk (vorwärtszählend), Rückspulrad 
sonst. Ausstattung Stativgewinde, ISO-Drahtauslöser, Zubehörschuh.
Maße, Gewicht ca. 120x65x45 mm, 369 g 
Batterie keine
Baujahr(e) 1961 - 196x (?), ca. 13.000 Exemplare.
Kaufpreis, Wert heute ? (1961), heute ca. 50 €.
Links Subclub.org,  Camera-Wiki, Half-frame cameras on corsopolaris.net, Add on flickr, 120folders.com

2018-12-30

Carena SX-300 (Seagull DF-300)


Ein Weihnachtsgeschenk für mich, allerdings bin ich vorher gefragt worden, ob ich diese nicht mehr funktionierende und schon beim Kauf eher sehr preiswerte Spiegelreflex wirklich haben will. Ich wollte natürlich, weil ich mich schon länger für chinesische Kameranachbauten interessiere (siehe Pearl River S-201 oder auch hier). Zum anderen sind nicht funktionierende Kameras wegen einer möglichen Reparatur immer eine Herausforderung...

Die hier als Carena SX-300 bezeichnete Kamera ist für das geübte Auge schnell anhand des charakteristischen und einzigartigen Ensembles von Schnellschalthebel, Auslöser und verstecktem Zeitenrad als Minolta X-300 Nachbau zu identifizieren.  Minolta hat Ende der 1980er Jahre die Produktion der X-300 an die Shanghai General Camera Factory ("Seagull") verlagert, vermutlich um Platz für die Produktion der neuen AF-Generation in Japan zu bekommen. Minolta hatte schon länger mit den Chinesen kooperiert und das Minolta Bajonett war auch an vielen Seagull und anderen chinesischen SLRs zu finden und entsprechende Objektive in China recht verbreitet. Wie genau dieser Lizenzdeal aussah konnte ich nicht wirklich rausbekommen. Aber vermutlich hat Minolta von Anfang an erlaubt oder auch achselzuckend hingenommen, dass die Chinesen die Kamera als Seagull DF-300 auf dem heimischen Markt selbst verkauften. Spätestens mit Einstellung der Minolta X-300 Vermarktung um 1990 haben die Chinesen die Kamera auch für viele westliche Handelsmarken unter deren Namen produziert. Eine Liste der Namen habe ich unten in die Tabelle eingefügt.   

Das Namensschild am Pentaprisma wird dazu praktischerweise von zwei Kreuzschlitz-schrauben gehalten und ist sehr einfach gegen andere Markennamen austauschbar. Das gilt übrigens schon für die Minolta! Auch sonst sind die Nachbauten mehr oder weniger 100% am Original. Das sieht man gut an einer technischen Schwäche, den die Minolta all ihren Klonen vererbt hat. Ein kleiner Elektrolyt-Kondensator in der Verzögerungsschaltung des elektonischen Verschlusses läuft mit den Jahren gerne aus. Dies führt dazu, dass der Belichtungsmesser im Sucher nach Einschalten der Kamera und leichtem Druck auf den Auslöser noch funktioniert. Drückt man den Auslöser dann für eine Aufnahme durch, passiert gar nichts mehr und die LED's im Sucher werden dunkel. Spannen geht natürlich auch nicht und damit ist die Kamera unbrauchbar. Glücklicherweise kann man einen solchen Kondensator für 25 Cent kaufen. Also habe ich meinen Lötkolben zur Hand genommen und mittels Transplantation die Kamera wieder zum Leben erweckt. 

Mein Exemplar hier ist ganz schön "abgemackelt", an einigen Ecken scheint sowas wie Metall durch die schwarze Lackierung. Die gesamte Deckkappe ist allerdings aus Kunststoff, wie es sich seit der Canon AE-1 durchgesetzt hat. Dem mitgelieferten Standard-Zoomobjektiv fehlt die Gummierung des Fokusrings, ansonsten ist es aber optisch wie mechanisch OK, trotz mehr oder weniger vollständiger Konstruktion aus Plastik. Auch dieses trägt wie die Kamera den Namen einer Handelsmarke. Exakta war damals als Marke im Besitz einer Nürnberger Vertiebsgesellschaft und hatte nichts mehr mit den Herstellern der ersten SLR für den Kleinbildfilm zu tun! Carena, ebenfalls Name eines untergegangenen Kameraherstellers aus Lichtenstein, wurde dann Handelsmarke der Schweizer Interdiscount AG und schließlich auch von Photo Porst für Spiegelreflexkameras und Zubehör benutzt. Meine Kamera wurde ca. 1995 bei Photo Porst zusammen mit dem Objektiv und einem Carena TZ250 Blitzgerät im Set gekauft.


Datenblatt KB-Spiegelreflexkamera, China Nachbau der Minolta X-300
Objektiv Wechselobjektive mit Minolta MC oder MD-Bajonett. Hier mitgeliefertes Standardzoom Exakta 35-70 mm f/3.5-4.8 ( 
Verschluss Elektronisch gesteuerter, horizontaler Tuchschlitzverschluss. 4s - 1/1000 s und B. Blitzsynchronisation bei 1/60s. Stufenlos bei Zeitautomatik.
Belichtungsmessung TTL, mittenbetont integral, Si-Photodiode. 12-3200 ASA. 
Fokussierung Manuell am Objektiv, Einstellscheibe mit mit Schnittbildindikator und Mikroprismenring.
Sucher Fest eingebauter Pentaprismensucher mit LED-Anzeige für Belichtungsmessung und Verschlußzeit.
Blitz Zubehörschuh mit Mittenkontakt und Extrafunktionen bei Minolta-Blitzen
Filmtransport Schnellschalthelbel, Rückspulknopf, Bildzählwerk (vorwärts zählend)
sonst. Ausstattung elektonischer Selbstauslöser (10s), Messwertspeichertaste, ISO-Gewinde für Drahtauslöser, Filmlaschenhalter, Stativgewinde, Anschluss für Motorantrieb
Maße, Gewicht ca. 137/90/52 mm, 475g (ohne Objektiv)
Batterie3V, entweder 2x LR44 (Alkali), 2x SR44 (Silberoxid) oder 1x CR-1 (Lithium)
Baujahr(e) 1991-1999 (?), dieses #9565002 von 1995 (?)
baugleiche Handelsmarken Vivitar V50, Centon DF-300, Soligor SR-300 MD, Kalimar KX-5000, Safari DF-300, Texer EX-3, Zenit DF-300, Revue DF-300, Exakta HS50
Kaufpreis, Wert heute 349 DM (199x, Porst Katalog),  ca. 10€
Links Manual (Seagull DF-300, english)Manual (Minolta X-300, english)Camera-Wiki, Kamera-Geschichte.de

2018-12-01

Voigtländer Zoomar 36-82 mm f/2.8


Ein echter Meilenstein der Fotogeschichte: Das erste Zoomobjektiv für eine Kleinbildkamera hieß Voigtländer Zoomar und hat der ganzen Gattung auch noch seinen Namen verpasst. Davor hießen diese Konstruktionen Variofokus-Objektive oder im allgemeinen Sprachgebrauch auch Gummilinsen. Zunächst wurden sie ab den 30er und 40er Jahren für Film- und Fernsehproduktionen verwendet, hier waren die Abbildungsleistungen im Vergleich nicht ganz so sichtbar und wichtig wie beim Einzelbild.

Die Firma Voigtländer kann sich unbestritten mit diesem technischen Meilenstein schmücken. Allerdings ist nicht ganz klar, wie sie an das Schätzchen gekommen sind. Aus eigener Entwicklungsabteilung oder gar Initiative stammt es jedenfalls nicht. Vater dieses Objektives war ein ursprünglich österreichischer Ingenieur namens Frank Gerhard Back, der 1938 vor Nazis floh und in den USA eine neue Bleibe fand. Dort gründete er schließlich die Firma Zoomar Inc., entwickelte ein optisch kompensiertes Variobjektiv für Fernsehkameras und erhielt dafür am 23.11.1948, also genau vor 70 Jahren, ein Patent (siehe Patentliste unten in der Tabelle). Vario-Objektive für Film- und später Fernsehkameras gab es da schon seit einiger Zeit, allerdings genügten diese keinesfalls den hohen optischen Ansprüchen des "unbewegten Bildes", sprich der klassischen Fotografie.
A true milestone in the history of photography: The first zoom lens for a 35 mm camera was called Voigtländer Zoomar and actually made the term zoom popular. Previously, these designs were called variofocals or, in common parlance, rubber lenses. First examples appeared in the 30s and 40s and were used for film and later television productions. For those purposes imaging performance is not as quite visible and important as for the still image.

The company Voigtländer can indisputably adorn itself with this technical milestone. However, it is not clear how they came to the baby. In any case, it wasn't their own development department or even initiative. The father of this lens was an originally Austrian engineer named Frank Gerhard Back, who fled from Nazis in 1938 and found a new home in the USA. There he finally founded the company Zoomar Inc., developed a visually compensated zoom lens for television cameras and received on November 23, 1948, more or less exactly 70 years ago, a patent (see patent list below in the table). Variofocal lenses for film and later television cameras have been around for some time, but these were by no means sufficient for the high optical demands of the "still image", that is, the classic photography.

Optisches Design aus US-Patent 2,913,957. Auf den Markt
kam eine leicht verbesserte Version. 
  Optical design from patent US 2,913,957. An improved
version was launched on the market later. 
 

Hier hat Frank Back unbestritten Pionierarbeit geleistet, in dem er während der nächsten ca. 10 Jahre sein Konzept zu dem hier beschriebenen Objektiv weiterentwickelt und natürlich wieder patentiert hat. In der Tat hat er nicht nur die optischen Anforderungen für das anspruchsvolle Kleinbildformat nahezu getroffen, sondern das Objektiv hatte damals schon die heute noch bemerkenswerte Öffnung von f/2.8 und das über den gesamten Brennweitenbereich. Dieser erstreckte sich auch noch vom Weitwinkel bis in den leichten Telebereich, bisherige Fernseh- oder Film-Varios waren nur Telezooms. Mit den 62° Bildwinkel war es das "weitwinkeligste" Variofokusobbjektive, das bis dahin gebaut wurde. Um diese optische Herausforderung zu meistern ist im sicherlich auch entgegengekommen, dass die Vergütungstechnik für optische Linsen zu dieser Zeit Einzug in die Herstellung fand. Ohne diese Antireflexbeschichtung wäre ein solches Objektiv mit so vielen Elementen schlicht unmöglich gewesen.
Frank Back undoubtedly was a pioneer: during the next about 10 years he further developed and improved his concept to eventually yield this lens described here. Of course he filed for patents again. In fact, he does not almost met the optical requirements for the demanding still picture (35 mm film), the lens already had the quite remarkable open aperture of f/2.8 and this even over the entire focal length range. This also reached from wide angle to the light telephoto, previous TV or movie variofocals were just tele-zooms. 62 degrees angle of view at this time was the "widest angle" zoom built until then for any format. In order to master this optical challenge, it certainly came to the fore that lens anti-reflex coating found its way into production at that time. Without this anti-reflective coating such a lens with so many elements would simply have been impossible.

Frank Back mit Albert Einstein  Albert Einstein and Frank Back 
Das Jahr 1958 muss für Frank Back sehr arbeitsreich gewesen sein. Am 27. Juni reichte er zeitgleich zwei Patente für das Objektiv ein, eines über die mechanische Konstruktion, das andere über Details des optischen Aufbaus. Gleichzeitig müssen schon die Vorbereitungen für die Serienfertigung gelaufen sein, die ab 1959 bei der Firma Kilfitt in München stattfand. Diese produzierte wiederum im Lohnauftrag für Voigtländer in Braunschweig. Leider ist nichts über die Umstände bekannt, wie und warum diese Kooperation zustande kam oder wer wieviel daran verdient hat. Am Ende jedenfalls hat Heinz Kilfitt seine Firma dann 1968 an Frank Back verkauft. Das Voigtländer Zoomar wurde jedenfalls am 10. Februar 1959 der erstaunten Öffentlichkeit auf der internationalen Camera show in Philadelphia vorgestellt. Hier gab es auch erstmals die Nikon F und andere SLR aus Japan zu sehen. Am 19.2.1959 reichte Frank Back beim Patentamt noch das verbesserte optische Design ein, das dann auch in Produktion ging. Hier kamen spezielle hochbrechende optische Gläser zum Einsatz.
The year 1958 must have been very busy for Frank Back. On June 27, he simultaneously filed two patents for the lens, one about the mechanical construction, the other about details of the optical design. At the same time, the preparations for serial production must have been going on. Assembling started in 1959 at the company Kilfitt in Munich. They in turn toll produced it under a contract for Voigtländer in Braunschweig, Germany. Unfortunately, nothing is known about the circumstances, how and why this three-way cooperation came about or how the profits were shared. Eventually, Heinz Kilfitt sold his company to Frank Back in 1968. The Voigtländer Zoomar was presented to the public on February 10, 1959 at the International Camera Show in Philadelphia. This show also featured the Nikon F and other SLRs from Japan. On February 19, 1959, Frank Back filed another patent about the improved optical Design, which then went into production. This was utilizing special highly refractive optical glasses.

Das Zoomar im Vergleich zu seinen Voigtländer Alternativen, um diesen Brennweitenbereich abzudecken.  The Zoomar in comparison to its prime lens alternatives from Voigtländer, to cover this focal length range. 
Das Objektiv selbst ist ein ganz schöner Klotz, zumindest verglichen mit zeitgenössischen Objektiven. Auch preislich war es Anfang der 60er nur etwas für wohlhabende Fotoamateure oder eben Profis. Nimmt man allerdings die drei Objektive, die es ersetzen kann, zusammen, relativieren sich Preis und Gewicht wieder etwas. Wegen des hohen Preises wurden nur ca. 15000 Exemplare produziert, die meisten wohl mit dem DKL-Bajonett in der Voigtländer-Version. Allerdings gab es von Anfang an auch eine Version für die Exakta, später kam noch M42 hinzu. Heute ist es ein gefragtes Sammlerstück, man findet aber regelmäßig Angebote auf e-bay. Ich habe über die letzten Jahre immer mal wieder mitgeboten, allerdings mit recht knappem Budget. Nun endlich hatte ich Glück, eines günstig zu ergattern. Natürlich brauchte ich auch noch die entsprechende Kamera dazu, wie ich schon berichtet habe.
The Lens itself is a pretty heavy block, at least compared with contemporary lenses. Also, only wealthy photo amateurs or professionals were able to afford its price. But if you take the three Lenses that it can replace together, price and weight can be put into perspective again. Because of the high price, only about 15,000 copies were produced, most of them with the DKL mount in the Voigtländer version. However, from the beginning there was also a version for the Exakta mount, later M42 was added. Today it is a highly searched after collector's item, but you will regularly find offers on e-bay. Over the last few years, I have offered again and again, but with a tight budget. Finally, I was lucky enough to get a cheap one. Of course, I also needed the corresponding camera , as I've already reported.


Datenblatt Erstes Zoomobjektiv für 35mm Spiegelreflexkameras
optische Daten 36-82 mm Brennweite, kontinuierlich verstellbar. Bildwinkel: 62° - 30°. Konstante Öffnung f/2.8 über gesamten Brennweitenbereich. Kürzeste Entfernung 1,30 m.
optische Konstruktion 14 Linsen in 11 Gruppen, Fokussierung durch Frontlinse, Gruppen 2, 3 und 6 gemeinsam verschiebbar zur Brennweiteneinstellung. Alle Linsen einfach vergütet.
Kamera-Anschluss DKL-Bajonett in Voigtländer Bessamatic Version. Auch erhältlich mit Exakta Bajonett oder M42-Schraubanschluss.
sonst. Ausstattung Mitgeliefertes Zubehör: 2 Nahlinsen (Focar A+B), UV-Filter, Gelbfilter, Gegenlichtblende inkl. Klemmring, Drehscheibe zur Berechnung der Tiefenschärfe. 
Maße, Gewicht Ø 86 mm x 123 mm, 837g (DKL Voigtländer)
Baujahr(e) 1959-1968 (ca. 15.000 Exemplare), dieses #6690569 von 1965
Kaufpreis, Wert heute 795 DM (1959, DKL), 845 DM (andere Anschlüsse). US$ 250 (USA), ca. 200€ (D)
Patente Alle vom Erfinder Frank G. Back (Anmeldedatum, Patenterteilung):
US2,454,686 (30.7.1946, 23.11.1948, Grundprinzip); US2,913,957 (27.6.1958, 24.11.1958, optisches Design); US2,902,901 (27.6.1958, 8.9.1959, mechanisches Design); US3,014,406 (19.2.1959, 26.12.1961, verbessertes optisches Design).
Links Manual (english), Wikipedia, Camera-WikiRick Oleson DKL-Bajonett, Kilfitt.org, Klinterklater, Ernst Giger, UKCamera, Popular Science Jan 1964, Test in ePhotozine, Frank Back in Wikipedia, Zoom Lens History
Data Sheet First zoom lens for still cameras (35 mm SLR)
optical data 36-82 mm focal length, continuously switchable. Angle of view: 62° - 30°. Constant full aperture f/2.8 for entire focal length range. shortest distance 4.3 ft (1.30 m).
optical construction 14 elements in 11 groups, focussing with front element. Groups 2, 3 and 6 move lineary together for focal length change. All elements have a simple anti-reflex coating.
camera mount DKL-mount, Voigtländer Bessamatic type. Available also with Exakta mount or M42-screw mount.
misc. features Supplied accessories: 2 close-up lenses (Focar A + B), UV filter, yellow filter, lens hood incl. Clamping ring, turntable for calculating depth of field.
size, weight Ø 86 mm x 123 mm, 837g (DKL Voigtländer)
Year(s) of Production 1959-1968 (ca. 15,000 copies), this unit #6690569 from 1965
Original Price, Today's Value 795 DM (1959, DKL), 845 DM (other mounts). US$ 250 (US), about 200€ (Germany)
patents All filed by Inventor Frank G. Back (filing date, patent granted on):
US2,454,686 (7/30/1946, 11/23/1948, basic princple); US2,913,957 (6/27/1958, 11/24/1958, optical design); US2,902,901 (6/27/1958, 9/8/1959, mechanical design); US3,014,406 (2/19/1959, 12/26/1961, improved optical design).
links Manual (english), Wikipedia, Camera-WikiRick Oleson DKL-Bajonett, Kilfitt.org, Klinterklater, Ernst Giger, UKCamera, Popular Science Jan 1964, Test in ePhotozine, Frank Back in Wikipedia, Zoom Lens History

2018-11-11

Voigtländer Bessamatic


Nach der Contaflex (1953, Zeiss Ikon) und der Retina Reflex (1956, Kodak/Nagel Werke Stuttgart) war Voigtländers Bessamatic 1959 die dritte westdeutsche Spiegelreflex mit Zentralverschluss. Genauer gesagt handelte es sich in allen drei Fällen um den damals neuen Compur Reflex Verschluss der Firma Deckel aus München. Zentralverschluss und einäugige Spiegelreflex, zumal mit Wechselobjektiven, passen eigentlich nicht zueinander. Trotzdem setzte insbesondere die westdeutsche Kameraindustrie darauf. Die Bessamatic als letzte war auch die schwerste und wohl die zuverlässigste und modernste der drei Reihen. Anfangs verkauften sich die Kameras trotz ihres hohen Preises (1959: 575 DM, heutige Kaufkraft ca. 1300€) noch gut, doch im Verlauf der 60er Jahre setzte sich auch bei den europäischen Käufern langsam die Erkenntnis durch, dass aus Japan nicht nur preiswertere, sondern technisch fortschrittlichere und attraktivere Kameras kommen. Hier zum Vergleich die meiner Meinung nach wichtigsten SLR dieser Epoche aus Japan: Nikon F, Topcon RE-Super, Minolta SR2, Pentax Spotmatic.
In 1959, well after the Contaflex (1953, Zeiss Ikon) and the Retina Reflex (1956, Kodak / Nagel Kamerawerke Stuttgart) Voigtländer's Bessamatic was the third West German SLR with a leaf shutter. Specifically, in all three cases the then new Compur Reflex shutter was used, build by the Deckel company of Munich. Leaf shutter and single-lens reflex, especially with interchangeable lenses, actually do not match. Nevertheless, in particular the West German camera industry favoured it. The Bessamatic as the last one was the most sophisticated, probably the most reliable and modern of the three series. Initially, despite of its high price (1959: 575 DM, today's purchasing power about 1300 €) the cameras sold quite well. However, during the 60ies slowly the European buyers realized that Japanese SLR were not only cheaper, but even technically more advanced and very attractive. Here, for comparison the most important SLR of this era from Japan (at least in my opinion): Nikon F , Topcon RE-Super , Minolta SR2 , Pentax Spotmatic


Die Kamera selbst ist wirklich ein solides Werkzeug und mein Exemplar extrem gut erhalten. Ich habe es für nur 12€ (inkl. Objektiv) kaufen können. Es funktioniert alles, sogar der Belichtungsmesser zeigt einigermaßen korrekt an, der Schnellschalthebel geht recht schwergängig, vermutlich verharztes Fett. Auch habe ich mal die Auslöseverzögerung nachgemessen, die ja bei Zentralverschluss-SLR nicht ganz unerheblich war. Bei meinem Exemplar waren es ganze 300 ms (oder 0.3s). Eigentlich hatte ich kein Interesse an noch einer deutschen Zentralverschluss-SLR, auch wenn ich zugeben muss, dass diese hier schon sehr schön ist. Der eigentliche Grund für den Kauf kommt noch und betrifft ein spezielles Objektiv aus dem Programm. Dazu demnächst hier...
The camera itself is really a solid tool and my copy is extremely well preserved. I bought it for only 12 € (including the lens). Everything works, even the light meter gives reasonable readings. The advance lever is quite stiff, probably gummy fat. I've also measured the shutter lag, which is not entirely irrelevant for leaf shutter-SLRs. For my unit it was 300 ms (or 0.3s), quite long. Actually, I had no interest in yet another German leaf shutter SLR. However, I have to admit this one is really nice. The real reason for my purchase relates to a specific lens offered for the camera. Stay tuned...

Datenblatt KB-Spiegelreflexkamera mit Zentralverschluss
Objektiv Wechselobjektive mit (modifiziertem) DKL Bajonett (Deckel Compur Wechselfassung), Auflagemaß 44.7mm, hier mit Color-Skopar X 50 mm f/2.8 (4 Linsen in 3 Gruppen, Tessar-Typ).
Verschluss Synchro-Compur Zentralverschluss (hinter dem Objektiv) mit 1s - 1/500 s und B.
Belichtungsmessung gekoppelter Selenbelichtungsmesser, Nachführmessung (10-3200 ASA)
Fokussierung Manuell am Objektiv, mechanischer Tiefenschärfeanzeiger. Einstellscheibe mit mit Schnittbildindikator.
Sucher Fest eingebauter Pentaprismensucher mit Nadelanzeige für Belichtungsmessung.
Blitz Buchse für Blitzanschluss an der Kameravorderseite, Umschalter für X und M.
Filmtransport Schnellschalthelbel, Rückspulknopf.
sonst. Ausstattung Bildzählwerk (rückwärts), Selbstauslöser (10s), Aufsteck-Zubehörschuh, ISO-Gewinde für Drahtauslöser, Filmartindikator, Stativgewinde, Standfüßchen
Maße, Gewicht ca. 140/105/83 mm, 810g (960g mit diesem Objektiv)
Batterie keine.
Baujahr(e) 1959-1962 (137.500 Exemplare), dieses #34732 von 1959
Kaufpreis, Wert heute 575 DM oder US$ 235 (1959, mit Skopar), US$ 200 (USA), ca. 30€ (D)
Links Manual (english), Wikipedia, Camera-Wiki, Photoetnography, Rick Oleson DKL-Bajonett, Jürgen Adler, Klinterklater, Ernst Giger, UKCamera, Lippisches Kameramuseum
Data Sheet Leaf Shutter SLR for 135 film
Lens Interchangable lenses with modified DKL mount. Register 44.7 mm, here with Color-Skopar X 50mm f/2.8 (4 elements in 3 gropus, Tessar type).
Shutter Synchro-Compur leaf shutter (behind the lens), 1s - 1/500 s and B.
Metering coupeled Selenium cell, match-needle metering, 10-3200 ASA
Focussing Focussing screen with split-image rangefinder, mechanical indicator for depth of view at the lenses.
Viewfinder SLR, fixed penta prism with metering needles.
Flash Socket at the camera front, switch between X and M
Film advance Advance lever at camera bottom, rewind button.
misc. Features Image counter (backwards), self-timer (10s), attachable accessory shoe, ISO thread for cable release, film type indicator, tripod socket, 3 little standing feet.
Size, Weight ca. 140/105/83 mm, 810g (960g with this lens)
Battery none.
Year(s) of Production 1959-1962 (137,500 copies), this unit #34732 from 1959
Original Price, Today's Value 575 DM or US$ 235 (1959, with standard lens), US$ 200 (USA), ca. 30€ (D)
Links Manual (English), WikipediaCamera-WikiPhotoetnographyRick Oleson DKL-Bajonett, Jürgen AdlerKlinterklaterErnst GigerUKCameraLippisches Kameramuseum 

2018-10-10

Fujinon Z 43-75 mm f/3.5-4.5


Manchmal muss eben der Zufall helfen: Ich war eigentlich nur auf der Suche nach einem Fujinon (Standard-) Objektiv für das einsame Fujica ST801 Gehäuse, dass ich als kleinen Meilenstein für meine Sammlung erworben hatte. Natürlich hätte ich auch andere M42-Objektive anschrauben können, aber die haben ja nicht die besondere Fujica-Offenblend-Variante. Außerdem wollte ich nicht mehr als 20€ ausgeben und das schränkt die Auswahl an Angeboten schon ein. 5 Monate und einige Versuche hat es dann gedauert, bis ein ebay Händler mein Angebot von 15€ für dieses Schätzchen hier angenommen hat.
Ich ahnte da noch nicht, dass ich hier einen zweiten Meilenstein ergattert habe. Zusammen mit der Fujica AZ-1 war es 1977 nämlich das erste Zoomobjektiv, das als Standardobjektiv mit der Kamera zusammen verkauft wurde. Es ist tatsächlich (zumindest bei 75mm) so kompakt wie ein Normalobjektiv und muss wohl auch optisch eine ganz gute Figur machen. 
Zoomobjektive für KB-SLR gab es Ende der 1970er Jahre schon fast 20 Jahre, angefangen hat es mit dem Voigtländer Zoomar 36-82 mm f/2.8 im Jahr 1959. Dieses war ein ziemliches Monstrum und auch die optischen Qualitäten ließen zu wünschen übrig, so dass es für entsprechende Festbrennweiten eigentlich keine Konkurrenz war. Anfang der 1960 brachten die Kamerasystemhersteller zunächst Telezoomobjektive. Diese waren zumindest ebenso groß und schwer wie entsprechende Festbrennweiten und ihre optischen Leistungen fielen gegenüber dem bisher gewohnten nicht ganz so stark ab. Als erster Hersteller wagte sich dann 1963 Nikon an ein relativ kompaktes Standard-Zoom: Zoom-Nikkor Auto 43-86 mm f/3.5 , zunächst als fest eingebautes Objektiv in der Nikkorex Zoom, dann aber auch als F-Objektiv. 
Von Ken Rockwell ist es als Nikon's optisch schlechtestes Objektiv bezeichnet worden und da ist wohl auch was dran. Nikon selbst hat es dann 1976 komplett neu gerechnet, die zweite Version war dann wohl OK. Mitte der 1970er kamen dann auch die anderen Hersteller mit neuen Standard-Zooms. Canon hat anscheinend mit ihrem FD 35-70 f/2.8-3.5 S.S.C. aus dem Jahr 1973 gezeigt, dass auch sehr gute optische Leistungen möglich sind. TTL-Messung und auch die ersten Zeit- und Blendenautomatiken machten die variierende Anfangsöffnung akzeptabel, höher empfindliche Filme ermöglichten auch recht lichtschwache (3.5-4.5), dafür dann aber kompakte und ordentliche Standardzooms. Warum sich Fuji für 43 mm als Startbrennweite entscheiden hat, bleibt wohl ihr Geheimnis. Aber sie waren die ersten, die sich getraut haben, das Zoom als Standardobjektiv mit der Kamera zu verkaufen. Ein Modell was, wie wir wissen Schule gemacht hat, heute nennt man sowas Kit-Objektiv.  
Das Fujinon (rechts) im Vergleich zum Nikkor 43-86 (links) und dem kompakten Nikkor 35-70 f/3.5-4.5 von ca. 1986. Interessanterweise ist das Fuji-Objektiv am kompaktesten bei 75 mm, während das alte Nikkor eingefahren 43mm Brennweite hat. Das jüngste hier ist bei der mittleren Brennweite von 50mm am kürzesten. 

Erstaunlicherweise findet sich fast nichts zu Zoomobjektiven und deren historische Entwicklung im Netz. Eine kurze und ganz gute Zusammenfassung bietet die englische Wikipedia. Ich werde weiter schauen und mir dieses Kapitel vielleicht mal vornehmen.

2018-10-05

M42 Fujica Variante


Das M42 Objektivgewinde (eigentlich M42x1mm, Auflagemaß: 45.46mm) war lange Zeit DER Standard zum Anschluss von Wechselobjektiven an Spiegelreflexkameras. Eingeführt 1949 für die Contax S sowie spätere Praktica Kameras wurde es lange Zeit auch Praktica-Gewinde genannt. Weltweit populär wurde es auch durch die Verwendung durch Asahi Pentax (damals japanischer Marktführer) und anderen Herstellern, die sich kein umfangreiches eigenes Objektivprogramm leisten konnten oder wollten und gerne auf die riesige Auswahl an verfügbaren Objektiven verwiesen. Mit der Praktica F.X2 kam 1956 die automatische Springblende (zu erkennen am kleinen silbernen Pin). Dieses Update kam wohl noch früh genug, um allgemein auch von allen anderen Herstellern angenommen und damit zum Standard zu werden.    
Was dann nicht mehr geklappt hat, war einen Standard für die Offenblend-Belichtungsmessung abzustimmen. Hier kochte dann jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, um der Kamera irgendwie die am Objektiv eingestellte Blende mitzuteilen, ohne vor dem Auslösen abzublenden. Während Pentacon bei der Praktica LLC auf elektrische Kontakte setzte, beruhen alle anderen Lösungen auf mechanischer Übertragung: 1968: Pentacon Super, 1970: ZeissIkon Ikarex TM,  1971: Olympus FTL, Pentax ES, 1972: Fujica ST-801, 1974: Mamiya MSX 1000.
Hier ist also die Fujica-Variante, realisiert durch einen maximal 1mm breiten Mitnehmer am Blendenring des Objektives, der einen Ring rund ums Kameragewinde schiebt, gekuppelt durch einen ebenfalls winzigen Pin. Weil ja beim M42-Gewinde das Objektiv nicht immer gleich fest "angezogen" wird, rastet es bei Fujica nun ein. Zum Abnehmen des Objektivs muss wieder entriegelt werden. Es kommt fast Bajonett-Feeling auf! 


Das Ganze ist abwährtskompatibel, das heißt, andere M42-Objektive können (ohne Offenblendfunktion) an der Fujica-Kamera verwendet werden. Allerdings verhindert der etwas überstehende Blendenmitnehmer die Verwendung von entsprechenden Fujinon-Objektiven an vielen anderen M42-Kameras. Bei meiner Praktica LTL3 jedenfalls ging es nicht.

2018-09-30

Fujica ST801


Wieder mal ein (kleiner) Meilenstein in der Geschichte der Kleinbild-Spiegelreflexkameras. Die Fujica ST801 war bei ihrem Erscheinen 1972 die erste SLR mit Leuchtdioden (LEDs) anstatt eines Drehspulinstruments mit Nadel. Jetzt kann man berechtigterweise fragen, wo der wirkliche Vorteil für den Fotografen liegt, vielleicht mal von ein paar wenigen Situationen bei schlechtem Licht abgesehen. 

Trotzdem war die Sache mit den LED's ein sichtbares Zeichen des Fortschritts, der sich allerdings eher im Verborgenen abspielte. Die Kamera hatte nämlich (wie ihre ein Jahr frühere Schwester ST701, noch mit Nadel) Silizium Photodioden anstatt CdS-Photowiderständen als Messelemente eingebaut, das ganze mit einer integrierten Schaltung, also echte Elektronik, keine langsamen halb-analogen Belichtungsmesser mehr. Bei der ST801 war das jetzt auch noch gepaart mit einer Offenblendvariante für M42 (mehr dazu demnächst), sowie einem schnellen Verschluss bis1/2000 s. Das Ganze in einem relativ kompakten Gehäuse und garniert mit einem damals noch seltenen Hot-Shoe (Blitz-Mittenkontakt im Zuberhörschuh). 



Elektronik war Anfang der 1970er einfach schwer angesagt und schickte sich an, auch in der Kameratechnik immer mehr Bereiche zu übernehmen. Zunächst wurden die elektrisch-analogen Belichtungsmesser durch präzisere und schnellere elektronische Varianten ersetzt. Wie eben hier in der ST801. Der nächste Schritt war die elektronische Verschluss-Steuerung, die dann in Fuji's nächstem Modell ST901 gleich zusammen mit einer Zeitautomatik realisiert wurde. Pionier dafür war keine japanische Kameraschmiede sondern 1968 der VEB Pentacon mit der Praktica PL electronic. Diese war aber eher ein technischer Pilotstudie, das Prinzip hat Pentacon erst mit der Praktica EE2 im Jahr erst 1977 wirklich umgesetzt. Da waren die japanischen Hersteller alle schneller und brachten Anfang der 70er alle "Elektronic"-Kameras mit Automatikfunktionen. Das kann man zum Beispiel in der Juni-Ausgabe von Popular Science von 1973 nachlesen. Auf Seite 80 gibt es dort ein anschauliches Schema über die Elektronic in der ST801 (siehe Bild). 
Fujifilm, oder wie sie früher hieß: Fuji Photo Film Co., ist eine bedeutende Firma, die nicht nur einer der drei großen Filmhersteller der Welt war, sondern immer schon auf verwandten Gebieten aktiv war. Im Gegensatz zu Agfa, die ja bekanntlich pleite und untergegangen sind, und auch Kodak, die zwar nach vorübergehender Insolvenz noch existieren, aber nur noch ein Schatten ihrer ehemaligen Größe und Bedeutung besitzen, ist Fuji immer noch da und auch heute (wieder) im Kamerabau aktiv. Respekt! Als Kamerahersteller gehörten sie nie zu den ganz großen, mit solch innovativen Kameras wie der ST801 haben sie der Industrie aber immer wieder Impulse gegeben. 


Datenblatt Erste KB-Spiegelreflexkamera mit LED-Anzeige
Objektiv M42 Schraubgewinde mit Fujica Offenblend-Variante. 
Verschluss Mechanischer, horizontaler Tuchschlitzverschluss 1s bis 1/2000 s und B.
Belichtungsmessung Si-Photodioden, TTL-Nachführmessung bei offener Blende, Fujinon-Objektive vorausgesetzt. Anzeige durch 7 LED's im Sucher. 25-3200 ASA (15-36 DIN)
Fokussierung Manuell am Objektiv, Mikorprismen und Schnittbildindikator als Scharfstellhilfen.
Sucher Spiegelreflex, Anzeige der eingestellten Verschlusszeit und LED's des Nachführbelichtungsmessers.
Blitz Mittenkontakt im Zuberhörschuh, FP und X Buchsen, Synchronzeit 1/60 s.
Filmtransport Schnellspannhebel, Bildzählwerk (vorwärtszählend), Rückspulkurbel. Hilfe beim Filmeinfädeln.
sonst. Ausstattung Stativgewinde, ISO-Drahtauslöser, Trageösen, Aufschraub-Okular für Zubehör, Zubehörschuh, Selbstauslöser, Arretierung für den Auslöser, Abblendtaste.
Maße, Gewicht ca. 133x91x50 mm, 635g (mit Batterie), 840g (mit Objektiv)
Batterie PX-28 (6V, Silberoxid), 4xLR44 möglich.
Baujahr(e) 1972-1978, ca. 200,000? Exemplare, diese #3050869  
Kaufpreis, Wert heute 125 £ (1974), heute ca. 50€ mit Objektiv
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