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2025-05-01

McKeown's...

 

...PRICE GUIDE TO ANTIQUE & CLASSIC CAMERAS, 12. Ausgabe von 2004

Ein Muss für jeden ernsthaften Kamerasammler (und -händler) und DAS Standardwerk für die Community, meist wird es kurz McKeown's genannt. Ich habe 2011 die achte Ausgabe von 1992 bei einem Trödler in New Jersey gefunden und damals für ca. 20 US$ gekauft.  Diese hat ca. 500 Seiten und listet ca. 8000 Kameras mit weiteren Informationen und ihrem geschätzten Gebrauchtpreis, ca. 3000 davon mit einer Abbildung. 

Nach langem Zögern habe ich mir nun endlich die 12. (und bisher letzte) Ausgabe gegönnt, die nun über 40,000 Kameras auf 1250 Seiten listet, mehr als 10,000 davon mit Abbildungen oder Fotos. Nicht nur ist sie doppelt so dick und schwer wie meine alte, auch inhaltlich hat sie an Qualität zugelegt.

Meine Tenax II und ihr Eintrag in der 12. Mckeown‘s
Ausgabe als ein Beispiel, wie die meisten Einträge aussehen.
Eigentlich ist es höchst erstaunlich und sehr bewundernswert, was James und seine Frau Joan McKweown nach eigenen Angaben seit dem Jahr 1969 für ein Werk auf die Beine gestellt haben. 1974 erschien die erste Ausgabe mit ca. 1000 Kameras und im 2 bis 3-jährigen Abstand gab es Updates und Erweiterungen. Nicht alles haben sie alleine gemacht, im Vorwort der aktuellen Ausgabe werden ca. 200 Namen von Helfern genannt, die über die Jahre inhaltliche Beiträge geliefert haben. Immer erschienen die Ausgaben im Selbstverlag und auch der Vertrieb erfolgte im Wesentlichen in Eigenregie. So wie ich es verstehe, haben die beiden davon gelebt, sicher bin ich mir aber nicht. 

Nach dem Erscheinen der 12. Ausgabe sollte es eigentlich eine 13. geben, diesmal noch größer und besser. James und Joan ließen sich mehr Zeit als sonst und kündigten 2015 an, dass die neue diesmal 4-bändige Camera-Encyclopädie mit 100,000 Kameras sich ihrer Vollendung nähere. Das digitale Zeitalter war inzwischen da und die McKeowns sich nicht mehr sicher, ob sich noch genügend Käufer für eine teure gedruckte Version finden würden. Daher wurde auch eine Online- bzw. Smartphone-Version erwogen, diese Web-site geschaltet und einfach mal der Markt befragt. Leider ist es dabei bis heute geblieben. Inzwischen sind 10 Jahre nach der Ankündigung vergangen, sogar 20 Jahre nach der letzten Ausgabe hier. James ist vermutlich wirklich 80 Jahre alt, wie diese Website behauptet, und Joan unwesentlich jünger. Ich hoffe, dass es ihnen gesundheitlich noch gut geht und sie genügend Rücklagen für einen unbeschwerten Lebensabend bilden konnten. 

An die 13. Auflage glaube ich nicht mehr wirklich, daher habe ich nun auch endlich bei der 12. Version auf dem Gebrauchtmarkt zugegriffen. Ich hoffe aber, dass irgendwer irgendwann den Nachlass von James und Joan mit den zusätzlichen Infos und Bildern seiner Bestimmung zukommen lässt, in welcher Form auch immer. Mein Vorschlag: Camera-Wiki.org, die freie Online Kamera-Enzyklopädie, von der ich ein großer Fan bin. Ich habe dort auch schon selbst den einen oder anderem Beitrag geleistet. 

Und die Sache mit den Preisen für gebrauchte Kameras ist auch so ein Ding. Als die McKeowns in den 1970ern begonnen haben, ihr Werk zu publizieren, gab es einen echten Bedarf für einen verlässlichen und unabhängigen Preisführer. Verkäufer und besonders die Käufer wollten zumindest grob wissen, ob die gehandelte Kamera ein rares Schätzchen ist oder vielleicht ein Stück, das man auch auf dem nächsten Flohmarkt wieder finden würde. Aber der einzelne Preis - so steht es richtigerweise im Vorwort - hängt einzig und allein von der Laune des Käufers und Verkäufers zum Zeitpunkt der Transaktion ab.

Seit Ende der 1990er und dem Aufkommen von online-Handelsplattformen wie Ebay wurde auch der Kameragebrauchtmarkt transparenter. Jeder kann sich heute selbst ein Bild machen, was Verkäufer für das eine oder andere Modell gerne hätten, bzw. auch was andere Käufer tatsächlich bezahlt haben (was meist weiter auseinander liegt als man denkt!). Wer es gerne bequem hat, kann dazu auch die Website Collectiblend.com konsultieren, die regelmäßig online-Preise sichtet und aufbereitet. Ich glaube aber, dass viele der heutigen Preise von den McKeowns beeinflusst sind, einfach weil sie schwarz auf weiß gedruckt sind und trotz ihres Alters immer noch als Anhaltspunkt dienen. Ich hoffe, James und Joan wissen und schätzen das als ihren Beitrag zur analogen Fotografie.
 

2024-05-20

Preisbindung im Fotohandel

Photo-Technik und -Wirtschaft war das Organ
des Verbandes der Deutschen Photographischen
Industrie. Ich habe einige Hefte von 1960 und
1961, die sich vehement gegen die Aufhebung
der vertikalen Preisbindung wenden (Klick auf's
Coverfoto öffnet einen Beispielartikel)

Ich bin Jahrgang 1966, selbst in der Wirtschaft tätig und kenne natürlich die (verpflichtende) Buchpreisbindung in Deutschland (und ein paar anderen Ländern) sowie das heute geltende Kartellrecht, was Preisabsprachen oder Preisdiktat über Handelsketten ansonsten strengstens verbietet. Was ich allerdings bis vor ca. einem Jahr nicht wusste, ist die Tatsache, dass es eine Preisbindung für viele Markenartikel bis in die 1960er Jahre hinein gab und die Fotoindustrie davon mehrheitlich gebraucht machte. Ich wollte es also genauer wissen und habe ein bisschen recherchiert, was ich gerne hier teilen möchte.

Der Historiker Uwe Spiekermann hat die vertikale Preisbindung als die historisch häufigste Form eines Wirtschaftskartells sehr schön in einem Vortrag bzw. Internetaufsatz beschrieben. Kurz gesagt geht es darum, dass die Hersteller von Markenartikeln (z.B. Kameras), den Endverkaufspreis für die Verbraucher festlegen, und darüber mit den zwischengeschalteten Groß- und Einzelhändlern Verträge abschließen. Diese bekommen natürlich eine Handelsmarge zugedacht, müssen untereinander aber mit anderen Dingen um die Gunst der Käufer (und die der Hersteller!) buhlen, denn der Preis der Kamera ist beim kleinen Händler um die Ecke der selbe wie im Kaufhaus oder beim Versandhändler. 

In Deutschland ist das Konzept der vertikalen Preisbindung fast genauso alt wie die Fotoindustrie selbst, wurde in der Weimarer Republik in erste gesetzliche Regeln gegossen und von den Nazis 1940 gesetzlich gebündelt und für die straffe Wirtschaftsordnung genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg wollten die alliierten Besatzungsmächte Deutschland dekartellisieren und verboten die Preisbindung entsprechend. Als die Wirtschaft Anfang der 1950er Jahre wieder zu brummen begann, verzichtete man ab 1952 allerdings darauf, Preisbindung zu verfolgen und die junge Bundesrepublik beschloss am 3. Juli 1957 ihr neues Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), das vertikale Preisbindung für Markenartikel wieder explizit erlaubte, allerdings auch unter Missbrauchsvorbehalt stellte.

Das Ganze funktionierte so, dass die Hersteller die Preisbindung (Endverbraucherpreis) für den Handel beim Bundeskartellamt anmelden mussten, was in den ersten Jahren von ca. 1000 Unternehmen für ca. 200.000 Artikel pro Jahr gemacht wurde. Davon waren mehr als die Hälfte KFZ-Ersatzteile, die anderen Branchen teilten sich die andere Hälfte. Die Photo- und Optikbranche hatte im Jahr 1961 7583 Artikel in der Preisbindung, die einen überwiegenden Teil des Umsatzes ausmachten. Der offiziellen Statistik dazu kann man auch entnehmen, dass die zugestandene Handelsspanne zwischen 34% und 43.3% lag und im Schnitt ca. 39% betrug. Sprich: Eine Paxette Electromatic (168 DM) wurde also für 102.50 DM vom Hersteller Braun an den Großhandel abgegeben. 

Für die beteiligten Parteien entlang der Wertschöpfungskette gibt es jeweils Vor- und Nachteile der Preisbindung, die alle  aufzuzählen und zu erörtern den Rahmen hier sprengen würde. Wen es im Detail interessiert, dem sei der Bericht der Bundesregierung aus dem Sommer 1962 dazu empfohlen (Seiten 24ff). Die meisten Vorteile hatten definitiv die Hersteller, die wenigsten der Endverbraucher, sieht man aber mal von der Tatsache ab, dass er sich keine Gedanken darüber machen musste, wo er die gesuchte Kamera wohl am billigsten bekommen würde. Ob er für die hohe Handelsmarge eine entsprechende Gegenleistung in Form von Beratung und Service bekommen würde, war allerdings Glücksache. 

Schon ab ca. 1960 gibt es erkennbaren politischen Gegenwind und Verbraucherverbände überzeugen Vertreter aller politischer Parteien, dass das Gesetz einer Revision bedarf und die Preisbindung eigentlich abgeschafft gehört. Es dauerte allerdings bis 1974, bis dies endlich passierte und das GWB entsprechend geändert wurde. In der Zwischenzeit allerdings bröckelte das System gewaltig von Innen und war bei der Abschaffung eigentlich schon längst von selbst außer Kraft gesetzt. Insbesondere die Händler beschwerten sich, dass die Hersteller die Preisbindung nicht lückenlos durchsetzten. Sprich: Es gab einen grauen Markt von Händlern, die sich nicht dran hielten und die Vertragshändler wollten sich dann auch nicht mehr an die Spieregeln halten. Am Ende gewann dann der Verbraucher, der ab Ende der 1960er Jahre sowieso sich in japanische Importkameras verguckte, die mehr für's Geld boten und meist ohne Preisbindung verkauft wurden. Ich würde nicht soweit gehen zu behaupten, dass die Preisbindung Schuld hatte am Niedergang der früher so glorreichen deutschen Kameraindustrie. Sie führte aber sicherlich zu einer Erstarrung des Preis- und Marktgefüges in Deutschland Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre, so dass die Hersteller auf den japanischen Kamera-Tsunami Anfang der 1970er nicht wirklich vorbereitet waren, der sie fast alle in die Tiefe riss.

Die Preisbindung wurde übrigens offiziell in eine unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers abgemildert. Viele Foto-Einzelhändler haben sich zunächst mehr oder weniger an die empfohlenen Preise gehalten. Als ich 1982 meine erste SLR gekauft habe, kostete diese bei allen Händlern in Wuppertal "offiziell" 388 DM. Mein Händler war aber beim Verkauf mit fast 10% Rabatt recht großzügig und hat damit gezeigt, wo die eigentlichen Wettbewerbsinstrumente sind. Solche Rabatte innerhalb der Handelskette waren in den 1960ern Symptome (die "Lücken") und letztendlich der Sargnagel des nicht funktionierenden Systems der vertikalen Preisbindung. 

 

2013-07-19

PEN F system lenses price index

2013 price development on ebay including shipping.


Type
 Lens Focal LengthAverage Price# of salessigma
WideG.Zuiko AUTO-W20mm f/3.5$2639$55
E.Zuiko AUTO-W25mm f/4$2149$70
G.Zuiko AUTO-W25mm f/2.8$3125$63
StandardF.Zuiko AUTO-S38mm f/1.8$15579$35
G.Zuiko AUTO-S40mm f/1.4$21222$51
H.Zuiko AUTO-S42mm f/1.2$6207$105
TelephotoG.Zuiko AUTO-T60mm f/1.5$700 *h4n.a.
F.Zuiko AUTO-T70mm f/2$5132n.a.
E.Zuiko AUTO-T100mm f/3.5$9430$30
E.Zuiko AUTO-T150mm f/4$100751
Super TelephotoE.Zuiko T250mm f/5---
E.Zuiko T400mm f/6.3---
Zuiko Mirror T800mm f/8---
ZoomZuiko AUTOZOOM50–90mm f/3.5$79 *l16$29
Zuiko ZOOM100–200mm f/5$833n.a.
OthersE.Zuiko AUTO-S38mm f/2.8$3993n.a.
D.Zuiko AUTO-S38mm f/2.83074n.a.
E.Zuiko MACRO38mm f/3.5$3893n.a.

Prices on ebay.com including shipment to NJ, USA. Only "real" auctions with minimum 2 bids and a reasonable starting price have been used for calculation. Shipping costs are in the range between $6 and $30, for some international shipping even higher. Sigma is the Standard Deviation.
Time frame covered: April 18, 2013 to November 27, 2013, I'll update this list from time to time.
*h: highest price lens: $1,261, never used in original box
*l: lowest price lens: $31, very worn but functional.