2013-06-16

Petri Automate (Nachtrag)

Letztes Jahr habe ich diese schicke Messucherkamera bei einem Garagenverkauf gefunden und hinterher festgestellt, dass der Verschluss nicht mehr auslöst. Heute war es nun soweit; ich habe sie von der Objektivseite her soweit zerlegt, dass ich mit etwas Reinigungsbenzin und Isopropanol an den Verschlussmechanismus rankam (man dreht dazu einfach das Frontelement des Objektivs raus und entfernt eine Abdeckung). Nach etwas hin und her, flutschte alles wieder und auch die Zeiten scheinen OK.  Außerdem lag ich wohl falsch, mit meiner ersten Annahme über das Objektiv. Es ist wohl etwas besser als ein Tessar...



Datenblatt KB-Messsucherkamer
Objektiv Orikkor 4.5cm f/1.9, Doppel-Gauss-Typ, 6 Linsen in 4 Gruppen, vergütet. Stufenlose Blende f/1.9 bis 16.
Verschluss Caperu Zentralverschluss, 1-2-5-10-25-50-100-300 1/s und B, Selbstauslöser
Fokussierung Manuell am Objektiv mit extra Griff, 0.6 m bis unendl., heller gekoppelter Mischbildentfernungsmesser im Sucher.
Sucher Messsucher, Suchervergrößerung 0.7x, eingespiegelter Bildausschnitt
Blitz Synchronbuchse am Objektiv, umschaltbar M und X. Synchronisation bei allen Zeiten. 
Filmtransport Schnellspannhebel, Bildzählwerk, ausklappbare Rückspulkurbel.
sonst. Ausstattung Zubehörschuh, Leica-Glockengewinde für Drahtauslöser, Filtergewinde 40 mm, Filmmerkscheibe
Maße, Gewicht ca. 133/84/73 mm, 725 g
Batterie keine.
Baujahr(e) 1956-1959
Kaufpreis, Wert heute ¥28,000, heutiger Preis: ca. US$40
Links Instruction Manual (english, Petri 1.9), Camera-Wiki Eintrag, Collectors Guide,

2013-05-29

Agfa Isopan Super-Spezial (ISS)

Hier eine alte Agfa Broschüre aus meinen Beständen. Sie ist von 1937 und bewirbt sehr ausführlich den damals neuesten Stand der Schwarz-Weiß-Film Forschung, gerade frisch mit hochempfindlichen 21° DIN auf den Markt gekommen. Agfa war übrigends auch gerade dabei, Farbfilme auf den Markt zu bringen, hier nachzulesen. 
Agfa's Isopan Spuper-Spezial gab es in einigen Konfektionen und wurde bis Anfang der 60er Jahre sowohl in Wolfen als auch in Leverkusen hergestellt. Im Prinzip ist er der Urahn der späteren Agfapan 100 oder Orwo NP21
Wem das oben zu schnell geht mit dem Durchblättern...;-), hier gibt's die Broschüre als PDF.

2013-05-27

Canon FD 50 mm f/1.8 SC

Canon's Standardobjektiv in den 70er und 80er Jahren ist angeblich das meistverkaufte und -benutzte Objektiv mit FD Bajonett. Wenn man bedenkt, dass die AE-1 sich allein mehr als 5 Millionen mal verkaufte (und das meist mit dieser Linse) und auch die anderen Canon Kameras der Zeit es trugen, dann kann wohl behaupten, dass es zu den meistverkauften Wechselobjektiven überhaupt gehört, wenn es nicht sogar die Nummer 1 ist (zumindest für nicht-AF). Es wurde laut Canon's Camera Museum in 4 FD Versionen gebaut (das hier ist die letzte der vier), dazu kommt noch die "New FD" Version, die immerhin von 1979 bis zum Ende des FD-Bajonetts noch ca. 15 Jahre lang gebaut wurde. Optisch gesehen nichts wirklich außergewöhnliches, ein Doppelgauß mit 6 Linsen in 4 Gruppen, wie es fast alle Hersteller so oder ähnlich im Programm hatten. 

Für mich außergewöhnlich ist das FD Bajonett, eines der ganz wenigen Außenbajonette am Markt. Mit dem charakteristischen Chromring klemmte man das Objektiv über ein Vierteldrehung an den Bajonettbacken der Kamera fest. Canon bewarb dies als Vorteil, da sich nur dieser Ring drehte, Kamera, Objektiv und die Verindungen dazwischen aber in ihrer Position blieben. Anfang der 1990er allerdings, schwenke auch Canon mit der Einführung des EF Bajonetts für ihre neuen Autofokuskameras auf das allgemein übliche Innenbajonett um. Schon 1979 hatte man bei voller Kompatibilität den Chromring abgeschafft, Objektive mit dem "New FD" wurden dann auch drehend angesetzt. Das folgende Filmchen zeigt den Objektivwechesl mit Chromring...

 

2013-05-25

Canon AE-1


Als bekennender Nikon Fan (zumindest was analoge Kameras angeht) hätte ich nie gedacht, jemals eine Canon zu kaufen, aber hier ist sie. Canon vs. Nikon, diese Rivalität lebt auch heute noch in vielen Fotoforen und es ist bizarr, wie sich die Lager fast beschimpfen. Canon startete mit Leica-Kopien, Nikon mit Contax-Klonen, beide zusammen bewiesen, dass die japanische Kameraindustrie die deutschen Vorbilder spätestens ab Ende der 60er Jahre abgehängt hatte. Nikon hatte damals im Top-Segment bei den Profifotografen mit "der F" und dem darauf aufbauenden System die Nase lange vorn, Canon tummelte sich mehr bei den Consumer-Kameras. Spätestens aber mit der AE-1 schickte Canon eine Kamera in den Ring, die mit ca. 5 Millionen Einheiten eine der erfolgreichsten SLR Modelle überhaupt wurde und Canon zum ebenbürtigen Erzrivalen von Nikon machte.
 

Versetzen wir uns in das Jahr 1980: Canon AE-1 vs. Nikon FE, das ist Blenden- vs. Zeitautomatik, Außen- vs. Innenbajonett, links- vs. rechtsrum, horizontaler Tuch- vs. vertikaler Metall-Schlitzverschluss und noch ein paar andere kleinere Gegensätze. Interessant an diesem Vergleich ist, dass beide Kameras ihre Aufgaben ansonsten gleich gut lösen, die selbe Zielgruppe ansprechen (den anspruchsvollen Amateur) und zum Fotografieren eigentlich absolut austauschbar sind, Geschmackssache halt.

Die Canon AE-1 war ein Meilenstein im Kamerbau nicht nur weil sie einen so großen Markterfolg hatte. Sie war die erste wirklich elektronisch gesteuerte Kamera mit einer zentralen Prozesssteuerung (CPU), ohne Batterie ging nichts! Viele mechanische Verbindungen wurden durch elektrische Leitungen ersetzt, der Auslöser war nur noch ein Schalter, das Zeit- und Empfindlichkeitseinstellrad ein Potentiometer. Damit konnte man die Kamera höchst modular aufbauen und Canon konnte für spätere Kameramodelle auf bestehende Module zurückgreifen und quasi beliebig kombinieren. Außerdem wurden viele Gehäuseteile (auch wenn sie so aussehen) nicht mehr aus Metall, sondern aus galvanisierten ABS-Kunstsoff (Acrylnitril-Butadien-Styrol) spritzgegossen. Wenn man es genau nimmt, baute Canon eine Kamera wie sie der Markt erwartete, allerdings mit einem hochmoderen Produktionsverfahren und zu viel geringen Kosten als die Konkurrenz. Das wiederum führte zu niedrigeren Preisen und damit (zusammen mit einer groß angelegten Werbekampagne) zum großen Markterfolg.  Die Konkurrenz musste natürlich langfristig nachziehen und heutige Digitalkameras sind eigentlich fotografierende Computer, bestehen fast vollständig aus Kunsstoff und durch die modulare Bauweise können die Hersteller heute mindestens jährlich neue Modelle bringen. Die Canon AE-1 ist quasi der Urahn dieses Prinzips, auch wenn sie uns heute wie die typische 80er Jahre SLR erscheint.


Datenblatt Erste SLR mit Mikroprozessor (CPU)
Objektiv Wechselobjektive mit Canon FD Bajonett.
Verschluss Horizontaler, elektronischer Tuchschlitz-verschluß 1/1000s - 2s und B.
Belichtungsmessung Mittenbetonte TTL-Offenblendmessung, Empfindlichkeitseinstellung 25-3200 ASA. Computergesteuerte Blendenautomatik oder manuelle Blendeneinstellung.
Fokussierung manuell, mit Schnittbild und Mikroprimenring als Scharfstellhilfen.
Sucher SLR, 94% des Bildfelds, Suchervergrößerung 0.86x. Nadelanzeige für gewählte bzw. vorgeschlagene Blende, Warn-LED bei Unterbelichtng und manuellem Betrieb.
Blitz Mittenkontakt im Zubehörschuh und Synchronbuchse (X). 1/60s Synchronzeit. Zusätzliche Kontakte für Systemblitz, damit Blitzautomatik möglich.
Filmtransport Schnellschalthebel, mit optionalem Winder motorisch bis zu 2 B/s.
sonst. Ausstattung elektronischer Selbstauslöser, Abblendtaste, Anschlussmöglichkeit für Daten-Rückwand, Gegenlichttaste (+1.5 EV).
Maße, Gewicht ca. 141/87/48 mm, 590g ohne Objektiv und Batterie.
Batterie 6V (Queck-)Silberoxid PX28 bzw. 4LR44 oder 4 x LR44 1.5V Knopfzellen. Ohne Batterie nicht mal eingeschränkte Funktionen möglich.
Baujahr(e) 1976-1984
Kaufpreis, Wert heute $275, 730DM, 81.000 Yen (1976), heutiger Wert ca. US$80
Links Anleitung (english, deutsch, spanisch), Wikipedia, Service Manual, Canon Camera Museum, Modern Classic SLR

2013-05-23

Rolleiflex Original @work

Am letzten Aprilwochenende, wunderschönes Wetter bei uns in New Jersey, war es so weit: Ein erster Testfilm für meine Rolleiflex Original, immerhin schon 83 Jahre alt und gerade verschlussmäßig neu gereinigt und geölt. Den Film, einen Kodak Professional Porta 400 VC mit Ablaufdatum August 2012 habe ich im dunklen Keller auf eine 620er Spule umgespult. Wie ich an die Spulen gekommen bin, habe ich auch schon berichtet. Und natürlich habe ich den fertigen Film auch wieder auf die 120er Spule zurückbefördert, ich wollte ja die wertvollen 620er nicht an das Labor opfern.

Das Motiv waren die Great Falls of the Passaic River in Paterson, NJ, immerhin die zweitgrößten Wasserfälle der USA östlich des Missisipi (nach den Niagara Fällen). Als ich die Fotos endlich vom Labor zurückbekam, war ich ehrlich positiv überrascht. Bis auf zwei Aufnahmen, die ich aus Versehen verschossen hatte, waren alle anderen z.T. sehr gut geworden, so wie die beiden hier. Bei der (bei Sonne fast zwangsläufigen) Einstellung Blende 16, 1/300 s (kürzeste Verschlusszeit) kann man sicher gute Schärfe erwarten. Die Farben und Kontraste sind etwas flauer als wir es heute von vergüteten Objektiven gewohnt sind. Man muss aber bedenken, dass die Kamera damals für Schwarz-Weiß-Film gedacht war, erste Farbfilme gab es erst 10 Jahre, für den Massenmarkt erst 30 Jahre später.

Den Spass war's wert. Dennoch werde ich jetzt nicht regelmäßig mit dem Ding fotografieren. Das Scharfstellen mit der alten Mattscheibe ist eine Qual, und auch sonst fehlt es an den gewohnten Bequemlichkeiten modernerer Fotoapparate. Ich habe aber noch andere Filme, die ich für weitere Tests anderer alter Schätzchen aufbewahre.

2013-04-30

Bliebteste Kamera (iPhone 4S)


Das ist sie, die derzeit beliebteste Kamera der Flickr Community. Nicht die rechts, sondern die im iPhone 4S (links in meiner selbst gestalteten iPhone-Schutzhülle, rechts das Model). Es ist schon bemerkenswert, dass die drei neuesten iPhone Modelle die Statistik bei Flickr klar anführen. Auf den Plätzen 4 und 5 folgen dann die beiden erfolgreichsten DSLR. Von allen vier bisherigen iPhone Modellen, die eine Kamera haben gibt es bei Flickr bis zum heutigen Tag 161 Millionen Fotos (von insgesamt über 7 Millarden, das sind immerhin 2.3% für nur 4 der insgesamt ca. 2500 Kameramodelle, die in Flickr's Statistik mitspielen) 
Ich muss zugeben, dass ich die Kamera auch häufig benutze. Das liegt auch an der sehr guten Qualität der Fotos, der Apple typischen einfachen Handhabung sowie der speziellen Funtionen, die ich z.B. bei meiner Olympus E-PL1 vermisse: Einfach mal ein Panorama durch einfachen Kameraschwenk erstellen, oder HDR, einfach genial - genial einfach! Und natürlich daran, dass man sie einfach immer dabei hat...
Hier ein paar technische Details, Apple selbst geht recht sparsam damit um: 8 Megapixel (3264 x 2448) auf einem 1/3.2" (5.68 x 4.54 mm) CMOS Sensor. Das Objektiv hat fünf Linsen, eine Brennweite von 4.28 mm (entspricht ca. 33 mm bei KB) und eine angenehme Öffnung von 1/2.4, was neben der recht hohen Empfindlichkeit des Sensors Fotografieren selbst bei schlechtem Licht erlaubt. Ach so, Videos kann sie auch und Blitzen und jede Menge andere Gimmicks in Software. Nicht zu vergessen, das Fotos schon Sekunden nach der Aufnahme bei Flickr oder anderen social Networks erscheinen (können).
Image courtesy of Apple Inc.
Mein Case oben ist übrigends von PictureItOnCanvas, aber es gibt auch noch viele andere, die im Internet selbstgestaltete iPhone-Hüllen anbieten.

2013-03-24

California Museum of Photography

Gestern habe ich auf einer Kalifornienreise kurz beim o.g. Museum in Riverside reingeschaut. In modernem Ambiente gibt es auf drei Etagen wechselnde Fotoausstellungen und Videoinstallationen. Derzeit geht es um Raumfahrt...
Es gibt aber auch als ständige Ausstellung einen Raum mit einer kleinen, aber feinen Kamerasammlung. Schwerpunkt liegt auf technischen Innovationen und den Beginn der Massenfotografie (erste Kodak Kameras etc.). Highlight der Sammlung für mich war die Ermanox. Der Besuch hat sich gelohnt zumal auch der Eintritt gestern frei war...

 

Yesterday, during a California trip I stopped by at above mentioned museum in Riverside. In a modern setting, there are three floors of changing photographic exhibitions and video installations. Currently it's all about outer space...

But there is also a permanent exhibition in a room with a small but exquisite camera collection. Focus is on technical innovation and the beginning of mass Photography (first Kodak cameras, etc.). The highlight of the collection for me was the Ermanox. The visit was worthwhile especially as there was free admission yesterday...

2013-03-17

Minolta (Maxxum) 7000


Kaum ein anderes analoges SLR-Modell hat die Kameraindustrie so entscheidend verändert wie Minolta's 7000 AF (in den USA: Maxxum 7000, in Japan: alpha 7000), der deutsche Wikipedia Artikel spricht vom Sputnikschock der Fotoindustrie. Als sie Anfang 1985 auf den Markt kam, ist sie erstmal nur die erste Autofokus Kleinbild Spiegelreflex für Wechselobjektive mit einem im Gehäuse integrierten Fokusmotor, kurz: die erste moderne AF-SLR. Das alleine erklärt aber nicht ihren durchschlagenden Erfolg, den sie damals hatte. Der kommt daher, dass sie alle aktuellen Neuentwicklungen in sich vereinte, bei denen sie zwar nicht die erste war, aber zumindest zu den ersten gehörte:
  • Computer gesteuerte (wählbar) Programm-, Zeit- und Blendenautomatik (Canon A-1, 1978)
  • eingebauter motorischer Filmtransport inkl. automatische Filmeinfädelung (Konica FS-1, 1979)
  • LCD Display im Sucher (Nikon F3, 1980)
  • Steuerung über Tiptasten statt traditioneller Einstellräder (Pentax ME-Super, 1980)
  • TTL-AF Sensor per passiver Kontrast Erkennung (Pentax ME-F, 1981)
  • Multi-LCD Display zur Darstellung der eingestellten Parameter (Pentax Super-A, 1983)
  • motorische Filmrückspulung (Canon T70, 1984)
  • leichtes Gehäuse, vollständig aus Kunststoff (Konica TC-X, 1984)
  • automatische Erkennung der Filmempfindlichkeit per DX-code (Konica TC-X, 1984)
...und noch einige andere "Kleinigkeiten". In der SLR Kamerageschichte ist das höchstens vergleichbar mit dem Erscheinen der Nikon F (1959), die damals auch alles technisch verfügbar Beste in sich vereinte und damit das Erscheinungsbild von KB Spiegelreflexkameras bis ... ja bis zur Minolta 7000 AF... prägte.
Gut zu erkennen ist Minoltas neues A-Bajonett mit den 5 elektrischen Kontakten und der kleinen AF-Motor-Kupplung unten rechts. Der Spiegel war strukturiert halbdurchlässig, um Licht und Informationen für den AF-Sensor im Boden der Kamera durchzulassen und aufzubereiten.
Minolta ging damals volles Risiko mit einem neuen Bajonett (und Auflagemaß!), einer ganzen Reihe passender Objektive und weiterem Systemzubehör, was nicht mehr zu den existierenden Minolta Kameras passte. Minolta setzte also alles auf eine Karte und gewann: Die Kamera katapulierte Minolta an die Spitze der japanischen Kameraindustrie. Die Konkurrenten folgten recht bald (müssen also schon das eine oder andere in der Entwicklungspipeline gehabt haben): Nikon F-501, Canon EOS 650, Pentax SFX und Olympus OM-707. Letztere war fast ein Klon der Minolta und interessanterweise die am wenigsten erfolgreiche von allen. Minolta nutzt auch seinen Vorsprung und baut das System mit weiteren Kameras aus. Klassische nicht-Autofokus SLR's existierten natürlich noch eine Weile, aber die Minolta 7000AF wurde schnell zum Archetyp moderner Spiegelreflexkameras.



Die Geschichte geht aber für Minolta nicht ganz gut aus. Man dachte, die Technologie genügend durch Patente geschützt zu haben, die von Leitz seit Ende der 1960er Jahre angemeldet wurden. Leitz und Minolta hatten eine recht enge Kooperation während der 70er Jahre und Leitz entschied damals die Patente nicht selbst zu nutzen, sondern Minolta zu überlassen. Ein Patentgericht in New Jersey entschied aber 1992 abschließend anders. Honeywell hatte geklagt, dass ihre Technologie verwendet würde und bekam Recht, wie ich schon in meinem Beitrag zur Konica C35AF berichtet habe (siehe die Links dort). Anhand der gezahlten Strafen, die auch die anderen großen Kamerahersteller betrafen, kann man recht genau deren Marktstellung ablesen. Danach hatte Minolta mehr als 50% des SLR-AF Marktes. 

Die Strafe traf Minolta trotz des zunächst anhaltenden Markterfolges hart. Große Investitionen in die Entwicklung der nicht wirklich erfolgreichen APS Kameras spülten weitere Verlusste in die Bilanz, dann kam noch die digitale Fotorevolution, der man wohl finanziell nicht mehr gewachsen war. Man rettete sich zunächst (2003) in eine Fusion mit Konica, um dann schon 2006 das Kamerageschäft an Sony zu verkaufen. Sony verwendet allerdings heute noch das mit der 7000 AF eingeführte Bajonett und alle AF Objektive von 1985 können an den modernsten Sony DSLR Kameras verwendet werden. Das hier abgebildete Zoomobjektiv stammt von 1993, 1985 gab es ein 35-70 mit "fester" Blende f/4.

Datenblatt Erste moderne Autofokus SLR
Objektiv AF-Wechselobjektive mit Minolta A-Bajonett.
Verschluss Vertikaler, elektronischer Metall-Lamellenschlitzverschluß 1/2000s - 30s und B.
Belichtungsmessung Mittenbetonte TTL-Offenblendmessung, Empfindlichkeitseinstellung 25-6400 ASA. Computergesteuerte Belichtungsautomatik (P, A, S, M) mit P-shift. Belichtungskorrektur +/- 4 in 0.5 Stufen.
Fokussierung Autofokus mit AF-Motor in der Kamera. Schärfeindikator mit drei LED im Sucher, Datenkommunikation mit AF-Objektiv durch 5 Kontakte am Bajonett, manueller Fokus.
Sucher SLR, 94% des Bildfelds, Suchervergrößerung 0.85x. Anzeige von Blende, Betriebsart und Zeit durch LCD Display.
Blitz Mittenkontakt im Zubehörschuh und Synchronbuchse (X). 1/100s Synchronzeit. Zusätzliche Kontakte für Systemblitz, TTL Blitzmessung.
Filmtransport motorisch bis zu 2 B/s, Rückspulen ebenfalls per Motor.
sonst. Ausstattung elektronischer Selbstauslöser, keine Abblendtaste, Anschlussmöglichkeit für Computer-Rückwand mit erweiterten Kamerafunktionen, Anschluss für elektrischen Fernauslöser, DX-Kodierung wird unterstützt.
Maße, Gewicht ca. 138/92/52 mm, 555g ohne Objektiv und Batterien
Batterie 4 x AAA, optional andere Batteriehandgriffe für AA oder Li-Batterien mit erhöhter Kapazität.
Baujahr(e) 1985-1988
Kaufpreis, Wert heute $500 (1985), heutiger Wert ca. US$30
Links Manual (english), Wikipedia, Marc's Seite, Werbung (Video von 1986),Shutterbug list of top 20 cameras of all times, Schnittzeichnung

2013-03-11

Pentax ME F



Dieses Kameragehäuse konnte ich günstig im März 2013 erwerben und habe an dieser Stelle auch über diesen Meilenstein berichtet. Im Mai 2018 konnte ich das Schätzchen endlich mit dem entsprechenden AF-Objektiv komplettieren. Daher gibt es jetzt einen neuen Post hier...

2013-03-08

SMC Pentax-A 50 mm f/1.7

Endlich ein Standardobjektiv für meine Pentax K-1000, gefunden auf dem letzen Kameramarkt. Die K-1000 wurde zwar hauptsächlich mit dem SMC Pentax-M 50mm f/2 verkauft, dieses passt aber natürlich auch. Es stammt aus Mitte der 1980er Jahre und wurde mit der neuen Pentax-A Kameraserie angeboten, die nun auch Blenden- und Programmautomatik bot.  Natürlich ist es abwärtskompatibel und funktioniert auch an früheren Zeitautomaten und an der manuellen K-1000. Viel mehr gibt es eigentlich dazu nicht zu sagen: ein Doppelgauß-Typ mit 6 Linsen in 5 Gruppen. Ich vermute, dass die Abbildungsleistung fast identisch sein wird zu einigen der anderen originalen Standardobjektiven mit ähnlicher Lichtstärke (z.B. diesem hier). Pentax-Fans heben gerne die besonders gute Vergütung aller Pentax SCM Objektive hervor, SMC steht für Super Multi Coating, dazu irgendwann mal mehr in einem eigenen Beitrag.