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2025-12-29

Exa 500

Im Jahr 1936 baute die Ihagee in Dresden die erste Kleinbild-SLR: die Kine-Exakta. Eine Kamera, die in vielen Aspekten ihrer Zeit voraus war und auch nach der Zwangspause durch den 2. Weltkrieg wieder aufgelegt wurde. Sie setzte Maßstäbe und wurde der Innbegriff der Systemkamera mit einer breiten Wechselobjektiv- und Zubehörpalette. Als Kamerahersteller genoss Ihagee sicher die Reputation als High-End Hersteller, konnte aber davon alleine wirtschaftlich nicht überleben. Während andere in dem 1950er Jahren ihre ersten SLRs überhaupt auf den Markt brachten, wurde Ihagee 1950 der Erfinder der Einsteiger-SLR, sprich: Eine eigene Kameralinie unter eigenem Namen (EXA), die vom Image der großen Schwester EXAKTA profitiert, aber sonst konsequent auf low-Budget getrimmt wurde. 
Beispielsweise hatten die ersten Exas einen so genannten Klappverschluss, bei dem der Spiegel die Rolle eines Verschlussvorhangs mit übernimmt. So und durch andere Maßnahmen ließen sich Teile und entsprechend Produktionskosten sparen. Ich will hier nicht die Geschichte der Exa-Serie im Detail wiederholen, dazu gibt es exzellente und ausführliche Seiten im Netz, siehe Links unten in der Tabelle. Die Exa 500 ist technisch gesehen das Top-Modell der Serie und hatte mit Rückschwingspiegel und der 1/500 s als kürzeste Zeit auch was zu bieten. 

Die EXA 500 neben ihrer Ahnin Exa II, die das erste Modell einer zweiten Exa-Linie mit fest eingebautem Prisma war. Ab 1963 teilten sich alle Exa-Modelle das selbe, etwas größere und abgerundete Gehäuse mit der komplett abnehmbaren Rückwand.

Exa Kameras waren insbesondere in den 50er und 60er Jahren auch auf westlichen Märkten sehr erfolgreich, insgesamt wurden zwischen 1.1 und 1.27 Millionen Stück (da scheiden sich manche Quellen) in 38 Jahren gebaut. Die Exa 500 steuert dazu ca. 103.000 bei. Mit ihr wurde 1969 das letzte Modell der "Exa II"-Serie mit fest verbautem Prisma wieder eingestellt. Das hing vermutlich damit zusammen, dass die bisher relativ unabhängig in der sozialistischen Planwirtschaft agierende Ihagee (ein Holländer war Hauptaktionär) nun doch bis 1970 komplett in den VEB Pentacon integriert wurde. Pentacon baute dann ab 1970 nur noch jeweils ein Exa-Modell, das war bis 1977 noch die Exa Ia, dann die Exa Ib (jetzt mit M42) und ab 1985 bis 1987 die Exa Ic 

Viele Exas, darunter auch mein Exemplar, sind nicht mehr funktionsfähig. Die doch an vielen Stellen „billige“ Konstruktion insbesondere bei Filmtransport und Verschluss ist anfällig für Defekte und meist lohnt sich eine Reparatur nicht mehr, bzw. ist mangels Ersatzteilen unmöglich. Ich war natürlich neugierig und habe mein gutes Stück aufgeschraubt, wie man an den Bildern sieht. Die Deckkappe für den Transportmechanismus habe ich nicht abbekommen, vermutlich hakt es dort und so bleibt mein Exemplar nur der Platz im Regal.

Datenblatt Einsteiger SLR für Wechselobjektive mit Exakta-Bajonett
Objektiv Exakta-Bajonett Wechselfassung, hier mit Meyer Domiplan 50 mm f/2.8 (Triplet).
Verschluss Vertikaler Tuchschlitzverschluss, B-2-4-8-15-30-60-125-250-500 (1/s), T möglich durch B + Auslösesperre.
Fokussierung Manuell auf SLR-Mattscheibe, Rückschwingspiegel. Einige Kameras hatten eine Mikroprismen/Fresnellupe als Einstellhilfe, dieses nur eine Mattlupe.
Sucher SLR, rotes Fähnchen, wenn Verschluss noch gespannt werden muss.
Blitz Anschluss per PC-Buchse, Synchronzeit 1/30 s (X) bzw. 1/125 s (M)
Filmtransport Mit Schnellspannhebel, 120°, Rückspulkurbel, Bildzählwerk (rückwärts), manuell. Möglichkeit einer aufnehmenden Patrone.
sonst. Ausstattung Auslösesperre, Stativgewinde 1/4'', Drahtauslösergewinde, Filmempfindlichkeitsmerkscheibe, Gurtösen
Maße, Gewicht 97x130x50/82 mm, 640g/796g (ohne/mit Objektiv)
Baujahr(e) 1966-1969, 103.000 Kameras
Kaufpreis, Wert heute 258 DDR-Mark (1970, nur Gehäuse), 93 Mark für Domiplan, 
Links Camera-Wiki, Photobutmore, Broschüre, Bedienungsanleitung (deutsch), Manual (English), Dresdner-Kameras, Ihagee.org, Exaklaus-Liste 

2025-06-07

50 Jahre Pentax-K Bajonett

Diese Tage (vermutlich am 1. Juni) feiert das Pentax K-Bajonett seinen 50. Geburtstag. Es ist neben dem 16 Jahre älteren Nikon F-Bajonett der einzige Objektivanschluss für (D)SLR-Kameras, der mit meist auf- und abwärts kompatiblen Modifikationen heute immer noch Verwendung findet und gebaut wird. Sprich: Man kann viele heute 50 Jahre alte Objektive an eine nagelneue DSLR anschließen und damit (mit Funktionseinschränkungen) fotografieren. 

Technische Details, Quelle: KMP
Bei der Präsentation seiner neuen K-Kameraserie und dem dazu gehörigen neuen Bajonett bei ihrer Blockbuster Geburtstagspartie im Imperial Hotel in Tokyo Anfang Juni 1975 wagte die Asahi Optical Company einen mutigen, aber längst überfälligen Schritt. 

Als erste japanischer SLR-Hersteller hatte man lange und erfolgreich auf das von Praktica und Contax eingeführte M42-Schraubgewinde gesetzt und es damit über die Jahre mit den exzellenten Takumar-Objektiven aber auch herausragenden Kamerakonstruktionen wie der Spotmatic noch populärer gemacht. Viele andere Kamera- und auch Objektivhersteller schlossen sich diesem lizenzfreien Standard an. 

Den etwas umständlicheren Objektivwechsel beim M42-Drehgewinde mit seinen fast 3 kompletten Umdrehungen verglichen mit einem kurzen 50-70° Dreh beim Bajonett ließen sich die Fotografen vielleicht noch gefallen. Aber spätesten mit TTL-Messung am Ende der 1960er und Automatisierung der Belichtung am Anfang der 1970er wurde klar, dass das Schraubgewinde gegenüber präzise in Position einrastenden Bajonetten nicht mehr mithalten konnte. Auch klappte die Abstimmung zwischen den inzwischen zahlreichen M42-Verwendern nicht mehr, so dass z.B. 6 verschiedene Varianten für die TTL-Offenblendmessung entwickelt und vermarktet wurden. Darüber hatte ich hier schonmal geschrieben.

Als größter und wichtigster M42-"Eigentümer" träumte Asahi Pentax von einem ebenso erfolgreichen Nachfolger-Standard in Form eines Bajonetts. Dazu suchte man zunächst (so sagen es einige Quellen) die Kooperation mit Zeiss (ob Zeiss Ikon oder Carl Zeiss - der Objektivhersteller - bleibt vage), die aber 1972 wegen des Ausstiegs der Deutschen aus der Kameraproduktion abgebrochen wurde. Wieviel vom endgültigen K-Bajonett-Standard aus der Kooperation stammt ist auch nicht überliefert. 

Jedenfalls kam es dann 1975 zur Markteinführung und Pentax brachte auf einen Schlag drei Kameras und sogar 26 Objektive mit diesem Bajonett auf den Markt. Die Kameras und auch viele Objektive waren eigentlich alte M42-Bekannte, das Flaggschiff Pentax K2 eine upgegradete ESII. 1976 dann kamen mit der M-Serie wirklich neue Kameras um das K-Bajonett herum. Pentax träumte allerdings auch alleine weiter vom Standard (oder wurde durch Klauseln im Zeiss-Vertrag dazu gezwungen...???) und lizenzierte das K-Bajonett großzügig (oder gar kostenfrei?) an viele kleinere SLR-Hersteller. Insbesondere Cosina's CT-1 und ihre vielfältigen Handelsmarken-Varianten machten den Objektivanschluss auch über die Pentax-Community hinaus populär. Ich erinnere mich noch selbst, dass bis spätestens dem Aufkommen der AF-SLR das K-Bajonett als universeller Standard von vielen Experten zumindest diskutiert wurde.
 
Im Laufe der nun 50 Jahre ist auch das K-Bajonett nicht stehengeblieben. Es wurden immer wieder Modifikationen implementiert, deren Details ich anderen Web-sites überlasse (siehe Links unten). Ricoh, als heutiger Eigentümer der Marke Pentax und der dazugehörigen Technologie ist jedenfalls stolz auf weitestgehende Kompatibilität wie ganz oben beschrieben. Für die vielen Besitzer größerer M42-Objektivsammlungen hatte Pentax übrigens einen Adapter im Programm, der ins Innere des weiten Bajonetts passte und trotz des exakt gleichen Auflagemaßes von 45.46 mm ein entsprechendes M42-Gewinde bereitstellte. Damit ließ sich zumindest bei Arbeitsblende fotografieren. 

Datenblatt Bajonett-Anschluss für SLR-Objektive
Auflagemaß 45.46 mm (übernommen von M42x1-Gewinde)
Durchmesser 44/48 mm (innen inkl./exkl. Bajonett-Zungen) 
max.  Öffnungswinkel  52° (bildseitig)
sonst. Funktionen mechanische Übertragung der eingestellten Blende, Offenbeldhebel, weitere Funktionen (z.B. AF etc.) wurden in späteren varianten implementiert.
Verwendet vonPentax, Ricoh, Chinon, Cosina, Miranda, Sigma, Vivitar, Zenit, u.a.
Links Wikipedia (DE), Wikipedia (EN), Wikipedia (EN, lens mount), Pentax K-mount page, Article Popular Photography 1975, The Evolution of the Pentax-K mount, Pentax-SLR, 
Bei KniPPsen weiterlesen Pentax ME-F und AF35-70 f/2.8, Pentax Spotmatic, Pentax K-1000, Pentax Spotmatic F, Asahi Pentax ES, Cosina CT-1, M42-Offenblendvarianten


2019-10-26

Praktica BX-20S


Die Praktica BX20S ist die letzte 35mm SLR "made in Germany", hat aber bis auf ein etwas moderneres Plastikdesign und ein paar Kleinigkeiten dieselben technischen Fähigkeiten wie ihre Vorgängerin BX20, welches wiederum das letze kommerziell erhältliche SLR-Modell des VEB Pentacon aus der DDR war. Ich habe schon einige Praktica Kameras in meiner Sammlung, bisher alle mit M42-Objektivgewinde. Eine Praktica mit dem ab 1979 erhältlichen B-Bajonett fehlte noch und mir war schon lange klar, dass wenn überhaupt eine B-Kamera, dann diese BX20S. Eben weil sie die letzte ihrer Art war und die ganze Geschichte mit der Wende dranhängt. 
Ich habe mich also schon seid einiger Zeit umgesehen und feststellen müssen, dass für das Ding ganz schöne Preise aufgerufen werden. Zum einen gibt es sogar noch unbenutzte und originalverpackte Einheiten, zum anderen gab es am Ende der Produktion kleinere Sonderserien (insbesondere die letzten 100, sowie 280 grüne und 155 grün-schwarze), die wegen der limitierten Zahl die Sammler auf den Plan rufen. Deren hohe Preise von ein paar 100 Euros scheinen auch auf die ganz normalen gebrauchten Exemplare abzufärben. Ich habe jetzt endlich recht günstig ein sehr gut erhaltenes Exemplar, sogar mit frischer Batterie und etwas Zubehör ergattert. 

Mein persönlicher Eindruck von der Kamera war dann in mehrerer Hinsicht ambivalent. Auf der einen Seite das äußere konsequent durchgängige Plastikgehäuse, durchaus wohlgeformt und angenehm in der Hand liegend. Gleichzeitig merkt man am Gewicht der Kamera, dass drinnen durchaus noch einiges an Metall und Glas verbaut wurde. Der Druck auf den Auslöser startet einen satten und warmen Spiegel- und Verschlussablauf, während das anschließende Spannen mit dem wackligen Schnellschalthebel einem die Nackenhaare aufstellen lässt: Am Ende des Aufziehens gibt es stets ein lautes Knacken und man glaubt etwas kaputt zu machen. Mit dem hellen und übersichtlichen Sucher und seinem innovativen Tripelmesskeil in der Mitte macht das Scharfstellen Spaß, während an der Seite kleine rote LED's nervös flackern.
Ansonsten bietet die Kamera einen technischen Standard, den man unbedarft in die frühen 80er verorten würde. Allerdings gab es nach Einführung der Autofokusgeneration ab Mitte der 80er und bis spät in die 90er weiter einen Markt für solche pre-AF SLR Kameras, man denke z.B. an die Nikon FE10 und ähnliche Cosina-made Gehäuse. Hier war die BX20S durchaus eine unabhängige Alternative für die es preiswerte, aber durchaus leistungsfähige Objektive gab. Ob allerdings das "Made in Germany" irgendwen hier überzeugen konnte, möchte ich bezweifeln. Das war sicher für die Leica R7 der Fall, die andere in den 90ern noch in Deutschland hergestellte SLR. Die spielte aber technisch und preislich in einer anderen Liga.  

DatenblattLetzte KB-Spiegelreflexkamera made in Germany 
Objektiv Wechselobjektive mit Praktica-B Bajonett. Hier mit PRAKTICAR MC 28-50 mm f/2.8-3.5 (made by Sigma, Japan). Elektrische Übertragung der eingestellten Blende an die Kamera.
Verschluss Elektronisch gesteuerter, vertikaler Metalllamellenverschluss . Stufenlos 40s - 1/1000 s bei Zeitautomatik, 1s - 1/1000 s und B bei Nachführmessung. Blitzsynchronisation bei 1/100s.
Belichtungsmessung TTL, mittenbetont integral, Si-Photodioden, 12-3200 ASA (DX). Automatische Belichtungssteuerung (Zeitautomatik) oder Nachführmessung mit wählbaren Zeiten. Belichtungskorrektur +/-2 in ganzen Stufen. Messwertspeicherfunktion (AEL).
Fokussierung Manuell am Objektiv, Einstellscheibe mit Tripelmesskeil (Schnittbild) und Mikroprismenring.
Sucher Fest eingebauter Pentaprismensucher (95%), eingespiegelte Blende, LED-Anzeige(n) für Belichtungsmessung (Zeiten), Blitzbereitschaft, Batteriekontrolle und AEL. 
Blitz Zubehörschuh mit Mittenkontakt, Extra-Kontakte für TTL-Blitzsteuerung nach SCA-321 Standard, kompatibel zu Olympus
Filmtransport Schnellschalthelbel, Rückspulkurbel, Bildzählwerk (vorwärts zählend), Anschluss für Motoraufzug.
sonst. Ausstattung mechanischer Selbstauslöser (10s), gleichzeitig Abblendtaste, ISO-Gewinde für Drahtauslöser, Stativgewinde, Hauptschalter, Filmdosenfenster in der Rückwand.
Maße, Gewicht ca. 141/88/49 mm, 510g (ohne Batterie und Objektiv)
BatteriePX28 (6V, 4 x LR44 oder SR44 möglich)
Baujahr(e) 1992-2001, ca. 33.000 Exemplare, dieses #5138412 von 03-1995, eigentliche Serienfertigung endete 1999, eine limitierte Serie von 100 Kameras wurde 06-2001 das offizielle Ende der deutschen SLR Produktion)
Kaufpreis, Wert heute ca. 300 DM (?, 1995), heute ca. 100€
Links Bedienungsanleitung (dreisprachig), Dresdner Kameras, BX20 Teardown video, Praktica B-Kameras
Bei KniPPsen weiterlesenPraktiflex, Contax F, Praktica F.X2, Praktica LLC, Praktica PL electronic, Praktica LTL3, 65 Jahre deutsche SLR, Deutsche SLR Statistik

2018-10-05

M42 Fujica Variante


Das M42 Objektivgewinde (eigentlich M42x1mm, Auflagemaß: 45.46mm) war lange Zeit DER Standard zum Anschluss von Wechselobjektiven an Spiegelreflexkameras. Eingeführt 1949 für die Contax S sowie spätere Praktica Kameras wurde es lange Zeit auch Praktica-Gewinde genannt. Weltweit populär wurde es auch durch die Verwendung durch Asahi Pentax (damals japanischer Marktführer) und anderen Herstellern, die sich kein umfangreiches eigenes Objektivprogramm leisten konnten oder wollten und gerne auf die riesige Auswahl an verfügbaren Objektiven verwiesen. Mit der Praktica F.X2 kam 1956 die automatische Springblende (zu erkennen am kleinen silbernen Pin). Dieses Update kam wohl noch früh genug, um allgemein auch von allen anderen Herstellern angenommen und damit zum Standard zu werden.    
Was dann nicht mehr geklappt hat, war einen Standard für die Offenblend-Belichtungsmessung abzustimmen. Hier kochte dann jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, um der Kamera irgendwie die am Objektiv eingestellte Blende mitzuteilen, ohne vor dem Auslösen abzublenden. Während Pentacon bei der Praktica LLC auf elektrische Kontakte setzte, beruhen alle anderen Lösungen auf mechanischer Übertragung: 1968: Pentacon Super, 1970: ZeissIkon Ikarex TM,  1971: Olympus FTL, Pentax ES, 1972: Fujica ST-801, 1974: Mamiya MSX 1000.
Hier ist also die Fujica-Variante, realisiert durch einen maximal 1mm breiten Mitnehmer am Blendenring des Objektives, der einen Ring rund ums Kameragewinde schiebt, gekuppelt durch einen ebenfalls winzigen Pin. Weil ja beim M42-Gewinde das Objektiv nicht immer gleich fest "angezogen" wird, rastet es bei Fujica nun ein. Zum Abnehmen des Objektivs muss wieder entriegelt werden. Es kommt fast Bajonett-Feeling auf! 


Das Ganze ist abwährtskompatibel, das heißt, andere M42-Objektive können (ohne Offenblendfunktion) an der Fujica-Kamera verwendet werden. Allerdings verhindert der etwas überstehende Blendenmitnehmer die Verwendung von entsprechenden Fujinon-Objektiven an vielen anderen M42-Kameras. Bei meiner Praktica LTL3 jedenfalls ging es nicht.

2013-05-27

Canon FD 50 mm f/1.8 SC

Canon's Standardobjektiv in den 70er und 80er Jahren ist angeblich das meistverkaufte und -benutzte Objektiv mit FD Bajonett. Wenn man bedenkt, dass die AE-1 sich allein mehr als 5 Millionen mal verkaufte (und das meist mit dieser Linse) und auch die anderen Canon Kameras der Zeit es trugen, dann kann wohl behaupten, dass es zu den meistverkauften Wechselobjektiven überhaupt gehört, wenn es nicht sogar die Nummer 1 ist (zumindest für nicht-AF). Es wurde laut Canon's Camera Museum in 4 FD Versionen gebaut (das hier ist die letzte der vier), dazu kommt noch die "New FD" Version, die immerhin von 1979 bis zum Ende des FD-Bajonetts noch ca. 15 Jahre lang gebaut wurde. Optisch gesehen nichts wirklich außergewöhnliches, ein Doppelgauß mit 6 Linsen in 4 Gruppen, wie es fast alle Hersteller so oder ähnlich im Programm hatten. 

Für mich außergewöhnlich ist das FD Bajonett, eines der ganz wenigen Außenbajonette am Markt. Mit dem charakteristischen Chromring klemmte man das Objektiv über ein Vierteldrehung an den Bajonettbacken der Kamera fest. Canon bewarb dies als Vorteil, da sich nur dieser Ring drehte, Kamera, Objektiv und die Verindungen dazwischen aber in ihrer Position blieben. Anfang der 1990er allerdings, schwenke auch Canon mit der Einführung des EF Bajonetts für ihre neuen Autofokuskameras auf das allgemein übliche Innenbajonett um. Schon 1979 hatte man bei voller Kompatibilität den Chromring abgeschafft, Objektive mit dem "New FD" wurden dann auch drehend angesetzt. Das folgende Filmchen zeigt den Objektivwechesl mit Chromring...