2026-08-13

Exa Ic

Diese jüngste Erwerbung für meine Sammlung habe ich auf einem kleinen Flohmarkt in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) entdeckt. Ich glaube es ist tatsächlich meine erste Kamera (und es gibt schon einige andere) aus der ehemaligen DDR, die ich tatsächlich auf dem Gebiet der ehemaligen DDR gekauft habe. Dass dies eine DDR-Kamera ist, ist wichtig, denn nirgendwo sonst als in der sozialistischen Planwirtschaft wäre diese Kamera in den Jahren 1985 - 1987 noch so gebaut worden.

Richtig, denn 1985 war das Jahr als international die 5. Generation der analogen KB-SLR in Gestalt der Minolta AF 7000 das Licht der Welt erblickt (siehe meine Definition der Generationsfolge). Die Exa 1c ist im Gegensatz dazu lediglich die technologisch fast unveränderte Reinkarnation der ersten EXA von 1950, und gehört damit zur 1. Generation. Sie war nur deshalb (so wie ein Trabant etc.) noch verkäuflich, weil es schlicht in der DDR keine westlichen Alternativen gab.

Die Exa-Kameraserie ist mit 37 Jahren die am längsten produzierte SLR-Reihe der Welt und die 1c ihr letztes Modell. Gestartet 1950 als technisch vereinfachte Exakta und damit die erste günstige Einsteiger-SLR auf dem Markt (eine solche fehlt noch in meiner Sammlung). Ab 1959 gab es eine zweite Exa-Linie mit fest verbautem Prisma und weitere technische Verbesserungen, die dann mit der EXA 500 1966 ihren Höhepunkt erreichten. Ab 1968 und der Eingliederung der bisher noch einigermaßen unabhängig agierenden Ihagee in den VEB Pentacon ging es nur noch bergab. 1969 wird die zweite Linie wieder eingestellt und man nähert sich technologisch wieder dem ursprünglichen Einstiegsmodell. Außerdem stellt man ab 1977 vom bisherigen Exakta-Bajonett auf das M42-Gewinde um. Jegliche "Innovation" wird nur noch in die Vereinfachung sprich Reduzierung der Herstellkosten gesteckt und so hält in den 1980ern Kunststoff (oder wie man in der DDR sagte: Plaste) Einzug in die Produktion. Gerade die 1c hat mit Frontschild, Boden und Deckkappe sehr viel davon. Wer mehr Details möchte, dem seien die unten verlinkten Seiten wärmstens empfohlen.

Mein Exemplar ist in einem äußerlich exzellent Zustand und anscheinend sehr pfleglich von seinem Vorbesitzer behandelt worden. Das angeschraubte Pentacon auto 1.8/50 Normalobjektiv hieß früher einmal Meyer Oreston und spielt qualitätsmäßig eigentlich in einer anderen Liga als die Kamera selbst, wurde aber in den 80ern zu fast jeder Pentacon SLR geliefert. Ich denke, ich werde beides bei Gelegenheit wieder verkaufen, wer Interesse hat, bitte melden... 

Datenblatt Späte, mechanische Einsteiger-SLR mit M42
Objektiv Pentacon Auto 50 mm f/1.8 (Doppel-Gauss 6 Linsen), Blendeneinstellung rastend in halben Stufen, kleinste Blende 16, minimale Entfernung 0,33 m. Auswechselbar gegen eine riesige Auswahl an M42-Objektiven und Zubehör.
Verschluss spezieller Klappverschluss B-30-60-125-175, mit dem Spiegel als erstem "Vorhang" und einem gebogenem zweitem Verschluss-Blech. Spiegel kehrt erst mit Spannen wieder zurück.
Fokussierung Manuell am Objektiv, Einstellung über Mattscheibe
Sucher aufklappbarer Lichtschachtsucher mit optinaler Einstelllupe. Auswechselbar gegen Prismensucher (optionales Zubehör)
Blitz Anschluss über PC-Buchse, Synchronzeit 1/30 s
Filmtransport Schnellschalthebel mit integriertem Bildzählwerk und Filmempfindlichkeits-Merkscheibe, Rückspulkurbel. Filmpatronen können auch beidseitig eingesetzt werden.
sonst. Ausstattung Stativgewinde 1/4'', Gurtösen
Maße, Gewicht 128x90x47/85 mm, 464 g/666 g (ohne/mit Objektiv)
Baujahr(e) 1985-1987, diese hier Nr. C 086350 von Anfang 1987
Kaufpreis, Wert heute 350 Mark (1987), je nach Zustand 20 - 50 €
Links Camera-Wiki, Exaklaus, Lomography, Dresdner-Kameras, Bedienungsanleitung, Photo but more - EXA
Bei KniPPsen weiterlesen Exa 500, Exa II, Kine-Exakta, Produktionszahlen deutscher SLR, die letzte deutsche SLR65 Jahre deutsche Spiegelreflex

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