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2026-01-08

Carl Zeiss Jena Sonnar 135 mm f/4

Zusammen mit der Exa 500 bekam ich neulich auch dieses Schätzchen geschenkt. Es handelt sich um das zahlenmäßig erfolgreichste Wechsel- bzw. präziser Zusatzobjektiv von Carl Zeiss Jena, gerechnet und gebaut ab ca. 1932 zunächst für die Contax, dann nach dem 2. Weltkrieg in verschiedenen Wechselfassungen und Design-Versionen. Angeblich wurden bis 1988 in Jena 470.000 Exemplare gebaut, die meisten davon allerdings in der ab Ende der 1960er leicht verbesserten Version mit f/3.5 (bei nahezu gleichem Linsenschnitt). Nicht eingerechnet sind die Kopien, hauptsächlich das optisch identische Jupiter 11, was in der Sowjetunion bis Mitte der 1990er in ähnlicher (oder noch größerer) Anzahl produziert wurde. Aber auch in Japan wurden entsprechend konstruierte Nikkore, Takumare und andere Abkömmlinge in hohen Stückzahlen gebaut. Insgesamt dürften die Zahl derart gebauter 135er durchaus 7-stellig gewesen sein.
Erfunden bzw. gerechnet wurde dieses Objektiv ca. 1930 von Ludwig Bertele, der auch schon das berühmte Sonnar 5 cm f/1.5 erschaffen hat. Obwohl beide Male Sonnar drauf steht und trotz einiger anderer Gemeinsamkeiten handelt es sich beim Teleobjektiv um eine eigenständige Konstruktion. Charakteristisch ist seine verglichen mit der Brennweite verkürzte Bauweise und der Aufbau aus nur vier Linsen, wovon Nr. 2 und Nr. 3 auch noch verkittet sind (4/3 Linsen/Gruppen). Die außergewöhnlich dicke Blei-Flintglas-Linse im Zentrum macht solche Tele-Sonnare vergleichsweise schwer. 

Bertele rechnete dieses Objektiv noch zu Zeiten als die Antireflexvergütung noch nicht erfunden war und jeder Glas-Luft Übergang zu ungewünschten Reflexionen und damit Kontrastverlusten führte. Mit nur 4 Linsen und 6 Glas-Luft Übergängen schuf er durch geschickte Kombination der Glassorten und Linsenradien ein technisches Meisterwerk, bei dem die wesentlichen Abbildungsfehler Astigmatismus, Koma, Farbfehler und Bildfeldwölbung so gut wie eliminiert sind bei gleichzeitig hervorragenden Auflösungs- und Kontrastwerten bereits bei offener Blende.

Spätere Optimierungen (von Bertele selbst und anderen) nutzten dann die (Mehrschicht-) Vergütung und neue Glassorten, um die Lichtstärke sowie die Abbildungsleistungen noch weiter zu erhöhen, bzw. noch kompaktere und leichtere Teleobjektive zu bauen. Dazu wurde die Verkittung meist wieder aufgelöst (4/4), die Grundkonstruktion aber im wesentlichen beibehalten. Im Januar 1937 wurde eine von Bertele selbst durchgeführte Optimierung (vermutlich inkl. der Vergütung) in die Produktion überführt. Diese Konstruktion wurde dann bis Frühjahr 1965 unverändert produziert.

Mein Exemplar hier stammt von 1967, besitzt eine hauptsächlich aus Aluminium bestehende Fassung im klassischen Zebra-Design der 1960er und natürlich die einfache Vergütung der Linsen, erkennbar am blauen Schimmer. Carl Zeiss Jena hatte im Frühjahr 1965 eine Optimierungsrechnung mit anderen/besseren Glassorten durchgeführt und damit die Lichtstärke leicht auf f/3.5 erhöht. Das entsprechende Update ging dann im April 1965 in Produktion. Interessanterweise wurde kurze Zeit später noch ein Los (22.000 Exemplare) einer f/4-Version (ebenfalls neu gerechnet) mit Exakta- Bajonett gebaut, was bis 1969 im Programm war. Ich denke, ich habe ein solches hier vor mir…


Datenblatt Erfolgreichstes KB-Wechselobjektiv von Carl Zeiss Jena und Archetyp vieler mittlerer Teleobjektive mit 135 mm Brennweite.
Kamera-Anschluss Exakta-Bajonett, auch erhältlich für M42 und andere Anschlüsse.
Fokussierung Manuell, kürzeste Distanz 1 m.
sonst. Ausstattung Filtergewinde 49 mm
Maße, Gewicht ca. 94 x 66 mm, 395 g. 
Baujahr(e) ca. 1932 - 1988, in dieser Form 1965 -1969. Dieses #8248555 von 1967.
Kaufpreis, Wert heute ca. 200 Mark, heute ca. 50€
Links ZeissIkonVEB, Wikipedia (DE), Wikipedia(EN), Klassik-Cameras
Bei KniPPsen weiterlesen Sonnar 5cm f/1.5, CZJ Tessar 40 mm, Isconar 135 f/4, Paul RudolphPiere Angénieux und Harry Zöllner

2015-09-01

Pentax Spotmatic F

Mit der Pentax Spotmatic F von 1973 stattete Asahi Optical ihre Spotmatic endlich mit Offenblend-Messung aus, sage und schreibe 10 Jahre nach der Topcon RE Super, die Pentax damals den ersten Platz bei der TTL Messung weggeschnappt hatte, damals schon bei offener Blende. Auch die großen Konkurrenten von Pentax hatten Offenblend-Messung schon lange im Programm: Nikkormat FT (1965), Minolta SR-T 101 (1966), Canon FTb (1971). Vielleicht lag es am "universellen" M42-Schraubgewinde, was Asahi vielleicht nicht ohne Absprache mit den anderen Herstellern eigenmächtig abändern wollte. Aber schon Praktica hatte 1969 die LLC auf den Markt gebracht, Offenblend-Messung mit elektrischer Übertragung der Blendeninformation! Asahi Optical löste es mechanisch und führte die neuen Objektive zusammen mit dem Super-Multi-Coating (SMC) ein. Das war schon 1971 passiert zusammen mit dem Zeitautomaten Spotmatic ES.
In 1973, Asahi Optical launched the Pentax Spotmatic F, which finally added open-aperture-metering to the famous Spotmatic series. Believe it or not, this was 10 years after Topcon's RE Super, which stole the pole position for TTL metering from Pentax, already at open aperture in 1963. The major competitors of Pentax offered open-aperture-metering for quite some time already: Nikon's Nikkormat FT (1965), Minolta SR-T 101 (1966), Canon FTb (1971). Maybe this was due to the "universal" M42 screw mount, which Asahi did not want to change arbitrarily without consulting the other producers. But already in 1969 Praktica launched the LLC model, open-aperture-metering with electric transfer of the aperture information! Asahi Optical eventually realized it mechanically and launched it together with new lenses, along with Super Multi Coating (SMC). That already happened in 1971 when they introduced the Spotmatic ES, the first SLR equipped with aperture-priority autoexposure.
Bis auf die Offenblendmessung ist die "F" fast identisch mit der SPII, und auch die unterscheidet sich von der originalen Spotmatic SP nur marginal. Die SP-F wurde im Pentax Programm dann recht bald von der KM (mit K-Bajonett) abgelöst und schließlich als K-1000 noch bis 1997 gebaut und von Pentax vertrieben. Was eine lange Karriere!
Mein Exemplar hier ist das amerikanische Importmodell und wurde in den Staaten unter dem Namen des Importeurs Honeywell verkauft. Ich habe es teilweise defekt einem Trödelhändler abgekauft, der nicht kapiert hatte, dass das exzellente Portrait-Tele (SMC) Takumar 105 f/2.8 ein Vielfaches der $30 wert ist. Die Kamera ist schon wieder verkauft, das Objektiv habe ich noch und werde es wohl in Zukunft per Adapter auch digital an meiner Kamera verwenden.
Except for the open-aperture-metering the "F" is almost identical to the SPII, and also differs only slightly from the original Spotmatic SP. Pretty soon after launch the SP-F got replaced by the KM (with Pentax K bayonet mount) and eventually was continued as K-1000 until production ceased in 1997. What a long career!
My unit here is the American import model and was sold in the United States under the name of Asahi's distributor Honeywell. I bought it (as parts or broken) from a junk dealer who had not figured out that the excellent portrait telephoto (SMC) Takumar 105 f/2.8 is worth a multiple of the $ 30 I paid. I already sold the camera again, but kept the lens and I will probably shoot with it on my digital camera using an adapter.

2012-02-21

Lange Tüte


Am Wochenende stand bei schönstem Wetter ein Ausflug auf den Connecticut River auf dem Programm. Riverquest bietet um diese Jahreszeit geführte Bootstouren zur Beobachtung der dort brütenden Bold Eagle (Weißkopfseeadler), dem amerikanischen Wappentier an. Mir war klar, dass man zwingend ein Tele braucht um überhaupt was aufs Bild zu bekommen und habe als Maximallösung eine richtig lange Tüte zusammengebastelt. Aus dem guten alten Nikkor 180 f/2.8, dem Telekonverter TC-200, einem Nikon F zu FourThirds Adapter sowie dem MMF-2 mFT-Adapter ergibt sich ein 720 mm (KB-äquivalent) mit 5.6er Lichtstärke.


Der Bildwinkel beträgt 3.5°, dennoch kamen wir nicht nahe genug an die Adler heran, um sie damit auch annähernd formatfüllend abzulichten. Beide Beweißfotos hier sind Ausschnitte (quasi per Digitalzoom) und zeigen ein Seeadler Pärchen beim Brüten sowie einen jungen Adler hoch am Himmel. Meine Tochter hatte mit ihrer Lumix G3 und ihrem elektronischen Sucher einfacheres Spiel als ich mit meiner Olympus E-PL1. Scharfstellen ohne Stativ ist bei dieser Brennweite ziemlich schwierig. Zum Glück waren unsere Objekte alle bei Unendlich zu finden.


2012-01-15

Olympus M.Zuiko 40-150mm f/4-5.6

Dies ist mein viertes Objektiv für meine kleine mFT-Ausrüstung um die Olympus E-PL1 herum. Ich habe mir es beim Kauf mit meiner Tochter geteilt, die mit der Lumix G3 jetzt auch bei mFT eingestiegen ist. Als ich meine E-PL1 kaufte gab es das alte FT-Zukio 40-150 und den MMF-2 Adapter im Doublezoom-Kit dazu. Ich hatte es damals auf den Adapter abgesehen und hab das Objektiv gleich unausgepackt weiterverkauft (weil ein solches schon im Haushalt vorhanden war). Ein großer Tele-Fan bin ich nicht, trotzdem kommen immer mal wieder Situationen, wo ich eines dabei haben will, und dann soll es leicht sein und nicht viel Platz in der Tasche einnehmen. Das Ding ist in der Tat das leichteste (190 g) und kleinste 300er (KB-Äquivalent) was es gibt. Die Fassung und sogar das Bajonett sind im Wesentlichen aus Plastik, dafür macht es aber einen recht robusten Eindruck. Hier gibt es einen ausführlichen Review mit Testbildern.
Im Vergleich zu seinem FT-Bruder (s.u.) ist es trotz formal gleicher technischer Daten schlanker geworden. Es handelt sich um eine komplette optische Neurechnung, was man oberflächlich wirklich kaum nachvollziehen kann, so viel ist gleich. Das neue hat aber 13 Linsen in 10 Gruppen, das alte eine Linse weniger. Der (Auto)Fokus-Mechanismus wurde komplett überarbeitet und ist nun viel schneller und fast lautlos geworden. Damit macht es endlich Spaß Teleaufnahmen zu machen, das alte am Adapter bot zwar AF, aber eben recht laut und wirklich schmerzhaft langsam.

Zugegeben, das Ding ist kein Objektiv, dass Fotoenthusiasten vom Hocker reißt. Zum "Schönefotosmachen" taugt es aber allemal und es hat ein bemerkenswertes Preis-Leistungs-Verhältnis. Interessanterweise findet man es auf Olympus' Webseite immer noch für offizielle 329€, was dem Preis bei seiner Vorstellung im Herbst 2010 entspricht. Ich habe unseres für $149 plus Steuer bei B&H erstehen können, das sind ca. 120€ und wohl das untere Ende der derzeitigen Preisspanne. Das hat wohl auch mit dem gerade neu erschienenen Nachfolger mit einem zusätzlichen R im Namen zu tun.
Letztes Wochenende gings trotz winterlicher Temperaturen aber bei schönstem Sonnenschein an den Strand, und da habe ich natürlich ein paar schöne Aufnahmen mit dem Teil machen können. Hier bitteschön (für JPEGs in voller Größe bitte klicken):




2011-01-25

Olympus Zuiko ED 40-150 f4-5.6

Dieses äußerst kompakte Telezoom kam zusammen mit der Olympus E-420 im sog. "Double-Zoomkit" in unseren Haushalt. Optisch gesehen für ein Standard-Objektiv eine erstklassige Konstruktion mit einem ED-Element im Zentrum. Die sonstigen technischen Daten sind unspektakulär, das Zoom ist so kompakt, dass man es in der Fototasche leicht mit seinem Double-Zoomkit Bruder 14-42 verwechselt. Beim Zoomen Richtung Tele fährt es allerdings nochmal gehörig aus, wirkt dabei aber nicht klapprig:

Es gehört zur "Standard-"Objektivserie von Olympus, allesamt Optiken für den kleinen Geldbeutel, dieses hier bekommt man einzeln für knapp über 100€ neu. Da verwundert es nicht, dass selbst das Bajonett aus Plastik ist, was für Ottonormaluser aber kein Nachteil sein muss. Insgesamt ergibt sich ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis.

Bezüglich der Kompaktheit möchte ich noch einen historischen Vergleich mit meinem ersten Telezoom machen, dem Tokina 80-200 f4 für meine Nikons. Anfang der 1980er war es selbst eines der kompaktesten Zooms in diesem Brennweitenbereich. Wie man sieht, hat sich in den vergangen 30 Jahren enorm was getan, ich habe auch noch gewogen: 220 g vs. 574 g. Trotzdem hinkt der Vergleich natürlich wegen des unterschiedlichen Bildformats: Trotz formal gleicher Lichtstärke und Bildwinkel ist das Olympus bzgl. Tiefenschärfe eigentlich als ein f8.0-Objektiv zu werten und sowas hätte man auch damals schon kompakter hinbekommen.

Ich hatte es schon irgendwo geschrieben, ich bin kein großer Telefreund und benutze das Objektiv selbst sehr selten. Frau und Tochter hingegen lieben es und machen beide schöne Fotos damit.

2010-12-25

Olympus Zuiko D 35 mm Makro f3.5

Das Olympus Zuiko D 35 mm f3.5 war mein allererstes spezielles Makro-Objektiv und gleichzeitig das einzige Objektiv, welches ich zweimal gekauft habe. Dazu unten mehr. Makro-Fotografie hat mich schon immer fasziniert, wegen der hohen Preise der speziellen Objektive habe ich mir aber immer mit einer Vorsatzlinse oder Zwischenringen beholfen. Die Ergebnisse damit haben durchaus meine Erwartungen erfüllt. Bei diesem Objektiv jedoch sah die Sache anders aus. Es ist wirklich das günstigste Makro-Objektiv, was es seit langem am Markt gibt und von der optischen Leistung her gesehen gleichzeitig eines der besten, wie unabhängige Tests und Auszeichnungen beweisen. Und weil ich für mein neues FourThirds-System weder eine passende Vorsatzlinse noch einen Zwischenring besaß, war angesichts dieses Preis-Leistungsverhältnisses die Sache (im Sommer 2007) schnell für mich klar.
The Olympus Zuiko 35mm f3.5 Dwas my first dedicated macro lens, and at the same time the only lens I've bought twice. More about this below. Macro photography has always fascinated me. Due to the high cost of the special lenses I've always done it with a close-up lens or extension tubes (and mostly the results of these have met my expectations). With this lens, however, it is a totally different thing. It's really one of the least expensive macro lenses you can buy and simultaneously with respect to optical performance one of the best, as independent tests and awards prove. Because I neither had a close-up lens nor an extension tube for my new FourThirds system, and given this price-performance ratio, I didn't think twice about a purchase (this was in summer 2007).

Wie man oben sehen kann, ist ein Abbildungsmaßstab von 1:1 möglich, das heißt, dass man Objekte von der Größe des Sensors (17.3 x 13 mm) formatfüllend abbilden kann. Im oft gemachten Kleinbildvergleich bedeutet das einen Abbildungsmaßstab von 2:1! Damit sind schon spektakuläre Bilder möglich, man muss aber ein bisschen üben und dabei mit der Schärfentiefe spielen. Ich habe hier mal zwei Beispiele mitgebracht:
As you can see above, a reproduction ratio of 1:1 is possible, which means that one can image objects of the size of the sensor (17.3 x 13 mm) full frame. Talking about 35mm equivalent this means a reproduction ratio of 2:1! With that, spectacular images are possible, but you have to practice a bit and play with the depth of field. I'll show two examples:
Das Objektiv macht wirklich Spaß, es ist aber kein Objektiv für jede Gelegenheit. Der Autofokus ist relativ langsam und auch der Bildwinkel eines leichten Teles für nicht viele andere Zwecke günstig. Von der Brennweite her könnte man es  Portraitobjektiv vielleicht nutzen, dazu ist es aber zu lichtschwach. Aber ich kann es für die Makro-Fotografie wärmstens empfehlen und auch meine Tochter hat es zu ihrer Lieblingsoptik erkoren.
The lens is really fun, but it is not a lens for every occasion. The autofocus is relatively slow and the angle of view of this light telephoto lens might be used for not many other purposes. Because of the focal length, one could perhaps use it as portrait lens, but it is too slow normally. But I can recommend it for macro photography and even my daughter has chosen it as her favorite lens.

Wie man sich leicht aus günstigem Preis und niedrigem Gewicht ausrechnen kann, gibt es einen Nachteil, den man nicht leugen kann: das Ding ist fast komplett aus Plastik gebaut. Es kam wie es kommen musste: Das Gebilde aus Kamera und Objektiv fiel im ausgefahrenen Zustand runter und dann genau aufs Objektiv! Resultat: Die Optik steckte nun schief im Gehäuse und ließ sich auch nicht mehr einfahren. Ich habe es gleich zum Händler getragen und gefragt, was man da machen könne. Bei dem niedrigen Neupreis lohnt allerdings eine Reparatur nicht! Na, dann habe ich das Ding für mich abgeschrieben und mich innerlich schon auf einen Neukauf eingestellt und bin dann mit roher Gewalt rangegangen. Ich hab die Optik mit der Hand einfach brutal wieder an ihren Platz geschoben, es machte laut Kracks, dann saß das Ding aber wieder da wo es hingehört. Zu meiner großen Überraschung funktionierte es danach an der Kamera wie vorher! Trotzdem habe ich später (Sept. 2009) dieses Objektiv neu gekauft und das gebrauchte als defekt verkauft.
As one can easily derive from low cost and low weight, there is a drawback which can not gainsay it: the thing is made almost entirely of plastic. It came as it had to: camera with lens fell down (in the extended state) and it exactly hit the lens! Result: The optical system now stuck crooked in the tube and did not even move anymore. I took the lens to the dealer and asked what they could do about it. Due to the low original price it was not worth a repair! Well, because I wrote off the thing and already considered a new purchase, I decided to try a repair by brute force. I took the inner tube with the hand and just brutally pushed it back into place. With a loud "cruck" the thing was sitting back where it belongs. Much to my surprise it worked then at the camera as it was! Nevertheless, I later (Sept. 2009) bought this lens new and sold the used one as defect.

2010-10-11

ISCO Isconar 135 mm f4

Diese lange Tüte war das einzige Wechselobjektiv meines Vaters zu seiner Exa II. Gebaut wurde es wohl in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, die Objektivkonstruktion selbst ist wohl schon etwas älter. Fotografieren kann man natürlich damit, es fehlen aber jegliche Komfortfunktionen, d.h. keine Springblende etc. Selbst bei der offenen Blende 4 ist das Sucherbild der Exa nicht gerade hell und eine Hälfte des Schnittbildentfernungsmessers dunkelt je nach Blickposition gerne mal ab. Wenn man dann noch abblendet, dann "gute Nacht"!
Ich weiß nicht, wieviel mein Vater damit fotografiert hat, nach dem Zustand des Objektivs zu urteilen, kann es nicht viel gewesen sein. Ich bin schon ein paar Jährchen im Besitz dieses Dings und habe glaube ich noch nie ein Foto damit gemacht.
Wenn man nach dieser Linse googlet findet man interessanterweise dieses Objektiv meist in anderem Outfit. Vielleicht hat jemand noch weitere Infos zu den verschiedenen Versionen und wie häufig sie sind.
Die Firma ISCO in Göttingen besteht schon seit 1936, gehört heute zu Schneider-Kreuznach und baut heute noch Objektive, allerdings nicht mehr für den Massenmarkt.

2010-09-17

Nikkor ED 180 f2.8

Ich bin im Frühjahr 1988 lange drumrum geschlichen, es stand für 995 DM im "Gebrauchtfenster" einer meiner Fotohändler in Bielefeld, dann hab ich doch noch vor dem Sommer zugeschlagen und hab' den Kauf bis heute nicht bereut. Das Tokina-Zoom wurde ab sofort arbeitslos. Auch wenn ich im Verhältnis nicht so viele Telefotos mache, so hat es mir damit doch immer viel Spaß gemacht. Insbesondere bei voller Öffnung ergeben sich tolle Möglichkeiten Objekte, auch Menschen per Schärfe freizustellen. 
Unter den wirklich zahlreichen Nikkor-Objektiven ist es legendär. Es gab (und gibt es immer noch) verschiedene 180er Versionen, angefangen vom Nikkor-H 18cm f/2.5 für die Nikon Messsucherkameras (50er Jahre), dann das Nikkor-P Auto 180 f2.8 (60/70er Jahre), gefolgt vom Nikkor 180 f2.8 Ai (ab 1977) und schon 1980 kam dieses hier als eines der ersten mit ED-Glas für geringere chromatische Aberration und bessere Schärfe. Später gab und gibt es noch mindestens 3 AF-Versionen mit Innenfokussierung, die aber einen anderen optischen Aufbau besitzen und schlanker sind. 
Die Abbildungsleistung des Objektivs ist wirklich exzellent. 1985 hat ColorFoto die damals sieben auf dem Markt erhältlichen 180er in ihrem "Normtest" gegeneinader antreten lassen, fünf davon mit der 2.8er Öffnung. Das Nikkor ED ist zweiter geworden hinter dem dreimal so teuren Leitz Apo-Telyt-R 180 f3.4, gleichauf mit dem ebenfalls sehr teuren Elmarit-R f2.8 (auch für die Leica). Recht deutlich geschlagen wurde das übrige Feld aus Zeiss Sonar, Jena-S, Olympus Zuiko und sogar dem Elmar-R (4.0). Dennoch war das Nikkor eines der kompaktesten und auch preiswertesten Objektive! 
Das ED-Element ist die Frontlinse, ansonsten gibt es nur noch vier weitere Linsen im relativ klassischen Design. Nikon hat dieses Objektiv bis fast zum Ende der manuellen Aera 2006 (Einstellung der FM3a) produziert und erst dann aus dem Programm genommen
Auch heute noch verwende ich das Teil ab und an über Adapter an meinen FourThirds-DSLR (hier jetzt mit equivalenten 360 mm!). Das manuelle Fokussieren braucht zwar mehr Fingerspitzengefühl als früher an den Nikons, aber die Ergebnisse können sich immer noch sehen lassen. Hier eine Aufnahme von letzter Woche mit meiner neuen E-PL1 aus freier Hand:
Hier noch ein paar Links, die weitere Infos zum Objektiv bieten:

2010-09-03

Tokina 80-200 mm f4.0

1984 hatte ich das Bedürfnis meine kleine Nikon EM Ausrüstung um ein richtiges Tele zu erweitern. Original Nikkor Objektive konnte ich mir nicht leisten, selbst die gebrauchten lagen außerhalb meines Schüler-Budgets. So kam ich relativ schnell auf das RMC Tokina SZ 80-200 mm f4.0, denn unter den klassischen Telezooms war dieses sog. Fremdobjektiv schon fast legendär. 1978 hatte es bei dem allmonatlich in ColorFoto veröffentlichten Praxistest (von Walter E. Schön) im Vergleich mit anderen Telezooms (70-210 bzw.80-200) als bestes Fremdobjektiv einen der vorderen Plätze belegt, war aber deutlich preiswerter als die Originalobjektive. Kein Wunder, dass es unter Fotoamateuren unglaublich populär wurde. Es wurde für fast jedes damals einigermaßen verbreitete Kamerabajonett angeboten, und das sogar viele Jahre lang. Tokina hat es auch für andere Hersteller unter deren Namen gebaut. Ich habe irgendwo die Vermutung gelesen, dass es damit das weltweit meistverkaufte Zoomobjektiv überhaupt ist, überprüfen konnte ich das leider nicht. Wenn jemand den erwähnten Testbericht hat oder einen Beleg für die Vermutung, bitte per Kommentar melden...
Meines habe ich am 20. Juni 1984 für 269 DM gekauft. Es ist ein sogenanntes Schiebezoom, eine damals sehr populäre Bauform. Die Brennweitenverstellung erfolgt dabei durch Vor- und Zurückschieben des selben Einstellrings, mit dem man durch normales Drehen auch die Schärfe einstellt. Drehzooms galten damals als altmodisch, haben aber später durch das Aufkommen des Autofokus im Gegensatz zu den Schiebezooms überlebt. Die technischen Daten lesen sich unspektakuär, 12 Elemente in 9 Gruppen, konstante Öffnung über alle Brennweiten (heute leider selten anzutreffen), akzeptables Gewicht. Ich habe es ein paar Jahre lang zumeist bei 200 mm benutzt, es später aber dann doch durch ein originales Nikkor-Tele ersetzt. Seit dem steht es mehr oder weniger unbenutzt im Schrank bei meinem anderen Fotokram. Durch seinen günstigen Neupreis und die große Verbreitung lohnte ein Gebrauchtverkauf einfach nicht.

2010-08-24

Nikon Serie E 100 mm f2.8

Wie die meisten Spiegelreflex-Einsteiger habe ich mir als erstes Wechselobjektiv ein Teleobjektiv ausgeguckt. Nikon hatte damals zusammen mit der Nikon EM eine Serie preiswerter Wechseloptiken rausgebracht, die Serie E. Zu dieser und dem Vergleich mit den "richtigen" Nikkor-Objektiven ist viel geschrieben worden, für Nikon Puristen kamen diese Objektive nie in Frage, ich als Schüler - notorisch knapp bei Kasse und trotzdem markenbewusst - war die richtige Zielgruppe.
Nach dem Erwerb der Nikon EM im Mai habe ich also den Rest des Jahres 1982 gespart und hatte nach Geldgeschenken zu Weihnachten die ca. 200 DM zusammen, die das Objektiv kosten sollte. Am 27. Dezember bin ich dann also in die Stadt, um festzustellen, dass mein bevorzugter Fotohändler keines mehr da hatte. Enttäuscht klapperte ich dann weitere Fotogeschäfte ab und wurde belohnt. Ein anderer Händler hatte die ganze Serie E zum halben Listenpreis im Angebot und ich habe das ersehnte Teil gleich für sagenhaft günstige 100 DM erworben. Später habe ich mich geärgert, warum ich nicht gleich noch ein Weitwinkel dazugenommen habe.

Das legendäre Nikkor 105 mm f2.5 als Vorbild kommt das Serie E 100 mm f2.8  leichter und kompakter daher, die Konstruktion ist zum Teil aus Plastik und die Linsen nur einfach vergütet. Die optische Leistung ist trotzdem klasse, wie auch aktuelle Vergleichstests noch zeigen. Die Mechanik ist auch sehr robust, wie mein eigenes Beispiel zeigt, denn es ist am Filtergewinde nach einem Sturz inkl. schwerer Kamera eingebeult und hat trotzdem keinen größeren Schaden genommen. Heutige Consumer AF-Objektive können in Sachen Robustheit bei weitem hier nicht mithalten. Die Linsenkonstruktion besteht aus 4 Linsen in modifizierter Cooke-Anordnung, ähnlich einem Tele-Xenar.

Wofür kann man's am Besten verwenden. Natürlich bei offener Blende unter natürlichen Lichtverhältnissen als Portrait-Objektiv, wie dieses (nachher digital abfotografierte) Dia von 1993 beweist: