2015-06-18

Zeiss Ikon Ikoflex II (851/16)




Die Rolleiflex als erste zweiäugige Spiegelreflex (TLR) für Rollfilm begründete 1929 eine über Jahrzehnte erfolgreiche Kameraklasse, die beim anspruchsvollen Amateur gleichermaßen beliebt war wie bei Profifotografen. Kein Wunder, dass sich sehr schnell Nachahmer fanden. Unter Ihnen natürlich auch der damals größte europäische Kamerahersteller Zeiss Ikon.

Zeiss Ikon, entstanden 1926 durch den Zusammenschluss der bedeutenden Kamerahersteller ICA, Goerz, Ernemann und Contessa-Nettel konsolidierte schnell die vielfältigen Produktlinien der Vorgängerfirmen und brachte bald für alle wichtigen Kameraklassen hochwertige und innovative Produkte auf den Markt. Einer der zentralen Kameradesigner in dieser Zeit war Hubert Nerwin, der später in die USA emigrierte und dort noch lange für Graflex und Kodak arbeitete. 1934 erschien mit der Ikoflex (genannt "Kaffeekanne") der wohl wichtigste ernstzunehmende Wettbewerber der Rolleiflex.  Schnell wurden technische Verbesserungen und Designänderungen am Markt eingeführt und so gibt es für die ersten Jahre eine Anzahl verschiedener und dennoch ähnlicher Modelle mit z.T. verwirrenden Modellbezeichnungen.
Diese hier ist das frühe Modell II (851/16) und wurde von 1936 bis ca. 1938 in dieser Form gebaut. Charakteristisches Merkmal ist der Scharfstellhebel (anstatt des meistens verwendeten Drehknopfes) auf der linken Kameraseite. Mit der Seriennummer des Tessars läßt sich zumindest dessen Produktionszeitraum auf Ende 1935/Anfang 1936 eingrenzen. Viele dieser Kameras wurden auch mit dem einfacheren Triotar  sowie einem simpleren Verschluss ausgeliefert. Mein Exemplar bekam ich voll funktionstüchtig, lediglich ein wenig dreckig über ebay für nur US$ 60 (inkl. Versand). Ein Schnäppchen, also. Einen Rollfilm habe ich glaube ich auch noch irgendwo, da sollte es doch noch mal eine Gelegenheit geben für ein kleinen Test...

Datenblatt Zweiäugige Spiegelreflex (TLR) für 6x6 cm Negative
Objektiv Carl Zeiss Jena Tessar 7,5 cm f/3.5 (# 1721088), Sucherobjektiv: Teronar-Anastigmat 7,5 cm
Verschluss Compur Rapid Zentralverschluss (#4081966), T-B-1-2-5-10-25-50-100-250-500, Blendenreihe f/3.5 - f/22.
Belichtungsmessung keine
Fokussierung TLR, Fokussierung durch Verschieben der gesamten Frontplatte mittels seitlichem Hebel, Naheinstellgrenze 1m.
Sucher Einfache Mattscheibe, Einblick von oben auf aufrechtes aber seitenverkehrtes Sucherbild, einschwenkbare Sucherlupe.
Blitz kein Synchronanschluss.
Filmtransport Rollfilm 120 ("2-B-8"), Drehknopf, mechanisches Bildzählwerk sowie optional rotes Fensterchen für Zählung auf Rückseitenpapier unten.
sonst. Ausstattung Isogewinde für Drahtauslöser, Stativgewinde
Maße, Gewicht ca. 140 x 80 x 75 mm, 910 g
Batterie keine
Baujahr(e) 1936-1938, dieses Modell 1936
Kaufpreis, Wert heute 137: 165 RM (Tessar), 125 RM (Triotar), heutiger Wert je nach Zustand ca. US$100-300
Links Article in Amateur PhotographerTLR-Cameras.comCamera Manual (english)Camera-WikiZeisshistorica

Seite 109 aus dem Photo Porst ("Phothelfer") Katalog 1937

2015-05-23

Contax III (Photo Porst Katalog 1937)



Als Nachtrag zur Kiev-4 hier der Urahn Contax III aus meinem Photo Porst Katalog von 1937. Die drei Doppelseiten aus dem Katalog kann man hier als PDF runterladen. Ein interessanter Aspekt ist der Preisvergleich zwischen Leica und Contax. Die entsprechende Leica Seite aus dem Katalog habe ich schon vor Jahren hier gepostet und man sieht, dass die Contax II mit 450 RM deutlich teurer war als die entsprechende Leica IIIa (387 RM, jeweils mit 50mm f/2). Nicht ganz so extrem war der Unterschied in den USA. Für die Contax III mit ihrem Alleinstellungsmerkmal Belichtungsmesser wurde gar für 560 RM angeboten, in heutiger Kaufkraft fast 2200 €.
Die Contax und auch deren Zeiss Objektive genossen damals ein höheres Ansehen als die entsprechenden Leica Produkte, man konnte entsprechend höhere Preise verlangen. Das änderte sich allerdings irgendwann und Leica hat den Messsuchermarkt irgendwann als Markt- und Technologieführer übernommen. Leica Kameras genießen heute eine fast religiös anmutende Reputation, sogar gebrauchte Vorkriegsstücke sind heute deutlich teurer als die entsprechenden Contax Gehäuse. Um beim obigen Vergleich zu bleiben, hier die Gebrauchtpreise von Collectiblend:
Leica IIIa: ca. $310/$490 , Contax II: ca. $150/$330 (jeweils ohne/mit Objektiv). Und wenn man irgendwelche Sondermodelle betrachtet, wird der Unterschied noch krasser.

2015-05-20

Kiev 4


Dass die Kiev Messsucherkameras fast originalgetreue und (kriegsbedingt) lizensierte sovietische Contax Nachbauten sind, wissen viele Kamera-Interessierte. Man kann die Geschichte an vielen Stellen (siehe Links unten) nachlesen. Dass die Arsenal Fabrik in Kiev diese Kameras mit nur geringfügigen Modifikationen bis in die späten '80er hinein produziert hat, verblüfft dann doch. Es ist, als ob die Geschichte der Kameraentwicklung für 50 Jahre angehalten wird. Mein Modell Kiev-4 (Typ 4) hier, stammt aus dem Jahr 1978 und ist eine interessante Melange aus Technik und Grunddesign der Contax III von 1936, wenigen Designelementen angelehnt an die westdeutsche Neuentwicklung Contax IIIa von 1951 (Belichtungsmesser), sowie planwirtschaftlich bedingten Qualitätsabstrichen (z.B. 1/1000 s statt 1/1250 s). 

Hält man die Kiev heute in der Hand kann man dennoch dem Geist der Contax III von 1936 nachspüren. Diese war damals eine der modernsten Kameras überhaupt am Markt: Es gab hochlichtstarke Objektive, einen kombinierten Sucher/Entfernungsmesser ("Messucher", der erste am Markt!), eine superbreite Entfernungsmesserbasis für sehr präzises Scharfstellen, einen eingebauten Belichtungsmesser (eine der ersten) und den schnellsten Schlitzverschluss (1/1250 s). Kein Wunder, dass dieser Vorsprung in Technik (auch kriegsbedingt) fast 20 Jahre reicht, bis Konkurrenten (z.B. Leica M3) und Nachahmer (z.B. Nikon S) Mitte der 50er die Contax technisch einholen und schließlich vorbeiziehen. Die originalen Contax Produktionsmaschinen aus Dresden stehen ja seit Ende der 40er in Kiev und produzieren diese Kameras noch weitere 40 Jahre.
Im Gegensatz zu den originalen Vorkriegs Contax' sind Kiev's heute für billiges Geld zu bekommen. Meine hier hat mich ca. $30 (inkl. Objektiv und Versand) gekostet. Ich habe sie generalüberholt (gereinigt und das Leder neu angeklebt), jetzt funktioniert sie wieder zu 100%. Ja, auch der Belichtungsmesser zeigt vernüftige Werte an, ich habe erfolgreich  einen Testfilm verschossen, dazu demnächst hier ein eigener Beitrag. Allen, die mal Messsucherfeeling a la Großvater ausprobieren möchten kann ich die Kiev's wärmstens empfehlen, es sind sehr solide Kameras, die Objektive sind scharf und alles zusammen zum Diskountpreis! 

Datenblatt KB-Messsucherkamera mit Selen-Belichtungsmesser
Objektiv Contax Bajonett, Standard-Objektive: Jupiter-8M 50 mm f/2 (Zeiss Sonnar Klon)
Verschluss Vertikal ablaufender Metalllamellen-Schlitzverschluss, 2-5-10-25-50-125-250-500-1000 1/s und B. Blitzsynchronisation 1/25 s.
Belichtungsmessung Eingebauter, aber ungekuppelter Selen-Belichtungsmesser, Filmenpfindlichkeit 8-500 GOST
Fokussierung Kombinierter, heller Messsucher mit sehr breiter 9 cm Basis. Rädchen zur Feinfokussierung, Arretierung bei unendlich.
Sucher Messsucher, Sucherfeld für 50 mm (0.8 x), keine Parallaxenkorrektur oder Markierung.
Blitz Synchronbuchse X (und FP), 1/25s Synchronzeit, Zubehörschuh (ohne Kontakt)
Filmtransport Drehknopf, spannt auch den Verschluss. Verschlusszeiten sollten nur in gespanntem Zustand verstellt werden. Rückspulen ebenfalls mit einfachem Drehknopf.
sonst. Ausstattung ISO-Gewinde für Drahtauslöser, Selbstauslöser (9-15 s), Stativgewinde, Bildzählwerk
Maße, Gewicht ca. 40/90/138 mm, 761/630 g (m/o Objektiv)
Batterie keine
Baujahr(e) 1957-1980 (diese 1978).
Kaufpreis, Wert heute 2140 HUF (1979), heutiger Wert ca. US$50
Links Sovietcams, Manual (english), Camera-Wiki (mit noch mehr Links), Camerajunky, Matt's Classical Cameras, Fotua (alle Modellvarianten)

2015-03-29

Konica FS-1


Oft wird die Konica FS-1 als erste Spiegelrefelxkamera mit eingebautem motorischen Filmtransport bezeichnet, aber das is nicht ganz korrekt. Diese Ehre gebührt der russischen Zenit 5 (KMZ), die schon 1964 einen akkubetriebenen Elektromotor besaß. Auch nach dieser gab es noch einige Sondermodelle (z.B. Minolta SRM), bei denen der Motor quasi permanent angebaut war. Ab den späten 70ern wurden externe Motor- oder Winderantriebe sehr populär. Kaum eine Neuerscheinung, die nicht mindestens einen von beiden als Zubehör im Programm hatte. Die Konica FS-1 war dann aber die erste, die von einem neuen kernlosen und effizienten Mikromotor Gebrauch machte und diesen in einem ebenfalls innovativen automatischen Filmeinfädel- und Aufwickelmechanismus integrierte. Damit wuchs sie nur nach rechts (wenn man sie in der Hand hält) um das unvermeidliche Batteriefach, das die Designer zu einem praktischen Handgriff formten. Ansonsten ist die Kamera so kompakt wie ihre motorlosen Konkurrenten.

Als Konica mit der FS-1 1979 auf den Markt kam, wies sie den Weg für einen neuen Designstandard, den die SLR der 80er Jahre ausmachen sollte. Die Konkurrenz folgte mit sehr ähnlicher Formensprache (Canon T50, Pentax A3/A3000, Nikon F301/N2000), die Canon T70 bot 1984 dann auch motorisches Rückspulen. Zum vollautomatischen Filmhandling fehlte dann nur noch DX-Code-Auswertung, was bei der Minolta 7000 AF dann 1985 erstmalig alles zusammen bei einer SLR realisiert wurde. Diese bot als Hauptmerkmal Autofokus und stellt den kameratechnischen Höhepunkt für 135er Film-SLRs dar. Außer der Tatsache, dass das Design später runder und geschmeidiger wurde kam danach bis zur digitalen Revolution eigentlich nichts Entscheidendes mehr. Sogar heutige DSLR stehen nach wie vor in dieser Tradition, auch wenn motorischer Filmatransport natürlich obsolet ist.
Links im Bild ist das typische SLR-Set der 80er, wie es damals viele Haushalte anschafften, selbst wenn man nicht besonders hohe fotografische Ambitionen hatte. Es bestand aus einer möglichst komfortablen, sprich automatischen Kamera (die Konica FS-1 hat eine Blendenautomatik) sowie zwei Zoomobjektiven, die einen Brennweitenbereich von 28-80 und 80-200 mm abdeckten. Gerne griff man hier des günstigen Preises wegen zu Fremdherstellern, im Bild hier das Soligor 28-80 f/3.5-4.5 und Tokina 80-200 f/4.5. Hier fehlt nur noch ein (ebenfalls möglichst automatischer) Elektronenblitz. Anfang der 80er musste man dafür insgesamt ca. 1200 DM auf den Tresen des Fotogeschäftes legen. Ganz schön viel Geld, um im Urlaub 3 und sonst bei Familienfeiern nochmal 2 Filme im Jahr zu machen, aber so war das bei vielen damals. Ich war deutlich preiswerter dabei: Ich war der einzige Bieter einer $0.99 Auktion und bekam ein fast perfektes Set geschickt! 
Obwohl Konica immer mit innovativen Ideen und mutigem Design versucht hat, die Branche herauszufordern, gelang es Ihnen nie zu einem der führenden Kamerahersteller zu werden. Für eine eigene SLR-Autofokus-Entwicklung war man schließlich zu klein (obwohl man selbst die erste AF-Kamera gebaut hatte) und so warfen die Verantworlichen schon 1988 das Handtuch und man stellte die SLR Produktion ein.  Konica konzentrierte sich im Folgenden auf einfachere Kameras, ihre Filmproduktion und stellte Fotokopierer her. Im Jahr 2003 erfolgte dann der Zusammenschluss mit Minolta, die das Kamerageschäft aber 2006 an Sony verkauften. Konica-Minolta stellen aber immer noch Fotokopierer her.


Datenblatt Erste SLR mit automatischer Filmeinfädelung und motorischem Filmtransport
Objektiv Wechselobjektive mit Konica AR-Bajonett.
Verschluss Vertikaler, elektronischer Metall-Lamellenschlitzverschluß 1/1000s - 2s und B.
Belichtungsmessung Mittenbetonte TTL-Offenblendmessung, GaAs Zelle, Empfindlichkeitseinstellung 25-3200 ASA. Blendenautomatik sowie automatische Blitzfunktionen mit X24 Blitz.
Fokussierung Autofokus mit AF-Motor in der Kamera. Schärfeindikator mit drei LED im Sucher, Datenkommunikation mit AF-Objektiv durch 5 Kontakte am Bajonett, manueller Fokus.
Sucher SLR, 90% des Bildfelds, Suchervergrößerung 0.67x (mit 40mm). LED-Anzeige der ermittelten Blende.
Blitz Mittenkontakt im Zubehörschuh und Synchronbuchse (X). 1/100s Synchronzeit bei Systemblitz, sonst 1/60s. Zusätzliche Kontakte für Systemblitz.
Filmtransport motorisch bis zu 1.5 B/s, Rückspulen manuell, Bildzählwerk.
sonst. Ausstattung elektronischer Selbstauslöser, keine Abblendtaste, Anschluss für elektrischen Fernauslöser, Hauptschalter.
Maße, Gewicht ca. 146/90/46 mm, 560g ohne Objektiv und Batterien
Batterie 4 x AA (Standard Alkali-Mangan).
Baujahr(e) 1979-1983 (diese: Januar 1979)
Kaufpreis, Wert heute ca. 500 DM (Gehäuse, 1979), heutiger Wert ca. US$10
Links Manual (english), Wikipedia, Andreas Buhl, Weber, Youtube Commercial, Konica (Camera-Wiki)

2015-03-20

Sneak preview...

Das ist meine Ausbeute von nur zwei e-bay Auktionen am letzten Sonntag, insgesamt habe ich $40.74 (inklusive Versand!) bezahlt. Nicht schlecht, finde ich. Mehr zu beiden Kameras und den Objektiven gibt's natürlich noch, aber einen Aspekt fand ich so faszinierend, dass ich hier doch mal beide nebeneinander haben wollte. 
Die Konica FS-1 war die erste SLR mit eingebautem Motorantrieb und läutete damit 1979 eine neue Generation von Kameras ein, die ich mal als 80er-Jahre SLR bezeichnen möchte. Als ich meine auspackte habe ich mit Freude festgestellt, dass laut internem Produktionssticker die Kamera aus den ersten beiden Wochen des Jahres 1979 stammt und damit wohl zu den ganz frühen Exemplaren. 
Die Kiev-4 hingegen ist bekanntermaßen ein russischer (ukrainischer) Contax III Nachbau, eine Kamera, die 1936 auf den Markt kam und als eine der ersten Kameras überhaupt einen eingebauten Selenbelichtungsmesser mitbrachte. Was man normalerweise nicht weiß, ist wie lange Arsenal die Kiev-4 in fast unveränderter Form produziert hat. Mein Exemplar gehört zum Typ 4 und laut Seriennummer (7816075) schätze ich mal den Produktionszeitpunkt auf Sommer 1978. Die Produktion der Kiev-4 wurde dann 1979 aufgegeben (andere Kiev Messsucherkameras wurden noch bis Ende der 1980er gebaut!). Das bedeutet, dass die beiden Kameras auf dem Foto oben nur ca. 6 Monate nacheinander das Licht der Fotowelt erblickten, obwohl sie zu Kameragenerationen gehören die mehr als 40 Jahre trennen. Faszinierend, halt!

2015-03-01

Contax F


Von der Contax S wird immer wieder behauptet, sie wäre die erste Spiegelreflexkamera mit Pentaprisma (1949). Sie war es höchst wahrscheinlich nicht, sondern die italinienische Rectaflex war eher auf dem Markt (schon 1948).  Trotzdem gehört eine Spiegel-Contax in jede ernsthafte Kamerasammlung, da sie die weitaus bedeutendere Kamera ist und die nachfolgende Entwicklung viel stärker geprägt hat. Den fast 187,000 Kameras der Contax S Baureihe stehen nur ca. 11,000 Rectaflex gegenüber. Außerdem startete die Entwicklung einer Spiegel-Contax schon ca. 1938, wurde aber durch Krieg und Zerstörung zu einem kompletten Neuanfang gezwungen.


Die Contax S wurde ab 1949 konsequent weiterentwickelt und verbessert, trotzdem blieben die meisten äußerlichen Merkmale nahezu unverändert über die Bauzeit der Serie. Nach den zunächst nur intern so genannten Varianten A bis C kam 1952 die Contax D als Nachfolgerin auf den Markt. In deren Bauzeit fällt dann auch der Markenstreit des ostdeutschen VEB Zeiss Ikon (danach in VEB Pentacon umbenannt) mit der letztlich siegreichen westdeutschen (wieder-) Neugründung Zeiss Ikon AG. Zunächst verschwand das Zeiss Ikon Symbol von der Gehäusekappe und wurde durch den Ernemann-Turm ersetzt. Exportkameras hießen dann Pentacon, in der DDR und  anderen Ostblockstaaten wurde aber bis ca. 1959 weiterhin Contax verwendet. Warum Pentacon und nicht der ebenfalls registrierte Name Pentax das Rennen gemacht hat, bleibt das Geheimnis der damiligen Entscheidungsträger. Pentax wurde dann ja später (devisenbringend) an Asahi lizensiert/verkauft. Nach dem Modell D kamen 1956 dann die Modelle E (mit Belichtungsmesser) und F sowie FM (später noch FB und FBM, beide mit Beli).

Das Modell F, was ich hier günstig für meine Sammlung erwerben konnte, hat als weltweit zweite Kamera nach ihrer Dresdener Schwester Praktica FX2 die automatische Springblende (der silberne Pin im M42-Gewinde) spendiert bekommen. Mit diesem Feature trat M42 seinen Siegeszug als Universalanschluss an. Das Tessar an meiner Kamera habe ich allerdings separat erworben und hat den Springblendenpin noch nicht. Das Objektiv gehört laut Seriennummer ins Jahr 1953 und damit eigentlich an eine Contax D.

Die Kamera ist ein solides Werkzeug, wird allerdings dem High-End Anspruch, der mit dem Namen Contax verbunden ist Mitte der 1950er Jahre nicht mehr gerecht. Dafür fehlen Merkmale wie Schnellspannhebel (Kine Exacta ab 1937!), Zubehörschuh oder Rückschwingspiegel (Praktiflex, 1939). Bei Pentacon wurden 1957 konsequenterweise die Entwicklungsabteilungen von Praktica und Contax zusammengelegt und man konzentrierte sich auf die letztendlich erfolgreichste deutsche Spiegelreflex-Serie

Datenblatt Frühe KB-Spiegelreflexkamera mit Pentaprisma
Objektiv Wechselobjektive mit M42 Gewinde, z.B. Carl Zeiss Jena Tessar 50mm f/3.5, 4 Linsen in 3 Gruppen.
Verschluss Horizontaler Tuchschlitzverschluss mit umschaltbaren Zweibereichs-Zeitenknopf B-1-2-5-10-20 (rote Skala) und 50-100-200-500-1000 (schwarze Skala), Selbstauslöser bis 10 sec.
Fokussierung Manuell am Objektiv, Spiegelreflex mit Einstelllupe (keine Mattscheibe!), keine sonstigen Einstellhilfen.
Sucher Spiegelreflex mit Pentaprisma.
Blitz ISO-Blitzkontakt auf der linken Gehäusekappe, automatische Umschaltung je nach Verschlusszeit (X: rote Skala, F: schwarze Skala)
Filmtransport Drehknopf, Bildzählwerk, Filmsortenmerker
sonst. Ausstattung Iso-Gewinde für Drahtauslöser, Selbstauslöser, automatische Springblende (mit kompatiblen Objektiven).
Maße, Gewicht ca. 149x84x51mm, 580/695 g (o/m Objektiv)
Batterie keine.
Baujahr(e) Baureihe (S, D, E, F, FM, FBM): 1949-1962
F: 1956-1961, diese Kamera: ca. 1958
Kaufpreis, Wert heute 1958: ca. 500 DM oder US$100, heutiger Wert: ca. US$ 100
Links Wikipedia, Dresdener Kameras, Camera-Wiki, Praktica Collector, Taunusreiter, Rick Oleson, Bedienungsanleitung, Pentax-SLR, Contax History

2015-02-10

Topcon RE Super


Das ist sie: die erste kommerziell erhältliche Spiegelreflex mit TTL-Messung (und das sogar mit Offenblende).  Ich war schon länger hinter ihr her, hatte schon viel über sie gelesen, aber als ich dieses Exemplar für nur $80 erstehen konnte und sie endlich in den Händen hielt, war ich dennoch überrascht und fasziniert von dieser außergewöhnlichen Spiegelreflex. Eigentlich ist sie sehr gewöhnlich (rückblickend betrachtet), aber als sie Ende 1963 auf den Markt kam, kam sie der idealen Spiegelreflex wohl so nah wie kaum eine andere vor oder nach ihr. Es muss der Schock gewesen sein für die damaligen Marktführer Asahi Pentax (weil vor der Spotmatic) und Nikon (weil genauso robust etc. wie die F). Topcon Fans behaupten heute noch, dass sie eine der besten jemals gebauten Spiegelreflexkameras ist, und ich muss zugeben, da ist was dran. Mein Exemplar hat einige Macken (z.B. keinen Hauptschalter mehr, kleinere Dellen und Kratzer), liegt aber mit über 1 kg satt in der Hand. Verschluss und Filmtransport schnurren trotz fast 50 Jahren auf dem Buckel wie neu und selbst der Belichtungsmesser zeigt richtig an. Und falls es im Jahre 2063 noch kompatible Batterien geben sollte, sehe ich keinen Grund, warum sie auch an ihrem 100. Geburtstag nicht noch Fotos machen könnte - halt: Film gibt es dann höchstwahrscheinlich schon 30 Jahre nicht mehr...

Aber eine Frage bleibt natürlich: Warum war diese geniale Kombination aus Nikon F und Pentax Spotmatic nicht erfolgreicher? Und: Warum geht Tokyo Kogaku, in den 1930ern mit ähnlichen Bedingungen gestartet wie Nippon Kogaku (Nikon), Ende der '70er Jahre fast pleite, wo die anderen großen japanischen Hersteller von einem Produktionsrekord zum anderen eilten? Insbesondere nachdem man der Welt mit diesem Meisterstück bewiesen hat, was technische Innovation und konsequentes Industriedesign bedeuten. Aber das beste Produkt zu haben reicht nicht, man muss es auch gut vermarkten (sprich: gewinnbringend verkaufen) und da scheint es bei Topcon zu hapern. Preislich war die Kamera im Premiumsegment angeordnet, ungefähr auf Höhe der Nikon F hatte aber für Profis nicht ganz so viel Systemzubehör und Objektive zu bieten. Die Pentax Spotmatic kam zwar erst später auf den Markt, war aber schon lange angekündigt und war um ca. ein Drittel billiger zu haben (und hatte ebenfalls ein großes Objektivangebot!). Man kann vermuten, dass TTL-Messung eher den betuchten Amateur (Kamera-Nerd) angesprochen hat, der wiederum nicht unbedingt einen Wechselsucher braucht. Also: Profis wählen eher die Nikon, Amateure eher die Pentax (ab 1965 auch die Nikkormat FT), wer geht leer aus: Topcon. Lediglich ca. 80.000 Exemplare werden von der RE Super und dem entsprechenden Exportmodell Super D gebaut, und das in 8 Jahren. Im selben Zeitraum verkaufen Fotohändler die 10-fache Menge Nikon F und fast 2.5 Millionen Spotmatics.


Topcon versucht es in der Folgezeit noch mit weiteren RE Kameras, die meisten schließlich ohne Wechselsucher und kompakter. Gleichzeitig bot man noch eine andere (günstigere) SLR-Serie mit total anderem Bajonett an. Die Topcon Uni war eine der ersten Kameras mit (TTL)-Blendenautomatik und hatte erstaunlicherweise einen Zentralverschluss.  Bei insgesamt relativ geringen Produktionszahlen zog man sich konsequenterweise 1981 vom Kamerabau zurück, man hatte einfach nicht die finanzielle Kraft die nötigen Investitionen in die moderne Kameraelektronik zu stemmen. Topcon gibt es allerdings heute noch. Man produziert optische Industriegüter.

Auch wenn Topcon und das zukunftweisende Design der RE Super von 1963 den meisten Fotografen heute nicht mehr geläufig ist, gibt es immer noch eine Schar von Fans. Einer von ihnen muss Hirofumi Kobayashi sein, der heutige Chef von Cosina, der 2003 eine kleine Serie SLR (auf Basis der Cosina CT-1) nach ihr gestaltete und sogar das legendäre Topcor 58 f/1.4 nachbaute.  Leider war 2007 auch für sie Schluss (wie fast alle anderen Film SLR's) und man kann sie heute gebraucht für ca. $400 erstehen. Da nehm ich doch lieber das Original aus den '60ern...

Datenblatt Erste kommerziell erhältliche KB-SLR mit TTL-Messung
Objektiv modifiziertes Exakta Bajonett mit zusätzlichen Übertragungselementen, hier mit RE Auto Topcor 3.5cm f/2.8 (7 Linsen, vergütet)
Verschluss Horizontaler Tuchschlitzverschluss, 1s - 1/1000 s und B. Blitzsynchronisation 1/60s.
Belichtungsmessung CdS-Zelle auf der Rückseite des Spiegels, erhält 7% des Lichtes durch 50µm breite Ritzen. TTL Offenblendmessung mit RE Auto-Topcor Objektiven. Nachführmessung mit Nadelanzeige, wird im Sucher eingespiegelt. Empfindlichkeitseinstellung 25-1600 ASA.
Fokussierung SLR, Mattscheibe mit Mikroprismenzentrum und Schnittbildindikator, auswechselbar. Pentaprisma austauschbar gegen andere Systemsucher, Augenkorrekturlinsen als Zuberhör erhältlich.
Sucher Spiegelreflex mit Rückschwingspiegel, 97% des aktuellen Bildes, ca. 1.0x Vergrößerung bei 50 mm Brennweite
Blitz Synchronbuchse (X), 1/60s Synchronzeit. Zubehörschuh mit Mittenkontakt als Zubehör zum Aufstecken auf die Rückspulkurbel.
Filmtransport Schnellspannhebel (180°), Bildzählwerk, Rückspulkurbel, Anschlussmöglichkeit für elektrischen Motor (Zubehör).
sonst. Ausstattung ISO-Gewinde für Drahtauslöser, mechanischer Selbstauslöser (5-10 s), Abblendtaste, Hauptschalter, Stativgewinde
Maße, Gewicht ca. 144/100/50 mm, 821g (1070g m. Objektiv)
Batterie 1.35V PX625 (oder 1.35 V Alternative)
Baujahr(e) 1963-1971 (diese ca. 1966), ca. 80.000 Exemplare
Kaufpreis, Wert heute US$ 369 (1963), heutiger Wert ca. US$250
Links The casual collector, Wikipedia, Manual (english), Camera-Wiki , Classic Cameras (Fotos und Zeitschriften), Photo.net, Shutterbug, Topcon Club (Japanisch)

2015-01-18

Zenit C

Bei meinen Recherchen zu sovietischen Spiegelreflex (siehe hier) wurde mein Interesse an diesen Kameras soweit geweckt, dass natürlich ein Exemplar für meine Sammlung her musste. Bei e-bay stieß ich für nur $30 auf dieses wirklich gut erhaltene Stück, voll funktionstüchtig und sehr wenige Gebrauchspuren. Überrascht war ich beim Auspacken wie kompakt die Kamera ist, alle anderen SLR der 50er und 60er Jahre waren größer und wuchsen über die Jahre sogar noch mit zunehmender Funktionsvielfalt. Erst 20 Jahre später erreichten die geniale Olympus OM-1 und danach die Pentax M-Modelle wieder die Ausmaße der frühen Zenit Kameras. 
Die Зени́т-C (übersetzt: Zenit-S für Synchronisation) war das zweite Modell von KMZ und unterscheidet sich von der allerersten sovietischen KB-Spiegelreflex Zenit ("1") durch die Blitzbuchse und die Möglichkeit die Verzögerungszeit für die Blitzauslösung zwischen 0 (X) und 25 ms (M) variable einstellen zu können. Mir ist bisher keine andere Kamera untergekommen, bei der man das kann. 

Man sieht der Kamera ihre Verwandschaft zu den im gleichen Werk gefertigten Zorki Messsucher-Kameras an, diese wiederum basieren auf den ukrainischen FED, die mehr oder weniger direkte Leica-Kopien waren. Sogar der Objektivanschluss ist ein M39-Gewinde, allerdings mit wegen des Spiegelkastens erweitertem Auflagemaß. Ein erwähnenswertes Merkmal ist die Kordel zum Zurückholen des Spiegels (siehe Foto oben). Vielleicht fädele ich ja irgendwann mal einen Film ein, Leica-mäßig von unten.


Datenblatt KB-Spiegelreflexkamera
Objektiv Wechselobjektive mit M39x1 Schraubgewinde, z.B. Industar-50 5cm f/3.5, 4 Linsen in 3 Gruppen (Tessar, vergütet).
Verschluss Horizontaler Tuchschlitzverschluss mit 30-60-125-250-500 /s und B (ab ca. 1960, frühe Exemplare haben 25-50-100-250-500)
Fokussierung Manuell am Objektiv, Spiegelreflex, keine sonstigen Einstellhilfen.
Sucher Spiegelreflex
Blitz Synchronbuchse, aber kein Zuberhörschuh. Variable Einstellung der Synchronverzögerung von 0 bis 25 ms
Filmtransport Drehknopf, Bildzählwerk, Rückspulknopf.
sonst. Ausstattung ISO-Anschluss für Drahtauslöser, Stativgewinde.
Maße, Gewicht ca. 140x90x50mm, 520/584 g (o/m Objektiv)
Batterie keine.
Baujahr(e) 1955-1961, insgesamt 232.949 Exemplare
diese Kamera (Serien-Nr. 60024693): 1960
Kaufpreis, Wert heute 1955: ?,
heutiger Wert ca. US$ 80
Links Wikipedia, Sovietcameras, Camera-Wiki, Bedienungsanleitung (Engl.), USSRPhoto

2015-01-12

Soviet (and post-Soviet) 135 film SLRs

My project to assess the production numbers of all classical 135 film SLRs is still alive (to jump to the general overview and links to all other parts click here). Today's post is about all the cameras made in the former USSR and (after its dissolution) the respective post-Soviet states. There are only three factories/companies, which actually produced 135-type SLR cameras. The biggest one is KMZ (Красногорский механический завод, Krasnogorsk Mechanical Works) located in Russia close to Moscow. The smallest one is Arsenal in Kiev/Ukraine, normally known for their Contax RF copies named after the town Kiev. The third  is BelOMO (formerly MMZ) in Minsk/Belarus.KMZ (Красногорский механический завод, Krasnogorsk Mechanical Works) located in Russia All of them weren't actual competitors, they even cooperated and exchanged technologies and got their orders for production and development from a central administration in Moscow.
Mein Projekt, die Anzahl aller jemals produzierten Kleinbild-Spiegelreflexkameras abzuschätzen geht weiter (Hier gibt es die Übersicht). Heute geht es um alle Kameras, die in der früheren UDSSR und (nach deren Auflösung) ihren Nachfolgestaaten hergestellt wurden. Interessanterweise gibt es nur drei Fabriken, die SLR produzierten. Der größte Hersteller ist KMZ (Красногорский механический завод, Krasnogorsk Mechanical Works) in Russland nahe Moskau. Der kleinste ist Arsenal in Kiev (Ukraine), bekannt durch ihre Contax Messsucher-Klone mit dem Namen Kiev. Der dritte  ist BelOMO (früher auch MMZ) in Minsk (Weißrussland). Alle drei waren nicht wirklich Konkurrenten, sie kooperierten und tauschten Technologie aus und erhielten ihre Anweisungen von einer Zentralbehörde in Moskau.
KMZ was the first Soviet  producer to build an 135 film SLR. They took their Zorki RF and added a mirror cage. Result is a remarkable well designed and small SLR, called Zenit. After this KMZ continued to develop new Zenit models, a total of about more than 30. However, most of them have many features and also design elements in common and they can easily be grouped into about 10 bigger groups. Fortunately, KMZ reported all their production numbers and they still can be found on the internet today. Therefore this part is one of the most accurate of my entire assessments (with a total of 13,743,440 cameras). KMZ war der erste der sovietischen Hersteller mit einer KB-Spiegelreflex. Sie nahmen einfach ihre Zorki Messsucherkamera und erweiterten diese um einen Spiegelkasten. Resultat war die bemerkenswert wohlgeformte und kompakte SLR mit dem Namen Zenit. Danach entwicklete KMZ eine lange Folge weiterer Zenit Modelle, insgesamt mehr als 30. Weil viele von ihnen gemeinsame Merkmale aufweisen oder sich sehr ähnlich sind, lassen sie sich einfach als 10 größere Gruppen betrachten. Glücklicherweise hat KMZ sher gut über ihre Produktion Buch geführt und ide Zahl der produyierten Kameras läßt sich heute noch im Internet finden. Daher ist dieser Teil eines der genauesten meines gesamten Projektes (mit 13.743.440 KMZ Kameras).
As accurate the KMZ numbers are, the MMZ/Belomo numbers are definitely the least accurate of all my estimates, although Belomo just took some of the successful Zenit cameras from KMZ and continued to produce them in huge quantities (they've probably been ordered to do so).  Especially the 5 million of the Zenit E I could not believe in first, and I still have my doubts. However, I found multiple souces, claiming that the Zenit E series (KMZ and MMZ together) has been build in more than 12 million units (8 for the E + 4 for the ET) , making this the highest production number of any 135 film SLR in the world. The total SLR production of MMZ/Belomo I've estimated to be 9.1 million +/- 0.5 million). So akurat die KMZ Zahlen auch sind, die MMZ/Belomo Zahlen sind die betimmt ungenaueste Schätzung des gesamten Projekts. Das liegt daran, dass Belomo einfach große Mengen and KMZ-Zenit SLR nachgebaut bzw. quasi in Lohn gefertigt hat. Nur leider wurde nicht wirklich genau Buch geführt. Zunächst konnte ich die 5 Millionen für die Zenit E nicht glauben, aber verschiedene Quellen besagen, dass KMZ und MMZ zusammen über 12 Millionen Einheiten gebaut haben (genauer 8 mio von der E und 4 von der ET), was bedeuten würde, dass die Zenit E/ET die häufigste SLR der Welt ist. Die Gesamtproduktion von Belomo/MMZ habe ich auf 9,1 +/- 0.5 Millionen abgeschätzt. 
Betrachtet man diese großen Zahlen, kann man Arsenal fast vernachlässigen. Meine Schätzung für sie ist gerademal 261.000 (+/- 25%). Trotzdem ist Arsenal es Wert genannt zu werden, da sie einige innovative und interessante Produkte zu Wege brachten. Ihre erste SLR Kiev-10 ist eine sehr innovative Kamera mit automatischer Belichtungssteuerung in einem einzigartigen Gehäusedesign. Späte Kameras htten Nikon Bajonett. Meine Schätzung basiert auf recht wenigen Serien-Nummern, die ich im Netz finden konnte. Considering these huge numbers you can almost forget about the last producer on my list. My estimation for them is just 261,000 (+/- 25%). However, Arsenal is worth mentioning as they produced some very nice and innovative models. Their first model Kiev-10 is a very innovative camera featuring automatic exposure control in a unique body design. Later cameras had Nikon's F mount. My estimates are based on a few serial numbers I found on a couple of web-sites.
My most important source is the very comprehensive website Sovietcams.com, which reports most of the information from other sources in a nice and informative way. Other sources were USSRPhoto.com, Tigers Lair (repair manuals...),ACP, ...In total there are about 23 million (+/- 0.5 million) 135 film SLRs produced in Russia and Belarus, within the time frame of 52 years (1952-2004). Most of them probably stayed within the former Soviet Union, although there was significant export into the capitalistic West as almost from every model a variant can be found with Roman instead of Cyrillic letters. However, I could not find a percentage (or the like) how much have been exported. Interestingly, the production number distribution goes in-line with the world wide development. The 1980íes were THE SLR decade, world wide as well as in the USSR most of these cameras have been produced and sold within this ten years. 
Mein wichtigste Quelle ist die sehr umfangreiche website Sovietcams.com, die andere Internet Quellen hübsch und sehr informativ aufbereitet. Andere Quellen waren noch USSRPhoto.com, Tigers Lair (Reperaturanleitungen...), ACP, Insgesmat wurden also ungefähr 23 Millionen (+/- 0.5) KB-Spiegelreflexkameras innerhalb von 52 Jahren (1952-2004) auf dem Boden der ehemaligen Sovietunion produziert. Die meisten davon werden auch in Russland etc. geblieben sein, auch wenn es von fast jedem Modell eine Variante mit lateinischer statt kyrillischer Beschriftung für den Export ins kapatalistische Ausland gab. Ich konnte dazu allerdings keine Zahlen finden. Interessanterweise folgen die Produktionsmengen dem weltweiten Trend. The 1980er waren DIE Spiegelreflexdekade, weltweit wie auch in der UDSSR wurden die meisten SLR innerhalb dieser 10 Jahre gebaut.
When KMZ started producing SLRs in 1952 they were technologically in-line with German and later Japanese companies. During the late 50ies and early 60ies there was even some innovation coming from Russian camera engineers. However, over the decades they lost more and more contact to their western competitors. Automation and other innovation did arrive much later if at all. Some say Zenit or Kiev cameras from the late 1990ies would have been quite competitive in Western markets if offered in the mid 1970ies. 
Als KMZ 1952 begann Spiegelreflexkameras zu bauen, waren sie noch auf Augenhöhe mit duetschen und später japanischern Herstellern. In den späten 50ern und frühen 60ern konnte man sogar etwas Innovation von den russischen Ingenieuren finden. Mit der Zeit verlor man aber den Anschluss an den westlichen Wettbewerb. Alles Neue kam mit großer verzögerung, wenn überhaupt. Manche sagen Zenit oder Kiev Kmaeras aus den 90ern wären konkurrenzfähig gewesen, wenn sie schon 20 Jahre früher auf den Markt gekommen wären. 
Anyway, 23 million cameras is almost double the German SLR production (12 million) and the USSR is a serious candidate for second place behind Japan (I don't know yet, how China is doing). 
Wie dem auch sei, 23 Millionen Kameras sind immerhin doppelt so viele wie jemals in Deutschland produziert wurden (12 million) und die UdSSR ist ein ernsthafter Kandidat für den zweiten Platz nach Japan (wobei ich noch nicht weiß, wie sich China schlägt). 

2015-01-04

(Lomography) Konstruktor

Eine funktionstüchtige Spiegelreflex für den Kleinbildfilm zum Selbstbauen? Kann das gehen? Es geht! Man braucht nur diesen Bausatz vom Lomography-Projekt, ein bißchen Geschick und ca. 2 Stunden Zeit (wenn man das zum ersten Mal macht). Ich habe diesen schon im September zum Geburtstag bekommen, aber erst jetzt in meinen Weihnachtsferien die Zeit gefunden. Die mehrsprachige Anleitung ist recht gut und genau, vieles ist mit Bildern erklärt. Ich habe aber natürlich den Baufortschritt in Bildern dokumentiert:


Hier ein paar weitere Stichpunkte zur Kamera neben dem üblichen Datenblatt unten.
  • Vollplastik Konstruktion (ABS, daraus bestehen auch die allermeisten anderen Kameras heutzutage).
  • die eine Linse ist vermutlich aus Polycarbonat, ich werde bei einem Test  mal die Bildqualität checken.
  • Der Spiegelkasten kommt als kompliziertester Teil vormontiert, vermutlich damit auch jeder die Sache hinbekommt. Allerdings ist in der Bauanleitung auch detailliert dieser Aufbau beschrieben, sodass Interessierte auch hieran rumschrauben können.  
Ansonsten: Hat Spaß gemacht! Die Fotos vom Test kommen dann irgendwann hier.


Datenblatt Erste Do-It-Yourself SLR
Objektiv Einlinsiges Plastikobjektiv 50 mm f/10, 0.5m bis unendlich, keine Blende. Kann über ein einfaches Bajonett abgenommen werden, keine anderen Wechselobjektive verfügbar.
Verschluss Innovativer Klappverschluss (1/80 s) im Spiegelkasten und B.
Fokussierung Manuell am Objektiv, Spiegelreflex mit Einstelllupe, keine sonstigen Einstellhilfen.
Sucher Spiegelreflex mit ausklappbarem Lichtschachtsucher, Einstelllupe.
Blitz keine Anschlussmöglichkeit.
Filmtransport Drehknopf, Bildzählwerk, Rückspulknopf.
sonst. Ausstattung keine.
Maße, Gewichtca. 126x75x70mm, 192 g (ohne Film)
Batterie keine.
Baujahr(e)Juni 2013 - ...
Kaufpreis, Wert heute$35
LinksThe Konstruktor offical site, Camera-Wiki