2010-09-10

Nikon MD-12

Am 13. Juli 1987, fast genau 1 Jahr nach dem Kauf meiner Nikon FE2, erstand ich diesen gebrauchten Motorantrieb, generalüberholt und mit 3 Monaten Garantie. Oben auf dem Bild erkennt man alle Details. Das Batteriefach (für 8 Mignon (AA) Batterien oder entsprechende Akkus) kann auf der linken Seite rausgezogen werden und nimmt fast den kompletten Raum im kastenförmigen Teil unter der Kamera ein. Der eigentliche Motor sitzt im Handgriff. Der Motor wird einfach über das Stativgewinde unter die Kamera geschraubt, die vier goldenen Kontakte stellen den elektrischen Kontakt her und der kleine runde silberne Greifer an der rechten Seite übernimmt Filmtransport und Verschlussspannen. Oberhalb davon - man erkennt es kaum - gibt es einen kleinen Stift, der den Auslöser der Kamera betätigt. Das passiert, wenn man den Tippschalter oben ganz durchdrückt, leichtes Antippen aktiviert die Belichtungsmessung der Kamera. Der Schieber rechts unten ist quasi eine Verlängerung für den Rückspulknopf, man muss den Motor für einen Fimwechsel nicht vom Kameragehäuse trennen. Motorisches Filmrückspulen gibt es allerdings nicht.
Zusammen mit der Kamera ergibt sich eine zwar schwere, aber doch sehr kompakte und handliche Einheit. Ich habe gerne damit fotografiert, bei der Stellung C am Ring um den Auslöser sind bis zu 3.5 Bilder pro Sekunde möglich. Im "besten" Fall ist also ein 36er Film in 10 Sekunden durchgenudelt. Habe ich aber nie gemacht ;-). Am liebsten machte ich Portrait-Aufnahmen mit dem Motor. Bei der ersten Aufnahme wirken viele Menschen recht verkrampft (ich übrigends auch) und rechnen meist nicht damit, dass man gleich hintendran noch ein oder sogar zwei Schüsse macht, die dann meistens viel natürlicher daherkommen. Vorne erkennt man noch einen Kabelanschluss, mit dem man die Einheit klasse per Kabel fernsteuern konnte. Ich habe mir irgendwann gebraucht den entsprechenden Stecker gekauft und mir einen mehrere Meter langen Kabelfernauslöser selbst gebaut.
Der MD-12 ist ein wirklicher Longseller: 1980 ersetzte er seinen fast leistungsgleichen Vorgänger MD-11, der zusammen mit der Nikon FM 1977 auf den Markt gekommen war. Beim MD-12 wurden insbesondere die Elektrik und Elektronik modernisiert, der Motor saugte nun nicht mehr die Kamerabatterie leer und schaltete sich automatisch nach 1 Minute Nichtgebrauchs selbst ab. Die Lebensdauer der Batterien stieg damit erheblich. Im Nikon Verkaufsprogramm war er bis 2006, da er mit FM, FE, FM2(n), FE2, FA und FM3a verwendet werden konnte. Für mich war der Motor ein teurer Spaß. Gebraucht hat er mich schon 349 DM gekostet, der Neupreis lag damals bei ca. 500 DM, 1989 musste ich ihn einmal für ca. 150 DM reparieren lassen, da irgendwo ein Wackelkontakt in der Stromversorgung war. Nun ja...

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