2010-09-19

Nikkormat FT3

Auch wenn interessanterweise nicht Nikon draufsteht, das hier ist eine "richtige" Nikon nach meinem Geschmack. Es ist die stabilste und robusteste Kamera, die ich besitze und wohl je besitzen werde. Mir ist sie schon ein paar mal runtergefallen (wie die Dellen und Macken hauptsächlich an den weniger stabilen Objektiven beweisen). Bei einer Fahrradtour durch Finnland bin ich mal in einen nicht enden wollenden Regenguss gekommen. Durch die Ritzen ist Wasser eingedrungen und ich habe es quasi nach Abnehmen des Objektives ausschütten müssen. Da die Kamera im Wesentlichen aus Messing besteht, gibt es keinen Rost, sorgfältiges Trocknen auf der Heizung hat damals genügt! Über die interessante Geschichte der Nikkormat-Kameras ist viel geschrieben worden, z.B. hier oder hier. Ich will das hier nicht alles wiederholen. Meine FT3 ist also 1977 gebaut worden (das einzige Baujahr!), ich habe sie am 18.4.1988 bei Foto Riedenklau in Bielefeld-Sennestadt für 425 DM gekauft und dann als Zweitgehäuse neben der FE2 regelmäßig verwendet.





Auf den Bildern oben sieht man einige interessante Features, die spätere Kameras leider nicht mehr hatten: Links oben, neben dem neuen AI-Blendenmitnehmer (wegklappbar) den Schieber zum manuellen Hochklappen des Spiegels. Damit kann man auch alte Objektive wie das 21mm f4.0 verwenden, deren Linsen weit ins Gehäuse ragen, aber auch erschütterungsfreie Langzeitbelichtungen machen! Die Anzeige des Belichtungsmessers auf der Gehäuseoberseite ist sehr praktisch. Natürlich gibt es auch eine solche Anzeige im Sucher, wo auch die eingestellte Belichtungszeit eingespiegelt wird. Diese wird an einem Ring um das Bajonett eingestellt. Da der Blendenring des Objektivs gleich daneben liegt, kann man mit einer Hand schnell beides verstellen. Mehr noch: Da die Rasterung gleich, die Drehrichtung von Blende und Verschlusszeit aber genau gegenläufig sind, kann man mit einem Handgriff beides gleichzeitig so verstellen, dass die Belichtung gleich bleibt (also z.B. von 2.8/125 auf 4/60 und weiter nach 5.6/30 drehen etc.). Am selben Ring von der Kameraunterseite aus gesehen stellt man die Filmempfindlichkeit ein, zugegenermaßen ein wenig fummelig.
Ich brauche nicht betonen, dass eine kleine Batterie nur für den Belichtungsmesser notwendig ist, ansonsten ist alles rein mechanisch und die Kamera funktioniert auch heute noch einwandfrei. Wenn ich mich mal wieder zu einem richtigen Film durchringen kann, wird sie vermutlich die Kamera meiner Wahl (auch wenn die FE2 danebensteht).
Datenblatt Solide, mechanische Amateur SLR
Objektiv Wechselobjektive mit Nikon F-Bajonett (AI)
Verschluss Voll mechanischer vertikaler Metallschlitzverschluss (Copal Square S) mit 1 bis 1/1000 s und B. Blitzsynchronisation nominal 1/125 (ist: 1/100).
Belichtungsmessung TTL-Messung mit CdS-Zelle, mittenbetont. Nachführbelichtungsmessung mit zwei Nadelanzeigen auf der Oberseite und im Sucher, keine Belichtungsautomatik.
Fokussierung Einstellscheibe mit mit Schnittbild und Mikroprismenring. Nicht auswechselbar.
Sucher Einspiegelung der Belichtungszeit, Nadelanzeige des Belichtungsmessers.
Blitz Hot shoe und Blitzsynchronbuchse für  M und X-Synchronisation.
Filmtransport Schnellspannhebel, Rückspulkurbel, Bildzählwerk.
sonst. Ausstattung Abblendtaste, Selbstauslöser (10s), Rückschwingspiegel arretierbar, Anschlussgewinde für Sucherzubehör, Leica-Glocke und ISO-Gewinde für Drahtauslöser.
Maße, Gewicht ca. 148/96/54 mm ohne Objektiv, 750g
Batterie 1x SX76PX (1.5V Silberoxid).
Baujahr 1977
Kaufpreis, Wert heute US list price 1977: $307, ca. $150
Links Manual (english), YouTube Video

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