Am 30.3. habe ich während einer Berlin Städtereise auch das Deutsche Technikmuseum am Gleisdreieck in Kreuzberg besucht. Bekannt eigentlich für die Austellungen zu Schifffahrt, Flugzeugen und insbesondere Eisenbahn, gibt es auf der 2. Etage des Beamtenhauses eine Fototechnik Dauerausstellung mit lehrreichen Schaukästen zu vielen fototechnischen Aspekten und natürlich jede Menge Kameras. Insgesamt ein lohnenswerter Besuch, wer nur für die Fotoausstellung hingeht wird aber vermutlich enttäuscht. Andere Museen bieten da mehr (siehe auch hier...).
2016-04-10
2016-04-03
Olympus OM-1
Schon lange auf meiner Muss-Haben-Liste war Yoshihisa Maitani's vierter Designstreich, die kleinste Kleinbild-Spiegelreflex der 1970 und das trotz aller damals aktuellen technischen Features. Auch ästhetisch ein Juwel setzte sie schnell Maßstäbe für Qualität und Design und begründete den Erfolg der gesamten OM-Serie, die mit relativ wenigen Modellen ziemlich genau 30 Jahre lang (1972-2002) auf dem Markt war. Nach einer 10-jährigen Pause setzte Olympus 2012 die Designlinie fort, heute als spiegellose MicroFourThirds Systemkamera. Auch ich konnte letztes Jahr nicht widerstehen.
Nachdem die Kleinbild-Kameras der 50er und 60er Jahre durch das Hinzufügen technischer Features immer größer wurden, zeigte Maitani und die anderen Olympus Ingenieure der Fotowelt, dass voll- und hochwertige SLR's nicht wesentlich größer sein müssen als die kompakteste SLR der 50er: Zenit-C, und die basierte ja auf einem Leica-Grunddesign. Ich finde, nichts illustriert ihre kompakten Proportionen so gut, wie der direkte Fotovergleich oben mit meiner klobigsten SLR. Man beachte: Beide Kameras waren zwischen 1972 und 1975 parallel auf dem Markt!
Im Laufe der 70er brachten dann auch andere Hersteller wieder kompaktere und leichtere SLR's auf den Markt, prominenteste Vertreter sind die Kameras aus Pentax' M-Serie, aber auch meine erste KB-SLR Nikon EM hatte OM-Dimensionen. Aber die Geschichte wiederholt sich: Durch weiteres Hinzufügen technischer Features, diesmal sind es motorischer Filmtransport und Autofokus, wachsen die Kameras in den 80er und 90er Jahren wieder. Und auch der Übergang ins digitale Zeitalter geht erst mal nicht mit einem Schrumpfen der Kameras einher (obwohl das Bildformat meist kleiner als KB ist!). Auch hier ist es wieder Olympus, die mit der E-Serie einige der kompaktesten DSLR's auf dem Markt hatten.
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Der informierte Leser wird es schon bemerkt haben: Dies ist die "MD"-Version (Motor Drive), die ab Oktober 1974 so verkauft wurde. Die früheren M-1 und OM-1-Versionen hatten keinen Motoranschluss. 1979 gab es mit der OM-1N eine leichte Modellpflege, um die Kamera fit für neues innovatives Zubehör zu machen, was es für die OM-Serie reichlich gab. Genug hier, mehr Infos gibt es in der Tabelle unten sowie den angegebenen Links.
| Datenblatt | mechanische KB-Spiegelreflexkamera |
| Objektiv | OM-Bajonett, hier mit F.Zuiko Auto-S 50 mm f/1.8 (6 Linsen in 4 Gruppen, Doppel-Gauss Typ) |
| Verschluss | horizontaler Tuchschlitzverschluss, 1, 2, 4, 8, 15, 30, 60, 125, 250, 500, 1000 1/s und B, Einstellring rund ums Bajonett. |
| Belichtungsmessung | mittenbetonte, integrale Offenbelndmessung, CdS, 25-1600 ASA |
| Fokussierung | Spiegelreflex, Fresnelllinse, auswechselbare Einstellscheiben |
| Sucher | SLR, Pentaprisma (0.92x mit 50 mm), 97% des Bildfelds, Anzeige der Messnadel (+/-) des Belichtungsmessers |
| Blitz | Buchse umschaltbar für FP und X, sowie aufsteckbarer Zubehörschuh mit Mittenkontakt |
| Filmtransport | Schnellspannhebel, Rückspulrad, Bildzählwerk, MD-Version: Anschluss von Motordrive (bis 5 B/s) |
| sonst. Ausstattung | Selbstauslöser, pneumatische Spiegeldämpfung, Spiegel arretierbar, Zubehörschuh, Stativgewinde, Hauptschalter, Abblendtaste an jedem Objektiv, ISO-Drahtauslösergewinde |
| Maße, Gewicht | ca. 136 x 83 x 50 mm, 510g/681g (ohne/mit Objektiv) |
| Batterie | PX625 (oder PX13), bzw. moderne Alternativen |
| Baujahr(e) | 1972-1987 (M-1: 1972, OM-1: ab Mai 1973, OM-1 MD ab Oktober 1974, OM-1N ab 1979).Diese (#396525) von Jan. 1975. Insgesamt ca. 2.1 Millionen Exemplare. |
| Kaufpreis, Wert heute | 280 US$ (1976), ca. 50 € (MD), ca. 100€ (OM-1), original M-1: US$500 |
| Links | Frühe (O)M-1 Broschüre, Explosionszeichnung, Erik Fiss, MIR, Instruction manual (english), M-1 Information page, Maitani-Fan, Olympus OM-1 Story, Camera-Wiki, Wikipedia |
2016-03-05
Bolta Photavit IV
Heute mal wieder nach langer Zeit eine wirklich kleine Kleinbildkamera, sowie ich schon einige in meiner Sammlung habe (Braun Paxette Ib, Rollei 35, Robot Junior, Olympus XA, ...). In diesem Fall werden wie bei der Robot nicht volle 24x36 mm belichtet, sonder quadratische 25x25 mm und man kann auch keine handelsüblichen 135er Patronen einlegen. Aber bei ihrem Erscheinen im Jahr 1948 wurde die Photavit IV zu Recht als kleinste Kamera für 35 mm Film beworben, und das obwohl ihre z.T. kleineren Vorgänger schon ab 1935 das Bolta Werk in Nürnberg verließen.
Today, after a long time I'm again presenting a really small 35 mm film camera, from which I already have some in my collection (Braun Paxette Ib , Rollei 35,
Robot Junior, Olympus XA
, ...). In this case as with the Robot not the full 24x36 mm will be exposed to light, but a special square format of 25x25 mm. In addition you can't use commercially available 135 cartridges. However, when it appeared on the market in 1948 the Photavit IV was correctly
advertised as smallest camera for 35 mm film, although its even smaller predecessors left the Bolta plant in Nuremberg already since 1935.
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Das Bildformat von 25x25 mm überlappt etwas mit der Perforation des normalen KB-Films. Das liegt daran, dass Bolta's Kameras ursprünglich einen eigenen 35 mm breiten Film mit einem Papierrücken in den entsprechenden Bolta-Kassetten verwendete. Aus einem 36'er Kleinbildfilm kann man mit dem mitgelieferten Umspulgerät 2 mal die Kassette füllen (je 25 Aufnahmen), ich hab es nur mit einem schon belichteten Testfilm ausprobiert und finde es recht kompliziert. Ich bin noch untentschlossen, ob ich mal einen unbelichteten Film riskieren sollte. Insbesondere, weil ich nicht weiß, wie ich den belichteten Film wieder zurück in die normale Patrone und zum Entwickeln bekommen soll.

The image format of 25x25 mm overlaps somewhat with the perforation of the standard 35 mm film. The reason is that Bolta's cameras originally used its own 35 mm (unperforated) film with a paper back delivered in respective Bolta cartridges. From a 36 frame 135 film you can fill the Bolta cartridges (25 images) twice using the provided rewinding device. I tried it once, only with an already exposed test film, and found it quite complicated. I'm still undecided whether I should risk a fresh roll of film. Particullaly, because I do not know how to get the exposed film back into the normal cartridge for developing.
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| Die kleinste Kamera für 35 mm Film in meinem Besitz The smallest camera for 35 mm film in my possession |
Es gibt einige gute Seiten, die sich ausführlich den Photavit Kameras widmen (siehe Links unten). Ich will hier nicht alles wiederholen. Bei der Lektüre bin ich aber auf einen bisher nicht weiter erwähnten Umstand gestoßen. Die meisten Seiten gehen davon aus, dass die einzelnen Photavit Modelle einander zeitlich ablösten. Die Seriennummer meines Exemplars (28329) liegt aber weit oberhalb dessen, was von CJ für das Modell IV oder sogar das "Nachfolgemodell" V angibt. Ich denke daher, dass die Photavit V ab 1951 als Billigmodell parallel weiter zur IV produziert wurde und beide sich den selben Seriennummernbereich teilen. Anhand des Schneider Objektiv's kann man mein Exemplar auf Ende 1952 oder Anfang 1953 datieren.
There are some excellent sites dedicated to Photavit cameras (see links below). I will not repeat it all here. While reading and looking at my camera, I discovered a previously not covered circumstance. Most sites assume that the individual Photavit models followed each other in time. The serial number of my copy (# 28329) however, is higher than what
CJ
indicates for Model IV or even the "successor" V. Therefore, I believe that the Photavit V was introduced in 1951 as a low cost model and produced parallel to the IV. Both share the same serial number range. Based on the Schneider lens' serial number it is possible to date my copy at the end of 1952 or beginning of 1953.
| Datenblatt | Miniaturkamera für 35 mm Film |
| Objektiv | Schneider-Kreuznach Xenar 37.5 mm f/2.8, auch andere Objektive waren anfänglich erhältlich. |
| Verschluss | Zentralverschluss Synchro-Compur, B-1-2-5-10-25-50-100-250-500, Verschluss muss unabhängig vom Filmtransport gespannt werden |
| Belichtungsmessung | keine |
| Fokussierung | manuell, keine Scharfstellhilfe |
| Sucher | einfacher, optischer Durchsichtsucher |
| Blitz | Buchse mit Umschalter für FP oder X, alle Zeiten |
| Filmtransport | 35 mm Film in speziellen Bolta Kassetten, Film wird mit Drehrad in zweite Kassette transportiert, Bildzählwerk, Doppelbelichtungssperre |
| sonst. Ausstattung | ISO-Drahtauslösergewinde, Stativgewinde, Schärfentiefentabelle, Umspuleinrichtung von KB-Patrone gehört zum Lieferumfang |
| Maße, Gewicht | ca. 60 x 91 x 53 mm, 317 g (ohne Filmkassetten) |
| Batterie | keine |
| Baujahr(e) | 1948-1953 (?), diese (# 28329) ca. Ende 1952 (nach Serien-# des Objektivs), ca. 20000 Exemplare (inkl. Photavit V) |
| Kaufpreis, Wert heute | 165 DM (1951), ca. 100€ bzw. US$160 |
| Links | UKCamera, CJS-classic-cameras, Submin.com, Camera-wiki, Gebrauchsanweisung (1) , Gebrauchsaweisung (2), Broschüre (1) (2), Photavit.de, |
| Data Sheet | Miniature camera for 35 mm film |
| Lens | Schneider-Kreuznach Xenar 37.5 mm f/2.8, other lenses were initially available, too. |
| Shutter | Leaf shutter Synchro Compur, B-1-2-5-10-25-50-100-250-500, shutter must be cocked separately of the film transport |
| Metering | no |
| Focussing | manual, no focussing aid |
| Viewfinder | simple, optical viewfinder |
| Flash | Socket with switch for FP or X, flash possible with all shutter speeds |
| Film advance | 35mm film in special Bolta cartridges, film is advanced with rotary knob into second cartridge, frame counter, double exposure lock |
| misc. Features | ISO-cable release thread, tripod thread, Depth of field table, rewinding equipment from 135 cartridge included |
| Size, Weight | about 60 x 91 x 53 mm, 317 g (w/o cartridges) |
| Battery | no |
| Year(s) of Production | 1948-1953 (?), this (# 28329) about end of 1952 (# of the lens), about 20,000 copies (incl. Photavit V) |
| Original Price, Today's Value | 165 DM (1951), ca. 100€ bzw. US$160 |
| Links | UKCamera, CJS-classic-cameras, Submin.com, Camera-wiki, Manual (in German, page 1) , Manual (in German, page 2), Brochures (1) (2), Photavit.de, |
2016-02-21
King Regula Reflex 2000 CTL
Eine Regula Reflex 2000 CTL vom Kamerawerk King & Bauser stand schon auf meiner "will
haben"-Liste seit ich per Zufall vor fast 4 Jahren über die Regula Sprinty C 300 gestolpert war. Letztere ist
in diversen Varianten zu Hunderttausenden auf den Markt gebracht
worden, während die Regula Reflex eine der seltensten SLR's am Markt
ist. Neben dem Raritäts-Faktor trägt noch die Legende vom Patentstreit
mit Leitz sowie die für die 60er Jahre exzellenten 1/2000 s zur
Faszination bei. A Regula Reflex 2000
CTL from Kamerawerk
King & Bauser got on my "must-have" list 4 years ago when
I randomly stumbled across the Regula
Sprinty C 300 . The latter has been launched in six digit
numbers, while the Regula Reflex is one of the rarest SLR's on the
market. In addition to its rarity factor the legend of the patent
dispute with Leitz and an excellent 1/2000 s shutter speed (at least
for the 60ies) fuels the fascination.
Jedenfalls genug für mich, um immer mal wieder nach ihr auf Fotobörsen und natürlich e-bay zu schauen. Man findet regelmäßig Angebote, meist allerdings zu recht üppigen Preisen. Collectiblend listet sie für ca. $450, was auch ungefähr den meisten Angeboten entspricht. Aber sogar für defekte Gehäuse ohne Objektiv werden noch Preise von über 100€ verlangt. Meine Ausdauer und Verhandlungsgeschick hat sich ausgezahlt: Ich habe mein Exemplar für nur 120€ plus Versand erstanden und das sogar inklusive des späten Standardobjektives Auto Regulon 50 mm f/1.8. Die Kamera ist in exzellentem Zustand, lediglich der Plastikdeckel des Batteriefaches war mit einer toten Batterie darunter fest gefressen und durch frühere Versuche, dieses zu beheben arg beschädigt. Ich habe also vorsichtig zwei kleine Löcher in den Deckel gebohrt und damit kann man nun mit einer kleinen Zange das Ding wieder drehen und öffnen. Die alte PX625 Batterie habe ich durch den Adapter mit einer LR44 ersetzt. Und, sogar der Belichtungsmesser funktioniert wieder! Anyway, enough for me to look for it occasionally at camera markets and of course on e-bay. Regular offers mostly come with hefty prices. Collectiblend lists it for about $ 450, which also corresponds to most offers. And even for defective bodies without a lens prices of more than 100 € are requested. However, my patience and negotiation skills have paid off: I bought my copy for only 120 € plus shipping, this even including the late standard lens Auto Regulon 50mm f/1.8. The camera is in excellent condition, only the plastic lid of the battery compartment was jammed with a dead battery underneath and got damaged by previous attempts to resolve this. Carefully I've drilled two small holes into the lid and now can turn and open it again using pliers. The dead PX625 battery I've replaced with an adapter including a LR44. And, even the meter is working again!
Jedenfalls genug für mich, um immer mal wieder nach ihr auf Fotobörsen und natürlich e-bay zu schauen. Man findet regelmäßig Angebote, meist allerdings zu recht üppigen Preisen. Collectiblend listet sie für ca. $450, was auch ungefähr den meisten Angeboten entspricht. Aber sogar für defekte Gehäuse ohne Objektiv werden noch Preise von über 100€ verlangt. Meine Ausdauer und Verhandlungsgeschick hat sich ausgezahlt: Ich habe mein Exemplar für nur 120€ plus Versand erstanden und das sogar inklusive des späten Standardobjektives Auto Regulon 50 mm f/1.8. Die Kamera ist in exzellentem Zustand, lediglich der Plastikdeckel des Batteriefaches war mit einer toten Batterie darunter fest gefressen und durch frühere Versuche, dieses zu beheben arg beschädigt. Ich habe also vorsichtig zwei kleine Löcher in den Deckel gebohrt und damit kann man nun mit einer kleinen Zange das Ding wieder drehen und öffnen. Die alte PX625 Batterie habe ich durch den Adapter mit einer LR44 ersetzt. Und, sogar der Belichtungsmesser funktioniert wieder! Anyway, enough for me to look for it occasionally at camera markets and of course on e-bay. Regular offers mostly come with hefty prices. Collectiblend lists it for about $ 450, which also corresponds to most offers. And even for defective bodies without a lens prices of more than 100 € are requested. However, my patience and negotiation skills have paid off: I bought my copy for only 120 € plus shipping, this even including the late standard lens Auto Regulon 50mm f/1.8. The camera is in excellent condition, only the plastic lid of the battery compartment was jammed with a dead battery underneath and got damaged by previous attempts to resolve this. Carefully I've drilled two small holes into the lid and now can turn and open it again using pliers. The dead PX625 battery I've replaced with an adapter including a LR44. And, even the meter is working again!
Mythen und Fakten Myths
and Facts
Produktionszeitraum Manufacturing period
Die Kamera wurde ja bereits
auf der Photokina 1966 als Konzept bzw. Prototyp vorgestellt. Im Netz
findet man daher immer wieder Vermutungen, dass sie dann wohl ab 1967
oder 1968 am Markt war. Auch ich bin darauf reingefallen. Der
Testbericht im Foto-Tagebuch von 1970 spricht von "wieder einer
Spiegelreflex-Kamera mehr auf dem ohnehin schon gesättigten Markt",
womit das Erscheinungsjahr festgelegt wäre. Das letzte was man von King
bzw. der Kamera gehört hat, ist, dass 1976 Pläne und Teile an National
Instruments in Indien verkauft wurden. Es ist also wohl fair
anzunehmen, dass zwischen 1970 und 1975 produziert bzw. vermarktet
wurde. The camera was already
introduced at Photokina 1966 as a concept or prototype. This
obviously let to repeated suspicions that it probably was launched on
the market in 1967 or 1968. I too fell for it. The report
in Foto-Tagebuch
from 1970 speaks of "yet another SLR camera on the already
saturated market", with which the first year would be set. The
last thing you heard of King or the camera, is that in 1976 plans and
parts were sold to National Instruments in India. So it's probably
fair to assume that production period was from 1970 to about
1975.
Produktionszahlen
production figures
Von Verkäufern wird aus
gutem Grund immer auf den Seltenheitswert der Kamera hingewiesen. Meist
wird von wenigen Tausend Exemplaren gesprochen, was wohl stimmt. Ich
habe mal im Netz Seriennummern gesammelt. Alle sind vierstellig, die
niedrigste ist 1382 und die höchste 5155. Insgesamt habe ich mit neun
Nummern meine Analyse durchgeführt und ca. 4500 Exemplare
erhalten. Sie ist damit vermutlich die seltenste (deutsche) SLR-Serie,
einzelne Modelle anderer Serien mögen seltener sein (auch natürlich
Prototypen). Ihre direkten westdeutschen Konkurrenten Leicaflex, Zeiss
Ikon (Ikarex etc.) oder Rollei waren mindestens fünfstellig, bei
Produktion in Fernost (Rollei) sogar 6-stellig. Das alles ist natürlich
gar nichts verglichen mit den SLR Produktionszahlen der japanischen
Konkurrenz, die von 1970 bis 1975 von ca. 1.5 Millionen auf ca. 2.5
Millionen pro Jahr (!) angestiegen sind. Sellers always emphasize with good reason that the
camera is rare. Most sources speak about a few thousand copies,
which is probably true. I have collected serial numbers from
internet sources like e-bay. All are four digits (with leading
zeros), the lowest is 1382 and the highest 5155. I tried
my analysis with nine data points and got about 4500
copies. It is therefore probably the rarest (German) SLR series,
individual models of other series or prototypes of course might be
rarer. Its direct West German competitors Leicaflex, Zeiss Ikon
(Ikarex etc.) or Rollei were at least five digits, with production in
Far East (Rollei) even 6 digits. All this is of course nothing
compared to the SLR production figures of Japanese competition, which
rose from 1970 to 1975 of about 1.5 million to about 2.5 million per
year (!).
Die 1/2000 Sek...
The 1/2000 sec ...
...schnellste Verschlusszeit
war eines der wenigen Argumente von King die Kamera ins Premiumsegment
einzuordnen. Diese Zeit konnten nicht viele bieten, die erste war schon
1960 die Konica F1 und dann die Canonflex
R2000, die beide aber wohl kaum Käufer in Deutschland erreicht
haben dürften. Die Leicaflex von 1964 hatte sie und dann noch die
Mamiya/Sekor 2000DTL von 1969. Die Nikon F2 war
1971 die erste Kamera, die die 1/2000 s für Profikameras als Standard
etablierte. Erst in den 80er Jahren wurde sie langsam auch Standard bei
mittelpreisigen Amateurmodellen. ...
fastest shutter speed was one of the few arguments of King to classify
the camera into the premium segment. This speed was not offered by
many, the first was in 1960, the Konica F1 and then
the Canonflex
R2000, but both hardly reached out to buyers in
Germany. The Leicaflex from 1964
had it and then the Mamiya/Sekor
2000DTL of 1969. The Nikon F2 in 1971 was
the first camera to establish the 1/2000 sec as a standard for
professional cameras. It was only in the 80ies when it slowly
became standard for mid-priced amateur models as well.
Patentstreit patent dispute
Das ist definitiv ein
Mythos. Einen Patentstreit zwischen Leitz und King hat es nie gegeben.
Man findet weder Belege dafür, noch einen objektiven Grund, warum
überhaupt oder welches Patent (vielleicht
dieses?) angeblich verletzt worden sei. Volkmar Kleinfeld hat in einem Gespräch mit Herrn
Bauser dem Gerücht endgültig die Luft raus lassen können, trotzdem
hält es sich natürlich im Netz und auch ich bin anfänglich darauf
reingefallen. Der Grund, warum die Kamera nach nur wenigen Tausend
Exemplaren wieder eingestellt wurde, war schlicht und einfach
mangelnder Erfolg am Markt. "Bad Timing" kann man fast sagen. Ich
behaupte hier mal, wäre die Kamera nur fünf Jahre früher am Markt
gewesen, dann hätte sie eine Chance gehabt. Aber sie kam mit ihren 60er
Jahre Features zu einer Zeit, als die Japaner die Deutschen Hersteller
technisch und preislich in den Schatten stellten. Einen
Seiteneinsteiger mit einer kompletten Neuentwicklung muss so was
besonders hart treffen. This is
definitely a myth. A patent dispute between Leitz and King has
never existed. One finds neither evidence nor an objective reason
why at all (or which patent had been infringed, maybe
this?). Volkmar
Kleinfeld finally squashed the rumor by a phone conversation with Mr.
Bauser. However, it kind of survives in the web and also I
initially fell for it. The reason why the camera production ceased
after only a few thousand copies, was simply lack of success on the
market. "Bad Timing" may be tempted to say. Let me just
state, if the camera was launched only five years earlier it would have
had a chance. But it came with its 60ies features at a time when
the Japanese outshined the Germans technically as well as price
wise. As a side entry with a complete new and independent design
it must have been hit particularly hard.
Die anderen Modelle The other models
McKeown listet insgesamt insgesamt 4 SLR
Modelle von King Regula auf und nennt sogar die technischen
Unterschiede. Alle anderen im Netz, die sogar Sammlerpreise dazu listen,
haben von ihm abgeschrieben. Angeblich gab es das Basismodel Regula
Reflex CTL (ab 1967?) sowie gleichzeitig eine "SL" ohne
Belichtungsmesser, beide also vor der 2000 CTL. Und dann noch ein
Nachfolgemodell K650 (1972 - ?), angeblich mit Offenblendmessung sowie
Anzeige der Blende im Sucher sowie Spot-Messung. Allen "anderen"
Modellen ist aber gemein, dass es keinerlei Fotos von ihnen noch
weitergehende Beschreibungen dazu zu finden gibt. Es mag entsprechende
Pläne oder gar Prototypen gegeben haben. Ansonsten sind die genannten
Kameras ein Mythos, kein Sammler dürfte ein solches heute sein Eigen
nennen. Genauso verhält es sich mit einem verchromten Modell, wie es
auf der Gebrauchsanleitung abgebildet ist. Auch das
existierte wohl nur als Idee. (Nachtrag 2021-04-01: Stimmt nicht, es gibt mindestens einen Prototypen) Anders steht es nur mit den Kalimar (USA
Distributor) und Ringfoto Modellen. Diese existieren wirklich,
allerdings besteht der einzige Unterschied im Namensschild auf dem
Prisma. McKeown lists a total of 4
SLR models made by King Regula and even mentions technical
differences. All others on the
internet who even list prices for collectors copied from
him. Supposedly there were the base Model Regula Reflex CTL
(1967-?), and simultaneously a "SL" without exposure meter, both before
2000 CTL. And then a follow-up model K650 (1972 -?), allegedly
with open aperture (spot) metering and display of the aperture in the
viewfinder. However, all these "other models" have in common that
there is not any picture of them to find nor further
descriptions. There might have been respective plans or even
prototypes. Otherwise, the said cameras are a myth. There is
probably not a collector calling one of these his own. The same is
true for the chrome model as pictured on the instruction
manual. It existed probably only as an idea (addendum 2021-04-01: not true, there is at least one prototype). This is
different for models with the Kalimar (US Distributor) and Ringfoto
labels. These really exist, however, the only difference is the
nameplate on the prism.
Fazit Conclusion
Ansonsten ist die Kamera schon allein wegen ihrer physischen
Dimensionen etwas besonderes. In meiner Sammlung ist sie die wuchtigste
Kamera vor der Topcon RE Super und der Nikkorex F. Auch das laute und charakteristische
Auslösegeräusch (vermutlich wegen des fast gleichzeitigem Ablaufs von
Spiegel und Verschluss) zeigt, dass King hier was eigenes entwickelt
hatte. Insgesamt eine sehr solide Maschine. Was andere im Netz über
mangelnde Qualität schreiben, kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen.
Ich bin froh dieses seltene und einwandfrei funktionierende Schätzchen
in meiner Sammlung zu haben!
Otherwise, simply because of its physical dimensions the camera is kind
of special. In my collection, it is the most massive SLR before the
already impressive Topcon RE
Super and the Nikkorex
F. Also, the loud and distinctive shutter sound (probably
because of the almost simultaneous firing of mirror and shutter) shows
that King had developed something unique. Overall, a very solid
machine. What people write on the internet about a lack of quality
I cannot relate to. I'm glad to have this rare and properly
functioning baby in my collection!
| Datenblatt | mechanische KB-Spiegelreflexkamera |
| Objektiv | M42-Gewinde, hier Auto Regulon 50 mm f/1.8 (6 Linsen in 4 Gruppen, made in Japan vermutlich von Cosina). |
| Verschluss | horizontaler Tuchschlitzverschluss, 1 bis 1/2000 s und B. |
| Belichtungsmessung | TTL (Arbeitsblende), ISO-ASA 3-6400 (!), Nachführmessung |
| Fokussierung | manuell, Fresnelllinse |
| Sucher | Spiegelreflex, Anzeige von eingestellter Belichtungszeit sowie Messnadel und Messbereich. |
| Blitz | Mittenkontakt sowie X und FP-Buchsen, 1/125 s Synchronzeit. |
| Filmtransport | Schnellspannhebel, Rückspulkurbel und Bildzählwerk |
| sonst. Ausstattung | Selbstauslöser, Stativgewinde, Drahtauslöseranschluss, Abblendtasten |
| Maße, Gewicht | ca. 98x146x54 mm, 728 g (945g mit Objektiv) |
| Batterie | PX625 oder Alternative |
| Baujahr(e) | 1970-1975 (?), ca. 4500 Exemplare |
| Kaufpreis, Wert heute | 450 bis 700 DM je nach Objektiv, ca. 300-450 € |
| Links | Kalimar Reflex, Forum-Diskussion, Camera-Wiki, Wikipedia, Schicksal von King&Bauser, Novacon (nicht alles glauben!) |
| Data Sheet | mechanical 135-film SLR |
| Lens | M42 thread, this with Auto-Regulon 50 mm f/1.8 (6 elements in 4 groups, made in Japan probably by Cosina). |
| Shutter | horizontal cloth focal plane shutter, 1 to 1/2000 sec and B. |
| Metering | TTL (working aperture), ISO-ASA 3-6400 (!), match-needle metering |
| Focussing | manually, Fresnel lens |
| Viewfinder | SLR, displaying set shutter speed, measuring needle and measuring range. |
| Flash | Hot shoe and X and FP jacks, 1/125 sec sync speed. |
| Film advance | Quick-release lever, rewind crank and frame counter |
| misc. Features | Self-timer, tripod mount, cable release connection, stop-down levers |
| Size, Weight | about 98x146x54 mm, 728 g (945g with lens) |
| Battery | PX625 or alternative |
| Year(s) of Production | 1970-1975 (?), About 4500 copies |
| Original Price, Today's Value | 450 to 700 DM depending on the lens, approximately 300-450 € |
| Links | Kalimar Reflex , forum discussion , Camera Wiki , Wikipedia , fate of King & Bauser , Novacon (don't believe everything!) |
2016-02-06
PX625 (PX13) und Alternativen
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| Alkali-Batterien wie die LR44 liefern 1.5V |
1) PX625A, die Alkali-Variante der PX625 in gleicher Gehäuseform, aber anderer Chemie an Bord. Sie liefert 1.5V und hat eine Alkali-typische, aber für unseren Zweck ungünstige Kennlinie. Einige wenige Kameras besitzen vielleicht eine sog. Brückenschaltung und kommen auch damit klar, bei den meisten sollte man sich aber nicht auf die Messergebnisse verlassen.
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| ...mit Schottky-Diode auf die Hg/Zn typischen 1.35 V reduziert. |
3) Ein Batterie-Adapter für die gebräuchlichen 44er Knopfzellen, am Besten mit eingelöteter Schottky-Diode, die die Spannung auf die gewünschten 1.35 V reduziert. Als Zelle verwendet man am besten eine Silberoxid-Knopfzelle (SR44), damit ergibt sich eine fast perfekte Alternative zur alten PX625. Bei der Verwendung der preiswerteren Alkali-Variante LR44 gilt das unter 1) gesagte. Ich habe meinen Adapter nicht selbst gebaut, sondern von einem anderen Bastler auf e-bay erworben. Mein Spannungsmesser zeigte die entsprechenden Spannungen an (siehe Bilder) und bestätigte die einwandfreie Funktion.
Hier noch ein paar Links zum Weiterlesen und ggf. Selbstbauen: Silverbased.org, alles andere im Detail steht in diesem Artikel von Frans DeGruijter.
Ein sehr schönen Überblick über diese und andere heute nicht mehr erhältliche Kamerabatterien liefert Photoetnography. Besonders gefäält mir die jeweils angegebene heutige(n) Alternative(n).
Ein sehr schönen Überblick über diese und andere heute nicht mehr erhältliche Kamerabatterien liefert Photoetnography. Besonders gefäält mir die jeweils angegebene heutige(n) Alternative(n).
Nur um zu verdeutlichen, wieviele Kameras diese Batterie verwendet haben (eine umfangreiche Liste gibt es in Frans DeGruijters Artikel), hier diejenigen aus meiner Sammlung: Nikon F1 FTn, Olympus 35 SP, Canon Pellix, Olympus OM1, Rollei 35, Rolleiflex SL26, Contaflex 126, Olympus Pen F (Aufsteck-Beli), Zeiss Ikon Contessa S310, Praktica LTL3, Pentax Spotmatic SP-F, Topcon RE Super. Der Grund warum ich mir jetzt den Adapter zugelegt habe, ist meine neueste Erwerbung: King Regula Reflex 2000 CTL.
2016-01-30
Wirgin Edixa-Mat Reflex
Eine Edixa Spiegelreflex stand schon lange auf meiner Wunschliste. Um genau zu sein, seit meiner Abschätzung der deutschen Spiegelreflexproduktion. Und hier ist der Grund dafür: Die westdeutsche Kameraindustrie musste sich nach dem zweiten Weltkrieg ja erst einmal aufrappeln. Das innovative Zentrum der deutschen Kameraindustrie mit den ersten SLR-Vorkriegsmodellen und Entwürfen lag in Dresden und damit in Ostdeutschland. Doch das westdeutsche Wirtschaftswunder zusammen mit dem Knowhow geflüchteter Techniker aus Dresden ermöglichte ein Wiederaufblühen dieser Industrie auch im Westen. Zu nennen sind da insbesondere die Firmen Zeiss Ikon (Contaflex, Contarex), Kodak (ehem. Nagelwerke in Stuttgart, Retina Reflex) und Voigtländer (Bessaflex, Ultraflex). Die überwiegende Mehrheit dieser bekannten Spiegelreflexkameras setzte auf den Zentralverschluss und es schien fast, dass Deutschland auch kameratechnisch geteilt war: Im Osten der Schlitzverschluss (Exakta, Praktiflex, ...) und im Westen eben Zentralverschluss. Aber es gab ja auch noch Wirgin, die mit der Edixa Reflex-Serie, Schlitzverschluss, M42 Gewinde und Wechselsucher ziemlich direkt Praktica und Exakta, die auch in Westdeutschland noch ihre Anhänger hatten, Konkurrenz machten. Sie waren nicht nur die ersten (1954) in Westdeutschland, die eine SLR im Programm hatten, sondern am Ende auch die mit den meisten Modellen und den meisten produzierten Einheiten. Leitz (Leica) und Rollei betraten übrigends erst recht spät die SLR-Bühne (1965 bzw. 1970), auch mit Schlitzverschlussmodellen, die sich dank der aufkommenenden japanischen Konkurrenz inzwischen durchgesetzt hatten.
Und noch etwas fasziniert mich an den Edixa Reflex Modellen: die formal riesige Modellvielfalt und trotzdem handelt es sich im Wesentlichen um eine einzige Kamerakonstruktion. Es ist fast ein Baukastensystem, das man bei Wirgin bestellen konnte. Vom Grundmodell ausgehend (Gehäuse, Wechselsucher, Verschluss, ...) führt die Kombination verschiedener Sonderausstattungen (Belichtungsmesser, Langzeitwerk, ...) und die technische Weiterentwicklung über die Zeit (Rückschwingspiegel, Zeitenreihe, ...) zu der langen Modelliste. Details dazu kann man auf anderen Webseiten nachlesen (siehe Links unten). Ich bin ganz stolz das mechanische Spitzenmodell Edixa-Mat Reflex Typ D (mit Langzeitwerk und Rückschwingspiegel) nun mein Eigen nennen zu können.
Den Edixa Reflex Kameras sieht man ihren Chefkonstrukteur Heinz Waaske noch nicht an. Aber zu der Zeit als diese Kamera hier verkauft wurde, arbeitete Waaske wohl schon (zumindest gedanklich) an seiner kompakten KB-Sucherkamera, die später als Rollei 35 den Markt bezaubern sollte. Waaske hatte die Entwürfe Wirgin angeboten, eine Absage erhalten und war 1965 zu Rollei gewechselt. Wer weiß, ob wir nicht noch heute von Wirgin Kameras sprechen würden, wenn man damals zugegriffen hätte. Vielleicht wäre dann Rollei anstelle von Wirgin Anfang der 70er vom Markt verschwunden. Wie dem auch sei, für mich gehört eine Edixa aus den oben genannten Gründen in meine Sammlung, für eine zweite wird aber wohl kein Platz bleiben, dafür waren sie dann doch nicht speziell genug.
| Datenblatt | mechanische KB-Spiegelreflexkamera |
| Objektiv | M42-Wechselgewinde, hier mit Edixa-Travenar 50 mm f/2.8 von Schacht (4 Linsen in 3 Gruppen, Tessar Typ) |
| Verschluss | horizontaler Tuchschlitzverschluss, 1, 2, 5, 10, 25, 50, 100, 250, 500, 1000 1/s, Langzeitwerk bis 9 s und B |
| Belichtungsmessung | keine |
| Fokussierung | Spiegelreflex, Mattscheibe, keine weiteren Scharfstellhilfen |
| Sucher | Spiegelreflex mit auswechselbarem Prismensucher |
| Blitz | Buchsen für FP und X |
| Filmtransport | Schnellspannhebel, Rückspulrad, Bildzählwerk |
| sonst. Ausstattung | Selbstauslöser, Auslösesperre, Zubehörschuh, Drahtauslösergewinde (Leica-Glocke) |
| Maße, Gewicht | ca. 145x50x99 mm, 818g/1010g (ohne/mit Objektiv) |
| Batterie | keine |
| Baujahr(e) | 1960-1963 (diese ca. 1961) |
| Kaufpreis, Wert heute | 681 DM (1960), ca. 50 € |
| Links | UKCamera, Wirgin.info, Photobutmore, Klaus-Eckard Riess, Camera-Wiki, Manual/Bedienungsanleitung |
| Data Sheet | mechanical 135-film SLR |
| Lens | M42, standard lens e.g. Edixa-Travenar 50 mm f/2.8 build by Schacht (4 elements in 3 groups, Tessar type) |
| Shutter | horizontal focal plane shutter, 1, 2, 5, 10, 25, 50, 100, 250, 500, 1000 1/sec, longer times up to 9 sec and B |
| Metering | none |
| Focussing | SLR, simple focussing screen, no further focussing aids |
| Viewfinder | exchangable prism finder |
| Flash | plugs for FP and X |
| Film advance | Fast advance lever, rewind wheel, frame counter |
| misc. Features | Self timer, exposure lock, accessory shoe, wire release thread (Leica Glocke) |
| Size, Weight | ca. 145x50x99 mm, 818g/1010g (w, w/o lens) |
| Battery | none |
| Year(s) of Production | 1960-1963 (this one about 1961) |
| Original Price, Today's Value | 681 DM (1960), ca. 50 €, US$ 100 |
| Links | UKCamera, Wirgin.info, Photobutmore, Klaus-Eckard Riess, Manual/Bedienungsanleitung |
2015-12-31
Kodak Retina (118)
Über Kodak's Retina I und ihre Geschichte habe ich schon 2012 ausführlich berichtet, damals anhand des Nachkriegsmodells 010 von ca. 1947 (siehe auch unten im Vergleich). Nun bin ich stolz, auch das Modell 118 (schwarze Version des Urmodells 117) mein Eigen nennen zu dürfen. Mein Exemplar hat die Seriennummer 544659 und stammt sehr wahrscheinlich von 1935. Es hat die Top-Ausstattung mit dem Compur-Rapid-Verschluss in einem Schneider Xenar (#699907). Nach dieser Nummer wurde dieses schon im September/Oktober 1934 hergestellt. Lack und Leder der Kamera sind etwas ramponiert, funktionieren tut aber auch nach 80 Jahren noch alles.
In 2012 I already reported in detail about Kodak's Retina I and its history. At the time based on the post-war model 010 made in 1947 (see also below in comparison). Now I am proud to be the owner of model 118 (black version of the original model 117). My copy has the serial number 544659 and originates most likely from 1935. It's well equipped with the Compur Rapid shutter in a Schneider Xenar lens (# 699 907). According to this reference this was produced in September / October 1934. Paint and leather of the camera are a bit worn, but overall everything is functional still after 80 years.
Nach diesem Fund liefen mir noch 2 weitere 010er auf Flohmärkten bzw. Trödelhändlern über den Weg, die ich natürlich retten musste. Die erste konnte ich für nur $10 erstehen und habe sie wenig später für ihren aktuellen Marktwert von $65 weiterverkauft. Die andere ist noch in meinem Besitz. Bei entsprechendem Gebot gebe ich sie aber gerne in Sammlerhände ab. Unten ein Gruppenbild von den dreien...
After this discovery I ran into two other "010" at flea markets and junk dealers. And of course I had to save them. The first I was able to buy for only $ 10 and sold it a little later for its current market value (about $ 65). The other is still in my possession. With an appropriate bid I will give it in other collector's hands. Below is a group portrait of the three...
Es gibt übrigends eine Historical Society of Retina Cameras (HSRC) und ein entsprechendes Journal mit durchaus interessanten Artikeln. Ich bin (noch) nich qualifiziert, dort Mitglied zu werden. Dazu muss man mindestens 10 Retinas oder Retinetten besitzen. Die hat der Australier Chris Sherlock allemal. Ob er aber Mitglied ist, gibt das Internet leider nicht her. Hier unten noch mal tabellarisch alle Retina I, die ich besitze (oder besessen habe). Vielleicht werden es ja doch noch mal mehr....;-)
By the way, there is a Historical Society of Retina Cameras (HSRC) and a corresponding journal with quite interesting articles. I'm not (yet) qualified to be a member. You need to own at least 10 Retina's or Retinette's. The Australian Chris Sherlock would surely qualify. However, the internet doesn't tell whether he is a member. Here is a short list of all Retina I that I own (or have owned). Perhaps I'll get some more in future.... ;-)
* M5SD oder M7SD bezeichnen Bauformen. Siehe hier.
* M5SD or M7SD are specific details. See here.
2015-12-30
Kodak Retinette 1A
Neben der Retina-Serie baute Kodak schon seit 1939 eine einfach ausgestattete und damit preiswertere Kameraserie unter dem Namen Retinette. Zunächst auch mit Faltbalgen ausgeführt folgten nach dem Krieg diese Kameras mit feststehendem, immer dreilinsigem Objektiv (meist von Schneider-Kreuznach). Hatten die Retinas Compur Verschlüsse, so waren es bei den Retinetten Prontor, die (wie hier) nur bis 1/250s oder bis 1/300 s reichten.
Diese "1A" hier stammt vom letzten Modell 044 (1963-1967) und wurde erkennbar an ihrer Export-Seriennummer EK852492 in die USA exportiert und dort verkauft. Parallel wurde noch das Modell 045 (Retinette 1B) mit eingebautem Selen-Belichtungsmesser angeboten. Weitere Informationen über Retinas und Retinetten findet man u.a. hier: Historical Socienty for Retina Cameras, Camera-Wiki, Collectiblend, Kodak Cameras.
Meine Kamera habe ich in fast perfektem Zustand in Originalbox (s. Bild unten) im September schon bei einem Antiquitätenhändler in Dover, NJ gefunden und für nur $10 erwerben können. Ich habe sie dann schnell fotografisch dokumentiert und auf ebay mit etwas Gewinn weiterverkauft. Vorher habe ich noch die Bedienungsanleitung eingescannt...
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