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2026-03-05

Agfatronic 280 CB (Typ 6910/100)

In dem geschenkten Beutel mit Fotokrams war auch dieses äußerlich sehr gut erhaltene (vermutlich kaum benutzte), aber trotzdem defekte Elektronenblitzgerät aus den 1970er bzw. 1980er Jahren. Ich habe es natürlich ausprobiert und neue Batterien eingelegt, aber das typische aufsteigende Summen bis die Bereitschaftslampe leuchtete blieb leider aus. Ich würde sagen: Die Elektronik ist nach Jahrzehnten der Nichtbenutzung einfach kaputt, vermutlich verursacht durch den einen oder anderen gealterten Kondensator.
 

Agfa verkaufte als Foto-Vollsortimenter natürlich auch Blitzgeräte. Die Elektronenblitzgeräte hießen seit Mitte der 1960er Jahre AGFATRONIC und trugen darüber hinaus noch eine Typ-Bezeichnung. Diese erzählt noch etwas über das Featureset: So hat die Zahl was mit der Leitzahl zu tun (280 bedeutet LZ 28), ein C steht für Computer, ein B für Batterie, ein A für Akku (wieder aufladbar). 

Gebaut hat Agfa die Blitzgeräte nicht selbst, man findet in seriösen Quellen die Vermutung, dass Osram hier Produktionspartner war. Allerdings hat die beim meinem Exemplar beiliegende Bedienungsanleitung ein dezentes "Printed in Japan", was auf einen japanischen OEM schließen läßt (hier wird im Netz hauptsächlich auf Sunpak gezeigt). 

Agfa hat sein Blitzportfolio Mitte der 1970er re-designt und den bisher schlichten kastenförmigen Modellen nun auch das rundliche schwarz-elegante Schlagheck-Schultes Design mit den orangen Sensor-Elementen verpasst. Öfters findet man widersprüchliche Jahreszahlen und auch für dieses Blitzgerät als Baujahr 1974, was für das alte kastenförmige Gerät wohl stimmt, ich aber für das runde Modell bezweifeln möchte. Ganz unten habe ich eine Seite aus einem 1975er Fotokatalog abgebildet, wo nur die alten Modelle angeboten werden. Außerdem hat meine Bedienungsanleitung einen Zeitstempel 0576. Falls jemand mehr dazu weiß, bitte melden...

Datenblatt Elektronenblitz mit Computersteuerung
Leitzahl 28 (bei 21 DIN), bzw. Guide Number 92 (100 ASA)
Blitzfolge ca. 8 Sekunden
Blitzzahl ca. 300 - 350 Blitze pro Batteriesatz (je nach Qualität der Batterien)
Batterie 4 x 1.5V AA-Batterien (z.B. Varta 7244)
Farbtemperatur 5600 °K, Tageslicht
Leuchtzeit 1/1000 - 1/50 000 s (bestimmt durch Lichtsensor und Computersteuerung)
Einstellungen Zwei Blitzbereiche wählbar, grün: bis 2,50 m, gelb: bis 5 m. Manuelle Blitzauslösung durch Druck auf Blitzkontrollleuchte möglich.
sonst. Ausstattung Ausleuchtung starr nach vorne, nicht schwenkbar. Ausreichend für leichtes Weitwinkel (35 mm). Mittenkontakt (Hot shoe) und Anschluss für Synchronkabel.
Maße, Gewicht 130 x 67 x 43 mm, 175 g (ohne Batterien)
Baujahr(e) 1976 - 198?, made in Japan (vermutlich Sunpak)
Kaufpreis, Wert heute ca. 120 DM, < 5 €
Links Emtus, Deutsches Kameramuseum, Bedienungsanleitung
Agfa-Blitzgeräte aus "Internationaler Photo-Katalog 1975" (14. Ausgabe). Damals wurden die Agfatronic-Geräte noch im rechteckigen Design angeboten. Dieser 280 CB kostete im März 1975 119 DM.


2026-02-19

Duo-Lux Primus Kondensatorblitzgerät


Ebenfalls in dem geschenkten Beutel mit Fotokrams war dieser Kondensatorblitz mit dem Namen Duo-Lux Primus und zwei dazugehörige Schachteln Blitzbirnchen des Typs PF1B, eine davon sogar noch ungeöffnet. 
Gebaut aus hell-beigen Plastik beherbergt das Gehäuse die einfache Schaltung aus 22.5 V Anodenbatterie und Kondensator, die zum Zünden der einsteckbaren Blitzbirnchen nötig ist. Der Duo-Lux akzeptierte übrigens die Blitzbirnchen-Typen XM1/XM5, PF1/PF5 und sogar die amerkikanischen AG1


Komplettiert wird das Ganze durch einen 9 Fächersegmente umfassenden Fächerreflektor mit 12.5 cm Durchmesser und Bajonett zum ansetzen ans Gehäuse. Aufgesteckt auf die Kamera wird der Blitz per Zubehörschuh, angeschlossen allerdings (noch) per Kabel und PC-Buchse. Der Mittenkontakt ("Hot-Shoe") war 1956 (erstes Baujahr des Primus) zwar schon erfunden, setzte sich aber erst Mitte der 60er langsam durch.
Zusammengefaltet passt das nur 90 g schwere Gerät (davon 30 g alleine für die Batterie) in die mitgelieferte braune Kunstledertasche (nochmal 42 g), die man per Schlaufe am Kameratragegurt festmachen konnte. Der Originalpreis Ende der 1950er Jahre war 17.40 DM (Preisbindung), heute sind die Dinger nur noch Blitzgerätesammlern etwas wert. Hergestellt und vertrieben wurde der Blitz übrigens von der Duo-Lux Albert Hiller KG aus Dornstetten in Baden-Württemberg. Die Firma existierte von ca. 1950 bis 1972, und war wohl zusammen mit den Blitzbirnchen untergegangen. Man hatte wohl versäumt, auch in Elektronenblitze oder anderes Zubehör zu investieren. Interessanterweise findet man den kompletten Firmennamen nirgendwo auf dem Gerät noch dem Etui, dafür mehrfach ein stolzes "Made in Germany".

2026-02-05

Actino U

In einem Beutel mit Fotokrams, den ich neulich geschenkt bekam,  war auch dieser Handbelichtungsmesser aus den 1950ern. Es handelt sich um ein Modell der Firma Weigand aus Erlangen. Karl-Heinrich Weigand hatte seine Firma für elektrische Messinstrumente schon 1938 zusammen mit einem Partner gegründet und das erste einfach ACTINO genannte Modell herausgebracht. Nach dem Krieg hat er die Firma alleine wieder aufgebaut und ab 1948 neue Actino-Modelle produziert.    
Der Actino U wurde in leicht verschiedenen Versionen von 1954 bis zum Ende des Jahrzehnts produziert. Mein Exemplar hier hat entgegen zu den meisten anderen Darstellungen oder Fotos eine schwarze Skala mit weißer Schrift, entspricht aber in der sonstigen Spezifikation dem üblicherweise Version 1 genannten Modell. Er kommt in einem schicken und praktischen roten (Kunst-)Lederetui, und weil das meistens geschlossen ist und somit kein Licht auf die Zelle fällt, funktioniert mein Exemplar tatsächlich noch.

Datenblatt Handbelichtungsmesser
Belichtungsmessung per Selenzelle, Empfindlichkeit 8-26 °/10 DIN, 6-400 ASA, Blenden 1.4 - 22, Zeiten 60s - 1/1000 s
sonst. Ausstattung Cine-Gangzahlen, Aufklappdiffusor
Maße, Gewicht ca. 50 x 70 x 23 mm (ohne Etui, mit jeweils ca. 4 mm dazu), 140 g
Batterie keine notwendig, Selenzelle!
Baujahr(e) 1954-ca. 1959
Kaufpreis, Wert heute 39 DM plus Etui (3,30 DM), 5€
Links Photobutmore, Camera-Wiki, Lightmetermuseum.com (archived)
Der Actino U (hier mit der üblichen hellen Skala) neben einiger seiner direkten Konkurrenten aus dem Photo Porst Katalog 1956. Mit 39 DM gehörte er zu den günstigeren Modellen, auf der Seite vorher waren die Gossen-Modelle Sixtomat etc. ab 69 DM zu bestellen.

2026-01-22

Agfa ISI-C (Typ K)

Zur Abwechslung mal keine Kamera oder Objektiv, sondern ein populäres Foto-Zubehör aus den 1970ern. Es handelt sich um ein einfaches Blitzgerät zur Verwendung von Blitzwürfeln des Typs N (Flash-Cube). Diese wurden 1965 vom Glühlampenhersteller Sylvania auf den Markt gebracht und waren eigentlich für einfache Kameras gedacht, die einen entsprechenden Flash-Cube Halter eingebaut hatten. Am Besten so einen, der beim Filmtransport auch den Würfel um 90° gleich mit dreht. Wie zum Beispiel die Kodak Instamatic 104. Eigentlich ist das Ganze mehr als ein Halter, sondern ein eingebautes Blitzgerät, da die Kamera zur Zündung der Blitzbirnchen im Würfel eine Batterie und einen Kondensator brauchte.

Wie viele andere Kamera- und Zubehörhersteller hatte auch Agfa seit 1952 einige Blitzgeräte im Programm, meist waren es einfache Kondensator-Modelle für verschiedene Blitzbirnchen. 1963 kommt das Modell ISI in die Fotoläden, ein sehr kompaktes, quaderförmiges Gerät mit eingebautem relativ kleinen Reflektor für den Zuberhörschuh. ISI gab es in den beiden Varianten K (mit Kabel) oder M (Mittenkontakt, hot-shoe). 

In dessen Tradition bringt Agfa im Jahr 1976 ISI-C (ebenfalls in beiden Varianten) auf den Markt. der kleine schwarze Plastikquader ist noch kompakter als der alte ISI, bringt doch der Blitzwürfel seine eigenen Reflektoren mit. Im Gehäuse wird nur noch die Batterie (6V, PX23) und der Kondensator versteckt. Eine Automatik zum Drehen des Würfels nach der Aufnahme gibt es nicht, da muss der Fotograf selbst dran denken. Eine Entfernungs-/Blenden-Tabelle (Leitzahl 15) und ein kleines abgerundetes Plastiketui für den Kameragurt runden das Produkt ab.

1976 ist die Zeit der Blitzbirnchen und entsprechender Blitzgeräte eigentlich vorüber. Der ISI-C dürfte einer der letzten Kondensatorblitzer gewesen sein, die auf den Markt gekommen sind. Der gehörte längst den Elektronenblitzern, die ab Mitte der 70er sogar von deren zweiter Generation (Computer-Blitz) abgelöst wurden. Auch Agfa ist 1963 mit dem Agfatron auf diesen Zug aufgesprungen. Diese mit der Elektronik-Revolution Anfang der 1970er erschwinglich gewordenen Geräte blitzten einmal erworben und aufgeladen quasi umsonst, während Blitzbirnchen und auch Blitzwürfel ein teurer Spaß waren.



2025-09-28

OMBRUX (Photolux)


Belichtungsmessung und Belichtungsautomatik in Kameras beschäftigen mich schon lange. Grundlage dafür ist meist ein fotoelektrischer Belichtungsmesser, viele meine Kameras haben einen eingebaut. Aber ab wann gab es das und wie funktionierten die ersten Exemplare? Wie so oft in der Fotogeschichte gab es neue Funktionen zunächst einmal in Form von externem Zubehör, als sogenannter Handbelichtungsmesser. 

Im Laufe des Jahres 1933 kamen unabhängig voneinander gleich zwei Modelle auf den Markt, von denen heute behauptet wird, sie seien der erste seiner Art gewesen: Der eine kam aus den USA von der Firma Weston (Weston 617), der andere wurde in Erlangen von der Firma Gossen gebaut. Er hieß in einer ersten Version zunächst PHOTOLUX, wurde dann aber noch im selben Jahr in OMBRUX umbenannt und so bis ca. 1938 gebaut und sehr erfolgreich unter die Fotografen gebracht. 

Der Ombrux kostete in den ersten Jahren 26.50 RM plus 2.50 RM für das praktische Lederetui (Preisbindung!) und damit viel weniger als der Weston (US$ 40). Für unter 30 RM bekam man damals auch schon einfache Rollfilmkameras, ambitionierte Amateure oder Profis fotografierten aber mit Leica oder Contax und die kosteten ca. das 10-fache. Bei dem günstigen Preis verkaufte sich der Ombrux wohl sehr gut, Produktionszahlen habe ich allerdings nicht gefunden. Der heutige Gebrauchtmarkt für Sammler ist aber gut bestückt und man bekommt die Dinger in z.T. gutem Zustand mit Zubehör sehr günstig (10- 40 €).
Mein Ombrux kam in erstaunlich guter Verfassung bei mir an. Die Nadel des Drehspulinstruments bewegte sich noch in Abhängigkeit der Helligkeit, allerdings nicht sehr reproduzierbar. Das Bakelit-Gehäuse hat eine kleine Ecke rausgebrochen, und auch die originale lederne Bereitschaftstasche hat eine nette Patina, die von regem Gebrauch zeugt. Aufgeklappt, kommt eine Blenden/Verschlusszeiten Vergleichstabelle auf einem Alu-Blech zum Vorschein. Die Messnadel zeigt nämlich direkt die vorgeschlagene Verschlusszeit bei der (damals üblichen) Arbeitsblende f/9 An, für die ebenfalls übliche Filmempfindlichkeit 15/10 °DIN (23° Scheiner). Für andere Blenden muss man entsprechend in der Tabelle nachschlagen. In der Bereitschaftstasche steckte außerdem die ausführliche Bedienungsanleitung, die ich hier gerne verlinke.

Datenblatt Einer der ersten fotoelektrischen Handbelichtungsmesser
Messprinzip und -bereich Selenzelle mit Sammellinse, 1/10 s bis 1/500 s bei Blende 9 und 15/10°DIN, mit roter Taste Umschaltung auf 30 s bis 1/10s.
sonst. Ausstattung lederne Bereitschaftstasche mit Umrechnungstabelle für andere Blenden/Zeit-Kombinationen, aus Aluminiumblech, auswechselbar für verschiedene Filmempfindlichkeiten.
Maße, Gewicht 60x74x29 mm, 181/254g (ohne/mit Ledertasche)
Batterie keine notwendig.
Baujahr(e) 1933 - ca. 1938. 
Kaufpreis, Wert heute 26,50 RM plus 2,50 RM für Lederetui, ca. 10-40€
Links Umfassende Seite über Belichtungsmesser: Photobutmore!

Seite aus dem Photo Porst Katalog, 1935

2024-05-10

Adox 300 - Wechselmagazin


Zeichnung aus dem Patent DE 1 044 601
Dies hier ist die Ergänzung zu meinem Beitrag über die Adox 300, 1956 die einzige (nicht die erste!) Kleinbildkamera mit Wechselmagazin für den Film. Ich habe nämlich auch meine Sammlung günstig um ein solches, zweites Wechselmagazin ergänzen können, wie man an den Bildern hier sieht. Ich habe es sehr günstig bei einem Internet-Trödler erworben, der mit dieser seltsamen Kamera ohne Objektiv wohl nichts anfangen konnte. 
Es hat die Seriennummer #3952 und wertet meine voll funktionstüchtige Adox 300 enorm auf, denn nur mit zwei Magazinen macht das ganze Ensemble Sinn. Es ist mehr oder weniger identisch zu meinem anderen, scheint aber häufiger benutzt worden zu sein.
Das Magazin kam in einer speziellen ledernen Bereitschafttasche, die man an den Riemen der eigentlichen Kameratasche machen konnte. Ein Fensterchen erlaubte auch von Außen einen Blick auf die Merkscheiben für Filmart und Empfindlichkeit.

2018-07-08

Gelbfilter

Rückblickend scheint bestimmtes Fotozubehör sonderbar, einfach weil es heute nicht mehr gebraucht wird. Aber in den Zeiten der Schwarz-Weiß-Fotografie gehörten Gelbfilter zu jeder ambitionierten Fotoausrüstung. Was solche Filter tun, habe ich in einem früheren Post schonmal beschrieben. Diese drei hier gehören zur Ausrüstung rund um die Praktica F.X2  aus den 1950ern. Schön einzeln verpackt in Bakelit Etuis kamen sie in die Fototasche. Die 49 ist der Durchmesser des Filtergewindes in mm, lange Zeit ein Standardmaß bei Zeiss Ikon aber auch anderen. Es gab wohl auch noch einen "G3" Gelbfilter (mit 4x Belichtungsverlängerung), mein Vorbesitzer hat aber darauf verzichet.

2018-06-12

Ihagee Blitzleuchte


Auch dieses Zubehör kam mit meinem Flohmarktfang um die Praktica FX.2 herum. Wie fast alles andere auch in extrem gut erhaltenem Zustand, komplett im Karton. Sogar eine heute seltene Batterie vom Typ V72PX (22.5V) war dabei, allerdings keine Blitzlämpchen mehr, so dass ich das Ensemble aus Kamera und Blitz nicht wirklich ausprobieren kann. Eine Anleitung war (natürlich) auch dabei. Diese habe ich eingescannt und stelle sie hier anstelle von eigenem Text hier dem interessierten Leser zur Verfügung. Einfach auf das Bild oben klicken und viel Spaß dabei!

2018-05-26

KW Zwischenringe und Doppeldrahtauslöser

Zwischenringe sind die technisch simpelste Methode den Objektivauszug mechanisch zu verlängern und damit Nahaufnahmen zu ermöglichen. Bei M42 reichen simple Metallringe (wie diese hier aus Aluminium) mit vorne und hinten dem jeweiligen Gewinde. Diese hier, gebaut von den Kamerawerkstätten Niedersedlitz ("KW") in den 1950 oder 1960ern, sind 7, 14 und 28 mm breit. Beliebig kombinierbar erlauben sie einen maximalen Auszug von 49 mm und mit einem 50 mm-Objektiv einen maximalen Abbildungsmaßstab von ca. 1:1:

Ab 1956 hatten die Dresdener Kameras Praktica FX2 und später die Contax F mit entsprechenden Objektiven die automatische Springblende, d.h. die Blende blieb zum Scharfstellen maximal geöffnet und schloss sich erst beim Auslösen auf den eingestellten Wert.  Das ist natürlich auch bei Makrofotografie sinnvoll und dafür gab es noch einen Spezialzwischenring (14mm), der direkt hinter das Objektiv kam und den silbernen Pin bedienen konnte. Dazu brauchte man noch den mitgelieferten Doppeldrahtauslöser, der mit einem Druck dann die Blende schloss und die Kamera auslöste.

2013-08-03

Projekt PEN (#12, Belichtungsmesser)

Noch kein Objektiv, aber "den" Belichtungsmesser hat mein Projekt jetzt.  Das Ding kam heute aus Japan an und hat mich $17.47 plus $8 Versand gekostet. Äußerlich ist es wirklich gut erhalten, es funktioniert aber nicht richtig (wie so viele alte Belichtungsmesser...). Ich werde es bei Gelegenheit mal zerlegen und schauen, was sich machen lässt. Danach berichte ich dann noch ausführlicher...

Projektkosten bisher: $112.06 (Gegenwert: 3 Gehäuse, davon 1 defekt, 1 defektes Endoskop inkl. Kameraadapter, 1 Belichtungsmesser)

2013-01-05

Robot Filmkassette(n)


Robot Kameras wie meine Junior benötigen mindestens eine Filmkassette zum Betrieb. In ihr wird der Film aufgewickelt, eine festeingebaute Spule oder gar (halb-) automatische Aufspuleinrichtung gibt es nicht. Die Junior hat wie ihre älteren Ahnen Robot I und II keine Rückspultkurbel, d.h. der Film muss zwangsläufig in eine Kassette, will man nicht ständig in die Dunkelkammer zum Filmwechseln. Die ersten Robotkameras benötigten gar zwei solche Kassetten, denn die normale KB-Patrone passte gar nicht! Man musste also entweder selbst Meterware aufspulen, oder seinen Fotohändler fragen es für einen zu tun. Heute undenkbar, vor 1960 war das aber eher die Regel als die Ausnahme. Viele Hersteller kochten hier ihr eigenes Süppchen. 
Das hier ist Kassettentyp N, besteht aus solidem Messing und einem Stahlbleckkern. Auf der Unterseite (hier rechts oben) gibt es zwei kleine rausstehende Nieten und in der Kamera eine entsprechende Nut, damit läßt sich die Kassette in nur einer Position einsetzen und sitz dann sicher. Es gab auch noch andere Modelle (K, T, NR, TR) insbesondere für die Vorkriegskameras, besonders die K-Typen sind heute sehr selten und zum Teil mehr wert als die Kameras.

2012-09-30

Flash bulbs

50 years ago the electronic flash has already been invented, but it only prevailed among amateur photographers slowly in the course of the 1970ies. In particular it displaced the flash lamps using flash bulbs. In my collection I have actually three such external flash lamps, one is the Zeiss Ikon Ikoblitz 5, the others are similar. In addition I own two cameras with (more or less) build-in flashes, Kodak's Brownie Starflex and Polaroid's J33. Together with the latter I got a pack of unused Sylvania flash bulbs. I thought, this is the perfect opportunity to add a second post about flash bulbs. The first one was in German, so this here has to be in English.



Flash bulbs are based on an idea by Paul E. Liesegang. In 1861 he proposed to use Magnesium as a light source for photography as it burns off very brightly. Other people developed early open flash lamps using Magnesium powder. In 1899 Josua Cohen was granted US patent No.  636,492, a pretty dangerous apparatus, which would only be handled by professional photographers. It was a kind of logical next step to move the flash "explosion" into a glass bulb. Johannes Ostermeier received US patent no. 1,776,637 for this in 1930. First flash bulbs were big and looked like aluminum foil filled light bulbs using the same screw mounts we still use for normal lighting. Over the years the flash bulbs got smaller and eventually use fine magnesium wire (alternatively, zirconium and aluminum-magnesium alloys) in an oxygen-enriched atmosphere. The circuit of a flash bulb lamp is quite simple, the switch is the shutter release button of the respective camera, connected via a standard sync cable or later the center contact in the accessory shoe (called the "hot shoe"). Once ignited, flash bulbs can't be used again. A plastic coating prevents splintering. Some coatings are blue to create the right light color for color daylight film. This Sylvania bulbs here were clear, as the Polaroid would normally only shoot B&W images.


On the pack there is this BLUE DOT statement, which is a quality attribute. The little blue indicator dot (behind the two electrode wires) ensures the user that this bulb will most probably fire. It consists of anhydrous cobalt (II) chloride. If the bulb is broken and moisture gets into it the dot's color change from blue to light pink. As you can see on the aperture table on the back of the flash bulb pack, these guys make decent light. Today's electronic flashes only achieve guide numbers of 180 (at ISO 100) in case of larger external models, built-in flash tubes in cameras often reach only 30-60. My first flash, the Vivitar 3200 had a guide number of 64 (distance range in feet = guide number divided by aperture).
Many lighting companies produced flash bulbs. Osram used to be market leader in Germany, Sylvania was big in the US. Today, both companies belong together but don't produce flash bulbs anymore.
It should be mentioned, that flash bulbs have a different time/light characteristic than electronic flash tubes, which illuminate the scene in fractions of a second, sometimes even 1/10,000 sec or faster. Flash bulbs are kind of slow burning and allow the use of focal-plane shutters at almost every (fast) speed. They produce continuous light for the time taken for the exposing slit to cross the film gate. For this they have to be fired before the first shutter curtain begins to move, which is called M-sync; the X-sync used for electronic flash fires only when the first shutter curtain reaches the end of its travel. Many cameras from the 50ies and 60ies have a switch to choose between both options. More information about the history of flash lights in photography can be found here or here (in German).