2011-07-25

Kodak Brownie Starflex

Eine "Brownie" Kamera darf in meiner kleinen Sammlung natürlich nicht fehlen. Diese hier ist sogar eine zweiäugige Spiegelreflexkamera, die bis auf den wirklich hellen Sucher alle Merkmale einer Einfachstkamera mitbringt, und solche waren alle Brownies. Über 100 verschiedene Kameramodelle von Kodak tragen den Namen Brownie, gebaut wurden sie vom Februar 1900 an ("The Brownie") bis in die Mitte der 1960er Jahre, da wurden sie dann von den Instamatic Kameras abgelöst. 

Der Name Brownie soll angeblich von der britischen Sagengestalt gleichen Namens abgeleitet worden sein, etwa vergleichbar mit den deutschen Heinzelmännchen. Interessanteweise hieß Georg Eastman's erster (wie man heute sagen würde) Kameradesigner Frank A. Brownell. Alle Brownie Kameras waren Kameras für die Masse und verzichteten weitesgehend auf hohe technische Rafinesse. Kodak hat damit den Massenmarkt billig versorgt und natürlich das große Geschäft mit den Filmen gemacht.
Das Modell Starflex benutzte 127er Rollfilm. Der kleine Bruder des klassischen 120ers erlaubte 12 Negative oder Dias im Format 4x4 cm (1 5/8"x1 5/8"), in anderen Kameras waren auch 6.5 x 4 cm oder 4x3 cm realisiert. Damit konnten relativ kompakte Kameras gebaut werden und es gibt nicht wenige 4x4-Modelle, die einfach als Miniaturausgaben ihrer großen 6x6-Schwestern daherkommen. Kodak und auch die meisten anderen Filmhersteller haben die Produktion des 127er Films um 1995 eingestellt. Heute muss man schon Spezialgeschäfte wie die deutsche Fotoimpex bemühen, um noch die eine oder andere Rolle zu ergattern. Wer weiß wie lange das noch geht, die 126er Instamatic-Kassette, eigentlich der 127er Nachfolger, ist momentan jedenfalls nicht mehr zu bekommen.
Trotz ihrer Einfachheit ist die Starflex eine solide Kamera, die von Anfang 1958 bis 1963 gebaut wurde. Mein Modell mit dem CAMEROSITY Code CMRS stammt aus den letzten Wochen des Jahres 1957 und funktioniert noch einwandfrei. Viel kann an dem Ding auch nicht kaputt gehen, der Rotationsverschluss macht nur eine Verschlusszeit (ca. 1/50 s), zwei Blendenöffnungen ("13" und "14") konnten gewählt werden, eine für den empfindlicheren Schwarzweißfilm, die andere für Farbfilme. Scharfstellen brauchte man auch nicht, alles von 5' (1.5 m) bis unendlich wurde leidlich scharf abgebildet. Halt was so ein einfaches Objektiv eben hergibt.
Ein paar nette Features hatte die Kamera doch: Der Verschluss konnte erst nach dem Filmtransport wieder betätigt werden, bei einem Rotationsverschluss, der nicht aufgezogen werden muss, nicht selbstverständlich! Der Filmtransport erfolgt recht umständlich mit einem Rad auf der Unterseite der Kamera. Dort kann man auch den einfachen "Sportsucher" ausklappen und muss nicht den seitenverkehrten Spiegelsucher benutzen. Genial kann man das Blitzkonzept bezeichnen. Das Blitzgerät wird seitlich angeschraubt, gleichzeitig kuppeln die elektrischen Kontakte, kein Kabelstecken mehr. Das Blitzgerät ist gleichzeitig auch ein recht brauchbarer Handgriff und ich denke, dass die meisten diese Kombination nie auseinanderschraubten.
Wer noch mehr über Brownie-Kameras lesen will, dem seien folgende Web-sites empfohlen: Chuck Baker's Brownie Camera Page und Remy Steller's Brownie Collection.

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