2011-06-11

Kodak Instamatic 104

Eine von Kodaks Stärken bestand stets darin preiswerte und einfach zu bedienende Kameras für die breite Masse zu bauen, um letztendlich das große Geschäft mit den Filmen zu machen. 1963 führte der gelbe Riese die neue 126er Filmkassete ein und gleichzeitig natürlich eine neue Kamera, die diesen Film verwendete. Dies war die Kodak Instamatic 100. Mit ihr konnte man einen sogenannten Flashgun-Adapter für die damals üblichen Blitzbirnchen verwenden, recht umständlich, verglichen mit der sonst super einfachen Bedienung der restlichen Kamera. 1965 brachte Sylvania den Blitzwürfel auf den Markt, im Prinzip vier Blitzbirnchen inkl. Reflektoren in einem einfachen bläulichen Platikwürfel. Und Kodak natürlich die dazugehörige Kamera: aus der Instamatic 100 wurde die Instamatic 104, außer der Neuerung mit dem Blitz blieb die restliche Kamera gleich.
Die Kamera ist wirklich sehr einfach. Ein simples Fixfokus-Objektiv (einlinsiger Meniskus f11/43 mm aus Kunststoff), auch die Belichtung war fix: Es gab keine Blende und auch die Belichtungszeit (1/90 s, Zentralverschluss) war nicht zu ändern. Doch: Setzte man den Blitzwürfel auf, dann belichtete die Kamera 1/40 s, findige Knippser verwenden ausgebrannte Blitzwürfel für schattige Lichtsituationen. Der Begriff Instamatic setzte sich allgemein für Kameras durch, die 126er Filmkasseten verwendeten, und davon gab es jede Menge. Allein Kodak verkaufte bis 1970 angeblich über 50 Millionen Kameras, hauptsächlich natürlich die ganz preiswerten Modelle wie die 104 hier, welche für 15,95 $ angeboten wurde. 126er-Kameras wurden bis in die 90er Jahre hinein gebaut und dann durch das APS-System ersetzt, was dann aber recht schnell von der digitalen Fotorevolution überrollt wurde.
Kodak verwendet den sogenannten CAMEROSITY code und keine Seriennummer, um seine Produkte zu markieren. Man kann diesen recht leicht entschlüsseln, dazu ordnet man die Ziffern 1 bis 0 den zehn Buchstaben aus Camerosity zu. "YEOR" wie bei meiner Kamera ergibt 0465, sprich April 1965, also ein frühes Modell. Meine "104" habe ich zusammen mit zwei anderen Kameras vor ein paar Wochen auf einem Flohmarkt für (insgesamt) 15$ erstanden, ca. 35 Jahre nach meiner ersten eigenen Kamera, die quasi ein Nachbau der Kodak ist. Die Agfamatic braucht übrigends sog. X-Blitzwürfel, die mechanisch gezündet werden können. Die Kodak Instamatic 104 hat noch ein Batteriefach für zwei AAA-Zellen und einen eingebauten Kondensator, um die N-Blitzwürfel elektrisch zünden zu können. 
Für die Instamatic-Kassete gab es nicht nur einfache Kameras. Ich durfte eine Zeit lang mit der wohl technisch wertvollsten 126er fotografieren, wie ich schon berichtet habe


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