2014-12-23

Lytro Review (Teil 4 - Lytro App)


Der natürliche Verbündete der Lichtfeld-Kamera heißt natürlich Smartphone, weil heute die allermeisten Fotos auf dessen Display angeschaut werden. Wenn es gelänge die Living Pictures hier nahtlos zu integrieren und jeder quasi natürlich mit den Dingern rumspielte, wäre Lytro am Ziel. Leider ist es noch ein weiter Weg dahin. Aber die Anfänge sind gemacht...
Obwohl die ersten Lytros irgendwann im Frühjahr 2012 ausgeliefert wurden, dauerte es noch über ein Jahr bis zum Sommer 2013 bis es endlich die App für iOS gab, gleichzeitig wurde die bisher verborgene WLAN Funktion der Kameras per Firmwareupdate freigeschaltet und seither können Lytro-Kameras zumindestens mit iPhones und iPads drahtlos kommunizieren. Eine Android Version wird für 2015 (irgendwann...!) angekündigt. Die jetztige iOS Version hört auf die Nummer 2.1.0 und läuft nur noch auf iOS 8.x.
Wer jetzt aber (wie ich) geglaubt hat, dass man Living Pictures auf dem iPhone speichern könnte, per e-mail oder WhatsApp verschicken etc., der irrt leider (man kann nur Links auf die Lytro Website verschicken). Sowas ging in der früheren Version 1.2 mal, dort gab es eine coole Funktion zum Export von animierten GIF-Dateien zu genau diesem Zweck. Warum es die jetzige Version nicht mehr kann, weiß ich leider nicht.
Die App übernimmt im wesentlichen zwei Funktionen. Erstens ist sie ein schicker Browser für's Lytro-Web, man bekommt in der allgemeinen Galerie genau dieselben Bilder gezeigt, wie auch auf der Titelseite der Website am PC. Allerdings läuft es (zumindestens auf meinem iPhone 6) viel flüssiger als im Browser und auch der Touchscreen scheint besser geeignet zur Interaktion als die Maus. Besonders cool kommt die Tatsache, dass die Bewegungssensoren im Telefon zur perspektivischen Verschiebung genutzt werden: Wackelt man mit dem Display, wackelt drinnen auch das Bild, und zwar in 3D! Die Blende stellt man mit einem Twist aus zwei Fingern ein. Hier ist er: der natürliche Verbündete der Lytrografie!
Zweitens fungiert das Telefon als Modem, um die Fotos in die Lytro-Wolke hochzuladen. Dazu aktiviert man an der Kamera das WLAN und wählt am Phone die Kamera als Hot-spot aus. Deren Funkreichweite ist recht kurz, weiter als ein paar Meter gehen nicht. Jetzt läuft vieles parallel zum Lytro-Desktop. Man bekommt kleine Vorschaubildchen für alle Bilder auf der Kamera, und kann nun Bilder einzeln anwählen. Dann wird Bild für Bild lichtfeldtechnisch durchgerechnet, selbst auf dem schnellen iPhone 6 dauert das ca. 5 Sekunden (pro Bild) und man bekommt den zirkulierenden Statusanzeiger zu sehen (siehe Bild links). Jetzt noch Bild-Überschrift und Location ausgewählt und das Ding für die Upload-Queue vormerken. Wenn man eine Datenflatrate seines Mobilfunkproviders besitzt kann man getrost die Option wählen, dass über den Mobilfunk hochgeladen wird. Der startet dann im Hintergrund. Wenn nicht, kann man zumindest theoretisch die App anweisen zu warten bis man wieder in seinem Heim-WLAN ist. Der anschließende Upload funktionierte bei mir nur mit einzelnen Bildern und nicht ganzen Serien. Einmal abgebrochene Uploads ("failed") lassen sich nicht neu starten. Hier bleibt also auch noch viel Arbeit für Lytro's team. 
Alle Uploads aus der App landen übrigends im Album "Mobile Uplaods", unabhängig vom Zeitpunkt und ob man mehrere Bilder gleichzeitig hochläd. Ändern läßt sich das nachträglich leider nicht. Auch hatte ich das Album auf der Website umbenannt (und hoffte ein neuer würde angelegt, weit gefehlt). Das Ganze ist wirklich sehr frustrierend und man kann nur auf zukünftige Verbesserungen hoffen.
Fazit: Wegen der des eingebauten und coolen Lichtfeld-Browsers bekommt die App die beste Note aller bisher getesteten Komponenten. Allerdings maximal ein Befriedigend, wegen der Mängel bei Geschwindigkeit und Bild-Upload. Außerdem fehlt die Integration in die Smartphone-Umgebung (soziale Netzwerke, etc.) Hier wünschen wir uns als ersten Schritt den GIF-Export zurück.

Weiter geht's mit den anderen Teilen meines Reviews:

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