2014-12-21

Lytro Review (Teil 2 - Lytro Desktop)

Lytro Bilder taugen nicht zu einfachen Abzügen oder Ausdrucken, dazu sind sie (a) zu schlecht in der Qualität und (b) natürlich nicht gedacht. Der ganze Spaß beginnt erst mit der Interaktion des Betrachters mit dem "Living Picture". Und dazu braucht man eine elektronische Anzeigeplatform, derzeit existieren 3 davon: (1) Lytro Desktop, die Software für den Heim-PC, (2) die Lytro App für's Smartphone, und (3) Lytro Web, die Galerie in der Wolke. Heute geht es hier um (1), jeder kann sich die Software von Lytro's Web-Site herunterladen, allerdings sollte man einen einigermaßen modernen und leistungsfähigen Rechner besitzen, am besten einen Mac (min. OS X 10.7), die Plattform auf der Lytro Desktop zunächst exklusiv lief. Inzwischen gibt es auch eine Windows Version, allerdings läuft die nur auf den aktuellen 64-Bit Systemen. Mein Versuch, sie auf einem 4 Jahre alten Netbook mit Win7 Home Starter (32-Bit) zu installieren scheiterte:
Zum Glück besitze ich noch einen (5 Jahre alten) iMac mit Core 2 Duo Prozessor und 4 GB RAM, was ungefähr die Minimalanforderungen sind. Die Software kommt recht schlicht daher und ist intuitiv benutzbar für jeden, der schonmal iPhoto oder andere Bildbearbeitungprogramme verwendet hat. Das Bild hier unten fasst ca. 90% der Funktionen in den fünf wichtigen Untermenüs zusammen, mehr ins Detail möchte ich hier nicht gehen. 
Los geht's in dem man die Kamera per USB-Kabel an den Rechner anschließt. Die Software zeigt daraufhin ziemlich zügig die Kamera in der Bibliothek inklusive Vorschaubildchen der einzelnen Fotos an. Diese kann man dann auswählen und importieren. Dafür muss man aber etwas Geduld mitbringen, eine Eigenschaft, die von der Software häufiger bemüht wird. Ich habe gestoppt: Der eigentlich Import von fünf Aufnahmen dauerte 11.5 Sekunden, danach wird das Lichfeld durchgerechnet, was mit einem kreisenden Fortschrittsymbol (siehe Bild oben) auf den Bildchen angezeigt wird. Pro Bild dauerte das bei meinem iMac zwischen 23 und 35 Sekunden! Man stelle sich nur vor, man hätte den 8 GB Speicher der Kamera ausgeschöpft und ca. 350 Aufnahmen zu importieren, das ergibt dann ca. 3 Stunden (in der Zeit wird immerhin der Akku auch wieder aufgeladen). Zum Glück kann man fertig gerechnete Bilder schon weiter bearbeiten, während andere noch im Hintergrund rechnen, allerdings hat man keinen Einfluss darauf in welcher Reihenfolge die Dinger abgearbeitet und fertig werden.
Hat man einzelne Bilder "geöffnet" kann man diese fast wie in jeder anderen  Bildbearbeitung verändern. Der Mausklick ins Bild setzt den jeweiligen Fokus. Das Neue ist, dass man neben Farben, Helligkeit und Kontrast nun auch die Schärfe bearbeiten kann. Die Blende, die physikalisch an der Kamera fehlt, ist hier als Sofware-Regler nachgebildet. Und zwar zwischen f/1.0 (möglichst große selektive Schärfe) und f/16 (alles scharf!). Das ist am Anfang wirklich spannend, nutzt sich aber schnell ab. Hat man eine Einstellung gefunden, kann die Sofware auch stinknormale Digitalbilder exportieren (JPG oder TIFF). Natürlich läd man auch von hier aus die Bilder in die Lytro-Wolke hoch, dazu später mehr.
Mit dem Funktionsmodus "Animieren" kann die Präsentation der Bilder für andere vorbereit werden, in dem man Schärfe- und Zoomfahrten durch seine Bilder zusammenklickt. Das Ganze wirkt ein bisschen wie ein Videoschnittprogramm. Mir erschließt sich der Sinn nicht wirklich, ich hätte nichts vermisst, wäre es nicht vorhanden gewesen.
Der Präsentationsmodus schließlich ist ein bisschen wie bei Powerpoint. Man zeigt seine Diaschau, gegebenenfalls mit den erwähnten Schärfe-und Zoomfahrten durch die Fotos. Man kann hier auch zwei 3D-Darstellungsvarianten anwählen, dazu später mehr.
Mein Fazit zum Lytro-Desktop: Intuitiv zu bedienende Software, die aber sehr resourcenintensiv ist und machmal die Geduld arg strapaziert. Der Spaß an der so wichtigen Interaktion mit den "Living Pictures" kann so leicht verloren gehen. Obwohl die Software schon bei Version 4 angekommen ist, muss wohl noch viel unter der Haube (Geschwindigkeit!), aber auch am Funktionsumfang getan werden (Zum Beispiel lassen sich Fotos bisher nur in einer Richtung und in 90° Schritten drehen).

Bitte weiter lesen in meinen anderen Review-Teilen:


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