2017-09-24

Pearl River S-201 Geschichte

 Erster Prototyp der Kamera, noch beschriftet mit "Gut und Mehr"
Ich habe ihn doch noch gefunden, den langen chinesisch-sprachigen Originalbeitrag, dessen grausige Maschinenübersetzung kaum verständlich war. Ich hab ihn also nochmal per Google Translate und auch Baidu Translate zunächst ins Englische übersetzt (etwas besser), dann mit Hilfe von Hintergrundrecherche (u.a. Wikipedia) und im Zweifel einem chinesischen Kollegen mich an eine deutsche Übersetzung gemacht. Ich habe versucht, so nah wie möglich am Text zu bleiben, konnte aber nicht immer ohne eigene Interpretation oder Umstellungen auskommen. Manchmal habe ich Erläuterungen in eckigen Klammern eingefügt. Wer will kann ja selbst im Original nachsehen ;-).

Also hier ist der Beitrag, im Original verfasst von 张雪松 (Zhang Xuesong) am 30.09.2009. Die Fotos habe ich auch von der Seite geklaut und hier neu gepostet.

Wu Anlu, stellvertretender Chefingenieur
der heutigen Mingguang Photoelectric
Company
Unter den chinesischen Kameras sticht die Pearl River S-201 heraus. Sie ist die bedeutendste SLR des Landes, war in vielen Aspekten die erste ihrer Art und trägt zur ruhmreichen Vergangenheit der chinesischen Kameraindustrie viel bei. Aber gerade die Marke "Pearl River" hat in mehr als zwanzig Jahren Höhen und Tiefen, Verstrickungen, Streit und Neid gesehen. So ist es sehr interessant sich mit der Geschichte dieser Kamera näher zu beschäftigen. 
Geht man durch die Straßen von Chongqing und fragt nach der "Pearl River Photoelectric Company" schütteln die meisten Passanten den Kopf. Aber fragt man nach einer früheren Dritten-Front Fabrik Nr. 338 namens Mingguang (Helles Licht), weisen viele auf einen Ort im Nanping, sechster Distrikt. So habe ich den Weg zur Fabrik der Pearl River S-201 gefunden. Dort traf ich Wu Anlu, den stellvertretenden Chefingenieur der Firma, der mir zunächst eine Ausstellungsvitrine zeigte. Dort steht in relativ bescheidenen Zustand ein früher Prototyp der S-201, noch beschriftet mit "美多" ("Gut und Mehr") sowie eine nicht viel anders aussehende Pearl River S-201.

Die Frage nach der Pearl River Kamera lenkte Wu Anlu's Gedanken zurück zu den frühen 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Er erzählte mir, dass der Staat [China] mit der Dritten-Front-Bewegung [Industrialisierung des zentralen Südwestens] in der Sichuan Provinz eine ganze Reihe verteilter und in den Bergen versteckter Rüstungsfirmen gründete. Einige davon sollten anspruchsvolle Instrumente produzieren und wurden die fünf "Licht" (光, guang) Unternehmen genannt: Mingguang, Huaguang, Jinguang, Yongguang und Xingguang ["Helles Licht", "China Licht", "Goldenes Licht", "Ewiges Licht" und "Wohlstand Licht"]. Sie alle gehörten zur ursprünglich "Fünf Maschinen" Abteilung und wurden dann dem Rüstungsministerium zugeordnet, dort zum Südwest Artillerie Büro in Chongqing. Mit der Produktion von Gewehren, Munition, Zielfernrohren, Flugabwehrraketen etc. leisteten diese Fabriken einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung der chinesischen Rüstungsindustrie. Wu Anlu erinnert sich noch gut an einen frühen Selbstverteidigungskrieg, in dem die Vietnamesische Armee eine nicht kleine Menge chinesischer Scharfschützengewehre geliefert bekam. Diese wurden von Mingguang Technikern innerhalb kürzester Zeit durch erfolgreiches Kopieren sowjetischer SVD Gewehre hergestellt. Dies zeigt gut, wie wichtig der militärische Beitrag dieser Firmen war.

Panorama aus den 1970ern, aufgenommen in den Huaying Bergen in der Gegend der alten Mingguang Fabrik
Eingang zur ursprünglichen Mingguang Fabrik
in den 1970ern
Aber wie und warum wurden diese Fabriken zu Kameraproduzenten? Wu Anlu erzählte mir, dass ab 1972 die Rüstungsaufträge an diese Unternehmen signifikant zurückgingen [China's Beziehungen zu den USA verbesserten sich erheblich nach dem Besuch Nixons]. Und so bestand die Antwort der nationalen "Armee zur Veränderung des Volkes" in einem Aufruf zur Entwicklung und Produktion ziviler Güter. Und die Mingguang Fabrik begann als erstes mit Kameras. 

Nach einiger Recherche über die Geschichte der Dritten-Front-Bewegung habe ich folgenden Textabschnitt gefunden: Am 14. Februar 1973 traf sich die frühere "Fünf-Maschinen" Abteilung zu einer Besprechung in Beijing, wo festgelegt wurde, dass einige optische Fabriken in der Huaying Gegend der Sichuan Provinz zusammen eine Kamera entwickeln und produzieren sollen. In einer weiteren Kamera Kooperationsbesprechung im März des selben Jahres in Beijing wurde dem Vorschlag zugestimmt, die Shanghai Seagull DF-Kamera [Minolta Lizenz] als technische Basis zu verwenden, aber zusätzlich zehn vorteilhafte Merkmale der japanischen Nikon F Kamera zu verwenden. Außerdem wurde eine der Dritten-Front Fabriken zum Entwicklungszentrum dieser modifizierten Kamera bestimmt.

Chronik der Mingguang Fabrik,
eine wichtige Quelle meiner Recherchen
Zu dieser Zeit war die Seagull DF Kamera Produktion in Shanghai China's Technologieführer und die Mingguang Fabrik schickte Ingenieure zur Ausbildung nach Shanghai. Zwischen März und Juni 1973 arbeiteten die Ingnieure  und Techniker Tag und Nacht, kombinierten die Designelemente von Seagull DF mit der Nikon F und entwarfen die Pläne von über 3000 Einzelteilen in weniger als drei Monaten. Um Zeit zu sparen, arbeiteten dann zwei Entwicklungsgruppen parallel daran, die mechanischen und manuellen Prozessschritte zu definieren und die Maschinen zu bauen, um tausende verschieden große Teile aus einer Aluminiumlegierung zu produzieren. Am 25. Dezember 1973 präsentierte die Mingguang Fabrik den ersten Prototyp der Kamera und nannte ihn "美多" ("Gut und Mehr"). 

Wu sagte, dass zur schnellen und reibungslosen Entwicklung der Kamera im Wesentlichen zwei Faktoren beigetragen haben. Zum einen die starke Unterstützung des Kamerawerkes in Shanghai. Im planwirtschaftlichen System gibt es natürlicherweise einen großartigen Kooperationsgeist und die Hilfe aus Shanghai war wirklich selbstlos. Zum anderen und wichtiger war, dass das Design nicht bei den Plänen der Seagull DF halt machte, sondern deutlich darüber hinausging, um die großartigen Elemente der Nikon F zu realisieren, wie Wechselsucher, horizontaler Tuchschlitzverschluss bis 1/1000 s, X/FP-Blitzsynchronisation etc. Auch die Oberflächengüte der neuen schwarzen Verchromungstechnologie und anderes waren viel besser als bei ähnlichen anderen Produkten aus China. Anfangs passierte allerdings nicht viel, lediglich einige Prototypen wurden produziert. Erst 3 Monate nach dem ersten Prototypen wird die Kamera am 19.3.1974 offiziell von "Gut und Mehr" in "Pearl River S-201" umbenannt.

Dieser Namenswechsel verwirrt viele Kamerasammler, denn Pearl River ist eigentlich eine Marke der Guangzhou Kamerafabrik [im Süden Chinas, wo der Zhujiang, der Perlfluss ins Meer mündet], die in den 1960er Jahren begannen ihre 120er Rollfilmkameras so zu nennen (z.B. die Pearl River 60-I, und 60-II, 1967: Pearl River 4, 1970er Jahre: Pearl River 7) und wurden damit bekannt. Wie auch immer kamen jetzt die Mingguang Fabrik und die anderen kleinen Rüstungsfirmen aus China's südwestlicher Bergregion [ca. 1400 entfernt vom Perlfluss] auf die Idee, ihre KB-Spiegelreflex genau so zu nennen?

Die Antwort fand ich in der offiziellen Firmenchronik auf Seite 79. Dort steht: Am 19. März 1974 wurde für die Huaying Produktionsregion in Fabrik 33 eine Kameraproduktions-Versammlung abgehalten. Beteiligt waren die fünf beteiligten Unternehmen, das Außenhandelsministerium, die Leichtindustrie-Import und Export Vereinigung, die Guangzhou Import und Export Vereinigung, sowie weitere betroffene Verwaltungseinheiten. Es wurde festgestellt, dass der vorläufige Markenname "Gut und Mehr" nicht zur in Technik und Style herausragenden Kamera passt und damit kein Export möglich ist, um die nationalen Exporterlöse zu steigern. Außerdem fielen bei der Anmeldung einer neuen Exportmarke weitere Gebühren an. Daher wurde entschieden, sich für die Vermarktung den bekannten und registrierten Markennamen "Pearl River" auszuleihen, und diese 135-SLR Pearl River S-201 zu nennen. 

Um die Anmeldung einer zweiten Marke für den Export zu vermeiden wurden die beiden Kamerahersteller also in einen Topf geworfen - eine so einfache aber doch irgendwie verwirrende Erklärung. Um das zu verstehen, muss man die Logik der Planwirtschaft bemühen. In diesem System hatten die Unternehmen eigentlich überhaupt kein Verständnis für das Konzept "Marke", innerhalb der Planwirtschaft gab es formal keine Konkurrenz zwischen den Firmen und ein Markenname hatte an sich keinen Wert. 

Mit dieser durchaus wichtigen Mitgift der damaligen Situation begann also die Kommerzialisierung der Pearl River SLR Kamera. Doch der Ertrag der ersten Jahre ist nicht groß. In der Chronik fand ich folgende Produktionszahlen: 1975 bis 1976 (Versuchsproduktionsphase) verlassen nur ca. 50 Kameras das Werk, viele mit improvisierten und manuell hergestellten Teilen. Erst 1977 ist die ganze Produktionskette komplett und Massenproduktion erreicht 705 Kameras (Der Industrialisierungsgrad kann nicht sehr hoch gewesen sein). Übrigens, die Chronik der Fabrik Nr. 338 nennt 1974 als Start der Produktion, daher sollte das "Jahrbuch Chinesischer Kameras" geändert werden, das 1972 als Geburtsjahr der Kamera ausweist. 

Wenn wir nun die Entwicklung der Pearl River Kamera weiter verfolgen, finden wir durchaus ein durchdachtes Produktionsnetzwerk. Die Mingguang Fabrik (Nr. 338) war die Entwicklungszentrale, produzierte ein paar Teile rund ums Filmhandling und besorgte die Endmontage. Die anderen der fünf Brüderfirmen in der Huaying Region waren folgendermaßen spezialisiert: Huaguang (Nr. 308) war für Objektivproduktion zuständig, Xingguang (Nr. 598) besorgte den Spritzguss des Gehäuses und presste die Blechteile wie Rückwand, Kappe und Teile des Suchers. Die Jinguang Fabrik (Nr. 268) war für Feinmechanik zuständig und produzierte Verschlüsse, Selbstauslöser und alle Getriebe. Die letzte der fünf, Yongguang machte Endmontage, wie das auch bei Jinguang der Fall war. Es ist nicht schwierig zu unterscheiden, welche der Fabriken die Endmontage einer Kamera vorgenommen hat, denn es wurde ein Hinweis hinterlassen. Die Seriennummer startet jeweils mit dem ersten Buchstaben des phonetischen Alphabets: M für Mingguang, J für Jinguang und Y für Yongguang.

In der Geschichte der chinesischen Kameraproduktion ist so ein komplexes Produktionsnetzwerk mit entsprechender Arbeitsteilung einzigartig und konnte nur mit dem hohen Grad von Einigkeit, der individuellen technischen Stärke sowie einem relativ strengen militärischen System erreicht werden. Wu Anlu sagte, dass all das in den Huaying Bergen und den dort ansässigen Präzisionsinstrumentfabriken  zu finden war. Die Kenntnisse von optischen Prozessen bis zur feinmechanischen Montage konnten von Militärtechnik auf die Kameraproduktion übertragen werden; ein Riesenvorteil, der hervorgehoben werden muss. Und in der Tat hat die Pearl River S-201 davon enorm profitiert und einige Rekorde eingefahren: Zum Beispiel ist die optische Auflösung ein zentraler Indikator für die Leistungsfähigkeit der Kamera. Nach den Vorgaben der chinesischen Kameraindustrie (Standard 65) sollte das Auflösungsvermögen im Bildzentrum mindestens 37 Linienpaare betragen, die Pearl River Kamera erreichte [mit ihrem Standardobjektiv] 59 und mehr, also deutlich mehr als ein Standardprodukt.  Sie hat außerdem einen aus Plastik gefertigten Mikroprismenring, welcher wesentlich die Einstellung der Schärfe vereinfacht. Solche Features hatten bisherige chinesische Kameras nicht. Auch das Objektivprogramm zur S-201 war einzigartig: Es gab neben einer Reihe von Festbrennweiten auch vier verschiedene Zoomobjektive und ist damit das kompletteste Programm was es jemals für eine chinesische Kamera gab. Damit ist die S-201 China's erste wirkliche KB-Systemkamera.

In den 70er Jahren war China immer noch relativ abgeschottet. Es gab keinerlei ausländische Produkte zu kaufen und jedes der 1300 Einzelteile der Pearl River S-201 stammt von eigenen, lokalen Produktionslinien. Diesen Umstand kann man nicht genug wertschätzen. Und es erstaunte auch die ausländische Kameraindustrie. Der Japaner Takahashi Saburo schrieb in seinem Buch "Chinese Classical Camera Story"einen Abschnitt voll des Lobs für diese Kamera: Für ihn ist die S-201 die berühmteste Chinesische SLR. Sie ist sehr ähnlich zur japanischen Nikon F von 1959 und hat ebenso einen austauschbaren Sucher, außerdem sind eine ganze Reihe Wechselobjektive erhältlich. Es kann gesagt werden, dass sie in China die kompletteste aller Systemkameras ist.
Preise, die die Kamera ab 1980
sammeln konnte

Wu Anlu erzählte mir auch folgende Anekdote. In einem Jahr gewann die Kamera einen nationalen Qualitätspreis, aber die entsprechende Urkunde kam und kam nicht. Angeblich, weil die Auszeichnung vom Ministerium für Maschinenbau verliehen wurde, wurde der Preis zurückgehalten, da die Rüstungsindustrie es sich zu sehr zu Herzen nehmen könnte. Erst zwei Jahre später kam der Preis bei der Mingguang Fabrik an. Ich denke diese Geschichte kann sehr wahr sein, denn in jenem Jahr wurde die Kameraproduktion von der eigentlichen Rüstungsindustrie immer noch als lästige Einmischung empfunden. Jedenfalls, mit der Pearl River S-201 und vielen positiven Rezensionen verstummten solche Stimmen mit der Zeit. Von 1980 bis 1984 gewann sie fünfmal hintereinander sowohl nationale als auch Provinz- Qualitätspreise. Mit der Anerkennung für diese Kamera gewann auch die Marke Pearl River bisher nie dagewesene Reputation.

Nach 1980 steigerten sich die Produktionszahlen der S-201 Jahr für Jahr. 1985 waren es 8028 Einheiten und 1986 wurde erstmals die Marke von 10000 Stück überschritten. Sie wurde vornehmlich nach China, Hongkong, Singapur und Südostasien verkauft. In diesem Jahr [1986] erhielten die fünf Bruderfirmen in den Bergen von Huayin die komplette Pentax K-1000 Produktionslinie aus Japan [oder Hongkong?], mit der sie [nicht nur Lohnproduktion für Pentax, sondern auch] eine zweite einfachere SLR Kamera ("Pearl River S-207") produzierten. Zu dieser Zeit war "Pearl River" die berühmteste Chinesische Kameramarke, viele Fotoamateure und Profis waren fasziniert und eine Kamera kostete bis zu 800 Yuan, ungefähr ein Jahresgehalt.

Auf dem Höhepunkt des Ruhms 1986, wendete sich plötzlich das Schicksal der Kamera. China begann über Markenrecht nachzudenken und erste Gesetze dazu zu erlassen. Die Militärfabriken in den Bergen von Huayin bekamen also die Mitteilung, dass das Kamerawerk in Guangzhou die Marke "Pearl River" für sich hat registrieren lassen. Abseits des Hauptgeschehens und noch immer verhaftet in den alten militärischen und planwirtschaftlichen Strukturen, nahm man die Sache erst nicht ernst, verstand sie nicht, und kämpfte daher auch nicht gegen die letztendliche Konsequenz: Man hatte die Marke "Pearl River" verloren. Sogar heute noch verstehen einige alte Kollegen diesen Umstand nicht.

Faktisch hatten die beiden Kameraproduktionen in Chongquin und Guangzhou außer der gemeinsam genutzten Marke nichts miteinander zu tun. Zu Zeiten der Planwirtschaft erfüllten die Firmen den ihnen von der Regierung gegebenen Produktionsauftrag. Es gibt keine Konkurrenz und man hat kein Verständnis vom Wert einer Marke. In Guangzhou wurden einfachere Rollfirmkameras produziert und in Chongquin konzentrierte man sich auf die Kleinbild-SLR. Über mehr als eine Dekade kam man sich nicht ins Gehege. Aber ab Mitte der 80er öffnete sich China auch im Inneren der Marktwirtschaft und Konzepte wie Markennamen, Patente und geistiges Eigentum gewannen an Bedeutung und konnten nicht mehr ignoriert werden. Auch wenn die Führung der Huayin Kamerawerke sicher stolz auf den Ruhm ihrer Marke war, so verpassten sie die Gelegenheit auch formal die Schritte zu unternehmen, die Marke für sich anzumelden oder gar um sie zu kämpfen. Am Ende mussten sie klein beigeben und die Marke offiziell zum Ende 1986 aufgeben. Man änderte den Namen zu Ming Jia S-201M, die Exportkameras wurden mit "Mingca" beschriftet.  Man stellte aber auch schnell fest, dass es gar nicht so leicht ist, mit einem neuen Namen den Markt wieder zu gewinnen [die Mingca MCK-1000 mit Pentax K-Bajonett wurde bald die bedeutendere Kamera].

Die Geschichte geht natürlich weiter in den 90er Jahren. Die meisten Dritte-Front-Firmen verließen ihre Standorte in den Bergen und zogen in die Städte. Auch bei den fünf Brüderfirmen aus den Huaying Bergen trennten sich teilweise die Wege. Die Mingguang Fabrik zog nach Chongqing Nanping und änderte ihren Namen in "Chongqing Mingjia Photoelectric Instrument factory"; Huaguang fand eine neue Bleibe in Chonqing Beibei und nennt sich heute "Chongqing Huaguang Instrument Factory"; Yongguang Fabrik zog nach Sichuan Pixian, und änderte ihren Namen in "Chengdu Huaxi Optical Electronic Instrument Factory"; der Umzug von Jinguang führte nach Sichuan Xindu unter dem neuen Namen "Sichuan Jindu Optoelectronic Instrument Factory"; auch Xingguang findet sich heute in Sichuan Pixian unter "Chengdu Xingguang Machinery Factory".

Der Verlust der gemeinsamen Marke und dann auch noch der räumliche Umzug trennte die fünf Firmen endgültig und jede machte ihr Ding: Mingjia Photoelectric (früher Mingguang) brachte die Ming Jia MCK1000, eine Kamera mit TTL-Belichtungsmessung, die 1990 auf der Hightec Exportschau der Nationalarmee eine Silbermedallie gewann; Chengdu Huaxi (früher Yongguang) entwickelte und produzierte die Huaxi S-80 und S-90 Kameras [ein Nikon FG-20 Klon mit PK-Bajonett]; Sichuan Jindu (früher Jinguang) produzierten goldene S-207M und S-207T Kameras und gewannen damit 1991 auf der nationalen Kameramesse den "Star Award". Aber schlussendlich war keinem dieser Pearl River S-201 Abkömmlinge ein langes Produktleben beschert und das Ende der Spiegelreflexproduktion in dieser Region des Landes folgte bald. [Einige der genannten Firmen existieren heute noch, ob sie noch Kameras oder Teile dafür herstellen lässt sich leider aus der Ferne nicht sagen.]
Auswahl von frühen (70er) und späten (90er) Kameras, die in alle in der Tradition der S-201 stehen 

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