2011-12-12

Minolta 16-II


Schon immer bestand der Wunsch des Fotografen nach kompakten Kameras, die man stets in der (möglichst: Hosen-) Tasche dabei haben kann. Schon die Ur-Kleinbildkamera Leica war ein solcher Versuch. Oskar Barnack hatte damals einfach einen Fotoaparat um den in Massen verfügbaren Cinefilm (35 mm) gebaut. Da verwundert es nicht, dass nach Fortschritten bei Optik und insbesondere beim Auflösungsvermögen des Films andere dasselbe später mit dem 16mm Film auch probierten, der mit ca. einem Viertel der Negativfläche auskommen muss.

 
Einer der erfolgreichsten Versuche war die Minolta 16 Serie, die es von 1955 bis 1974 zu kaufen gab und die den Namen Minolta in der Kamerawelt erst richtig populär gemacht hat. Dabei hat Minolta Konzept und Kamera (und später die Firma) vom Konan Institut übernommen, welches mit dem Konan 16 Automat die erste Kamera der Serie schon 1950 auf den Markt brachte. Die bei weitem häufigste Kamera der Serie, weil am längsten in Produktion (von 1960 bis 1974), ist diese Minolta 16-II. Sie hat ihrem fast baugleichen Vorgänger 16-I mehr Varianten an Belichtungszeiten und Blendeneinstellungen voraus. Beide Kameras gab es (wie heutige Digitalkameras) in verschiedenen Farben.

Das Grundkonzept vieler dieser Miniaturkameras geht auf die Ur-Minox von 1936 zurück. Filmtransport und Verschlussaufzug werden durch Zusammenschieben des Gehäuses vorgenommen. Höchst praktisch. Ansonsten kann man außer dem Bildzählwerk auf meinen Bildern alle Features erkennen. Minolta benutzte spezielle Kasseten für den Standard-16mm Film. Scharfstellen konnte man nicht, das Objektiv war auf eine mittlere Entfernung von ca. 3 m voreingestellt, bei Blende 16 reichte die Tiefenschärfe allerdings bis unendlich. Wer wollte, konnte aber den Standard-UV-Filter vor dem Objektiv (siehe Bild oben) einfach gegen Vorsatzlinsen tauschen. Die Nummer 0 erlaubte scharfe Fernaufnahmen bei allen Blenden, es gab aber auch Nahlinsen für Fotos ab 60 cm sowie Gelb-, Grün- und sonstige andere Filter.


Das Ende der spezielleren 16mm-Kameras kam ab 1972 mit dem Erscheinen der 110er Kassette (Pocketfilm) von Kodak und später auch anderen. Auch diese Kassette verwendete 16 mm breiten Film, allerdings kundenfreundlicher konfektioniert. Das Negativformat ist mit 10x14 mm übrigends etwas größer als das der neuen Nikon 1 Serie. Heute sind Immerdabeihosentschenkameras Realität, die verwendeten Sensoren dort aber winzig. So ein schickes Alugehäuse wie die Minolta hier, was auch noch nach 40 Jahren gut aussieht, sieht man heute leider selten.

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