Hewlett-Packard, der große Technologiekonzern aus Palo Alto, CA und seit einiger Zeit größter PC-Hersteller der Welt, ist nicht so bekannt als Kamerahersteller. Mit dem Aufkommen der Digitalkameras Ende der 1990er Jahre war aber gerade HP prädestiniert in dem Markt mitzumischen, da man ja (im Gegensatz zu den etablierten Fotofirmen) keine analogen Kameras anbot und sich damit keine eigene Konkurrenz ins Haus holte. Trotzdem war der Ausflug von HP auf den Fotomarkt nicht besonders erfolgreich.
Am Anfang stand 1997 die einfach Photosmart genannte VGA (640x480 Pixel = 0.3 MP) auflösende Plastikknippse ohne eigenes Display und eigener Speicherkarte. Von 1998 bis 2007 folgten mindestens 54 weitere und sehr unterschiedliche Modelle, die alle PhotoSmart plus irgendwas hießen. Sie machten über die Jahre mit beim allgemeinen Megapixel-Wettrennen und boten die zur jeweiligen Zeit üblichen Funktionen und Features, keine von ihnen war aber je technischer Pionier oder stach sonstwie heraus. Man braucht keine große Phantasie um zu erkennen, dass HP das Kamergeschäft nur aus der Marketingabteilung heraus betrieben hat. Die Kameras selbst wurden allesamt von (verschiedenen) OEM Produzenten in Asien gebaut und man kaufte verfügbare Komponenten und Technologien eben zu. Dass bei diesem Mischmasch kein roter Faden oder gar eine Markenidentität entsteht (wie z.B. bei den HP-Druckern) ist nicht verwunderlich. Konsequenterweise gab HP am 7. November 2007 bekannt, aus dem Kamerageschäft auszusteigen, und in der Tat gibt es derzeit auch keine HP Kameras mehr neu zu kaufen. 2010 gab es eine kurze Rückkehr auf den Markt, ich bin mir aber nicht sicher, wie lange diese nicht mehr Photosmart genannten fünf Kameras wirklich zu kaufen waren.
Die hier gezeigte Photosmart 433 habe ich vor kurzem von einem Kollegen geschenkt bekommen. Sie kam 2003 auf den Markt und wurde so bis 2005 hinein verkauft. Das nur 1.5 Zoll große Display macht einen optischen Sucher noch erforderlich und der Zoom (3x) ist rein digital, d.h. Teleaufnahmen haben nicht mehr die 3.1 MP Auflösung. Auf den deutschen Markt kam die fast identische 435 mit 5-fach Zoom, vermutlich nur mit anderer Firmware. Normale AA-Batterien und eine moderne SD-Karte waren praktische Features, gehalten hat das Ding aber nicht lange und wurde auch bei meinem Kollegen nach nur kurzer Zeit durch eine andere Digiknippse ersetzt. Heute macht jedes Smartphone bei bessere Aufnahmen, wie schnell die digitale Zeit vergeht.
