2026-02-19

Duo-Lux Primus Kondensatorblitzgerät


Ebenfalls in dem geschenkten Beutel mit Fotokrams war dieser Kondensatorblitz mit dem Namen Duo-Lux Primus und zwei dazugehörige Schachteln Blitzbirnchen des Typs PF1B, eine davon sogar noch ungeöffnet. 
Gebaut aus hell-beigen Plastik beherbergt das Gehäuse die einfache Schaltung aus 22.5 V Anodenbatterie und Kondensator, die zum Zünden der einsteckbaren Blitzbirnchen nötig ist. Der Duo-Lux akzeptierte übrigens die Blitzbirnchen-Typen XM1/XM5, PF1/PF5 und sogar die amerkikanischen AG1


Komplettiert wird das Ganze durch einen 9 Fächersegmente umfassenden Fächerreflektor mit 12.5 cm Durchmesser und Bajonett zum ansetzen ans Gehäuse. Aufgesteckt auf die Kamera wird der Blitz per Zubehörschuh, angeschlossen allerdings (noch) per Kabel und PC-Buchse. Der Mittenkontakt ("Hot-Shoe") war 1956 (erstes Baujahr des Primus) zwar schon erfunden, setzte sich aber erst Mitte der 60er langsam durch.
Zusammengefaltet passt das nur 90 g schwere Gerät (davon 30 g alleine für die Batterie) in die mitgelieferte braune Kunstledertasche (nochmal 42 g), die man per Schlaufe am Kameratragegurt festmachen konnte. Der Originalpreis Ende der 1950er Jahre war 17.40 DM (Preisbindung), heute sind die Dinger nur noch Blitzgerätesammlern etwas wert. Hergestellt und vertrieben wurde der Blitz übrigens von der Duo-Lux Albert Hiller KG aus Dornstetten in Baden-Württemberg. Die Firma existierte von ca. 1950 bis 1972, und war wohl zusammen mit den Blitzbirnchen untergegangen. Man hatte wohl versäumt, auch in Elektronenblitze oder anderes Zubehör zu investieren. Interessanterweise findet man den kompletten Firmennamen nirgendwo auf dem Gerät noch dem Etui, dafür mehrfach ein stolzes "Made in Germany".

2026-02-05

Actino U

In einem Beutel mit Fotokrams, den ich neulich geschenkt bekam,  war auch dieser Handbelichtungsmesser aus den 1950ern. Es handelt sich um ein Modell der Firma Weigand aus Erlangen. Karl-Heinrich Weigand hatte seine Firma für elektrische Messinstrumente schon 1938 zusammen mit einem Partner gegründet und das erste einfach ACTINO genannte Modell herausgebracht. Nach dem Krieg hat er die Firma alleine wieder aufgebaut und ab 1948 neue Actino-Modelle produziert.    
Der Actino U wurde in leicht verschiedenen Versionen von 1954 bis zum Ende des Jahrzehnts produziert. Mein Exemplar hier hat entgegen zu den meisten anderen Darstellungen oder Fotos eine schwarze Skala mit weißer Schrift, entspricht aber in der sonstigen Spezifikation dem üblicherweise Version 1 genannten Modell. Er kommt in einem schicken und praktischen roten (Kunst-)Lederetui, und weil das meistens geschlossen ist und somit kein Licht auf die Zelle fällt, funktioniert mein Exemplar tatsächlich noch.

Datenblatt Handbelichtungsmesser
Belichtungsmessung per Selenzelle, Empfindlichkeit 8-26 °/10 DIN, 6-400 ASA, Blenden 1.4 - 22, Zeiten 60s - 1/1000 s
sonst. Ausstattung Cine-Gangzahlen, Aufklappdiffusor
Maße, Gewicht ca. 50 x 70 x 23 mm (ohne Etui, mit jeweils ca. 4 mm dazu), 140 g
Batterie keine notwendig, Selenzelle!
Baujahr(e) 1954-ca. 1959
Kaufpreis, Wert heute 39 DM plus Etui (3,30 DM), 5€
Links Photobutmore, Camera-Wiki, Lightmetermuseum.com (archived)
Der Actino U (hier mit der üblichen hellen Skala) neben einiger seiner direkten Konkurrenten aus dem Photo Porst Katalog 1956. Mit 39 DM gehörte er zu den günstigeren Modellen, auf der Seite vorher waren die Gossen-Modelle Sixtomat etc. ab 69 DM zu bestellen.