Posts mit dem Label Technik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Technik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2024-01-10

Kleinbildfotografie aus der Filmperspektive

Die Entstehung und später der Siegeszug der Rollfilm- und speziell der Kleinbildfotografie in den 1920er und 1930er Jahren ist ein sehr interessantes Gebiet für uns Kamerasammler. Leider wird die Bedeutung von Oskar Barnack‘s Leica dazu in populären Darstellungen aber auch in sonst seriösen Abhandlungen viel zu sehr überhöht. Als ob eine einzelne Kamera eine solche technische Revolution auslösen könnte. Die eigentliche Revolution fand nämlich im Hintergrund statt. Ich spreche vom fotografischen Film, der zwar schon am Ende des 19. Jahrhunderts erfunden wurde, aber insbesondere in den 1920er Jahren enorme Fortschritte, ja Qualitätssprünge machte. Diese möchte ich hier im Folgenden einzeln erläutern und entsprechend würdigen. 

Negativformat und Qualität - der Ausgangspunkt
Filmherstellung in den 1930ern. 
Mehr Details hier.

Je kleiner das Negativ, desto mehr treten Qualität und insbesondere ihre Mängel des entsprechenden Filmmaterials im finalen Bild zutage. Für die im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts vorherrschenden Plattenkameras waren Kontaktabzüge von der negativen (Glas-)Platte die Regel. Die fotografische Emulsion durfte relativ grobes Korn zeigen, kleinere Fehler, Risse, Lufteinschlüsse oder schlicht Staub fielen nicht sehr ins Gewicht. Die Kameras waren dadurch eh groß und schwer und standen deshalb meist auf einem Stativ, die Lichtempfindlichkeit der fotografischen Schicht war daher mit 3-10 DIN (heutige Definition) meist ausreichend. 

Die Erfindung des Rollfilms

Rollfilme wurden von Eastman Kodak schon 1889ff zusammen mit einfachen Boxkameras auf den Markt gebracht. Über die Erfindung des Rollfilms durch Hannibal Goodwin habe ich hier schon geschrieben. Mehr als Boxkamera-Bildqualität (einlinsige Fixfokus-Optik) war auch vom Film her nicht drin. Auch diese Negative wurden per Kontaktkopie zum Foto. Auf der Produktionsseite gab es noch einige Probleme zu lösen, vieles ging immer wieder schief. Bei Agfa (damals noch in Berlin) waren die Probleme so groß, dass man sich 1905 aus dem Filmgeschäft wieder zurückzog und erst mit dem Sog des lukrativen Kinefilm-Marktes ein paar Jahre später wieder damit begann und letztendlich zu Europas größtem und nach Kodak weltweit zweitgrößtem Filmhersteller wurde.

Der Kinefilm und sein Einfluss

Der Kinefilm und sein fulminanter Aufstieg zum neuen Bewegtbildmedium in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts trug auch entscheidend zur Qualitätssteigerung des ‚normalen‘ Negativfilms bei. Zunächst einmal trennte sich Hersteller-seitig die Spreu vom Weizen. Filmherstellung in solch großen Mengen erforderte nicht nur entsprechendes Know-How, sondern auch große Investitionen in die entsprechenden Maschinen. Etwas, was sich nur ein paar von den bis dahin sehr zahlreichen Fotoplattenfabriken (bzw. ‚-manufakturen‘) leisten konnten. Die meisten von den später erfolgreichen zogen außerdem aus Qualitäts- und Platzgründen aus der Stadt aufs Land oder zumindest an den Stadtrand: Agfa vom Smog-geplagten Berlin nach Wolfen, Perutz an den Münchner Stadtrand und Adox von Frankfurt ins nahe Neu-Isenburg. In allen Fällen führte die bessere und staubfreiere Luft zu viel weniger Qualitätsdefekten beim fertigen Film. Kinefilm hat nicht dieselben technischen Anforderungen wie normaler Negativfilm. Was Produktionsqualität angeht aber auch bei den Herstellkosten haben sie beide voneinander über die Jahre profitiert.

Sensibilisierung mit speziellen Farbstoffen erweitert
die spektrale Empfindlichkeit. Quelle: Wikipedia
Spektrale Empfindlichkeit - Orthochromasie

Die Sensibilisierung der lichtempfindlichen Silberbromid-Emulsion für den gesamten Wellenlängenbereich des sichtbaren Spektrums und damit die richtig empfundene Wiedergabe der Farben in Graustufen ist für mich die zentrale Entwicklungsaufgabe der Filmindustrie, die erst gegen Mitte der 1930er Jahre als abgeschlossen gelten kann. Seit der Entdeckung durch Hermann Wilhelm Vogel im Jahr 1873, dass der Zusatz von bestimmten Farbstoffen die spektrale Empfindlichkeit der Emulsion erweitert wurde auf dem Gebiet sowohl akademisch (Vogel wurde der erste Professor für Photochemie an der Königlich Technischen Universität Berlin, Adolf Miethe 1899 sein Nachfolger) als auch in der sich etablierenden Fotoplatten- und Filmindustrie intensiv geforscht. Es ist wohl kein Zufall, dass viele der auf dem Gebiet erfolgreichen Firmen eigentlich Farbstoffhersteller waren.
Hermann Wilhelm Vogel,
Erfinder der Senibilisierung
Die Aktiengesellschaft für Anilinfarben (kurz: Agfa) ist nur ein prominentes Beispiel. Die Firma, die bei dem Thema aber wohl alle anderen vor sich her trieb war die Otto Perutz Trockenplattenfabrik GmbHSie unterhielt seit den 1880er Jahren intensive Kontakte zur Forschung in Berlin und implementierte die neuesten Erkenntnisse mit als erste in Form neuer Fotoplatten und -filme. Arthur Traube, der zusammen mit Miethe 1902 die panchromatische Sensibilisierung erfunden hatte, wechselte 1910 als Technischer Direktor zu Perutz nach München. Ihr wichtigstes Produkt wurde die Perortho-Grünsiegel-Platte und natürlich später der Grünsiegel-Film. Noch im Photo-Porst Katalog von 1932 kann man lesen: „Perutz hält in Bezug auf Orthochromasie noch immer die Führung unter allen Filmfabrikaten.“ Im Bezug auf die Rollfilm- und Kleinbildfotografie ist folgender Aspekt interessant: Orthochromatisches Material ist trotz (oder gerade wegen) seiner Rotblindheit bevorzugt bei Platten- und Planfilmfotografen, die ja ihre Negative einzeln bei Rotlicht in der Dunkelkammer „nach Sicht“ entwickeln. Erst die Rollfilme, die komplett im Dunkeln entwickelt werden, haben einen relevanten Markt für panchromatisches Material entstehen lassen. 

Entwicklung der Filmempfindlichkeit
über die Jahre von 1920 bis 1937.
Quelle: Agfa Isopan ISS Prospekt 
Allgemeine Empfindlichkeit und ihre Normung 

Mit der Ausweitung der spektralen Empfindlichkeit und anderen Prozessverbesserung stieg über die Jahre die allgemeine Empfindlichkeit, wie man schön an der Grafik links aus dem Agfa Isopan Super-Spezial Prospekt von 1937 sehen kann. Agfa hatte sich mit diesem höchstempfindlichen Film (heute: ISO 200/24) in diesem Aspekt an die Spitze des Feldes gesetzt, in dem sie den von ihrem Mitarbeiter Robert Koslowsky gefundenen Gold-Effekt implementierten (und bis zum Ende des 2. Weltkriegs geheim hielten). 
Die Filmempfindlichkeit wurde 1934 in die DIN-Norm 4512 gefasst (die bekannte amerikanische ASA-Norm entstand erst in den 1940ern) und erlaubte erstmals objektive Vergleiche verschiedener Filme anhand einheitlicher Messverfahren. Die zuvor meist verwendeten Scheiner-Grade waren eigentlich nur bis zu Stufe 20 definiert und es gab Ende der 1920er Jahre nicht nur technische Empfindlichkeitssteigerungen darüber hinaus, sondern fast auch eine Inflation der Zahlen, da jeder Filmhersteller seine eigenen Messverfahren und Definitionen anwendete und eher nach oben „rundete“. 
Die DIN 4512 und auch die ASA Norm wurden übrigens Anfang der 1960er nochmal angepasst, sodass Filme ohne Emulsionsänderung nochmal 3 DIN dazu bzw. den doppelten ASA-Wert bekamen. Die Standard-Empfindlichkeit von 15/10 - 18/10 DIN (entspricht heute ISO 50-100) wurde also Anfang der 1930er Jahre erreicht, für mich eine zentrale Voraussetzung für die Roll- und Kleinbildfotographie, die ja meist aus freier Hand und ohne Stativ erfolgte. Verwackeln wird nämlich genauso wenig vom Vergrößerer verziehen wie Staub oder Kratzer.  

Feinkorn und Auflösung

Korngröße, Empfindlichkeit und
Feines Korn hängt nicht nur vom Film selbst ab
(Empfindlichkeit), sondern auch von der Entwicklung.
Quelle: Hans Windisch, Die Neue Foto Schule (1941) 
Auflösungsvermögen sind Parameter, die sich nicht unabhängig voneinander optimieren bzw. verbessern lassen. Das ist der Grund, warum es verschiedene Filme mit entsprechendem Schwerpunkt auf einzelne Parameter gab und noch gibt. Trotzdem wurden im Laufe der hier betrachteten Jahrzehnte enorme Fortschritte bzgl. aller genannten Parameter zusammen gemacht. Erwähnenswert hier im Zusammenhang mit dem späteren Kleinbildfilm ist die Entwicklung des sogenannten Feinkornfilms. Hier stand wie so oft der Krieg Pate, zusammen mit der Erfindung der Fliegerei. Für die im ersten Weltkrieg aufkommende Luftaufklärung wurden nicht nur hochauflösende und spezielle Objektive gerechnet, sondern man brauchte auch Fotoplatten bzw. Film mit entsprechendem Auflösungsvermögen. In Deutschland hatte zuerst die damals führende Firma Perutz technische Erfolge zu vermelden und sich mit ihrem Fliegerfilm einen Namen gemacht. Ich denke auch bei Lumier in Frankreich, bei Ilford in England und Eastman Kodak in den USA aber auch bei den anderen deutschen Firmen wird es entsprechende Forschung und Entwicklung gegeben haben.
Nach dem Krieg wurden die Erkenntnisse und Verbesserungen in friedliche Filmprodukte implementiert, bei Perutz profitierte ab 1923 insbesondere die neue Film-Produktion von feinkörnigeren und höher auflösenden Emulsionen. Kurz nach Erscheinen der Leica 1925 gab es einen Leica-Spezial-Film, der später auch als erster Feinkornfilm vermarktet wird. Man sieht: Auch in diesem Aspekt ist Ende der 1920er Jahre die Technik reif für kleine, später zu vergrößernde Negative.

Der Entwickler, Lichthof- und andere Schutzschichten

Man darf bei den ganzen technischen Fortschritten bezüglich der fotografischen Emulsion nicht auch die anderen Dinge drumherum vergessen. Da sind zuerst die Entwickler- und Fixierchemikalien zu nennen, die oft sogar die Keimzelle für später erfolgreiche Firmen wurden. So geschehen bei Agfa, deren Chemiker Momme Andresen 1891 den berühmten Enwickler Rodinal (4-Aminophenol) erfand und damit die fotografische Abteilung der Farbenfabrik Agfa begründete. Rodinal steht als ältestes heute noch erhältliches Fotoprodukt übrigens im Guinness Buch der Rekorde, auch ich verwende es heute noch manchmal. Solch fertig gemischten und formulierten Entwickler verdrängten über die Jahrzehnte immer mehr die individuelle Rezeptur von Hobbyfotografen und trugen genauso wie bessere Filme zur Qualität der Bilder bei. Auch das heute noch verwendete Fixierbad (Natrium- bzw. Ammoniumthiosulfat) stammt vom Anfang der 1890er Jahre.
Lichthofschutz-Beispiel aus einer Agfa Broschüre
Ein großes Problem bis hinein in die frühen 1930 Jahre waren die sogenannten Lichthöfe, die besonders bei hellen Lichtern im Bild oder am Rand großer Kontraste auftraten und nicht nur unschön aussahen, sondern tatsächlich Bildinhalt und Auflösungsvermögen zunichte machten. Es handelt sich quasi um vagabundierendes Licht innerhalb der fotografischen Emulsion, hervorgerufen durch Reflexion am Schichträger (Glasplatte, Film) oder durch Streuung/Diffusion innerhalb der Schicht selbst. Die Lösung des Problems bestand meist in einer Extra-Schicht mit eingebetteten Farbstoffen, die dieses unerwünschte Licht absorbierten, sich aber im Entwicklungsprozess auflösen müssen. Bis Mitte der 1930er Jahre wird bei Filmen mit Wörtern wie „Antihalo“ etc. auf dies extra hingewiesen. 
Auch andere extra Schichten wurden dem an sich schon komplexen Film-Beschichtungsvorgang (man spricht vom „Guss“) hinzugefügt. Oft wird dies von Mehrfachgießköpfen in einem Arbeitsschritt erledigt. Fast alle heutigen Filme haben eine sehr dünne Kratzschutzschicht aus gehärteter Gelantine als oberste Lage, die am Ende dafür sorgen soll, dass nicht Staubkörner in der Kamera oder der Finger beim Entwickeln unschöne Kratzer im Bild machen. 

Film war ab ca. 1930 reif für die Kleinbildfotografie

Meine bis hier hin schon sehr langen Ausführungen lassen hoffentlich erahnen, welche gewaltige Fortschritte die Filmindustrie in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts geschafft hat. Die Rollfilme der frühen 1930er Jahre und speziell der 35 mm Kleinbildfilm war damit reif für die Kleinbildfotografie. Der Schwarzweißfilm der zweiten Jahrhunderthälfte wurde nicht mehr entscheidend weiter verbessert, sieht man mal von wirklich hochempfindlichen Filmen (ISO 3200) mit der T-grain Techologie ab. Aber das waren fast Nebenprodukte der neuen Herausforderungen, denen sich die Film- und Fotoindustrie ab 1935 stellte: Der moderne Farbfilm.  Aber über das Thema hatte ich ja schon früher mal in einer kleinen Seire berichtet: 1) 100 Jahre moderner Farbfilm 2) Kodachrome;  3) Agfacolor Neu4) Ektachrome and Kodacolor

Filmherstellung aus einem ORWO Prospekt


 



2018-08-05

Retrofocus vs. Flektogon, Piere Angénieux und Harry Zöllner


Piere Angénieux, *14.07.1907 +26.06.1998Harry Zöllner, *29.01.1912 +30.12.2007

35 mm f/2.5 R1 Retrofocus
(Patent US 2,649,022
eingereicht am 29. Juli 1950)
Flektogon 35 mm f/2.8
(Patent DD10604A1 vom 8.3.1953 bzw.
Patent DE953471C vom 20.12.1953)
Nach längerer Zeit endlich wieder ein Beitrag über Photopioniere. Diesmal ist es ein Doppelportrait, allerdings nicht von sich gegenseitig inspirierenden Kollegen, die gemeinsame Sache machen (so wie bei Godowsky/Mannes oder Willmanns/Schneider), sondern zwei Konkurrenten, die quasi gleichzeitig und unabhängig voneinander dieselbe Erfindung machen und auch -natürlich mit Hilfe anderer- umsetzen.
Die Erfindung, das ist ein Weitwinkelobjektiv mit längerer Schnitt- als Brennweite für die Verwendung an den immer populärer werdenden Spiegelreflexkameras, denn der Spiegel brauchte ca. 38 mm Extraplatz im Strahlengang. Bis 1953 mussten sich SLR-Fotografen mit 40 mm Weitwinkel bescheiden. Realisiert werden konnte das mit Hilfe einer (oder mehrerer) relativ großen Zerstreuungslinse(n) vor dem 5-6 linsigem Basisobjektiv. Damit kommt die optische Hauptebene hinter der letzten Linse zu liegen. 
Beide Erfinder arbeiteten zunächst an der bei Messsucherkameras sehr populären Brennweite 35 mm. Dies geschah in den Jahren 1950 bis 1953, der Franzose war nach den Daten auf den Patenten etwas früher dran, dafür gab es vom Flektogon 1950 eine erste Kleinserie. Kaufen konnte man beide Objektive  von Mitte/Ende 1953 an. Man kann eigentlich davon ausgehen, dass sie zunächst selbst nichts von der jeweiligen Arbeit des anderen gewusst haben, Angéniuex's Patent wurde erst nach Einreichen desjenigen von Zöllner veröffentlicht.   

Britisches Patent GB 355 452 von 1930.
Erfinder ist Horrace William Lee von Kapella Ltd.
Gewusst aber haben beide sicherlich vom damals schon 20 Jahre alten Patent des Briten Lee. Dieser hatte die eigentliche Idee schon beschrieben. Zweck der Erfindung damals waren allerdings Kinoobjektive für Farbkameras mit Strahlenteilerprisma. Auch diese benötigen wie die späteren Reflexspiegel mehr Platz im Strahlengang als mit klassischer (symmetrischer) Objektivkonstruktion zur Verfügung steht.
Angénieux und Zöllner haben aber keineswegs abgeschrieben. Die Technologie war Anfang der 50er Jahre natürlich weiter, es gab neue und andere Glassorten und auch die Antireflex-Beschichtung (Vergütung) war endlich erfunden und erlaubte andere Freiheitsgrade bei der Konstruktion. Beide hatten ernorme Mengen von Formeln zu kalkulieren, damals alles per Hand und mit Hilfe von Logarithmentafeln und Rechenschieber. Auch hatten sie Hilfe von Rechnern, damals ein Beruf und noch keine Maschine. Interessanterweise waren diese Retrofokus-Weitwinkel die letzte Klasse von Objektiven, die noch ohne Computerhilfe designed wurden. Schon ab 1954 hatte Harry Zöllner und sein Team bei Carl Zeiss Jena die OPREMA (OPtik REchen MAschine) zur Verfügung, der erste arbeitsfähige in der DDR gebaute Computer. Auch Pierre Angénieux hat sicherlich später Computer benutzt, ansonsten wären seine Pionierleistungen zu Zoomobjektiven nicht möglich gewesen. 
Die Biographien der beiden ähneln sich. Der Franzose ist 5 Jahre älter, beide waren aber jung genug, um nicht als Soldaten im ersten Weltkrieg gegeneinander kämpfen zu müssen. Interessanterweise waren beide auch im 2. Weltkrieg nicht Soldat, sondern haben während der Kriegsjahre schon Objektive gerechnet. Zumindest bei Zöllner weiß man, dass er wegen dieser auch für die Rüstung wichtigen Aufgabe nicht selbst Soldat werden musste. Details zu ihren Lebensläufen können hier nachgelesen werden: Zöllner, Angénieux. Trotz der sehr ähnlichen Ausbildung und sicherlich auch Begabung, hört es mit den Parallelen irgendwann systembedingt auf. Angénieux macht sich schon 1935 selbständig, und weil die Firma irgendwann seinen Namen trägt, ist er heute der bekanntere der beiden. Er wurde als Anerkennung seiner Leistungen Mitglied der Ehrenlegion und bekam sogar zwei Oskars. Aber auch Harry Zöllner, der zeit seines Lebens Angestellter blieb und schließlich sogar bei seinem ersten Arbeitgeber 1977 auch in Rente ging, erhielt einige Ehrungen. 
Ob sie sich beide je persönlich getroffen haben, konnte ich nicht rausbekommen. Es ist vermutlich unwahrscheinlich, obwohl nach dem Mauerfall noch ein paar Jahre Gelegenheit gewesen wäre. Auf jeden Fall hat ihre Erfindung von 1950 die Entwicklung der Spiegelreflex-Systeme enorm vorangebracht. Schnell hatten auch andere Hersteller Retrofocus Weitwinkel im Programm. Beide Firmen hatten zunächst natürlich die Nase vorn und entwickelten erfolgreich weitere 28mm, 24/25mm und sogar 20mm Typen. Der Begriff Retrofocus wurde von Angenieux zunächst als seine Marke gebraucht, leider hatte er sich diese nicht schützen lassen, etwas was er zeitlebens bereut hat.



2014-12-15

Lytro Lichtfeldkamera

Fast genau vor drei Jahren wurde sie offiziell angekündigt und ich habe fasziniert berichtet. Allerdings war meine Faszination nicht groß genug, dass ich $399 ausgegeben hätte, um ein paar fotografische Experimente zu machen. Jetzt am Cyber Monday (dem Montag nach Thanksgiving, wo Elektronik zum Schnäppchenpreis angeboten wird) gab es sie für $99 sogar inklusive Stativhalterung, Schnellladegerät und persönlicher "Gravur" (siehe Bild). Ich habe also zugegriffen und werde hier von meinen Lichtfeld-Gehversuchen berichten.
Das ist sie also, Lytro's erste und überhaupt die erste kommerziell erhältliche plenoptische (Lichtfeld-) Kamera. Inzwischen gibt es mit dem Modell ILLUM sogar schon die zweite Generation, ein tatsächlich in vielen Belangen deutlich verbessertes Modell, allerdings mit $1599 auch ein recht teurer Spaß. Ich gehe mal davon aus, dass das erste Modell nicht mehr gebaut wird und man derzeit die (umfangreichen ?) Restbestände an den Mann bringen will. Die Kamera ist also seit ein paar Tagen bei mir und meine ersten Eindrücke schwanken zwischen Erstaunen und Enttäuschung, mehr dazu in einer kleinen Review-Serie, die ich über Weihnachten hier posten werde.

So ein Post wäre unvollständig ohne ein sogenanntes "Living Picture", einfach mal ein bisschen mit rumspielen, das Fragezeichen unterm Bild erläutert, was möglich ist.

2014-11-29

Canon Pellix

Versetzen wir uns in Canon's SLR Entwicklungsabteilung zu Beginn des Jahres 1961. Seit 1959 hat man mit der Canonflex Serie die erste eigenen SLR am Markt, man konnte einen Aufsatzbelichtungsmesser aufstecken, der neueste Schrei. Die Integration von Belichtungsmessern an und in die Kameras ist das Thema, was die Kamerawelt bewegt. Die Entwickler bei Canon designen gerade die RM, mit Selen-Messer inklusive des charakteristischen Wabenfensters nebem dem Prisma. Die Kamera wird allerdings dadurch noch wuchtiger als das ursprüngliche Canonflex design ohnehin war. Die Konkurenz ist da schon deutlich kompakter. 1960 zeigte dann auch noch der große Wettbewerber Asahi Pentax einen Prototypen mit TTL Messung auf der Photokina, ein Schock für Canon und die meisten anderen Konkurenten. Topcon reagierte am schnellsten und brachte 1963 mit der RE Super die erste TTL Kamera auf den Markt (sogar mit Offenblendmessung!). Pentax's Spotmatic SP kam erst 1964 wurde aber die hübschere und bei weitem erfolgreichste SLR der 60er.
Nun aber zurück zu unseren Entwicklern bei Canon. Die Geschäftsleitung hat den Auftrag erteilt, ein neues, kompakteres und massentaugliches Modell zu entwickeln, das sich eher an den erfolgreichen Konkurenten denn an dem alten Canonflex Design orientieren soll. Heraus kommt die Canon FX mit eingebautem (aber exterem) CdS Belichtungsmesser. Spätestens ab 1963 ist klar, dass unbedingt auch eine Variante mit TTL her muss. Da trifft es sich gut, dass Canon's Entwicklungsingenieur Takeshi Goshima schon 1958 ein Patent für eine TTL Belichtungsmessung angemeldet hat (US 2,937,582), allerdings damals noch für eine Messsucherkamera, bei der ein Paddel mit der Messzelle am Kopf zum Messvorgang in den Strahlengang geschwenkt wird. Bei einer Spiegelreflex ist dafür jedoch der Spiegel im Weg. Da hat man sich wohl gedacht: Machen wir den Spiegel halt halbdurchlässig, und bei weiterem Nachdenken über die Idee und deren Umsetzung, haben sie sich komplett in die Idee des feststehenden, teildurchlässigen Spiegels verliebt. Vermutlich war es die Marketing Abteilung, die Morgenluft witterte und es der Konkurrenz mit einer technischen Revolution zeigen wollte. Dafür taufte man sogar die Kamera PELLIX (kommt vom lateinischen Pellicula = dünne Haut, als Pellicle Mirror bezeichnet man halbspieglende/halbtransparente Folien), bisher wurden Kameras stets nüchtern mit Buchstaben oder Zahlen benannt. Auch wanderte der Markenname klein auf die rechte Kameraseite und machte Platz auf dem Prisma, wo nun groß PELLIX prangte. Teil der Verliebtheit in das neue Prinzip wurde sicherlich auch von den $ (oder ¥)-Zeichen im Auge befeuert, denn ein feststehender Spiegel läßt sich bedeutend einfacher und billiger (!) produzieren als ein mit dem Verschluss koordiniert klappender Rückschwingspiegel. Nun, so oder ähnlich könnte es gewesen sein, ich war leider nicht dabei.
 
Im März 1965 kam die Kamera also auf den Markt, leider nur (immerhin?) als vierte KB-SLR mit TTL Messung.  Die Medallien gingen an 1. Topcon RE Super (1963), 2. Alpa 9d (1963) und 3. Asahi Pentax Spotmatic SP (1964). Tja, und die Käufer verliebten sich nicht so wie erhofft in das neue Spiegelprinzip, in den ersten 12 Monaten verkauften sich lediglich ca. 35,000 Stück. Im gleichen Zeitraum verkaufte sich Pentax' Spotmatic über 200,000 mal und sogar Nikon's teurere F über 50,000 mal, zu der übrigends auch 1965 der TTL finder Photomic T erschien. Hier nochmal die beworbenen Vorteile und die (meist nicht erwähnten) Nachteile:

(+) Sucher verdunkelt nicht während der Aufnahme. Macht eigentlich nur Sinn für die Action und Sport-Fotografie (s.u.) 
(+) Weniger Erschütterung (kein Spiegelschlag) für Langzeitaufnahmen. Im Prinzip könnte der Verschluss so leise ablaufen wie bei einer Messsucherkamera, tut er aber nicht! 
(-) dunklerer Sucher, der ca. 1/3 des Lichtes abbekommt. Das entspricht 2/3 Blendenstufen Abblenden, oder das f/1.2 50 mm wirkt im Sucher wie sonst ein f/1.7.
(-) weniger Licht für den Film (2/3 der Lichtmenge).  Das entspricht 1/3 Blendenstufen, das f/1.2 50 mm wird zu einem f/1.4, das f/1.4 zu einem f/1.7 etc. Oder man muss einen DIN entsprechend empfindlicheren Film verwenden.
(-) Schmutz auf dem Spiegel stört nicht nur im Sucher, sondern kommt mit auf's Bild!
(-) mechanische Empfindlichkeit der Spiegelfolie. Viele Kameras mussten angeblich deswegen zum Service.
(-) Fremdlicht kann bei geöffnetem Verschluss über den Sucher auf den Film gelangen. Dagegen hatte Canon einen Okularverschluss eingebaut.
(-) Direktes Sonnenlicht könnte ggf. Löcher in einen Tuchschlitzverschluss brennen, da dieser nicht mehr von einem echten Spiegel beschattet wird. Dagegen hat Canon extra einen besseren Metallfolienverschluss verbaut.

Ich denke bei nüchterner Betrachtung wird schnell klar, dass hier mehr Nachteile als Vorteile zusammenkommen und die (teilweise) Beseitigung der Nachteile die Kostenvorteile des einfacheren Spiegels wieder aufzehren. Canon hat die Kamera als QL (quick load) Version noch bis 1970 im Programm gehalten und nur insgesamt 111,000 Stück verkauft. Schon 1966 kam mit der FT eine klassische SLR mit stop-down TTL, die viel besser lief (550,000). Diese war die direkte Grundlage für die FTb, Canon's erster wirklicher SLR Bestseller (1,800,000).
Das Pellix-Prinzip ist der SLR Welt aber durchaus erhalten geblieben und zwar für sogenannte High-Speed Motor Kameras von Canon und später auch Nikon, die bis zu 10 Bilder pro Sekunde durchziehen können, eben weil kein Klappspiegel sie mehr ausbremst. Auch die Tatsache, dass das Sucherbild während der Aufnahmen stehen bleibt, ist essentiell für solche Action-Fotografie. Und Sony setzt seit der A55/A33 (2010) das Prinzip bei allen neuen Alpha-DSLR's ein, allerdings um Phasen-AF kontinuierlich während Video-Aufnahmen bieten zu können - der Sucher ist allerdings ein (gutes) EVF-Display. Aber auch hier hat die Marketing Abteilung wieder zugeschlagen und bezeichnet das Ganze als Translucent Mirror Technology, auch wenn translucent eigentlich nur "lichtdurchlässig", nicht aber "bilddurchlässig" bedeutet. Nun ja, sie sammeln dafür sogar aktuelle Innovationspreise ein, ohne Canon's Pellix von 1965 zu erwähnen. Warum auch, das machen dann eben andere...


Datenblatt Mechanische KB-Spiegelreflexkamera mit TTL-Nachführbelichtungsmessung
Objektiv Canon FL Bajonett, hier mit Canon FL 50 f/1.8 (6 Linsen in 4 Gruppen, vergütet)
Verschluss Horizontaler Metallfolienverschluss, 1s - 1/1000 s und B. Blitzsynchronisation 1/60s.
Belichtungsmessung eingeschwenkte CdS-Zelle, TTL abgeblendet. Nachführmessung mit Nadelanzeige im Sucher. Empfindlichkeitseinstellung 10-800 ASA. 
Fokussierung SLR mit feststehendem, teildurchlässigem Spiegel (20µm Mylar), Mattscheibe mit Mikroprismenzentrum, nicht auswechelbar.
Sucher Spiegelreflex, 90-93% des aktuellen Bildes, 0.86x Vergrößerung bei 50 mm Brennweite
Blitz Synchronbuchse (X), 1/60s Synchronzeit.
Filmtransport Schnellspannhebel, Bildzählwerk, Rückspulkurbel.
sonst. Ausstattung ISO-Gewinde für Drahtauslöser, mechanischer Selbstauslöser (10 s) = Abblendtaste, aktiviert gleichzeitig Belichtungsmessung, Auslösesperre, Sucherokularverschluss gegen Fremdstreulicht, Batterietester, Stativgewinde
Maße, Gewicht ca. 141/90/49 mm, 707g (950g m. Objektiv)
Batterie 1.35V PX625 (oder 1.35 V Alternative)
Baujahr(e) 1965 (1966 abgelöst von Pellix QL),
nur ca. 35.000 Exemplare
Kaufpreis, Wert heute 58,000 ¥, DM 1200 (1965), heutiger Wert ca. US$50
Links Photoethnography, Wikipedia, Manual (english), Camera-Wiki , mir.com.my, Canon Camera Museum, James Ollinger

2014-04-16

Irisblende - Pentacon auto 50 mm f/1.8

Mit meiner Praktica LTL3 kam ein Pentacon auto 50 mm f/1.8 Normalobjektiv. Es besitzt eigentlich eine automatische Springblende, nur leider sprang nichts mehr beim Druck auf den kleinen Metallstift, der aus dem M42-Gewindeanschluss herausragt. Im Gegensatz dazu bewegten sich die Blendenlamellen schon, wenn man langsam am Blendenring drehte. Zusammen ein eindeutiges Zeichen für altes und im Laufe der Zeit verharztes Schmieröl. Da hilft nur eines: Objektiv auseinanderschrauben und die Blendenlamellen in Waschbenzin baden und vom alten Fett befreien. Neues Öl sollte man gar nicht erst verwenden, es schadet mehr als es nutzt. 

Ich habe noch kein anderes Objektiv gesehen, wo man so leicht an die Blende herankommt wie bei diesem. Mit drei Schrauben ist der Gewindeanschluss ab, der auch die sonsige Übertragungsmechanik trägt. Drei weitere Schrauben halten den hinteren Teil (3 Linsen) des Objektives. Man kann die sechs Gewinde oben im Bild gut erkennen. Das ganze hat mich keine 5 Minuten gekostet, die Blendenlamellen lassen sich mit einer Pinzette leicht herausheben und nach etwas Üben auch wieder einsetzen. Bei der letzten Lamelle ist etwas Fummelarbeit gefragt, hier muss man die erste anheben und die andere darunter plazieren. Jetzt fluppt alles wieder wie früher...
Das Objektiv hat eine lange Produktionsgeschichte. Es is ein typischer Doppel-Gauss und kam Anfang der '60er als Meyer Oreston auf den Markt und wurde vom VEB Pentacon bis in die '90er als Standardoptik zur Praktica B-Serie gebaut. Es ist nach dem 20 mm Flektogon mein 2. Objektiv in M42 Fassung. Mehr zu M42 demnächst...

2010-12-27

Dias digitalisiern - Digitizing Slides

Ich besitze aus meinen analogen Tagen noch ein paar tausend Dias und ein paar von denen sind so interessant und auch gut gelungen, dass ich sie mir hin und wieder mal ansehen möchte. Was liegt da näher als diese zu digitalisieren. Die ersten Versuche mit unserem Epson-Scanner, der auch eine Durchlichteinheit genau für diesen Zweck hat, sind nicht nur sehr mühsam und langwierig verlaufen (für ein Dia braucht man mehrere Minuten) sondern auch das Resultat war eher bescheiden. Gute Diascanner, die sowas halbwegs automatisiert erledigen kosten ein paar hundert Euro, es musste eine preiswertere, schnelle und gute Lösung her und die geht so:
1) Man benötigt für die Digitalkamera ein Makro-Objektiv, welches einen KB-analogen Abbildungs-maßstab von 1:1 erlaubt, mein Zuiko 35 f3.5 kann sogar 2:1.

2) Meinen Dia und Negativ-Halter habe ich mir komplett aus altem Fotokram selbst zusammengeklebt. Eine alte Gummi-Gegenlichtblende lieferte den 52mm Filterring zum Anschluss an das Objektiv, das Gummi habe ich abgeschnitten und den Ring auf einen alten Nikon-Gehäusedeckel aus Plastik geklebt. Ein alter Diabetrachter ("Gucki") wurde seiner Linse beraubt und vorne draufgeklebt (vorher natürlich ein entsprechendes Loch in den Adapter schnitzen. Fertig:

From my analogue days I still own some thousand slides. A few of them are so interesting and well done, that I view them for myself every once in a while. What would be better than have these digitized. The first experiments with our Epson scanner, which has an optional transparency adapter for just this purpose were awful. Theynot only run very tedious and lengthy (it takes several minutesfor just one slide) but the result was also rather modest. A good slide scanner , which operates more or less automatically cost a few hundred Dollars. It had to be a cheaper, quicker and result in excellent images. This is how it works:

1) For your digital camera you need a macro lens with a reproduction scale of 1:1 (35 mm equivalent). My Zuiko 35 f3.5 allows even 2:1.

2) My slide and negative holder I have glued together from old foto stuff. An old rubber lens hood supplied the 52mm filter ring for connection to the lens, the rubber was cut off and I glued the ring on an old Nikon body plastic cap. An old slide viewer ("Gucki") was robbed of his lens and glued to the center of it (before, of course, I cut a corresponding hole in the adapter):
3) Dieser Dia-Repro-Vorsatz wird also vor's Makroobjektiv geschraubt und horizotal ausgerichtet. Die Kamera kommt am besten auf ein Stativ und stellt das Ganze vor eine große weiße Wand. Jetzt kann man mit dem in der Kamera eingebauten Blitz schöne Tageslicht-Aufnahmen machen.
3) Screw this slide copier onto the macro lens and align it horizotally. It is recommended to put the camera on a tripod and place it in front of a large white wall. Now you can use the built-in camera flash to enlighten the scene with day-light (it's easier in terms of white ballance).

4) Wie man sich leicht vorstellen kann, gelingt so ein "Diascan" in Bruchteilen einer Sekunde. Allerdings muss man immer noch Dia für Dia in diesen Reprovorsatz stecken. Trotzdem geht es ruck-zuck. Ein 50er Magazin ist in ca. 3 Minuten abfotografiert.
4) As you can imagine, such a "slide scan" is done in a fraction of a second. However, one must still put slide for slide into the holder. Nevertheless, it is very fast. A magazine with 50 slides is photographed in about 3 minutes.

5) Digitale Nachbearbeitung ist natürlich nötig. Dias sind ja bekanntlich im Format 3:2, meine FourThirds-Kamera macht daraus 4:3, es bleiben bei meiner Konstruktion je ein schwarzer Balken oben und unten, sowie ein kleiner schwarzer Rand links und rechts. Man kann das natürlich Bild für Bild mit beliebiger Bildbearbeitungs-Software erledigen und dort auch Weißabgleich, Kontrast, Helligekit, Gamma-Kurve, Schärfe etc. einstellen. Es zeigt sich aber schnell, dass dies für die meisten Fotos immer nahezu gleich ist. Warum nicht auch das automatisieren. Mit der kostenlosen Software IrfanView kann man im Batch-Modus die Rohdaten in brauchbare Digitalbilder in einem Schwung umwandeln. Inklusive Durchschauen, abspeichern etc. habe ich so ca. 100 Dias in der Stunde geschafft und das in äußerst brauchbarer Qualität, wie folgende Aufnahme eines Schwarz-Weiß Dias von 1988 beweist:

5) Digital editing is of course necessary. 35 mm slides come in 3:2 format, my FourThirds camera takes 4:3 images. Thus, it remains a black bar at each the top and bottom and a small black border on the left and right. You can crop this frame by frame with any image editing software and also do white balance, contrast, brightness, adjust gamma curve, sharpness, etc.. But it turns out quickly that the settings almost always are the same for most photos of one series. Why not automate this. The freeware IrfanView has a batch mode to convert raw data into useful digital images in one go. Including looking through, save, delete etc I've done about 100 slides per hour at the very reasonable quality, such as the following picture taken from a black and white slide (1988):
Wem der Selbstbau zu aufwendig ist, kann so einen Dia-Repro-Vorsatz auch kaufen, z.B. hier. Ich habe nur gute Erfahrungen mit der Methode gemacht. Es geht schnell und liefert Top-Ergebnisse. Wenn ich z.B. in Kundenrezensionen bei Amazon lese, dass jemand 10.000 Dias mit einem 1000€ teuren Diascanner machen will, der für jedes Dia 5 Minuten braucht, kann ich nur den Kopf schütteln.

For anybody sparing the effort of the DIY, you can also buy such slide copier e.g. here. Some of them come with an internal lens (no need for the macro lens) and can be used even with more simple digital cameras. I made only good experiences with the method. It's fast and delivers excellent results. I can only shake my head reading a customer review on Amazon. The guy wants to scan 10 000 slides with a 1000 € slide scanner that takes five minutes for each slide and is happy with that...