Zur Spotmatic SP gehört natürlich auch ein entsprechendes Normalobjektiv, welches ich extra erworben habe. Dieses hier ist die dritte Version des Objektives und wurde von 1971-1973 gebaut, zu erkennen am extra Hebelchen im M42-Gewinde für Offenblendmessung an den späten Spotmatic F und ES II. Asahi hat im Laufe der Zeit verschiedene sehr ähnliche Varianten ihres meist mit den Kameras zusammen verkauften Standardobjektives gebaut, sie unterscheiden sich z.B. an der Form und Richtung des Blendenrings. Das optische Design aus 6 Linsen in 5 Gruppen (ein sehr typischer "Doppel-Gauss") blieb aber immer gleich. Auch das noch häufiger anzutreffende 55 mm f/1.8 ist wohl die exakt gleiche Konstruktion und wurde nur als etwas lichtstärker vermarktet.
2014-04-27
2014-04-24
Verschlusszeiten-Test Methodenvergleich
Das ist eine Grafik, die ich in ähnlicher Form schon bei meinem ersten Post zum "Oszilloskop" Verschlusszeiten Tester gebracht habe, dort war die rote Kurve der Kodak Retina Reflex S zugeordnet, die blaue zeigt die gemessenen Zeiten für meine Nikon F und ist immer noch dieselbe. Damals hatte ich schon Zweifel an der Richtigkeit der kurzen Zeiten geäußert, was hiermit bestätigt wird.
Die rote Linie stammt von der exakt selben Nikon F, diesmal mit der Digitalkamera-Methode gemessen. Und siehe da: die kurzen Zeiten sind wirklich so kurz wie sie sein sollten.
2014-04-21
Pentax Spotmatic SP
Neben der Nikon F ist Asahi's Pentax Spotmatic die wichtigste KB-Spiegelreflex der '60er. Während die F eher technische Maßstäbe setzt und klar auf professionelle Fotografen abzielt, ist die Spotmatic die SLR für alle - also alle Fotoamateure, die sich eine SLR leisten können. Und das sind nicht wenige. Die Spotmatik ist wohl das erste SLR Modell, das mehr als 1 Million mal verkauft wird, am Ende (1974) werden es von der gesammten Spotmatic Serie über 4 Millionen sein. Asahi Optical war Mitte der 70er mit seiner Pentax der Spiegelreflex-Hersteller mit dem größten Marktanteil, das kann man sich bei der heutigen Canon und Nikon Dominanz kaum noch vorstellen.
Asahi Optical Company schockte die Fotowelt 1960 mit einem Prototypen auf der Photokina, der als erste SLR Through-The-Lens Metering (TTL), also Belichtungsmessung durch das Objektiv, beherrschte. Und da es sogar eine Spotmessung war, wurde diese Pentax S Variante "Spotmatic" getauft. Man war damals wohl zu voreilig an die Öffentlichkeit gegangen, jedenfalls dauerte es noch bis 1964 bis die Kamera endlich auf den Markt kam, jetzt allerdings mit mittenbetonter Belichtungsmessung. Der Name blieb trotzdem. Trotz des Schocks brauchten auch die anderen Kamerahersteller aber fast ebenso lange, die erste am Markt war Topcon's RE Super (1963). Trotzdem wurde die Spotmatic SP die erfolgreichste Spiegelreflex ihrer Zeit, auch weil sie exzellent verarbeitet war (man kann wohl mit den meisten auch heute noch fotografieren) und Zugriff auf eine riesige M42 Objektiv-Auswahl bot.
Die Spotmatic setzte auch Designmaßstäbe, sowohl in ästhetischer als auch funktioneller Hinsicht. Fast genauso wie sie sehen Spiegelreflexkameras bis Ende der '80er Jahre aus und auch die Bedienelemente sind dort, wo sie schon bei der Spotmatic waren. Bis auf die fehlende Offenblend-Messung (die kam erst mit ihrer Nachfolgerin Spotmatic F) hat sie alle Merkmale DER manuellen SLR, wie sie bis heute noch von der Firma Cosina für verschiedene andere Marken (z.B. diese) gebaut wird. Wahrlich ein Meilenstein...
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Die Spotmatic setzte auch Designmaßstäbe, sowohl in ästhetischer als auch funktioneller Hinsicht. Fast genauso wie sie sehen Spiegelreflexkameras bis Ende der '80er Jahre aus und auch die Bedienelemente sind dort, wo sie schon bei der Spotmatic waren. Bis auf die fehlende Offenblend-Messung (die kam erst mit ihrer Nachfolgerin Spotmatic F) hat sie alle Merkmale DER manuellen SLR, wie sie bis heute noch von der Firma Cosina für verschiedene andere Marken (z.B. diese) gebaut wird. Wahrlich ein Meilenstein...
| Datenblatt | Mechanische KB-Spiegelreflexkamera mit TTL-Belichtungsmessung bei Arbeitsblende |
| Objektiv | M42x1 Schraubgewinde |
| Verschluss | Horizontal ablaufender Tuchschlitzverschluss, 1s - 1/1000 s und B. Blitzsynchronisation 1/60s. |
| Belichtungsmessung | TTL bei Arbeitsblende mit CdS-Zelle. Wird aktiviert bei Druck auf Abblendtaste. Nachführmessung mit +/- Nadelanzeige im Sucher. Empfindlichkeitseinstellung 20-1600 ASA. Indikator, wenn Beleuchtung außerhalb des Messbereiches ist. |
| Fokussierung | SLR, Mikroprismenmattscheibe, nicht auswechelbar. |
| Sucher | Spiegelreflex, s.o. |
| Blitz | Separate Synchronbuchsen für FP und X. Minimal 1/60s Synchronzeit. Aufsteck-Zubehörschuh als Zubehör verfügbar. |
| Filmtransport | Schnellspannhebel, Bildzählwerk, Transport-Indikator, Rückspulkurbel. |
| sonst. Ausstattung | ISO-Gewinde für Drahtauslöser, Selbstauslöser (5-13s), Abblendtaste (aktiviert Belichtungsmesser). |
| Maße, Gewicht | ca. 143/92/48 mm, 621g |
| Batterie | 1.35V PX400 (oder Hg-freie Alternative) |
| Baujahr(e) | 1964-1974 (diese 1969). Spotmatic Serie zusammen ca. 4 Mio Exemplare |
| Kaufpreis, Wert heute | 850 DM (1966 mit 55mm f/1.8), heutiger Wert ca. US$50 |
| Links | Reparaturnotizen, Manual (english), Camera-Wiki (mit noch mehr Links), Pentax-SLR, Asahi Optical History, Taunusreiter |
2014-04-16
Irisblende - Pentacon auto 50 mm f/1.8
Mit meiner Praktica LTL3 kam ein Pentacon auto 50 mm f/1.8 Normalobjektiv. Es besitzt eigentlich eine automatische Springblende, nur leider sprang nichts mehr beim Druck auf den kleinen Metallstift, der aus dem M42-Gewindeanschluss herausragt. Im Gegensatz dazu bewegten sich die Blendenlamellen schon, wenn man langsam am Blendenring drehte. Zusammen ein eindeutiges Zeichen für altes und im Laufe der Zeit verharztes Schmieröl. Da hilft nur eines: Objektiv auseinanderschrauben und die Blendenlamellen in Waschbenzin baden und vom alten Fett befreien. Neues Öl sollte man gar nicht erst verwenden, es schadet mehr als es nutzt.
Ich habe noch kein anderes Objektiv gesehen, wo man so leicht an die Blende herankommt wie bei diesem. Mit drei Schrauben ist der Gewindeanschluss ab, der auch die sonsige Übertragungsmechanik trägt. Drei weitere Schrauben halten den hinteren Teil (3 Linsen) des Objektives. Man kann die sechs Gewinde oben im Bild gut erkennen. Das ganze hat mich keine 5 Minuten gekostet, die Blendenlamellen lassen sich mit einer Pinzette leicht herausheben und nach etwas Üben auch wieder einsetzen. Bei der letzten Lamelle ist etwas Fummelarbeit gefragt, hier muss man die erste anheben und die andere darunter plazieren. Jetzt fluppt alles wieder wie früher...
Das Objektiv hat eine lange Produktionsgeschichte. Es is ein typischer Doppel-Gauss und kam Anfang der '60er als Meyer Oreston auf den Markt und wurde vom VEB Pentacon bis in die '90er als Standardoptik zur Praktica B-Serie gebaut. Es ist nach dem 20 mm Flektogon mein 2. Objektiv in M42 Fassung. Mehr zu M42 demnächst...
2014-04-08
Deutsche KB-Spiegelreflex - die komplette Statistik
Ihagee's Kine Exakta war 1936 die allererste Kleinbild Spiegelreflex und spätestens seit den 50er Jahren gilt diese Kameraform als das Nonplusultra der Fototechnik. Jeder Kameraproduzent, der was auf sich hielt, hatte irgendwann eine oder mehrere Modelle im Programm. Von Dresden aus trat die KB-SLR ihren Siegeszug an und die deutsche Kameraindustrie konnte anfangs auch durch mit ihr verbundene Innovationen ihre führende Stellung in der Welt behaupten. Wie wir heute wissen lernten die Japaner schnell, wie man gute Kameras und Objektive baut. Gerade am Beispiel Kleinbild-SLR haben sie ab Mitte der 60er Jahre den Deutschen gezeigt, wie man es besser (und billiger) machen kann.
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| Kleinbild-Spiegelreflex Produktion in Deutschland [akkumulierte Stückzahlen pro Jahr] |
Nachdem ich neulich realisiert habe, dass die Praktica L-Serie die bei weitem erfolgreichste deutsche SLR war und es in Stückzahlen mit vielen japanischen Modellen aufnehmen kann, war mein Interesse geweckt, mal zusammen zu tragen, wieviele KB-Spiegelreflex-Kameras jemals in Deutschland gebaut wurden. Die Antwort ist: ca. 12.3 Millionen, davon 10.1 Millionen in Ost-Deutschland (die allermeisten in Dresden!) und 2.2 Millionen in West-Deutschland. Nicht mitgezählt habe ich ca. 770.000 SLR, die von den deutschen Firmen Leitz und Rollei im Ausland (Portugal bzw. Singapur) produziert wurden, sowie unzählige Modelle, die von japanischen Lohnfertigern oder Partnern auch heute noch unter ehemals deutschen Markennamen gebaut und vertrieben werden (z.B. Contax, Voigtländer Bessaflex, Exakta). Nicht berücksichtigt habe ich übrigends SLR's mit einem anderen Filmformat, z.B. Kodak's Instamatic Reflex für 126er Kasette.
Innerhalb einer Serie bin ich durchaus auf die Modellebene gegangen und habe die Gesamtzahl auf den jeweiligen Produktionszeitraum sinnvoll aufgeteilt. Wenn keine Detialinformationen vorlagen, habe ich eine übliche Produktzyklusverteilung vorgenommen, d.h. eine kurze Phase für die Produkteinführung, eine Hochphase sowie einen Abfall am Ende des Produktlebenszyklus. Wer Details sehen möchte, kann mir unten einen Kommentar posten.
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| Rangliste deutscher KB-SLR-Serien nach Produktionszahlen. Edixa Reflex, Icarex, Ambiflex sowie Regula Reflex sind Schätzungen. Quellenangaben siehe unten. |
Schaut man auf die deutschen SLR im Laufe der wichtigen 45 Jahre (1949-1994, davor und danach kann man zahlenmäßig die Kameraproduktion fast vernachlässigen) kommt man leicht auf über 210 verschiedene Modelle. Zur Vereinfachung meines Vorhabens habe ich diese zu 21 Kameraserien zusammengefasst. Eine Serie kennzeichnet gemeinsame Designelemente und Details. Meist wurde auf den selben Werkzeugen produziert, auch wenn die technische Ausstattung der einzelnen Kameras einer Serie über die Zeit oder auch als Preisdifferenzierung variieren konnte.
Die Güte der Informationen, die ich aus vielen verschiedenen Webseiten und Büchern zusammengetragen und gegengecheckt habe, variert. Während insbesondere die Ostdeutsche Kameraproduktion sowie Leitz und Zeiss Ikon recht gut dokumentiert sind (Quellen siehe unten), konnte ich manche Produktionszahlen nur raten. Wirgins Edixa Reflex-Serie habe ich anhand der Seriennummern und der Produktionszahlen der direkten Konkurrenten der Zeit auf ca. 400.000 abgeschätzt, auch für Agfa's Ambiflex habe ich nichts gefunden und mal einfach 50.000 angesetzt. Gleiches gilt für 20.000 Icarex. Das sind aber die größten Unbekannten, und selbst wenn man bei diesen einen Fehler von bis zu 100% annimmt, bleibt der gesamte Fehler bei den 12.3 Millionen bei unter 5%.
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| Ostdeutsche Spiegelreflex-Serien, akkumulierte Stückzahl pro Jahr, die allermeisten Kameras kommen aus Dresden. |
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| Westdeutsche Spiegelreflex-Serien, akkumulierte Stückzahl pro Jahr. Bis auf Leitz und Rollei war 1971 Schluss. |
Ich denke die Grafiken sprechen für sich. Die westdeutsche Kameraindustrie ist nach ihrer Hochphase in den frühen 60ern Anfang der 70er quasi kollektiv in die Pleite geschlittert, Details kann man hier nachlesen. Die DDR-Kameraindustrie hingegen agierte a) im geschützten sozialistischen Wirtschaftsraum mit seinen eigenen Gesetzen und hatte b) mit dem Schlitzverschluss von Anfang an das bessere technische Konzept um sich zu behaupten. Deutlich erkennt man an der Grafik auch die Einführung der Fließbandproduktion bei Pentacon in Dresden ab 1965, die erst den zahlenmäßigen Erfolg der Praktica L-Serie in den 70er und 80er Jahren ermöglich hat. Die letzte in Deutschland in Serie produzierte Kleinbild SLR hieß Praktica BX20S und wurde 2001 eingestellt.
Quellen: 1) Dresdner-Kameras 2) Lausch41 3) wirgin.info, anusf.anu.edu.au 4) praktica-collector.de 5) designundphoto.de 6) Taunusreiter 7) Kodak-König 8) Leica-Camera-Forum 9) RType 10) Praktina.com 11) Agfa-Ambiflex 12) Retinarescue 13) Taunusreiter 14) Lausch41 15) Rolleiclub 16) Pacificrimcamera.com 17) UKCamera 18) Braun-Paxette 19) Wctatel 20) RegulaReflex 21) Taunusreiter
Quellen: 1) Dresdner-Kameras 2) Lausch41 3) wirgin.info, anusf.anu.edu.au 4) praktica-collector.de 5) designundphoto.de 6) Taunusreiter 7) Kodak-König 8) Leica-Camera-Forum 9) RType 10) Praktina.com 11) Agfa-Ambiflex 12) Retinarescue 13) Taunusreiter 14) Lausch41 15) Rolleiclub 16) Pacificrimcamera.com 17) UKCamera 18) Braun-Paxette 19) Wctatel 20) RegulaReflex 21) Taunusreiter
German 135 film SLR - the complete statistics
It was in 1936 when Ihagee's Kine Exakta appeared: The very first 135 film SLR. At least since the '50ies, this camera type is considered the ultimate form of photo technology. At some point each camera manufacturer with some reputation had one or more models in his program. It started out in Dresden and the German camera industry used innovations in particular related to SLR to maintain its leading technology position. As we know today the Japanese learned quickly how to build good cameras and lenses. Starting in the mid '60ies, especially by the example of 135 film SLR's they showed the Germans how to do it better ( and cheaper).
It was in 1936 when Ihagee's Kine Exakta appeared: The very first 135 film SLR. At least since the '50ies, this camera type is considered the ultimate form of photo technology. At some point each camera manufacturer with some reputation had one or more models in his program. It started out in Dresden and the German camera industry used innovations in particular related to SLR to maintain its leading technology position. As we know today the Japanese learned quickly how to build good cameras and lenses. Starting in the mid '60ies, especially by the example of 135 film SLR's they showed the Germans how to do it better ( and cheaper).
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| 135 film SLR production in Germany [accumulated quantities per year]. |
Just recently I realized that the Praktica L-series was by far the most successful German SLR. By production numbers it can even compete with many successful Japanese models. Anyhow, my interest was piqued to compile an overview, how many 135 film SLR cameras ever have been built in Germany. The answer is: about 12.3 million, the majority of 10.1 million in East Germany (most of them in Dresden!) and 2.2 million in West Germany. Not included are about 770,000 SLRs, which were produced abroad by the German companies Leitz and Rollei (in Portugal and Singapore, respectively), as well as countless models that were built by Japanese contract manufacturers or partners using former German brand names (for example, Contax, Voigtlander Bessa Flex, Exakta). Also not taken into account were SLR's with a different film format, such as Kodak's Instamatic Reflex for 126 cartridge.
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| Ranking of all German 135 film SLR series. Praktia L series includes Exakta RTL1000. Edixa Reflex, Icarex, Ambiflex and Regula Reflex are estimates. Sources for all others see below. |
Looking at the German SLR production over the important 45 years (from 1949 to 1994, before and after camera production numbers can be almost neglected) easily over 210 different models can be counted. To simplify my project, I combined them into 21 camera series. A series defines itself by common design elements and details. Most were produced on the same tools, even when the technical features of the individual models changed within a series over time or variances were used for price discrimination.
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| East German SLR series, accumulated number of units per year, the vast majority of cameras came from Dresden. |
The quality of the information varies. I have used many different websites and books and tried to check for plausibility when applicable. In particular, while the East German camera production as well as Leitz and Zeiss Ikon are fairly well documented (see sources below), I could only guess some other production numbers. Wirgin's Edixa Reflex series I have estimated based on known serial numbers and production figures of direct competitors to be about 400,000. Similarly, for Agfa's Ambiflex I have found nothing and simply stated 50,000. The same goes for 20,000 Icarex. But these are the biggest unknown figures, and even if an error of up to 100% for these is assumed, the total error within the 12.3 million is less than 5%. If somebody finds an error in my numbers or have a better estimate with some proof, I'm happy to correct it here. Please send an e-mail to knippsen@icloud.com or post a comment below.
Within a series, I even went down to the model level and distributed the total production number in a meaningful manner across the particular production period. Where no details were available I've used a typical product cycle distribution: a short phase for the launch, a peak period and a drop at the end of the product life cycle. Anybody who wants to see details can post me a comment below.
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| West German SLR series, accumulated number of units per year. Except for Leitz and Rollei 1971 was the final year of production. |
I think the graphics speak for themselves. After its heyday in the early 60ies the West German camera industry more or less collectively slipped into bankruptcy in the beginning of the 70ies, details can be read here. The East German camera industry, however, acted a) in the protected socialist economic area with its own laws and b) had from the beginning the better technical concept (focal plane shutter) to assert itself. In addition, the introduction of the assembly line production process at Pentacon in Dresden in 1965 can clearly be recognized in the graphics. Without this the success of the Praktica L-series in the 70s and 80s would not have been possible. The last produced SLR in Germany was called Praktica SLR BX20S and was discontinued in 2001.
Sources: 1) Dresdner-Kameras 2) Lausch41 3) wirgin.info, anusf.anu.edu.au 4) praktica-collector.de
5) designundphoto.de 6) Taunusreiter 7) Kodak-König 8) Leica-Camera-Forum 9) RType 10) Praktina.com 11) Agfa-Ambiflex 12) Retinarescue 13) Taunusreiter 14) Lausch41 15) Rolleiclub 16) Pacificrimcamera.com 17) UKCamera
18) Braun-Paxette 19) Wctatel 20) RegulaReflex 21) Taunusreiter
5) designundphoto.de 6) Taunusreiter 7) Kodak-König 8) Leica-Camera-Forum 9) RType 10) Praktina.com 11) Agfa-Ambiflex 12) Retinarescue 13) Taunusreiter 14) Lausch41 15) Rolleiclub 16) Pacificrimcamera.com 17) UKCamera
18) Braun-Paxette 19) Wctatel 20) RegulaReflex 21) Taunusreiter
2014-03-18
Praktica LTL3
Das hier ist die erfolgreichste deutsche Nachkriegs-Spiegelreflex,
jedenfalls was die verkaufte Stückzahl angeht. Allerdings darf man es mit
der Modellbezeichnung nicht ganz genau nehmen, denn die Kamera wurde von
1969 bis 1989 unter mindestens 15 Bezeichnungen, mit stetigen minimalen
technischen Änderungen (Verbesserungen sowie später Verschlechterungen)
über 3,6 Millionen gebaut. Ich spreche hier "nur" über die
LTL/DTL/MTL-Serie, technische Spezifikation siehe Tabelle unten. Nimmt man
die anderen gleich aussehenden, besser oder schlechter ausgestatteten
Schwestermodelle der L-Serie mit dazu waren es sogar über 4,8 Millonen.
Keine andere deutsche Spiegelreflex hat jemals solche Stückzahlen erreicht.
Aber dazu mehr in einem zukünftigen Post.
This is the most successful German post-war SLR, at least according to its production numbers. However, one need to take liberties with the model's type indentifier: The camera has been built from 1969 to 1989 under at least 15 names, with steady minimal technical changes (improvements
and deteriorations later), and more than 3.6 million times. I'm only talking about the LTL / DTL / MTL types, for technical specifications see table below.
Taking the other similar looking, better or worse equipped sister models of
the L-series into account, there were together even more than 4.8 million bodies. No
other German SLR has ever achieved such numbers. But more about that in a
future post.
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| Typenbezeichnungen und Produktionszahlen der Praktica L-Serie. Die verschiedenen Generationen unterscheiden sich manchmal nur in äußeren Details wie Belederung, Auslöseknopf, Rückspulkurbel. Details siehe hier. |
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| Type identifiers and production numbers of Praktica's L
series. The generations sometimes only differ in external features like leatherette, shutter release button or rewind crank. Details see here. |
Als die Kamera als LTL 1969 das Licht der Kamerawelt erblickte war sie
technisch auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb. Aufbauend auf den Praktica-Kameras der 50er und 60er Jahre, die das
M42-Schraubgewinde sogar in Japan populär gemacht haben, orientierte man
sich am erfolgreichsten SLR-Design der 60er: Pentax Spotmatic SP, deren Feature-Set ist nahezu identisch. Und die gleichzeitig
auf dem Markt erschienene Schwester LLC war gar die allererste Kamera mit
elektrischer Blendenwertübertragung zwischen Wechselobjektiv und Gehäuse
und ermöglichte damit die Offenblend-TTL-Messung.
When the camera (as the LTL) was launched in 1969 it was
technically on par with its competition. Building on the Praktica cameras of the 50s and 60s, which made the M42
screw mount popular even in Japan, Pentacon geared the camera to the most successful SLR
design of the 60s: Pentax Spotmatic whose feature set is almost identical. At the same time they launched their top-model LLC being the very
first camera with electric aperture value transmission between lens and body, thus even allowing full aperture TTL
metering.
Bis Mitte der 70er Jahre konnte man technisch noch einigermaßen mit der
japanischen Konkurrenz mithalten, der Zeitautomat EE2/EE3 beweist es. Die
westdeutsche Kameraindustrie lag da schon am Boden. Doch auch beim VEB
Pentacon bröckelt es. Technisch passiert ab 1978 bei der L-Serie nichts
mehr und in den 80ern konzentrieren sich die technischen Änderungen auf
Vereinfachungen und man baute eigentlich nur noch dieses Modell und das
auch immer schlechter. Mit der moderneren B-Serie versucht man immerhin noch bis Anfang der
Neunziger am Markt mitzuhalten.
Until the mid-70s Pentacon technically kept up reasonably well with the
Japanese competition, the aperture priority models EE2 / EE3 prove this. The West German
camera industry was already in a sorry state at this time. But even with the VEB Pentacon it
started to crumble. From 1978 on and throughout the 1980s, technically the L-series did not improve at all. Technical changes focused on simplification and they actually
built only this one model and it even got worse over time. In the beginning of the 90ies they at least tried to keep up on the market with the more modern B-series.
Die Kamera kostete in der DDR ca. 780 Mark, ein Monatslohn eines
Facharbeiters, die spätere B-Serie gar 2300 M. Pentacon exportierte aber
auch viele ins kapitalistische Ausland, oft unter anderen Handelsnahmen wie
Revueflex (Foto Quelle) oder Hanimex (USA), mehr dazu hier. In der alten Bundesrepublik war die
Firma Beroflex exklusiver Vertriebspartner. Die Kameras kann man an einem
Aufkleber im Patronenraum identifizieren, der nebem dem jeweiligen
Beroflexbüro (20 = Hamburg) auch das Jahr verrät (670 = 1976, siehe Link).
Mein Modell hier bekam ich von einer Freundin geschenkt. Weihnachten 1976 tauschte sie das Weihnachtsgeld ihrer Großeltern in einem Fotogeschäft in Hamm gegen diese Kamera und hat bis Mitte der 80er viel und gern damit fotografiert. Ich muss zugeben, dass ich Praktica bisher nie ganz ernst genommen hatte. Ihr Image in Westdeutschland war nie besonders gut, hier wurden in den 70ern und 80ern hauptsächlich Japaner gekauft, auch von mir. Praktica kam auf einen Marktanteil bei den Spiegelreflexen von ca. 5%. Erstaunt war ich, bei meinen Recherchen jetzt zu lesen, dass Pentacon insbesondere in England und Holland sehr erfolgreich war. Praktica's Marktanteile erreichten dort zeitweise 30%. Meine Sammlung hat jedenfalls jetzt eine wichtige Kamera mehr, die im Regal neben ihrer Dresdner "Großmutter" Kine Exakta steht.
Mein Modell hier bekam ich von einer Freundin geschenkt. Weihnachten 1976 tauschte sie das Weihnachtsgeld ihrer Großeltern in einem Fotogeschäft in Hamm gegen diese Kamera und hat bis Mitte der 80er viel und gern damit fotografiert. Ich muss zugeben, dass ich Praktica bisher nie ganz ernst genommen hatte. Ihr Image in Westdeutschland war nie besonders gut, hier wurden in den 70ern und 80ern hauptsächlich Japaner gekauft, auch von mir. Praktica kam auf einen Marktanteil bei den Spiegelreflexen von ca. 5%. Erstaunt war ich, bei meinen Recherchen jetzt zu lesen, dass Pentacon insbesondere in England und Holland sehr erfolgreich war. Praktica's Marktanteile erreichten dort zeitweise 30%. Meine Sammlung hat jedenfalls jetzt eine wichtige Kamera mehr, die im Regal neben ihrer Dresdner "Großmutter" Kine Exakta steht.
In East Germany (GDR) the camera cost 780 Mark, about a monthly wage of a skilled
worker, the later B-series even 2300 M. Pentacon also exported quite a bit to western
capitalistic countries, mostly using different trade names such Revueflex
(Photo Quelle) or Hanimex (USA), more details here. In former West Germany, Beroflex was Pentacon's exclusive distributor. The cameras can be identified by a sticker in the
cartridge space. Beside the respective Beroflex office (20
= Hamburg) it tells the year of production (670 = 1976, see link).
My model here I got from a friend. She received it as a Christmas gift from her grandparents in 1976, used it until the mid-80s and liked it a lot. I must admit that I had never taken Praktica seriously. Their image in West Germany was never particularly well, the West Germans mainly bought Japanese cameras and so did I. Praktica held a SLR market share of approximately 5%. I was surprised to read during my research that Pentacon was quite successful in other western markets, especially in England and The Netherlands. Praktica's market share reached 30% there temporarily. My collection certainly got a major addition, it sits in the shelf beside her "grandmother" Kine Exakta.
My model here I got from a friend. She received it as a Christmas gift from her grandparents in 1976, used it until the mid-80s and liked it a lot. I must admit that I had never taken Praktica seriously. Their image in West Germany was never particularly well, the West Germans mainly bought Japanese cameras and so did I. Praktica held a SLR market share of approximately 5%. I was surprised to read during my research that Pentacon was quite successful in other western markets, especially in England and The Netherlands. Praktica's market share reached 30% there temporarily. My collection certainly got a major addition, it sits in the shelf beside her "grandmother" Kine Exakta.
| Datenblatt | Mechanische KB-Spiegelreflexkamera mit Nachführbelichtungsmessung |
| Objektiv | M42x1 Gewinde für Wechselobjektive. Standardobjektiv: Pentacon auto 1.8/50 |
| Verschluss | Vertikaler Metall-Lamellenverschluss, 1s - 1/1000 s und B. Blitzsynchronisation 1/125s. |
| Belichtungsmessung | CdS-Zelle, TTL-Messung (nur) bei Arbeitsblende nach Aktivierung durch Abblendhebel. Nachführmessung mit Nadelanzeige im Sucher. Empfindlichkeitseinstellung 12-1600 ASA. |
| Fokussierung | SLR, Fresnellinse und Mikroprismenraster, nicht auswechelbar. |
| Sucher | Spiegelreflex, s.o. |
| Blitz | Mittenkontakt im Zubehörschuh (X), keine Synchronbuchse. 1/125s Synchronzeit. |
| Filmtransport | Schnellspannhebel, Bildzählwerk, Rückspulkurbel, automatisches (Pentacon SL) Filmladesystem. |
| sonst. Ausstattung | ISO-Gewinde für Drahtauslöser, Selbstauslöser, Abblendtaste (aktiviert Belichtungsmessung), Stativgewinde. |
| Maße, Gewicht | ca. 147/97/53 mm, 590 g |
| Batterie | 1.35V PX-625 (nur Belichtungsmesser). |
| Baujahr(e) | 1975-1978 als LTL3 1969-1989 in mind. 15 technisch sehr ähnlichen Varianten, manche ohne Selbstauslöser, am Ende z.T. nur 1/500 s. Zusammen 3.6 Mio Exemplare |
| Kaufpreis, Wert heute | £120.64(UK), $189(US), ca. 750 DDR-Mark, ca. 350 DM (1976 mit 50mm f/1.8), heutiger Wert ca. 15 € |
| Links | Reparaturanleitung, Mike's Praktica Collection, Bedienungsanleitung, Wikipedia, Dresdner Kameras, Praktica Museum |
2014-01-25
George Eastman House
Vor dreieinhalb Jahren stand ich noch vor verschlossener Tür (es war ein Montag), gestern bin ich endlich drin gewesen. Das George Eastman House in Rochester, NY ist das älteste Fotografie-Museen der Welt und ich haben den Ehrgeiz soviele Fotomuseen wie möglich zu besuchen. Es befindet sich nicht auf dem (ehemaligen) Kodak Werksgelände (wie z.B. das Agfa/Orwo Museum in Wolfen) sondern in George Eastman's feudalem Wohnhaus in einem alten Wohngebiet Rochesters. Man kann fast das ganze Haus inklusive Garten und Wintergarten besichtigen und so einen Eindruck davon bekommen, wie einer der wohlhabendsten Fabrikanten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelebt hat. Über Fotografie erfährt man so nebenbei etwas, im Haus selbst steht sie nicht im Mittelpunkt. Im modernen Museumsanbau ist das anders, hier lag mein Fokus natürlich auf der Kamerasammlung...
Leider wird davon nur die Spitze des Eisbergs ausgestellt. In einem ca. 50m2 großen, fensterlosen Raum gibt es ca. 8 Vitrinen, die natürlich hauptsächlich Kodaks Beitrag zur Kamerageschichte beleuchten (z.B. Kodak Brownies). Zwei Vitrinen sind aber auch Meilenstein-Kameras anderer Hersteller gewidmet, siehe Fotos. Besonders befriedigt hat mich, dass meine kleine bescheidene Sammlung schon einige dieser Meilensteine aufweisen kann (z.B. Canon AE-1, Konica C35AF, Minolta Maxxum, Rolleiflex, Nikon F, ...)
Ansonsten war ich etwas entäuscht. Inhaltlich könnte das Museum deutlich mehr aus dem Fundus rausholen und mehr zeigen. Auch die Filmherstellung selbst, eigentlich Kodaks Brot-und-Butter-Geschäft wird nur angerissen. Auf der positiven Seite gibt einen netten (unvermeidlichen) Museums-Shop mit angeschlossenem Cafe. Ein Besuch lohnt das Museum aber nur, wenn man sowieso in der Gegend ist, die Niagara-Fälle sind z.B. nur eine Autostunde entfernt.
Wer sich einen Überblick über die Kamerasammlung des George Eastman House's verschaffen will (nicht nur die paar ausgestellten Highlights, sondern ausgewählte 500), dem sei Todd Gustavson's Buch darüber empfohlen (Klick aufs Bild...). Das Buch hatte ich allerdings schon lange vor meinem Besuch.
Wer sich einen Überblick über die Kamerasammlung des George Eastman House's verschaffen will (nicht nur die paar ausgestellten Highlights, sondern ausgewählte 500), dem sei Todd Gustavson's Buch darüber empfohlen (Klick aufs Bild...). Das Buch hatte ich allerdings schon lange vor meinem Besuch.
2014-01-08
Yoshihisa Maitani
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| Yoshihisa Maitani bei einem Interview 1983 |
Es gibt oder gab Tausende Kameramodelle von Hunderten von Kameraproduzenten, aber nur ca. 2 Dutzend Kamera-Designer sind mit Namen bekannt. Läßt man dann noch die frühen Pioniere weg, bleiben eine Handvoll herausragende Personen in diesem Segment übrig, an die ich hier kurz erinnern will und sukzessive in meine Fotopionierliste aufnehmen werde. Mein persönlicher Favorit aus dieser Auswahl heißt Yoshihisa Maitani. Er wäre heute 81 Jahre alt geworden und hat der Fotowelt gleich vier unterschiedliche Kamerahighlights beschert, die ich alle in meiner Sammlung habe!
An Maitanis Lebensweg ist schon ausführlich bei seinem Tod vor fünf Jahren erinnert worden. Ich will das alles hier nicht noch einmal wiederholen. Er ist meines Wissens auch der einzige Kameradesigner mit einer eigenen Fanpage, die fast umfassend über ihn und seine Kameras berichtet. Auch auf den offiziellen Olympus-Seiten im Netz findet sich ein ausführlicher Vortrag, den Maitani selbst im Jahr 2005 gehalten hat (Teil 1: PEN und PEN F, Teil 2: OM-1 bis XA ). Was ihn als Kameradesigner aus der Masse heraushebt, ist die Tatsache, dass bei allen vier herausragenden Designs die Funktionalität im Zentrum stand und dennoch höchst ästhetische Kameras entstanden sind. Er hat dabei vor technisch ungelösten Hürden nicht kapituliert, sondern durch deren Lösung dem Kameradesign neue Freiheitsgrade beschert.
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2013-12-24
100000 Besuche...
Für die ersten 50000 Besuche habe ich 26 Monate gebraucht, für die zweiten nun nur 14 Monate! Und dass ich die 100000 genau am Heiligen Abend reiße, ist ein besonderes Highlight. Viele andere Blogs lachen über solche Zahlen, ich selbst bin aber einigermaßen stolz über ca. 100 Besuche pro Tag. Danke für's Vorbeischauen! Zum Jubiläum gab's einen neuen Header, hat das jemand bemerkt?
Nun sind 18 der bisher 217 Posts in englisch, die Quote ist sogar seit den 50000 zurückgegangen, obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, noch mehr "international" zu publizieren. Nun, mal sehen. Frohe Weihnachten!
2013-12-10
Verschlusszeitentest (2)
Neulich wollte ich mal wieder die Verschlusszeiten einer meiner Kameras testen (Petri Automate, ich hatte den Verschluss gereinigt und überhaupt erst wieder gangbar gemacht), da versagte mein Verschlusszeitentester, eine Lötstelle war gebrochen. Natürlich hätte ich den Lötkolben rausholen können, aber ich hatte in dem Moment keine Lust dazu. Ich hatte nämlich eine Idee! Warum nicht meine Digitalkamera als Referenz verwenden, eigentlich sollten deren Verschlusszeiten 100%ig genau sein (bewiesen habe ich das bisher nicht). Ich habe also erste vielversprechende Tests gemacht und dann per googlen festgestellt, dass auch andere diese Methode schon angewendet haben. Dennoch hier nochmal kurz meine Methode in zwei verschieden komplizierten Ausprägungen.
Aufbau und Technik
Man benötigt eine Digitalkamera, bei der man die Verschlusszeiten manuell einstellen kann, außerdem ist für Methode 1) die Anzeige des Histogramm auf dem Kameradisplay Voraussetzung. Ein Objektiv braucht die digitale nicht, es geht sogar besser ohne. Ich habe aus einem Zwischenring, einem UV-Filter, etwas Pappe und schwarzem Isolierband einen Adapter gebastelt, der es erlaubt die Kamera ohne Gefahr für den Sensor an die Stelle des Films der Testkamera zu halten, und das fast lichtdicht. Die Fotos links von Adapter und Kameranordnung sollten genügen, so etwas entsprechend nachzubauen.
Kalibrieren
Man benötigt eine Digitalkamera, bei der man die Verschlusszeiten manuell einstellen kann, außerdem ist für Methode 1) die Anzeige des Histogramm auf dem Kameradisplay Voraussetzung. Ein Objektiv braucht die digitale nicht, es geht sogar besser ohne. Ich habe aus einem Zwischenring, einem UV-Filter, etwas Pappe und schwarzem Isolierband einen Adapter gebastelt, der es erlaubt die Kamera ohne Gefahr für den Sensor an die Stelle des Films der Testkamera zu halten, und das fast lichtdicht. Die Fotos links von Adapter und Kameranordnung sollten genügen, so etwas entsprechend nachzubauen.Kalibrieren
Bevor man Verschlusszeiten messen (eigentlich: vergleichen) kann heißt es eine Kalibrierreihe aufnehmen. Dazu bringt man die Kameras in Messanordnung und stellt den Verschluss der Testkamera auf "B". Dann nimmt man eine Reihe von (möglichst unscharfen) Fotos einer gleichmäßig ausgeleuchteten Fläche auf. Dazu wählt man die Sensorempfindlichkeit, Ausleuchtung und Blende der analogen Testkamera so, dass bei einer mittleren Verschlusszeit an der Digitalkamera (z.B. 1/60 Sekunde) die Belichtung stimmt. Das ergibt als Bild eine mittelgraue Fläche mit einem Helligkeitswert von ca. 127 (0 ist Schwarz und 255 Weiß, zu ermitteln mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop oder Gimp und vielen anderen). Wenn man jetzt eine Verschlusszeiten-Reihe aufnimmt, erhält man eine Kurve wie meine ganz oben. Wie man sieht ist die Kurve im mittleren Bereich über ca. 3 Blendenstufen linear, was man wunderbar für meine Methode zur Bestimmung der wirklichen Verschlusszeit ausnützen kann.
Messen
Die eigentliche Messaufnahme geht dan andersherum: Man schließt zunächst den Verschluss der Testkamera, stellt die Digitalkamera auf 1 oder 2 Sekunden. Dann löst man erst diese aus und kurz darauf die Testkamera mit der zu testenden Verschlusszeit. Den Grauwert des resultierenden Fotos vergleicht man dann mit den Grauwerten der Kalibrierreihe und ermittelt so die tatsächliche Verschlusszeit (nicht absolut, sondern im Vergleich zur Digitalkamera). Hierzu gibt es wie gesagt (mindestens) zwei Methoden:
Auswerten (1), die Quick'n'Dirty Methode
Man klebe eine transparente Folie (z.B. Displayschutzfolie) auf das Kameradisplay und anhand der angezeigten Histogramme der Testfotos kann man mit einem Folienstift darauf markieren, was jeweils Unter- oder Überbelichtung ausmachen. Bei mir sah das so wie auf den Fotos aus. Dann sucht man sich eine Basis-Verschlusszeit aus und stellt Blende und/oder Empfindlichkeit so ein, dass ein mittlerer Grauwert resultiert, sprich das Histogramm zeigt Null. Jetzt werden wie oben beschrieben die Messaufnahmen gemacht, man kann wegen der Linearität 3 Verschlusszeiten zu einer Basis testen (z.B. Basis: 1/60, Test: 1/30, 1/60, 1/125). Man liest nun den jeweiligen Blendenwert für die Messaufnahmen aus dem Histogramm ab und erhält durch Vergleich mit der Basis-Verschlusszeit die tatsächlichen Verschlusszeiten der Messaufnahmen. Den ersten Teil der Formel unten kann man dazu verwenden. Beispiel: Tb= 1/30 s, Sollzeit: 1/25s (z.B an meiner Petri). Messaufnahme zeigt 2/3 Blendenstufen Überbelichtung, ergibt (1/30)*2^(2/3)= 1/19 s.
Das Ganze kann man natürlich auch etwas genauer und ohne Folienstift haben. Per linearer Regression bestimmt man die Steigung k der Geraden, die den Zusammenhang zwischen Belichtungsdifferenz und Helligkeitswert im mittleren Bereich der obigen Kurve beschreibt (Kalibrierung mit den bekannten Verschlusszeiten der Digitalkamera). Formel (1) gibt dann die Verschlusszeit der Testkamera Tx beim entsprechenden Helligkeitswert des Testbildes Hx. Mit Excel kann man das wunderbar automatisieren.
Eine kleine Fehler-Betrachtung
Die ganze Methode funktioniert natürlich nur,
wenn die Digitalkamera tatsächlich exakte Verschlusszeiten liefert. Ich sehe
allerdings keinen Grund daran zu zweifeln. Ich habe meine mit einem Handbelichtungsmesser verglichen und bei LW12 sagen beide das selbe. Wenn man darauf achtet, dass das
Referenzbild tatsächlich ein mittleres Grau (H=127) hat und die eigentlichen
Messungen Grauwerte zwischen ca. 64 und 200 aufweisen (linearer Bereich), dann
halten sich die Fehler in recht engen Grenzen. Die größte Ungenauigkeit kommt
wohl von ungleichmäßiger Ausleuchtung des Bildes, bzw. Vignettierung zu den
Rändern hin. Dies führt zu einer mehr oder weniger breiten
Helligkeitsverteilung im Histogramm und nicht zu einem einzelnen Wert. Man kann
aber in Methode (1) die Spitze des Histogramms verwenden und in Methode (2) einen
Helligkeitswert aus dem Bildzentrum verwenden. Für die Quick’n’Dirty Methode
würde ich mal aus der Hüfte eine Genauigkeit von etwa einer 1/3 Blendenstufe
abschätzen, für die Bildanalysemethode je nach Aufwand bis zu 1/20 Blendenstufe
(5%). Interessanterweise ist das unabhängig von der eigentlichen Verschlusszeit
und damit komplimentär zur absoluten Methode mit Diode und Oszilloskop/Soundkarte.
Diese ist sehr genau bei langen Verschlusszeiten, weil der absolute Fehler
abhängig ist von der Auflösung des Oszilloskops. Relativ gesehen wird dieser
Fehler bei kürzer werdenden Verschlusszeiten immer größer. Bei der hier
beschriebenen Methode ist der relative Fehler immer gleich und damit ist sie
für die kurzen Zeiten besser geeignet als die andere und für die langen Zeiten
immer noch gut genug.
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