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2016-04-03

Olympus OM-1


Schon lange auf meiner Muss-Haben-Liste war Yoshihisa Maitani's vierter Designstreich, die kleinste Kleinbild-Spiegelreflex der 1970 und das trotz aller damals aktuellen technischen Features. Auch ästhetisch ein Juwel setzte sie schnell Maßstäbe für Qualität und Design und begründete den Erfolg der gesamten OM-Serie, die mit relativ wenigen Modellen ziemlich genau 30 Jahre lang (1972-2002) auf dem Markt war. Nach einer 10-jährigen Pause setzte Olympus 2012 die Designlinie fort, heute als spiegellose MicroFourThirds Systemkamera. Auch ich konnte letztes Jahr nicht widerstehen.
Nachdem die Kleinbild-Kameras der 50er und 60er Jahre durch das Hinzufügen technischer Features immer größer wurden, zeigte Maitani und die anderen Olympus Ingenieure der Fotowelt, dass voll- und hochwertige SLR's nicht wesentlich größer sein müssen als die kompakteste SLR der 50er: Zenit-C, und die basierte ja auf einem Leica-Grunddesign. Ich finde, nichts illustriert ihre kompakten Proportionen so gut, wie der direkte Fotovergleich oben mit meiner klobigsten SLR. Man beachte: Beide Kameras waren zwischen 1972 und 1975 parallel auf dem Markt!



Im Laufe der 70er brachten dann auch andere Hersteller wieder kompaktere und leichtere SLR's auf den Markt, prominenteste Vertreter sind die Kameras aus Pentax' M-Serie, aber auch meine erste KB-SLR Nikon EM hatte OM-Dimensionen. Aber die Geschichte wiederholt sich: Durch weiteres Hinzufügen technischer Features, diesmal sind es motorischer Filmtransport und Autofokus, wachsen die Kameras in den 80er und 90er Jahren wieder. Und auch der Übergang ins digitale Zeitalter geht erst mal nicht mit einem Schrumpfen der Kameras einher (obwohl das Bildformat meist kleiner als KB ist!). Auch hier ist es wieder Olympus, die mit der E-Serie einige der kompaktesten DSLR's auf dem Markt hatten.

Der informierte Leser wird es schon bemerkt haben: Dies ist die "MD"-Version (Motor Drive), die ab Oktober 1974 so verkauft wurde. Die früheren M-1 und OM-1-Versionen hatten keinen Motoranschluss.  1979 gab es mit der OM-1N eine leichte Modellpflege, um die Kamera fit für neues innovatives Zubehör zu machen, was es für die OM-Serie reichlich gab. Genug hier, mehr Infos gibt es in der Tabelle unten sowie den angegebenen Links.

Datenblatt mechanische KB-Spiegelreflexkamera
Objektiv OM-Bajonett, hier mit F.Zuiko Auto-S 50 mm f/1.8  (6 Linsen in 4 Gruppen, Doppel-Gauss Typ)
Verschluss horizontaler Tuchschlitzverschluss, 1, 2, 4, 8, 15, 30, 60, 125, 250, 500, 1000 1/s und B, Einstellring rund ums Bajonett.
Belichtungsmessung mittenbetonte, integrale Offenbelndmessung, CdS, 25-1600 ASA
Fokussierung Spiegelreflex, Fresnelllinse, auswechselbare Einstellscheiben
Sucher SLR, Pentaprisma (0.92x mit 50 mm), 97% des Bildfelds, Anzeige der Messnadel (+/-) des Belichtungsmessers
Blitz Buchse umschaltbar für FP und X, sowie aufsteckbarer Zubehörschuh mit Mittenkontakt
Filmtransport Schnellspannhebel, Rückspulrad, Bildzählwerk, MD-Version: Anschluss von Motordrive (bis 5 B/s)
sonst. Ausstattung Selbstauslöser, pneumatische Spiegeldämpfung, Spiegel arretierbar, Zubehörschuh, Stativgewinde, Hauptschalter, Abblendtaste an jedem Objektiv, ISO-Drahtauslösergewinde
Maße, Gewicht ca. 136 x 83 x 50 mm, 510g/681g (ohne/mit Objektiv)
Batterie PX625 (oder PX13), bzw. moderne Alternativen
Baujahr(e) 1972-1987 (M-1: 1972, OM-1: ab Mai 1973, OM-1 MD ab Oktober 1974, OM-1N ab 1979).Diese (#396525) von Jan. 1975.  Insgesamt ca. 2.1 Millionen Exemplare. 
Kaufpreis, Wert heute 280 US$ (1976), ca. 50 € (MD), ca. 100€ (OM-1),
original M-1: US$500
Links Frühe (O)M-1 Broschüre, Explosionszeichnung, Erik Fiss, MIR,
Instruction manual (english), M-1 Information page, Maitani-Fan, Olympus OM-1 Story, Camera-Wiki, Wikipedia

2016-02-21

King Regula Reflex 2000 CTL


Eine Regula Reflex 2000 CTL vom Kamerawerk King & Bauser stand schon auf meiner "will haben"-Liste seit ich per Zufall vor fast 4 Jahren über die Regula Sprinty C 300 gestolpert war. Letztere ist in diversen Varianten zu Hunderttausenden auf den Markt gebracht worden, während die Regula Reflex eine der seltensten SLR's am Markt ist. Neben dem Raritäts-Faktor trägt noch die Legende vom Patentstreit mit Leitz sowie die für die 60er Jahre exzellenten 1/2000 s zur Faszination bei. A Regula Reflex 2000 CTL from Kamerawerk King & Bauser got on my "must-have" list 4 years ago when I randomly stumbled across the Regula Sprinty C 300 . The latter has been launched in six digit numbers, while the Regula Reflex is one of the rarest SLR's on the market. In addition to its rarity factor the legend of the patent dispute with Leitz and an excellent 1/2000 s shutter speed (at least for the 60ies) fuels the fascination.

Jedenfalls genug für mich, um immer mal wieder nach ihr auf Fotobörsen und natürlich e-bay zu schauen. Man findet regelmäßig Angebote, meist allerdings zu recht üppigen Preisen. Collectiblend listet sie für ca. $450, was auch ungefähr den meisten Angeboten entspricht. Aber sogar für defekte Gehäuse ohne Objektiv werden noch Preise von über 100€ verlangt. Meine Ausdauer und Verhandlungsgeschick hat sich ausgezahlt: Ich habe mein Exemplar für nur 120€ plus Versand erstanden und das sogar inklusive des späten Standardobjektives Auto Regulon 50 mm f/1.8. Die Kamera ist in exzellentem Zustand, lediglich der Plastikdeckel des Batteriefaches war mit einer toten Batterie darunter fest gefressen und durch frühere Versuche, dieses zu beheben arg beschädigt. Ich habe also vorsichtig zwei kleine Löcher in den Deckel gebohrt und damit kann man nun mit einer kleinen Zange das Ding wieder drehen und öffnen. Die alte PX625 Batterie habe ich durch den Adapter mit einer LR44 ersetzt. Und, sogar der Belichtungsmesser funktioniert wieder! Anyway, enough for me to look for it occasionally at camera markets and of course on e-bay. Regular offers mostly come with hefty prices. Collectiblend lists it for about $ 450, which also corresponds to most offers. And even for defective bodies without a lens prices of more than 100 € are requested. However, my patience and negotiation skills have paid off: I bought my copy for only 120 € plus shipping, this even including the late standard lens Auto Regulon 50mm f/1.8. The camera is in excellent condition, only the plastic lid of the battery compartment was jammed with a dead battery underneath and got damaged by previous attempts to resolve this. Carefully I've drilled two small holes into the lid and now can turn and open it again using pliers. The dead PX625 battery I've replaced with an adapter including a LR44. And, even the meter is working again!

Mythen und Fakten Myths and Facts

Produktionszeitraum Manufacturing period

Die Kamera wurde ja bereits auf der Photokina 1966 als Konzept bzw. Prototyp vorgestellt. Im Netz findet man daher immer wieder Vermutungen, dass sie dann wohl ab 1967 oder 1968 am Markt war. Auch ich bin darauf reingefallen. Der Testbericht im Foto-Tagebuch von 1970 spricht von "wieder einer Spiegelreflex-Kamera mehr auf dem ohnehin schon gesättigten Markt", womit das Erscheinungsjahr festgelegt wäre. Das letzte was man von King bzw. der Kamera gehört hat, ist, dass 1976 Pläne und Teile an National Instruments in Indien verkauft wurden. Es ist also wohl fair anzunehmen, dass zwischen 1970 und 1975 produziert bzw. vermarktet wurde. The camera was already introduced at Photokina 1966 as a concept or prototype. This obviously let to repeated suspicions that it probably was launched on the market in 1967 or 1968. I too fell for it. The report in Foto-Tagebuch from 1970 speaks of "yet another SLR camera on the already saturated market", with which the first year would be set. The last thing you heard of King or the camera, is that in 1976 plans and parts were sold to National Instruments in India. So it's probably fair to assume that production period was from 1970 to about 1975.

Produktionszahlen production figures

Von Verkäufern wird aus gutem Grund immer auf den Seltenheitswert der Kamera hingewiesen. Meist wird von wenigen Tausend Exemplaren gesprochen, was wohl stimmt. Ich habe mal im Netz Seriennummern gesammelt. Alle sind vierstellig, die niedrigste ist 1382 und die höchste 5155. Insgesamt habe ich mit neun Nummern meine Analyse durchgeführt und ca. 4500 Exemplare erhalten. Sie ist damit vermutlich die seltenste (deutsche) SLR-Serie, einzelne Modelle anderer Serien mögen seltener sein (auch natürlich Prototypen). Ihre direkten westdeutschen Konkurrenten Leicaflex, Zeiss Ikon (Ikarex etc.) oder Rollei waren mindestens fünfstellig, bei Produktion in Fernost (Rollei) sogar 6-stellig. Das alles ist natürlich gar nichts verglichen mit den SLR Produktionszahlen der japanischen Konkurrenz, die von 1970 bis 1975 von ca. 1.5 Millionen auf ca. 2.5 Millionen pro Jahr (!) angestiegen sind. Sellers always emphasize with good reason that the camera is rare. Most sources speak about a few thousand copies, which is probably true. I have collected serial numbers from internet sources like e-bay. All are four digits (with leading zeros), the lowest is 1382 and the highest 5155. I tried my analysis with nine data points and got about 4500 copies. It is therefore probably the rarest (German) SLR series, individual models of other series or prototypes of course might be rarer. Its direct West German competitors Leicaflex, Zeiss Ikon (Ikarex etc.) or Rollei were at least five digits, with production in Far East (Rollei) even 6 digits. All this is of course nothing compared to the SLR production figures of Japanese competition, which rose from 1970 to 1975 of about 1.5 million to about 2.5 million per year (!).

Die 1/2000 Sek... The 1/2000 sec ...

...schnellste Verschlusszeit war eines der wenigen Argumente von King die Kamera ins Premiumsegment einzuordnen. Diese Zeit konnten nicht viele bieten, die erste war schon 1960 die Konica F1 und dann die Canonflex R2000, die beide aber wohl kaum Käufer in Deutschland erreicht haben dürften. Die Leicaflex von 1964 hatte sie und dann noch die Mamiya/Sekor 2000DTL von 1969. Die Nikon F2 war 1971 die erste Kamera, die die 1/2000 s für Profikameras als Standard etablierte. Erst in den 80er Jahren wurde sie langsam auch Standard bei mittelpreisigen Amateurmodellen. ... fastest shutter speed was one of the few arguments of King to classify the camera into the premium segment. This speed was not offered by many, the first was in 1960, the Konica F1 and then the Canonflex R2000, but both hardly reached out to buyers in Germany. The Leicaflex from 1964 had it and then the Mamiya/Sekor 2000DTL of 1969. The Nikon F2 in 1971 was the first camera to establish the 1/2000 sec as a standard for professional cameras. It was only in the 80ies when it slowly became standard for mid-priced amateur models as well.

Patentstreit patent dispute

Das ist definitiv ein Mythos. Einen Patentstreit zwischen Leitz und King hat es nie gegeben. Man findet weder Belege dafür, noch einen objektiven Grund, warum überhaupt oder welches Patent (vielleicht dieses?) angeblich verletzt worden sei. Volkmar Kleinfeld hat in einem Gespräch mit Herrn Bauser dem Gerücht endgültig die Luft raus lassen können, trotzdem hält es sich natürlich im Netz und auch ich bin anfänglich darauf reingefallen. Der Grund, warum die Kamera nach nur wenigen Tausend Exemplaren wieder eingestellt wurde, war schlicht und einfach mangelnder Erfolg am Markt. "Bad Timing" kann man fast sagen. Ich behaupte hier mal, wäre die Kamera nur fünf Jahre früher am Markt gewesen, dann hätte sie eine Chance gehabt. Aber sie kam mit ihren 60er Jahre Features zu einer Zeit, als die Japaner die Deutschen Hersteller technisch und preislich in den Schatten stellten. Einen Seiteneinsteiger mit einer kompletten Neuentwicklung muss so was besonders hart treffen. This is definitely a myth. A patent dispute between Leitz and King has never existed. One finds neither evidence nor an objective reason why at all (or which patent had been infringed, maybe this?). Volkmar Kleinfeld finally squashed the rumor by a phone conversation with Mr. Bauser. However, it kind of survives in the web and also I initially fell for it. The reason why the camera production ceased after only a few thousand copies, was simply lack of success on the market. "Bad Timing" may be tempted to say. Let me just state, if the camera was launched only five years earlier it would have had a chance. But it came with its 60ies features at a time when the Japanese outshined the Germans technically as well as price wise. As a side entry with a complete new and independent design it must have been hit particularly hard.

Die anderen Modelle The other models

McKeown listet insgesamt insgesamt 4 SLR Modelle von King Regula auf und nennt sogar die technischen Unterschiede. Alle anderen im Netz, die sogar Sammlerpreise dazu listen, haben von ihm abgeschrieben. Angeblich gab es das Basismodel Regula Reflex CTL (ab 1967?) sowie gleichzeitig eine "SL" ohne Belichtungsmesser, beide also vor der 2000 CTL. Und dann noch ein Nachfolgemodell K650 (1972 - ?), angeblich mit Offenblendmessung sowie Anzeige der Blende im Sucher sowie Spot-Messung. Allen "anderen" Modellen ist aber gemein, dass es keinerlei Fotos von ihnen noch weitergehende Beschreibungen dazu zu finden gibt. Es mag entsprechende Pläne oder gar Prototypen gegeben haben. Ansonsten sind die genannten Kameras ein Mythos, kein Sammler dürfte ein solches heute sein Eigen nennen. Genauso verhält es sich mit einem verchromten Modell, wie es auf der Gebrauchsanleitung abgebildet ist. Auch das existierte wohl nur als Idee. (Nachtrag 2021-04-01: Stimmt nicht, es gibt mindestens einen Prototypen) Anders steht es nur mit den Kalimar (USA Distributor) und Ringfoto Modellen. Diese existieren wirklich, allerdings besteht der einzige Unterschied im Namensschild auf dem Prisma. McKeown lists a total of 4 SLR models made by King Regula and even mentions technical differences. All others on the internet who even list prices for collectors copied from him. Supposedly there were the base Model Regula Reflex CTL (1967-?), and simultaneously a "SL" without exposure meter, both before 2000 CTL. And then a follow-up model K650 (1972 -?), allegedly with open aperture (spot) metering and display of the aperture in the viewfinder. However, all these "other models" have in common that there is not any picture of them to find nor further descriptions. There might have been respective plans or even prototypes. Otherwise, the said cameras are a myth. There is probably not a collector calling one of these his own. The same is true for the chrome model as pictured on the instruction manual. It existed probably only as an idea (addendum 2021-04-01: not true, there is at least one prototype). This is different for models with the Kalimar (US Distributor) and Ringfoto labels. These really exist, however, the only difference is the nameplate on the prism.

Fazit Conclusion

Ansonsten ist die Kamera schon allein wegen ihrer physischen Dimensionen etwas besonderes. In meiner Sammlung ist sie die wuchtigste Kamera vor der Topcon RE Super und der Nikkorex F. Auch das laute und charakteristische Auslösegeräusch (vermutlich wegen des fast gleichzeitigem Ablaufs von Spiegel und Verschluss) zeigt, dass King hier was eigenes entwickelt hatte. Insgesamt eine sehr solide Maschine. Was andere im Netz über mangelnde Qualität schreiben, kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen. Ich bin froh dieses seltene und einwandfrei funktionierende Schätzchen in meiner Sammlung zu haben!

Otherwise, simply because of its physical dimensions the camera is kind of special. In my collection, it is the most massive SLR before the already impressive Topcon RE Super and the Nikkorex F. Also, the loud and distinctive shutter sound (probably because of the almost simultaneous firing of mirror and shutter) shows that King had developed something unique. Overall, a very solid machine. What people write on the internet about a lack of quality I cannot relate to. I'm glad to have this rare and properly functioning baby in my collection!

Datenblatt mechanische KB-Spiegelreflexkamera
Objektiv M42-Gewinde, hier Auto Regulon 50 mm f/1.8 (6 Linsen in 4 Gruppen, made in Japan vermutlich von Cosina).
Verschluss horizontaler Tuchschlitzverschluss, 1 bis 1/2000 s und B.
Belichtungsmessung TTL (Arbeitsblende), ISO-ASA 3-6400 (!), Nachführmessung
Fokussierung manuell, Fresnelllinse
Sucher Spiegelreflex, Anzeige von eingestellter Belichtungszeit sowie Messnadel und Messbereich.
Blitz Mittenkontakt sowie X und FP-Buchsen, 1/125 s Synchronzeit.
Filmtransport Schnellspannhebel, Rückspulkurbel und Bildzählwerk
sonst. Ausstattung Selbstauslöser, Stativgewinde, Drahtauslöseranschluss, Abblendtasten
Maße, Gewicht ca. 98x146x54 mm, 728 g (945g mit Objektiv)
Batterie PX625 oder Alternative
Baujahr(e) 1970-1975 (?), ca. 4500 Exemplare
Kaufpreis, Wert heute 450 bis 700 DM je nach Objektiv, ca. 300-450 €
Links Kalimar Reflex, Forum-Diskussion, Camera-Wiki, Wikipedia, Schicksal von King&Bauser, Novacon (nicht alles glauben!)
Data Sheet mechanical 135-film SLR
Lens M42 thread, this with Auto-Regulon 50 mm f/1.8 (6 elements in 4 groups, made in Japan probably by Cosina).
Shutter horizontal cloth focal plane shutter, 1 to 1/2000 sec and B.
Metering TTL (working aperture), ISO-ASA 3-6400 (!), match-needle metering
Focussing manually, Fresnel lens
Viewfinder SLR, displaying set shutter speed, measuring needle and measuring range.
Flash Hot shoe and X and FP jacks, 1/125 sec sync speed.
Film advance Quick-release lever, rewind crank and frame counter
misc. Features Self-timer, tripod mount, cable release connection, stop-down levers
Size, Weight about 98x146x54 mm, 728 g (945g with lens)
Battery PX625 or alternative
Year(s) of Production 1970-1975 (?), About 4500 copies
Original Price, Today's Value 450 to 700 DM depending on the lens, approximately 300-450 €
Links Kalimar Reflex , forum discussion , Camera Wiki , Wikipedia , fate of King & Bauser , Novacon (don't believe everything!)

2016-02-06

PX625 (PX13) und Alternativen


Heute verbotene Quecksilber-Batterie PX625 und die Alternativen Wein-Cell (Zn-Luft, links oben), PX625A (Alkali, rechts oben). In der unteren Reihe der Adapter mit Diode, zu bestücken entweder mit LR44 (Alkali) oder SR44 (Silberoxid).
Alkali-Batterien wie die LR44
liefern 1.5V
Unglaublich viele Kameras der 60er und 70er Jahre nutzen die PX625 (auch PX13) als Batterie. Sie passte einfach perfekt zu simplen CdS-basierten Belichtungsmessern, hielt lange durch (manchmal Jahre!) und lieferte zuverlässige Messwerte. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Quecksilber wurde sie (und ihre direkten Schwestern) ab Ende der 70er Jahre durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt (meist LR44 bzw. SR44). Anfang der 90er Jahre dann wurde sie in den wesentlichen Märkten verboten und ist heute so gut wie nicht mehr zu bekommen (zumindest nicht "frisch"). Was tut man aber, wenn man alte PX625-schluckende Kameras oder Belichtungsmesser heute noch betreiben will. Dazu gibt es mindestens die folgenden Alternativen:
 
1) PX625A, die Alkali-Variante der PX625 in gleicher Gehäuseform, aber anderer Chemie an Bord. Sie liefert 1.5V und hat eine Alkali-typische, aber für unseren Zweck ungünstige Kennlinie. Einige wenige Kameras besitzen vielleicht eine sog. Brückenschaltung und kommen auch damit klar, bei den meisten sollte man sich aber nicht auf die Messergebnisse verlassen.

...mit Schottky-Diode auf die Hg/Zn
typischen 1.35 V reduziert.
2) Die sog. Wein-Cell, eine Zink-Luft Batterie in entsprechender Bauform. Sie liefert die richtige Spannung von 1.35 V und hat auch eine waagerechte Kennlinie und ist somit die (fast) ideale Alternative. Nachteil: Zink-Luft Batterien laufen, einmal aktiviert, nur wenige Monate egal ob man sie verwendet oder nicht. Die Wein-Cell habe ich mit der Olympus 35SP erfolgreich ausprobiert.

3) Ein Batterie-Adapter für die gebräuchlichen 44er Knopfzellen, am Besten mit eingelöteter Schottky-Diode, die die Spannung auf die gewünschten 1.35 V reduziert. Als Zelle verwendet man am besten eine Silberoxid-Knopfzelle (SR44), damit ergibt sich eine fast perfekte Alternative zur alten PX625. Bei der Verwendung der preiswerteren Alkali-Variante LR44 gilt das unter 1) gesagte. Ich habe meinen Adapter nicht selbst gebaut, sondern von einem anderen Bastler auf e-bay erworben. Mein Spannungsmesser zeigte die entsprechenden Spannungen an (siehe Bilder) und bestätigte die einwandfreie Funktion.  
Hier noch ein paar Links zum Weiterlesen und ggf. Selbstbauen: Silverbased.org, alles andere im Detail steht in diesem Artikel von Frans DeGruijter.
Ein sehr schönen Überblick über diese und andere heute nicht mehr erhältliche Kamerabatterien liefert Photoetnography. Besonders gefäält mir die jeweils angegebene heutige(n) Alternative(n).

Nur um zu verdeutlichen, wieviele Kameras diese Batterie verwendet haben (eine umfangreiche Liste gibt es in Frans DeGruijters Artikel), hier diejenigen aus meiner Sammlung: Nikon F1 FTn, Olympus 35 SP, Canon Pellix, Olympus OM1, Rollei 35, Rolleiflex SL26, Contaflex 126, Olympus Pen F (Aufsteck-Beli), Zeiss Ikon Contessa S310, Praktica LTL3, Pentax Spotmatic SP-F, Topcon RE Super. Der Grund warum ich mir jetzt den Adapter zugelegt habe, ist meine neueste Erwerbung: King Regula Reflex 2000 CTL.

2015-08-07

Zeiss Ikon Contaflex 126


This is Instamatic SLR No. 2, launched on the market in 1967. A world of a difference to No. 1 (Keystone K 1020) in almost every way. The Contaflex plays technically (and price wise) in the top league. One last time, with this camera Zeiss Ikon has proved what German camera technology was capable of. However, it will remain a mystery to me why they've chosen to build the camera around the lousy Instamatic cartridge with its known poor film flatness.
Hier ist also Instamatic-Spiegelreflex Nr. 2, auf dem Markt erschienen 1967. Krasser konnte der Unterschied zu Nr. 1 (Keystone K 1020) in fast jeder Hinsicht nicht ausfallen. Die Contaflex spielt technisch (und preislich) in einer anderen Liga. Ein letztes Mal hat Zeiss Ikon mit dieser Kamera bewiesen, was deutsche Kameratechnik ist. Mir bleibt es allerdings ein Geheimnis, warum sie die Kamera um die 126er Kassette mit ihrer lausigen Film-Planlage herumgebaut haben.

Interestingly, the Contaflex is the only of the five Instamatic SLRs, which has a focal plane shutter. This is particularly remarkable since the previous Contaflex series was famous for its highly complex leaf shutter systems. Otherwise the thing is like a strange compromise of fine high-tech works  and simplifications for the camera laity, like the weather icons on the shutter speed dial, the shutter priority autoexposure and of course the 126 cartridge itself.
Interessanterweise ist die Contaflex die einzige der fünf Instamatic Spiegelreflexen, die einen Schlitzverschluss hat. Das ist besonders bemerkenswert, da die bisherige Contaflex Serie fast demonstrativ den Zentralverschluss der Konkurrenz entgegengehalten hatte. Ansonsten wirkt das Ding wie ein seltsamer Kompromiss aus edlem High Tech und Vereinfachungen für den Kameralaien, wie die Wettersymbole bei den Verschlusszeiten, der Blendenautomatik und natürlich die 126er Kassette selbst.

4 years ago I already posted about a Contaflex 126, without having possessed it (why is in the post). Now I finally got one, even in excellent state of preservation. The technical details I will later summarize in a table facing the other 126er SLR's (yes I now have all five of them, and will post here in chronological order the next few weeks). This thing has cost me $ 40 plus postage, nothing against the $ 160 that was requested in 1967 (in today's purchasing power about $1,200). But collectors still pay up to $ 300. Finally, the link to the manual and a look through the viewfinder ...
Vor 4 Jahren habe ich schonmal eine Contaflex 126 hier gepostet, ohne sie besessen zu haben (warum steht im Post). Jetzt hab ich endlich eine, sogar in exzellent erhaltenem Zustand. Die technischen Details werde ich später mal tabellarisch den anderen 126er SLR's gegenüberstellen (ja ich habe inzwischen alle fünf, die ich in historisch chronologischer Reihenfolge hier in den nächsten Wochen bringen werde). Das Ding hat mich $40 plus Porto gekostet, nichts gegen die $160, die man 1967 dafür verlangt hat (nach heutiger Kaufkraft ca. 1000 Euro). Aber auch heute noch zahlen Sammler bis zu $300 dafür. Zum Schluss noch der Link zur Anleitung und ein Blick durch den Sucher...